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katzenwelt

Was kostet eine Katze? Anschaffung und Unterhalt im Überblick

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Katze mit Geld auf einer Couch
Jede Katze kostet monatlich im Unterhalt Geld
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die Anschaffung: Tierheim, Privat oder Züchter
  2. Die Erstausstattung
  3. Die laufenden Kosten im Monat
  4. Tierarzt: Vorsorge, Kastration und Chip
  5. Krankheit, Operation, Notdienst: der unplanbare Teil
  6. Rücklage oder Versicherung?
  7. Urlaub und Betreuung
  8. Was ein ganzes Katzenleben kostet
  9. Häufige Fragen

Eine gesunde Katze kostet im Monat grob 80 bis 120 Euro, wenn man Futter, Streu, jährliche Vorsorge beim Tierarzt und eine kleine Rücklage für Krankheiten zusammenrechnet. Dazu kommen einmalig einige Hundert Euro für die Anschaffung, die Erstausstattung und die Kastration. Weil Katzen oft 15 Jahre und älter werden, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Gesamtsumme, bevor das Kätzchen einzieht.

Die Anschaffung: Tierheim, Privat oder Züchter

Der Preis für das Tier selbst hängt vor allem davon ab, woher es kommt.

  • Tierheim oder Tierschutzverein: Die Schutzgebühr liegt meist bei etwa 100 bis 200 Euro. Darin sind in der Regel Impfungen, Entwurmung, Kennzeichnung per Mikrochip und bei erwachsenen Tieren die Kastration schon enthalten. Rechnet man diese Leistungen gegen, ist die Tierheimkatze fast immer die günstigste Wahl.
  • Von Privat: Kätzchen aus einem ungeplanten Wurf gibt es oft umsonst oder für wenig Geld. Dafür zahlen Sie Erstuntersuchung, Impfungen, Entwurmung, Chip und Kastration selbst – schnell 300 bis 500 Euro.
  • Vom Züchter: Rassekatzen von seriösen Züchtern kosten häufig vierstellig. Ein sehr niedriger Preis für eine „Rassekatze ohne Papiere“ ist eher ein Warnzeichen als ein Schnäppchen, weil Gesundheitsnachweise der Elterntiere und eine saubere Aufzucht Geld kosten.

Die Erstausstattung

Einiges muss vom ersten Tag an bereitstehen: zwei bis drei Näpfe für Futter und Wasser, mindestens eine Katzentoilette (als Faustregel eine mehr, als Katzen im Haushalt leben), Streu, Schaufel, eine Transportbox, ein Kratzbaum oder eine Kratzsäule, ein Schlafplatz, Bürste und etwas Spielzeug. Eine vollständige Liste steht unter Erstausstattung für Katzenbabys.

Mit einfacher, solider Ausstattung kommen Sie auf etwa 150 bis 300 Euro, mit großem Kratzbaum und hochwertigen Toiletten auch auf 400 Euro und mehr. Sparen lässt sich bei Deko und Spielzeug, weniger beim Kratzbaum: Ein wackeliger Baum wird nicht genutzt, und dann leidet das Sofa.

Die laufenden Kosten im Monat

Die größte Einzelposition ist das Futter. Eine erwachsene Wohnungskatze mit etwa 4 kg frisst je nach Futter und Aktivität grob 150 bis 250 g Nassfutter am Tag; die genaue Menge steht als Richtwert auf der Packung eines Alleinfuttermittels. Für ein ordentliches Nassfutter zahlen Sie im Monat meist 30 bis 60 Euro, für eine reine Trockenfütterung weniger. Beim Futter zu sparen, ist ein schlechter Tausch: Ein ausgewogenes Alleinfutter mit hohem Fleischanteil beugt Übergewicht und Harnwegsproblemen vor, die später deutlich teurer werden. Was eine gute Ration ausmacht, lesen Sie unter Die richtige Ernährung für die Katze.

Postengrobe Spanne je Monat
Futter (überwiegend Nassfutter)30–60 Euro
Katzenstreu10–25 Euro
Leckerli, Katzengras, Kleinkram5–10 Euro
Vorsorge (Impfung, Check, Entwurmung) umgelegt10–25 Euro
Rücklage oder Versicherung20–40 Euro
Zusammenetwa 80–150 Euro

Streu ist bei Wohnungskatzen ein fester Posten, bei Freigängern, die draußen ihr Geschäft erledigen, deutlich kleiner. Klumpstreu wird nach und nach nachgefüllt, Silikatstreu hält länger, kostet aber mehr je Kilo.

Tierarzt: Vorsorge, Kastration und Chip

Einmal im Jahr sollte jede Katze zum Gesundheitscheck, ältere Katzen besser zweimal. Dabei wird geimpft, wie es die Leitlinie der StIKo Vet und das Risiko Ihrer Katze vorsehen – mehr dazu unter Katzen impfen. Rechnen Sie für Untersuchung und Impfung mit etwa 80 bis 150 Euro im Jahr, dazu Entwurmungen und bei Freigängern Floh- und Zeckenschutz.

Seit November 2022 gilt eine neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Die Sätze sind damit im Schnitt deutlich gestiegen, und die Gebühr für die Operation selbst ist nur ein Teil der Rechnung: Untersuchung, Narkose, Überwachung, Material und Medikamente kommen hinzu, außerdem die Mehrwertsteuer. Für eine Kastration landen Sie deshalb beim Kater meist bei etwa 100 bis 200 Euro, bei der Katze, bei der die Bauchhöhle geöffnet wird, bei etwa 180 bis 400 Euro. Warum die Kastration für Freigänger vielerorts Pflicht ist, steht unter Kastration bei Katzen.

