Kratztonne: Kratzen, Verstecken und Liegen auf kleiner Fläche

Inhalt9 Abschnitte
Eine Kratztonne, auch Katzentonne genannt, ist ein röhrenförmiges Kratzmöbel: außen eine Kratzfläche aus Sisal oder Naturgewebe, innen eine oder mehrere Höhlen, oben eine Liegefläche. Sie braucht kaum mehr Platz als ein Blumenkübel und bietet trotzdem Kratzen, Verstecken und Aussicht in einem. Damit Ihre Katze sie annimmt, müssen vor allem Größe, Einstiegslöcher und Standfestigkeit stimmen.
Was eine Kratztonne leistet
Katzen brauchen in der Wohnung drei Dinge, die ihnen draußen Bäume, Hecken und Mauern bieten: einen Ort zum Kratzen, einen Rückzugsort und einen erhöhten Platz mit Überblick. Die Kratztonne bündelt alle drei auf engem Raum. Die Höhle innen gibt Deckung, in die sich eine ängstliche oder müde Katze zurückziehen kann. Die Außenhülle lädt zum Kratzen und Strecken ein. Und oben liegt die Katze etwas erhöht und sieht, was im Zimmer passiert.
Zum Kratzen selbst: Katzen streifen dabei die äußere, abgenutzte Hornschicht der Krallen ab, markieren mit den Duftdrüsen zwischen den Ballen und strecken sich. Fehlt ein geeigneter Platz, müssen Sofa und Tapete herhalten. Mehr über die Gründe lesen Sie unter Kratzbrett und Kratzecke.

Kratztonne, Kratzsäule oder Kratzbaum?
| Möbel | Platzbedarf | Stärken | Grenzen |
| Kratztonne | Klein, etwa 40 × 40 cm | Höhle, Kratzfläche und Liegeplatz in einem, sehr standfest | Wenig Höhe, kaum Klettern |
| Kratzsäule | Sehr klein | Ideal zum Strecken, günstig | Kein Versteck, meist kein Liegeplatz |
| Kratzbaum | Mittel bis groß | Klettern, mehrere Ebenen, hoher Aussichtsplatz | Braucht Platz, günstige Modelle wackeln |
| Deckenhoher Kratzbaum | Klein in der Fläche, raumhoch | Viel Kletterfläche auf wenig Grundfläche | Braucht eine tragfähige Decke |
Für eine sportliche junge Katze ist die Tonne allein zu wenig, dann sollte ein deckenhoher Kratzbaum oder ein anderer Kletterplatz dazukommen. Für ruhige Katzen, Senioren und kleine Wohnungen kann sie dagegen das zentrale Möbelstück sein. Ein einfacher Stamm zum Strecken ist die Kratzsäule.
Bauformen und Größen
Kratztonnen gibt es rund und eckig, mit einer bis drei Etagen. Gängig sind Höhen zwischen etwa 55 cm und gut einem Meter bei 40 bis 50 cm Durchmesser. Niedrige Modelle haben meist eine Höhle und eine Liegefläche obendrauf, hohe Modelle zwei oder drei Höhlen übereinander, jede mit eigenem Einstieg. Das ist auch im Mehrkatzenhaushalt praktisch, weil jede Katze ihre eigene Etage wählen kann.
Die Außenhülle besteht meist aus Sisal, manchmal teilweise aus Plüsch. Tonnen aus Naturgeflecht wie Wasserhyazinthe oder Seegras sehen wohnlich aus und werden gern bekratzt, saugen aber Feuchtigkeit auf. Sie gehören deshalb an einen trockenen Platz, nicht neben den Trinkbrunnen und nicht auf den Balkon.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Einstiegslöcher. Die Katze muss bequem hindurchpassen, ohne sich zu quetschen. Für große Katzen wie Maine Coon sind viele Standardtonnen zu eng, hier auf große Öffnungen und große Innenmaße achten.
- Innenraum. Die Katze sollte sich darin einrollen können. Eine Höhle, in der sie nur sitzen kann, wird selten zum Schlafplatz.
- Standfestigkeit. Eine gute Tonne kippt nicht, wenn die Katze oben aufspringt oder sich außen hochzieht. Schwere Modelle aus massiven Platten stehen sicherer als leichte aus Pappe mit Stoffbezug. Das Gewicht der Tonne ist hier ein brauchbarer Hinweis.
- Kratzfläche. Groß genug und so hoch, dass sich die Katze daran strecken kann. Eine Sisalfläche nur als schmaler Streifen reicht oft nicht.
- Waschbare Kissen. Kissen mit Reißverschluss, die in die Waschmaschine dürfen.
- Geruch. Riecht die neue Tonne stark nach Kleber oder Chemie, lassen Sie sie einige Tage auslüften, bevor Sie sie der Katze anbieten.
Die Preise liegen grob zwischen 30 und 150 Euro, je nach Größe und Material. Es gibt große Kratztonnen für schwere Katzen und kleine Kratztonnen für zierliche Tiere und enge Ecken.
Der richtige Standort
Katzen wählen Plätze, an denen sie ungestört sind, aber trotzdem dabei. Ideal ist ein Platz am Rand des Wohnzimmers oder am Fenster, mit Blick in den Raum und nach draußen. Ein Durchgangsflur, in dem ständig jemand vorbeiläuft, ist ungünstig. Auch direkt neben dem Katzenklo oder dem Futterplatz wird die Tonne ungern angenommen.
Zögert Ihre Katze, helfen ein paar Tricks: eine getragene Decke oder das gewohnte Kissen in die Höhle legen, Katzenminze oder Baldrian auf die Kratzfläche reiben, ein Spielzeug in die Höhle werfen. Wirkt das alles nicht, probieren Sie einen anderen Platz. Drängen oder Hineinsetzen verschreckt die Katze eher.

