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katzenwelt

Seniorkatze adoptieren: 5 gute Gründe und was Sie wissen sollten

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Alte Katze schläft vor einer Uhr
Alte Katze schläft vor einer Uhr
Inhalt10 Abschnitte
  1. Ab wann ist eine Katze eine Seniorin?
  2. Grund 1: Sie wissen, wen Sie bekommen
  3. Grund 2: Mehr Ruhe im Alltag
  4. Grund 3: Stubenrein und mit Manieren
  5. Grund 4: Weniger Beschäftigungsdruck
  6. Grund 5: Sie geben einer Katze eine zweite Chance
  7. Ehrlich einplanen: Gesundheit und Kosten
  8. Die Eingewöhnung einer älteren Katze
  9. Futter und Pflege im Alter
  10. Häufige Fragen

Eine ältere Katze zu adoptieren, lohnt sich für beide Seiten: Die Katze bekommt ein Zuhause für ihre letzten Jahre, und Sie bekommen ein Tier, dessen Charakter Sie schon kennen. Seniorinnen sind meist ruhiger als Kitten, stubenrein und an Menschen gewöhnt. Ehrlich einplanen sollten Sie, dass Tierarztbesuche häufiger werden und die gemeinsame Zeit kürzer sein kann.

Ab wann ist eine Katze eine Seniorin?

Als Seniorin gilt eine Katze meist ab zehn bis elf Jahren. Die amerikanischen Fachverbände AAHA und AAFP setzen die Grenze bei über zehn Jahren, die Katzenschutzorganisation International Cat Care ab elf. Umgerechnet entspricht das einem Menschen von Ende 50. Viele Katzen werden 15 Jahre und älter; eine zehnjährige Katze kann also noch viele Jahre vor sich haben. Wie sich Katzenjahre umrechnen lassen, lesen Sie unter Katzenjahre und Menschenjahre.

Tierheime vermitteln oft auch Katzen zwischen sieben und zehn Jahren als „ältere Katzen“. Sie sind gesundheitlich meist noch robust und im Wesen gefestigt.

Grund 1: Sie wissen, wen Sie bekommen

Bei einem Kitten ist der spätere Charakter ein Überraschungspaket. Eine erwachsene Katze ist, wer sie ist. Das Tierheim oder die Pflegestelle kann Ihnen sagen, ob sie gern schmust oder lieber Abstand hält, ob sie andere Katzen, Hunde oder Kinder kennt, ob sie Freigang gewohnt ist und wie sie auf Besuch reagiert. So können Sie gezielt ein Tier aussuchen, das zu Ihrem Alltag passt. Hinweise zur Auswahl gibt der Beitrag Katze aus dem Tierheim.

Grund 2: Mehr Ruhe im Alltag

Kitten klettern Vorhänge hoch, jagen nachts über das Bett und testen jede Tischkante. Eine ältere Katze hat diese Phase hinter sich. Sie schläft viel, spielt kürzer und sucht sich einen festen Lieblingsplatz. Für Menschen, die tagsüber arbeiten, für ruhige Haushalte und für ältere Menschen passt das oft deutlich besser als ein junges Energiebündel.

Grund 3: Stubenrein und mit Manieren

Die meisten erwachsenen Katzen kennen Katzenklo und Kratzbaum. Das heißt nicht, dass alles von selbst läuft: Nach einem Umzug kann es Missgeschicke geben, und auch eine ältere Katze muss erst herausfinden, wo in der neuen Wohnung gekratzt werden darf. Die Grundlagen sind aber da, und die Erziehung beschränkt sich meist auf Hausregeln. Wie das freundlich gelingt, lesen Sie unter Tierheimkatze erziehen.

Grund 4: Weniger Beschäftigungsdruck

Eine junge Katze fordert täglich viel Spiel, sonst sucht sie sich selbst Beschäftigung. Seniorinnen sind mit kürzeren Einheiten zufrieden. Geistig gefordert werden wollen aber auch sie: Kleine Suchspiele, ein Katzen Intelligenzspielzeug oder ein paar Minuten mit der Katzenangel halten Kopf und Körper beweglich und das Gewicht im Rahmen.

Einsame Katze am Fenster
Auch eine alte Katze benötigt täglich Beschäftigung und Aufmerksamkeit

Grund 5: Sie geben einer Katze eine zweite Chance

Ältere Katzen kommen ins Tierheim, weil ihr Mensch gestorben ist, ins Pflegeheim musste oder eine Allergie in der Familie aufgetreten ist – selten wegen ihres Verhaltens. Sie warten dort meist deutlich länger als Kitten, manche für den Rest ihres Lebens. Eine Seniorin aufzunehmen, heißt, einem Tier den Lebensabend in einem Zuhause statt in einem Zwinger zu ermöglichen. Viele Tierheime vermitteln ältere Tiere auch an ältere Menschen und bieten eine Rücknahme an, falls sich die Lebensumstände ändern.