Das Einsetzen eines Mikrochips kostet einmalig grob 30 bis 70 Euro. Die Registrierung bei einem Haustierregister wie TASSO oder FINDEFIX ist kostenlos – und ohne sie nützt der Chip wenig, wenn Ihre Katze entläuft.

Krankheit, Operation, Notdienst: der unplanbare Teil

Die eigentlichen Kostenrisiken sind Krankheiten und Unfälle. Eine Zahnsanierung unter Narkose, eine Blutuntersuchung mit Ultraschall oder eine Operation nach einem Sturz vom Balkon kosten schnell einige Hundert bis mehrere Tausend Euro. Wer nachts oder am Wochenende den tierärztlichen Notdienst braucht, zahlt nach der GOT zusätzlich eine Notdienstgebühr und höhere Sätze.

Katze wird beim Tierarzt mit Ultraschall untersucht
Ultraschall beim Tierarzt: Untersuchungen wie diese sollten in der Rücklage eingeplant sein

Mit dem Alter steigt dieser Anteil. Chronische Nierenerkrankung, Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder Arthrose bedeuten oft lebenslange Medikamente, Spezialfutter und regelmäßige Blutkontrollen, die jeden Monat 50 bis 150 Euro kosten können. Mehr zu typischen Alterskrankheiten lesen Sie unter Wie alt werden Katzen.

Rücklage oder Versicherung?

Es gibt zwei Wege, sich gegen hohe Tierarztrechnungen abzusichern:

  1. Eigene Rücklage. Legen Sie ab dem ersten Monat einen festen Betrag zur Seite, etwa 20 bis 40 Euro. Nach einigen Jahren steht ein Polster, das eine größere Operation abfängt. Der Nachteil: In den ersten Jahren reicht es noch nicht.
  2. Versicherung. Eine OP-Versicherung zahlt nur Operationen und ist günstiger, eine Krankenvollversicherung übernimmt auch ambulante Behandlungen und teils Vorsorge, kostet aber deutlich mehr. Achten Sie auf Wartezeiten, Selbstbeteiligung, Jahreshöchstgrenzen und darauf, bis zu welchem Satz der GOT erstattet wird. Einen Überblick gibt der Beitrag Krankenversicherung für Katzen.

Welcher Weg passt, hängt davon ab, wie gut Sie eine unerwartete Rechnung von 1.500 Euro aus eigener Tasche zahlen könnten. Wer das nicht kann, sollte zumindest über eine OP-Versicherung nachdenken, solange die Katze jung und gesund ist, denn Vorerkrankungen sind meist ausgeschlossen.

Urlaub und Betreuung

Wer verreist, braucht jemanden für die Katze. Freunde und Nachbarn helfen oft umsonst; ein professioneller Katzensitter berechnet meist 10 bis 25 Euro je Besuch, eine Katzenpension ähnliche Beträge je Tag. Bei zwei Wochen Urlaub im Jahr kommen so leicht 200 bis 500 Euro zusammen.

Was ein ganzes Katzenleben kostet

Rechnet man mit rund 100 Euro im Monat, sind das 1.200 Euro im Jahr und bei 15 Lebensjahren 18.000 Euro – ohne die großen Einzelposten im Alter. Das klingt viel, verteilt sich aber über lange Zeit. Wichtiger als die Summe ist die Frage, ob Sie auch in einem schwierigen Jahr eine Behandlung bezahlen könnten. Wenn ja, spricht aus finanzieller Sicht nichts gegen eine Katze.

Unsere Empfehlung: Planen Sie mit einer festen Monatssumme, sparen Sie nicht am Futter und an der Vorsorge, und legen Sie vom ersten Tag an etwas für den Tierarzt zurück. Zwei Katzen kosten übrigens nicht doppelt so viel wie eine: Kratzbaum, Transportbox und Betreuung teilen sich.

Häufige Fragen

Ist eine Katze aus dem Tierheim wirklich günstiger?

Meist ja. Die Schutzgebühr wirkt zwar höher als ein geschenktes Kätzchen, deckt aber in der Regel Impfungen, Chip, Entwurmung und bei erwachsenen Tieren die Kastration ab. Diese Leistungen kosten beim eigenen Tierarzt zusammen oft mehr als die Gebühr.

Wie viel kostet eine Katze im Jahr?

Für eine gesunde erwachsene Katze sollten Sie mit etwa 1.000 bis 1.500 Euro im Jahr rechnen, einschließlich Rücklage oder Versicherung. Ohne Rücklage liegt der reine Verbrauch niedriger, dafür trifft Sie jede größere Behandlung unvorbereitet.

Sind Wohnungskatzen günstiger als Freigänger?

Nicht unbedingt. Wohnungskatzen brauchen mehr Streu und mehr Beschäftigung, Freigänger dafür Floh- und Zeckenschutz, oft die Tollwutimpfung und haben ein höheres Unfallrisiko. Unterm Strich liegen beide Haltungsformen ähnlich.

Kann ich die Tierarztkosten verhandeln?

Tierärzte müssen sich an die Gebührenordnung halten, die einen Mindest- und einen Höchstsatz vorgibt. Innerhalb dieses Rahmens richtet sich der Preis nach Aufwand und Schwierigkeit. Fragen Sie vor planbaren Eingriffen nach einem Kostenvoranschlag – das ist üblich und hilft beim Planen.