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katzenwelt

Katzenbürste: Welche Bürste zu welchem Fell passt

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Katze wird am Kopf gebürstet mit einer Katzenbürste
Katze wird am Kopf gebürstet mit einer Katzenbürste
Inhalt8 Abschnitte
  1. Warum Katzen Hilfe bei der Fellpflege brauchen
  2. Die wichtigsten Bürsten und Kämme
  3. Bürsten für Kurzhaar und Langhaar
  4. So wird Bürsten zur Gewohnheit
  5. Worauf Sie beim Kauf achten
  6. Verfilzungen: was Sie tun und lassen sollten
  7. Wann Sie genauer hinsehen sollten
  8. Häufige Fragen

Welche Katzenbürste die richtige ist, hängt vom Fell ab: Für Kurzhaarkatzen genügt meist ein Gummistriegel oder eine weiche Bürste, Langhaarkatzen brauchen einen Metallkamm und eine Zupfbürste. Gebürstet wird bei Kurzhaar ein- bis zweimal pro Woche, bei Langhaar täglich. So bleiben weniger Haare auf dem Sofa, die Katze würgt seltener Haarballen hervor, und Verfilzungen entstehen gar nicht erst.

Warum Katzen Hilfe bei der Fellpflege brauchen

Katzen putzen sich gründlich. Ihre Zunge ist mit feinen, nach hinten gerichteten Hornhäkchen besetzt, die wie ein Kamm wirken. Das hat eine Kehrseite: Lose Haare bleiben an der Zunge hängen und werden verschluckt. Die meisten gehen mit dem Kot ab, ein Teil wird als Haarballen erbrochen. Regelmäßiges Bürsten nimmt der Katze einen Teil dieser Haare ab.

Manche Katzen kommen mit der eigenen Pflege nicht mehr hinterher: Langhaarkatzen, deren Fell schneller verfilzt, als sie es entwirren können; übergewichtige Katzen, die ihren Rücken und das Hinterteil nicht mehr erreichen; ältere Katzen mit steifen Gelenken oder Zahnschmerzen. Wenn eine Katze, die sich früher sorgfältig gepflegt hat, plötzlich struppig wirkt, kann das ein Zeichen für Schmerzen oder eine Erkrankung sein – ein Fall für die Tierarztpraxis. Ursachen für verfilztes Fell beschreibt der Beitrag Ursachen für verfilztes Fell bei Katzen.

Die wichtigsten Bürsten und Kämme

WerkzeugWofürFellHinweis
Gummistriegel oder NoppenhandschuhNimmt lose Haare auf, massiertKurzhaarBei den meisten Katzen sehr beliebt, gut zum Einstieg
Weiche BorstenbürsteGlättet und verteilt Hautfett, gibt GlanzKurzhaar, zum Abschluss bei LanghaarNaturborsten sind sanft, entfernen aber wenig Unterwolle
Metallkamm mit groben und feinen ZinkenEntwirrt, findet Knoten und FlohkotLanghaar, HalblanghaarDas wichtigste Werkzeug bei Langhaar; Zinken mit abgerundeten Spitzen
Zupfbürste (Slicker)Feine, gebogene Drahtstifte lösen Unterwolle und kleine KnotenLanghaar, dichtes KurzhaarNur mit leichtem Druck, die Stifte kratzen sonst
Unterwollwerkzeug mit KlingeEntfernt große Mengen loser UnterwolleDichtes Fell im FellwechselSparsam, nie auf derselben Stelle; kann Deckhaar kappen und Haut reizen

Bürsten für Kurzhaar und Langhaar

Kurzhaarkatzen kommen mit wenig aus. Ein Gummistriegel oder Noppenhandschuh ein- bis zweimal pro Woche entfernt lose Haare, im Fellwechsel etwas öfter. Wer mag, streicht zum Schluss mit einer weichen Bürste nach. Katzen mit sehr dichter Unterwolle wie die Britisch Kurzhaar profitieren im Fellwechsel zusätzlich von einer Zupfbürste.

Langhaarkatzen wie Perser, Maine Coon oder Norwegische Waldkatze brauchen tägliche Pflege, bei sehr dichtem Fell wie beim Perser gründlich, sonst entstehen binnen weniger Tage Knoten hinter den Ohren, unter den Achseln, am Bauch und an der Hose. Die bewährte Reihenfolge: erst mit dem groben Teil des Metallkamms durchgehen, dann mit der Zupfbürste die Unterwolle lösen, zum Schluss mit dem feinen Kamm prüfen, ob alles frei ist. Mehr zur Pflege dieser Rassen lesen Sie unter Die Perser Katze.

Wohnungskatzen haaren wegen Kunstlicht und Heizungswärme oft das ganze Jahr, nicht nur im Frühjahr und Herbst. Freigänger zeigen den Fellwechsel deutlicher.