Ehrlich einplanen: Gesundheit und Kosten

Mit dem Alter kommen häufiger Krankheiten. Typisch sind chronische Niereninsuffizienz, Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, Bluthochdruck, Zahnerkrankungen und Arthrose. Vieles davon lässt sich gut behandeln, kostet aber Geld und manchmal tägliche Medikamente. Fragen Sie deshalb vor der Adoption:

  • Welche Untersuchungen wurden gemacht, gibt es aktuelle Blutwerte?
  • Hat die Katze Vorerkrankungen, bekommt sie Medikamente oder Diätfutter?
  • Wie ist der Zustand der Zähne?
  • Wie hat sie sich im Tierheim verhalten, frisst sie gut?

Eine Seniorin sollte zweimal im Jahr zum Gesundheitscheck, mit Blut- und Urinuntersuchung und Blutdruckmessung. Legen Sie eine Rücklage für Tierarztkosten an; eine Krankenversicherung für eine alte Katze abzuschließen, ist meist teuer oder mit Ausschlüssen verbunden, siehe Krankenversicherung für Katzen. Alternative Heilmethoden ersetzen die tierärztliche Behandlung nicht; für Homöopathie und Bachblüten gibt es keinen Wirkungsnachweis über den Placeboeffekt hinaus.

Die Eingewöhnung einer älteren Katze

Ältere Katzen brauchen oft etwas länger, um sich an ein neues Zuhause zu gewöhnen, und stecken Veränderungen schwerer weg. So erleichtern Sie den Start:

  1. Ein ruhiger Raum für den Anfang. Mit Futter, Wasser, Katzenklo, Versteck und Schlafplatz. Von dort erkundet die Katze die Wohnung in ihrem Tempo.
  2. Gewohntes mitnehmen. Fragen Sie im Tierheim nach Futter, Streu und, wenn möglich, einer Decke mit vertrautem Geruch.
  3. Barrierearm einrichten. Ein Katzenklo mit niedrigem Einstieg, Treppen oder Hocker zu erhöhten Plätzen, ein warmer, weicher Schlafplatz ohne kalten Boden.
  4. Beobachten. Frisst die Katze länger als 24 Stunden gar nicht, gehen Sie zum Tierarzt – bei Katzen kann das schnell zu einer gefährlichen Leberverfettung führen.

Futter und Pflege im Alter

Ein „Seniorenfutter“ ist nicht automatisch nötig. Viele ältere Katzen brauchen weiter gut verdauliches Eiweiß und verlieren eher Gewicht, als dass sie zunehmen. Ein phosphorarmes Nierendiätfutter ist sinnvoll, wenn der Tierarzt eine Nierenerkrankung festgestellt hat. Mehrere kleine Mahlzeiten, angewärmtes Nassfutter und leicht erreichbare Wassernäpfe helfen.

Ältere Katzen putzen sich oft weniger gründlich, vor allem am Rücken. Regelmäßiges Bürsten verhindert Filz, siehe Ursachen für verfilztes Fell. Kontrollieren Sie auch die Krallen, die bei wenig aktiven Katzen zu lang werden können.

Wenn Sie eine ruhige Gefährtin suchen und bereit sind, für Tierarztkosten vorzusorgen, ist eine Seniorin aus dem Tierheim eine sehr gute Wahl – und für die Katze vielleicht die letzte Chance auf ein Zuhause.

Häufige Fragen

Wie lange lebt eine Katze, die mit zwölf Jahren adoptiert wird, noch?

Das hängt von ihrer Gesundheit ab. Viele Katzen werden 15 bis 18 Jahre alt, einige älter. Einige gemeinsame Jahre sind bei einer gesunden Zwölfjährigen durchaus realistisch.

Verträgt sich eine Seniorin mit meiner jungen Katze?

Oft nicht besonders gut, weil die junge Katze spielen will und die alte ihre Ruhe. Besser passen zwei Katzen ähnlichen Alters und Temperaments. Hinweise gibt der Beitrag Die Katze vergesellschaften.

Kann eine ältere Katze noch eine enge Bindung aufbauen?

Ja. Viele ältere Katzen werden nach der Eingewöhnung sehr anhänglich. Geben Sie ihr Zeit und lassen Sie sie das Tempo bestimmen.

Ist eine alte Katze eine gute Wahl für ältere Menschen?

Oft ja, weil sie ruhiger ist und die gemeinsame Lebenszeit besser zusammenpasst. Klären Sie trotzdem, wer die Katze versorgt, falls Sie selbst krank werden.