Sicherheit und Pflege
- Spielzeug an Schnüren. Manche Tonnen haben Bälle oder Bommeln an Bändern. Sitzen sie lose, schneiden Sie sie ab, denn verschluckte Schnüre können den Darm gefährlich verlegen.
- Kleinteile und Klammern. Prüfen Sie, ob Tackerklammern oder Schrauben herausstehen, besonders wenn das Sisal abgekratzt ist.
- Kissen waschen. Etwa alle ein bis zwei Wochen, mit mildem, wenig parfümiertem Waschmittel.
- Innenraum absaugen. Haare und Krümel sammeln sich in der Höhle, der Staubsauger mit Fugendüse hilft.
- Gebraucht kaufen? Eine gebrauchte Tonne riecht nach einer fremden Katze. Manche Katzen stört das nicht, andere meiden sie oder markieren darüber. Gründliches Absaugen und Waschen der Bezüge hilft, eine Garantie ist es nicht.
Selbst gebaut
Ein großes, stabiles Papprohr, wie es im Betonbau als Schalungsrohr verwendet wird, oder ein runder Blumenkübel aus Holz ergibt die Grundform. Außen mit Sisalseil umwickeln und mit lösungsmittelfreiem Holzleim fixieren, ein Einstiegsloch aussägen und die Kanten mit Filz oder Stoff einfassen, oben ein Brett mit Kissen auflegen und verschrauben. Wichtig ist eine schwere, breite Bodenplatte, damit die Tonne nicht umkippt.
Unsere Empfehlung
Eine Kratztonne ist eine gute Wahl, wenn wenig Platz da ist und Ihre Katze gern in Höhlen schläft. Wählen Sie ein standfestes, eher schweres Modell mit großer Sisalfläche, Einstiegslöchern, die zur Größe Ihrer Katze passen, und waschbaren Kissen. Stellen Sie sie an einen ruhigen Platz mit Überblick. Klettert Ihre Katze gern, kombinieren Sie die Tonne mit einem Kratzbaum oder einem Wandkratzbaum, denn die Tonne allein bietet wenig Höhe.
Häufige Fragen
Kratztonne oder Katzentonne – ist das dasselbe?
Ja. Beide Begriffe meinen dasselbe Möbel, ein röhrenförmiges Kratzmöbel mit Höhle und Liegefläche. Manche Händler sprechen auch von Kratzröhre oder Spieltonne.
Passt eine Kratztonne auch für große Katzen?
Nur, wenn sie ausdrücklich dafür gebaut ist. Viele Standardtonnen haben Einstiegslöcher und Innenräume, die für eine Maine Coon oder Norwegische Waldkatze zu eng sind. Achten Sie auf die Maße der Öffnungen und auf ein hohes Eigengewicht der Tonne.
Wie oft muss ich die Kratzfläche erneuern?
Das hängt von Katze und Material ab. Sisal hält meist ein bis mehrere Jahre. Solange die Fläche noch Struktur hat, ist sie für die Katze sogar attraktiver als eine neue, weil sie ihren Geruch trägt. Ist das Sisal bis auf den Untergrund durchgekratzt, lässt es sich bei vielen Tonnen neu wickeln.
Meine Katze liegt nur oben, nie in der Höhle – ist das schlimm?
Nein. Viele Katzen bevorzugen den Aussichtsplatz, andere die Höhle, manche wechseln je nach Stimmung. Die Höhle wird oft erst in Stressmomenten wichtig, etwa bei Besuch oder Gewitter. Wichtig ist nur, dass es sie gibt.



