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katzenwelt

Katzen impfen: Darauf sollten Sie achten

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Katze wird beim Tierarzt geimpft
Katze wird beim Tierarzt geimpft
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Impfungen eine Katze braucht
  2. Warum auch Wohnungskatzen geimpft werden
  3. Das Impfschema für Katzenwelpen
  4. Wie oft aufgefrischt werden muss
  5. Tollwut und Leukose: Impfungen nach Risiko
  6. Vor dem Termin: nur gesunde Katzen werden geimpft
  7. Nebenwirkungen: was normal ist und was nicht
  8. Wann Ihre Katze nach der Impfung zum Tierarzt muss
  9. Häufige Fragen

Jede Katze sollte gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen geimpft sein, egal ob sie nach draußen darf oder nicht. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt für Katzenwelpen Impfungen in der 8., 12. und 16. Lebenswoche sowie mit 15 Monaten; danach wird nach Risiko aufgefrischt, bei der Katzenseuche im Abstand von drei Jahren. Tollwut und Leukose kommen hinzu, wenn die Katze Freigang hat oder mit auf Reisen geht.

Welche Impfungen eine Katze braucht

Die StIKo Vet unterscheidet zwischen Kernimpfungen, die jede Katze bekommen sollte, und Impfungen, die nur bei einem bestimmten Risiko sinnvoll sind. Ihre Leitlinie zur Impfung von Kleintieren ist die Grundlage, nach der die meisten Tierarztpraxen in Deutschland arbeiten.

KrankheitErregerFür wen
Katzenseuche (Panleukopenie)Felines Parvovirusjede Katze (Kernimpfung)
KatzenschnupfenFelines Herpesvirus (FHV-1), Felines Calicivirus (FCV)jede Katze (Kernimpfung)
TollwutTollwutvirusFreigänger, Katzen, die ins Ausland reisen
Leukose (FeLV)Felines LeukämievirusFreigänger und Katzen mit Kontakt zu fremden Katzen

Gegen die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) gibt es zwar einen Impfstoff, die StIKo Vet empfiehlt ihn aber nicht als Routineimpfung, weil sein Nutzen umstritten ist. Ob eine Impfung für Ihre Katze sinnvoll ist, entscheiden Sie am besten gemeinsam mit Ihrer Tierarztpraxis anhand ihrer Lebensumstände.

Warum auch Wohnungskatzen geimpft werden

Das Virus der Katzenseuche ist außergewöhnlich widerstandsfähig. Es überdauert in der Umgebung viele Monate und wird an Schuhen, Kleidung oder Taschen in die Wohnung getragen. Eine Katze muss also keinen Kontakt zu anderen Katzen haben, um sich anzustecken. Die Krankheit verläuft mit hohem Fieber, Erbrechen und oft blutigem Durchfall und zerstört die weißen Blutkörperchen. Gerade für junge Katzen endet sie häufig tödlich.

Katzenschnupfen wird von Katze zu Katze übertragen, aber auch über Hände und Gegenstände. Eine Wohnungskatze begegnet den Erregern etwa beim Tierarzt, in einer Katzenpension oder wenn eine neue Katze einzieht. Die Impfung verhindert nicht jede Ansteckung, sie macht den Verlauf aber deutlich milder. Das ist wichtig, weil ein schwerer Katzenschnupfen bleibende Schäden an Augen und Nase hinterlassen kann. Wie sich eine einfache Erkältung davon unterscheidet, lesen Sie unter Katze erkältet.

Das Impfschema für Katzenwelpen

Katzenwelpen erhalten mit der Muttermilch Antikörper. Diese schützen in den ersten Lebenswochen, stören aber auch die Impfung: Solange noch viele mütterliche Antikörper im Blut sind, kann der Impfstoff nicht richtig wirken. Wann dieser Schutz abklingt, ist von Kätzchen zu Kätzchen verschieden. Deshalb wird mehrfach geimpft.

