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katzenwelt

Welches Gemüse dürfen Katzen essen?

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Eine rote Katze läuft am Rand eines Gemüsebeets mit jungen Pflänzchen entlang
Im Beet interessiert die Katze eher die Erde als das Gemüse – brauchen tut sie es nicht
Inhalt9 Abschnitte
  1. Brauchen Katzen überhaupt Gemüse?
  2. Warum trotzdem Gemüse im Katzenfutter steckt
  3. Welches Gemüse erlaubt ist und welches nicht
  4. Giftiges Gemüse: Diese Sorten gehören nie in den Napf
  5. So bereiten Sie Gemüse für Katzen zu
  6. Wie viel Gemüse ist in Ordnung?
  7. Gemüsebrühe, Gemüsesuppe und Gemüseflocken
  8. Wenn die Katze am Gemüse knabbert
  9. Häufige Fragen

Katzen dürfen einige Gemüsesorten essen, sie brauchen aber keine. Gurke, Karotte, Zucchini, Kürbis, Brokkoli und Blumenkohl sind in kleinen Mengen unbedenklich, am besten gegart, klein geschnitten und ohne Salz oder Gewürze. Zwiebeln, Knoblauch und Lauch sind dagegen giftig, ebenso rohe oder grün gewordene Kartoffeln. Gemüse bleibt bei Katzen immer eine Beigabe, nie ein Ersatz für Fleisch.

Brauchen Katzen überhaupt Gemüse?

Nein. Katzen sind obligate Fleischfresser: Ihr Körper ist darauf eingestellt, Eiweiß und Fett aus Beutetieren zu verwerten. Nährstoffe, die sie unbedingt brauchen, stecken vor allem in tierischem Gewebe – Taurin, Arachidonsäure und fertiges Vitamin A. Pflanzen liefern davon nichts oder nur Vorstufen, mit denen eine Katze nichts anfangen kann. Nach dem MSD Veterinary Manual fehlt Katzen etwa das Enzym, das Beta-Carotin aus Karotten in Vitamin A umwandelt. Mehr dazu unter Nährstoffbedarf der Katze.

Einen festen Bedarf an Kohlenhydraten haben Katzen nach dem Standardwerk des National Research Council (NRC, 2006) nicht. Den Blutzucker stellt ihre Leber selbst aus Eiweiß her. Gemüse ist für eine gesunde Katze also Abwechslung, keine Notwendigkeit. Wer ein vollwertiges Alleinfuttermittel füttert, muss nichts ergänzen.

Das oft gehörte Argument, Katzen fräßen in der Natur ja auch den Mageninhalt ihrer Beute mit, trägt nicht weit: Eine Maus hat einen winzigen Magen, und was darin steckt, sind meist Samen und Körner, keine Gemüsebeilage.

Warum trotzdem Gemüse im Katzenfutter steckt

Auf vielen Etiketten stehen Karotten, Erbsen oder Kürbis. Dafür gibt es zwei Gründe. Pflanzliche Zutaten liefern Ballaststoffe, die den Kot formen und die Darmtätigkeit anregen können. Und sie strecken das Futter – Gemüse ist billiger als Fleisch. Solange ein Futter als Alleinfuttermittel ausgewiesen ist und Fleisch den Hauptteil stellt, schadet ein kleiner Gemüseanteil nicht. Ist Gemüse dagegen eine der ersten Zutaten, lohnt ein genauerer Blick. Wie Sie das Etikett deuten, steht unter Katzenfutter-Etikett lesen.

Wer seine Katze barft, gibt häufig einen kleinen Gemüse- oder Obstanteil dazu, vor allem als Ballaststoff. Auch hier gilt: Er ist nicht zwingend, und die Ration muss insgesamt berechnet sein. Mehr unter BARF für Katzen.

Welches Gemüse erlaubt ist und welches nicht

Die Tierschutzorganisation ASPCA, die in den USA eine Giftnotrufzentrale für Tiere betreibt, zählt unter anderem Karotten, Brokkoli und Blumenkohl zu den Lebensmitteln, die Haustiere in kleinen Mengen, ungewürzt und richtig zubereitet bekommen dürfen. Die folgende Übersicht fasst die häufigsten Sorten zusammen:

GemüseErlaubt?Worauf achten
Gurkeja, wenigroh möglich, geschält, keine Gewürzgurken
Karotteja, weniggekocht oder fein gerieben, kein Vitamin-A-Ersatz
Zucchini, Kürbisja, weniggegart, ohne Schale und Kerne; bittere Zucchini nie verfüttern
Brokkoli, Blumenkohlja, weniggegart, kleine Röschen; kann blähen
Erbsen, grüne Bohnennur gekochtHülsenfrüchte nie roh
Spinat, Mangoldseltenviel Oxalat, nicht bei Harnsteinneigung
Kartoffelnur gekochtroh, grün oder gekeimt giftig (Solanin)
Tomatereif, sehr weniggrüne Früchte, Stängel und Blätter giftig
Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Schnittlauchneinschädigen die roten Blutkörperchen
RhabarberneinOxalsäure, vor allem in den Blättern
AvocadoneinMagen-Darm-Beschwerden, fettreich

Für Lebensmittel, die hier fehlen, hilft das Lebensmittel-Lexikon A–Z.