Katze wird mit einer Katzenbürste am Hals gebürstet
Am Hals und am Kopf lassen sich die meisten Katzen gern bürsten

So wird Bürsten zur Gewohnheit

  1. Früh anfangen. Kätzchen lernen es am leichtesten. Aber auch erwachsene Katzen gewöhnen sich, wenn man behutsam vorgeht.
  2. Dort beginnen, wo es angenehm ist. Kopf, Wangen und Hals mögen fast alle Katzen. Bauch, Hinterbeine und Schwanz kommen später.
  3. Kurz halten. Lieber täglich zwei Minuten als einmal pro Woche eine Viertelstunde Ringkampf.
  4. Mit dem Strich bürsten. Wenig Druck, in Wuchsrichtung. Gegen den Strich bürsten nur, wenn die Katze es ausdrücklich genießt.
  5. Aufhören, bevor die Katze geht. Schwanzschlagen, zuckende Haut oder angelegte Ohren sind das Signal. Ein Leckerli zum Abschluss hilft.

Beim Bürsten sehen Sie ganz nebenbei, wie es Ihrer Katze geht: Schuppen, Krusten, Knoten, Zecken, Flohkot oder eine veränderte Figur fallen hier zuerst auf. Schwarze Krümel im Kamm, die sich auf feuchtem Papier rotbraun färben, sind Flohkot – mehr dazu unter Katzenflöhe.

Worauf Sie beim Kauf achten

  • Zum Fell passend: Eine Bürste für Langhaar hilft bei Kurzhaar wenig und umgekehrt.
  • Abgerundete Spitzen: Kämme und Drahtstifte dürfen die Haut nicht kratzen. Testen Sie die Bürste an Ihrem Unterarm.
  • Griff: Rutschfest und gut in der Hand, denn Sie brauchen oft die andere Hand für die Katze.
  • Reinigung: Selbstreinigende Bürsten mit einziehbaren Stiften sparen Zeit, sind aber kein Muss.
  • Klingenwerkzeuge: Nur mit Schutzkante und nur für dichtes Fell im Fellwechsel.

Gute Kämme und Bürsten kosten meist zwischen 8 und 25 Euro. Für Langhaarkatzen ist ein Metallkamm für Katzen das wichtigste Einzelstück.

Verfilzungen: was Sie tun und lassen sollten

Kleine Knoten lassen sich oft mit den Fingern lockern und dann mit dem groben Kamm von der Spitze her Richtung Haut auskämmen, während Sie das Fell an der Haut festhalten, damit es nicht ziept. Größere Filzplatten gehören nicht unter die Schere: Katzenhaut ist dünn und elastisch und zieht sich beim Anheben des Filzes mit hoch – Schnittwunden sind häufig und müssen dann genäht werden. Lassen Sie große Verfilzungen in der Tierarztpraxis oder bei einem erfahrenen Katzenfriseur mit einer Schermaschine entfernen, bei ängstlichen Katzen manchmal unter Sedierung. Mehr dazu unter Schermaschine für Katzen.

Baden ist bei Katzen fast nie nötig und löst keinen Filz, im Gegenteil: Nasses Fell verfilzt stärker.

Wann Sie genauer hinsehen sollten

Zum Tierarzt sollte Ihre Katze, wenn sie plötzlich stark Fell verliert oder kahle Stellen hat, wenn sie sich auffällig oft kratzt oder leckt, wenn die Haut gerötet, schuppig oder verkrustet ist oder wenn sie beim Bürsten an einer Stelle Schmerzen zeigt. Hinweise zu den häufigsten Gründen finden Sie unter Katze verliert Fell.

Die Empfehlung: Für Kurzhaarkatzen genügt ein Gummistriegel, für Langhaarkatzen ein Metallkamm plus Zupfbürste. Kurz und regelmäßig gebürstet wird die Fellpflege für die meisten Katzen zu einem Ritual, das sie genießen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meine Katze bürsten?

Kurzhaarkatzen ein- bis zweimal pro Woche, im Fellwechsel öfter; Langhaarkatzen täglich. Ältere und übergewichtige Katzen brauchen oft mehr Hilfe als früher.

Hilft Bürsten gegen Haarballen?

Ja, es verringert die Menge an Haaren, die die Katze beim Putzen verschluckt. Erbricht Ihre Katze trotzdem häufig Haarballen, sollte die Tierarztpraxis nach anderen Ursachen suchen.

Welche Bürste mögen Katzen am liebsten?

Viele Katzen genießen Gummistriegel und Noppenhandschuhe, weil sie sich wie Streicheln anfühlen. Drahtbürsten mögen die meisten nur mit sehr leichtem Druck.

Darf ich eine Hundebürste für meine Katze nehmen?

Grundsätzlich ja, wenn Größe und Stifte zum Fell passen. Viele Hundebürsten sind aber zu grob oder zu groß. Achten Sie auf abgerundete Spitzen und wenig Druck.