  1. 8. Lebenswoche. Erste Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen.
  2. 12. Lebenswoche. Zweite Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen.
  3. 16. Lebenswoche. Dritte Impfung. Sie ist wichtig, weil bei manchen Kätzchen die mütterlichen Antikörper erst spät verschwinden.
  4. 15. Lebensmonat. Abschluss der Grundimmunisierung.

Soll die Katze auch gegen Tollwut oder Leukose geimpft werden, baut der Tierarzt diese Impfungen in dasselbe Schema ein.

Seriöse Züchter und Tierheime geben Kätzchen nicht vor der 12. Lebenswoche ab, dann sind die ersten beiden Impfungen meist schon erledigt. Lassen Sie sich den Heimtierausweis oder Impfpass zeigen. Mehr dazu unter Katzenbabys: Das richtige Alter für die Abgabe.

Eine erwachsene Katze, deren Impfstatus unbekannt ist, wird in der Regel zweimal im Abstand von drei bis vier Wochen geimpft. Wann danach die nächste Impfung fällig ist, legt der Tierarzt fest.

Wie oft aufgefrischt werden muss

Die alte Regel, jede Katze einmal im Jahr gegen alles zu impfen, gilt nicht mehr. Nach der Leitlinie der StIKo Vet reicht bei der Katzenseuche nach abgeschlossener Grundimmunisierung eine Wiederholung im Abstand von drei Jahren. Bei den Erregern des Katzenschnupfens richtet sich der Abstand nach dem Risiko: Freigänger, Katzen in Mehrkatzenhaushalten und Katzen, die regelmäßig in eine Pension gehen, werden häufiger geimpft als eine einzeln gehaltene Wohnungskatze.

Wie lange eine Tollwutimpfung gilt, hängt vom Impfstoff ab und steht in der Gebrauchsinformation; für Reisen zählt das Datum im Heimtierausweis. Bei der Leukose richtet sich der Abstand ebenfalls nach Impfstoff und Risiko. Lassen Sie sich bei jedem Termin sagen, gegen was geimpft wurde und wann die nächste Impfung fällig ist.

Zähne der Katze werden beim Tierarzt untersucht
Vor der Impfung untersucht der Tierarzt die Katze gründlich, auch Maul und Zähne

Tollwut und Leukose: Impfungen nach Risiko

Deutschland gilt seit 2008 als frei von der klassischen Tollwut bei Wild- und Haustieren. Trotzdem empfiehlt die StIKo Vet die Impfung für Freigänger, weil das Virus über Tiere aus dem Ausland wieder eingeschleppt werden kann und bei Fledermäusen weiter vorkommt. Tollwut verläuft immer tödlich und ist auf Menschen übertragbar. Wer mit seiner Katze in ein anderes EU-Land reist, braucht einen Mikrochip, einen Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung. Die erste Impfung ist frühestens mit 12 Wochen möglich und gilt für die Einreise erst 21 Tage danach. Einzelheiten stehen unter Mit der Katze verreisen: Heimtierausweis ist Pflicht und Wichtige Reiseimpfungen für Ihre Katze.

Das Leukosevirus wird vor allem über Speichel übertragen, etwa beim gegenseitigen Putzen, bei Bissen oder über gemeinsame Näpfe. Es schwächt das Immunsystem und kann zu Blutarmut und Tumoren führen. Für eine Freigänger-Katze mit Kontakt zu fremden Katzen ist die Impfung sinnvoll. Vorher wird die Katze meist per Bluttest auf das Virus untersucht, denn bei einer bereits infizierten Katze nützt die Impfung nichts.

Vor dem Termin: nur gesunde Katzen werden geimpft

Eine Impfung trainiert das Immunsystem. Das gelingt nur, wenn die Katze gesund ist. Vor jeder Impfung untersucht der Tierarzt deshalb das Tier: Er hört Herz und Lunge ab, schaut in Maul, Augen und Ohren, tastet den Bauch ab und misst bei Bedarf die Temperatur. Hat die Katze Fieber, Durchfall oder einen Schnupfen, wird die Impfung verschoben.

Sagen Sie der Praxis, wenn Ihre Katze trächtig sein könnte, Medikamente bekommt oder auf eine frühere Impfung schlecht reagiert hat. Transportieren Sie die Katze in einer geschlossenen Transportbox und bringen Sie den Impfpass mit. Tipps für nervöse Tiere finden Sie unter Wenn die Katze Angst vor dem Tierarzt hat.

Nebenwirkungen: was normal ist und was nicht

Die meisten Katzen vertragen Impfungen gut. Häufig sind sie für ein bis zwei Tage etwas ruhiger, fressen weniger oder haben leicht erhöhte Temperatur. An der Einstichstelle kann eine kleine, schmerzlose Schwellung entstehen, die nach einigen Tagen verschwindet. Das ist eine normale Reaktion des Immunsystems. Ihre Katze braucht danach keine Schonung; eine Freigängerin darf wie gewohnt hinaus.

Selten kommt es zu einer allergischen Reaktion, meist innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden nach der Impfung. Sehr selten entwickelt sich an der Einstichstelle Monate oder Jahre später ein bösartiger Tumor, ein sogenanntes injektionsassoziiertes Sarkom. Tierärzte impfen deshalb an Stellen, an denen sich ein Tumor im Ernstfall gut entfernen lässt, und halten die Impfungen so knapp wie möglich.

Wann Ihre Katze nach der Impfung zum Tierarzt muss

Sofort in die Praxis oder den Notdienst, wenn nach der Impfung eines dieser Zeichen auftritt:

  • Atemnot, Maulatmung oder sehr schnelle Atmung
  • Schwellungen an Gesicht, Lippen oder Augenlidern
  • wiederholtes Erbrechen oder Durchfall
  • Taumeln, Zusammenbrechen oder blasse Schleimhäute

In den nächsten Tagen zum Tierarzt, wenn die Katze länger als zwei Tage matt ist oder Fieber hat, länger als 24 Stunden nichts frisst oder die Einstichstelle heiß und schmerzhaft wird. Einen Knubbel an der Impfstelle sollte der Tierarzt ansehen, wenn er drei Monate nach der Impfung noch da ist, größer als zwei Zentimeter wird oder einen Monat nach der Impfung noch wächst. Mehr zum Messen der Temperatur lesen Sie unter Fieber bei Katzen.

Unsere Empfehlung: Lassen Sie jede Katze gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen grundimmunisieren und besprechen Sie beim jährlichen Gesundheitscheck, welche Auffrischungen tatsächlich fällig sind. So ist Ihre Katze geschützt, ohne öfter als nötig geimpft zu werden.

Häufige Fragen

Muss eine reine Wohnungskatze geimpft werden?

Ja, gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen. Das Virus der Katzenseuche gelangt über Schuhe und Kleidung in die Wohnung, und Schnupfenerreger holt sich eine Katze leicht beim Tierarzt oder in der Pension. Tollwut und Leukose braucht eine Wohnungskatze dagegen in der Regel nicht, solange sie nicht verreist oder Kontakt zu fremden Katzen hat.

Kann man statt der Auffrischung die Antikörper bestimmen lassen?

Bei der Katzenseuche ist das möglich. Ein Bluttest zeigt, ob noch ausreichend Antikörper vorhanden sind; dann kann die Impfung verschoben werden. Für den Katzenschnupfen sagt ein solcher Test wenig über den Schutz aus.

Darf eine trächtige Katze geimpft werden?

Nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt. Manche Impfstoffe gegen Katzenseuche enthalten abgeschwächte, vermehrungsfähige Viren und dürfen trächtigen Katzen nicht gegeben werden, weil sie die Ungeborenen schädigen können. Am besten ist die Katze vor einer geplanten Trächtigkeit vollständig geimpft; mehr dazu unter Trächtigkeit einer Katze.

Warum ist meine Katze nach der Impfung so müde?

Das Immunsystem arbeitet, und dazu kommt der Stress des Tierarztbesuchs. Ein bis zwei Tage Ruhe mit etwas weniger Appetit sind normal. Hält die Mattigkeit länger an oder frisst die Katze gar nicht, rufen Sie die Praxis an.