Giftiges Gemüse: Diese Sorten gehören nie in den Napf

Am gefährlichsten sind die Lauchgewächse. Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schalotten und Schnittlauch enthalten Schwefelverbindungen, die die roten Blutkörperchen angreifen. Die ASPCA schreibt, dass Katzen dafür empfindlicher sind als Hunde. Das gilt roh, gekocht, getrocknet und als Pulver – also auch für Brühe, Soßen, Babybrei und Fertiggerichte. Die Blutarmut zeigt sich oft erst nach einigen Tagen durch Schwäche, blasse Schleimhäute und schnelle Atmung. Ausführlich unter Zwiebeln und Knoblauch.

Kartoffeln und Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen. Grüne Stellen, Keime und Schale der Kartoffel sowie grüne Tomaten, Blätter und Stängel enthalten Solanin. Die ASPCA nennt als Anzeichen starkes Speicheln, Erbrechen und Durchfall, Benommenheit, Schwäche und erweiterte Pupillen. Rhabarber enthält viel Oxalsäure, Avocado kann Erbrechen und Durchfall auslösen. Rohe Hülsenfrüchte wie Bohnen enthalten Stoffe, die erst beim Kochen zerstört werden. Wildpilze sind tabu. Eine Gesamtliste finden Sie unter Giftige Lebensmittel für Katzen.

So bereiten Sie Gemüse für Katzen zu

  1. Garen. Dünsten oder kochen Sie das Gemüse weich. Katzen haben einen kurzen Darm und können rohe Pflanzenfasern schlecht aufschließen. Ausnahmen sind wasserreiche Sorten wie Gurke.
  2. Ohne alles. Kein Salz, keine Butter, keine Brühe, keine Gewürze. Gemüse aus dem Familientopf ist fast immer gesalzen und oft mit Zwiebeln gekocht.
  3. Klein schneiden oder pürieren. Harte Stücke kann eine Katze verschlucken. Püriertes lässt sich unter das Nassfutter mischen.
  4. Schälen und entkernen. Kerne, harte Schalen und Strünke weglassen.
  5. Wenig. Ein Teelöffel ist für eine durchschnittliche Katze eine gute Portion. Neues probieren Sie einzeln, damit Sie bei Durchfall wissen, woran es lag.

Wie viel Gemüse ist in Ordnung?

Eine offizielle Höchstmenge gibt es nicht. Als tierärztliche Faustregel gilt, dass alle Extras zusammen – Leckerlis, Käsewürfel, Gemüse – höchstens etwa zehn Prozent der Tagesenergie liefern sollten. Gemüse hat zwar wenig Kalorien, aber es verdrängt im Magen Platz, der für vollwertiges Futter gedacht ist. Ein bis zwei Teelöffel am Tag sind für eine gesunde erwachsene Katze reichlich. Wie viel Futter Ihre Katze insgesamt braucht, zeigt der Futterrechner.

Bei Übergewicht wird manchmal geraten, Futter mit Gemüse zu strecken. Das kann ein Baustein sein, ersetzt aber keinen Diätplan: Die Katze braucht trotz weniger Kalorien genug Eiweiß, damit sie Fett und nicht Muskeln abbaut. Wie das gelingt, steht unter Übergewicht bei Katzen. Bei Verstopfung empfehlen Tierärzte manchmal gegarten, ungewürzten Kürbis als Ballaststoffquelle – klären Sie das vorher ab, denn hinter Verstopfung kann auch eine Erkrankung stecken.

Gemüsebrühe, Gemüsesuppe und Gemüseflocken

Gemüsebrühe und Suppen aus der Küche sind für Katzen ungeeignet: Sie enthalten viel Salz, fast immer Zwiebeln oder Knoblauch und oft Hefeextrakt oder Würzmittel. Wenn Sie Ihrer Katze mehr Flüssigkeit geben möchten, kochen Sie ein Stück Hähnchen in ungesalzenem Wasser und nehmen Sie diesen Sud – oder bieten Sie mehr Nassfutter an. Mehr unter Was dürfen Katzen trinken?.

Getrocknete Gemüseflocken werden als Beimischung zum Barfen verkauft. Sie sind bequem, aber nicht nötig. Achten Sie darauf, dass keine Zwiebeln, kein Knoblauch und kein Salz enthalten sind, und weichen Sie sie vorher ein.

Wenn die Katze am Gemüse knabbert

Manche Katzen stürzen sich auf Salat oder Gurke, andere rühren nichts Grünes an. Beides ist normal. Knabbert eine Katze auffällig oft an Pflanzen, fehlt ihr meist nichts Bestimmtes – viele Katzen kauen gern auf Halmen herum und würgen danach Haare mit hoch. Dafür eignet sich Katzengras besser als Gemüse. Zimmerpflanzen sollten Sie trotzdem prüfen, denn viele sind giftig; eine Liste finden Sie unter Giftige Pflanzen für Katzen.

Die Empfehlung lautet: Gemüse darf Ihre Katze gelegentlich probieren, wenn sie Interesse zeigt – gegart, ungewürzt und in Teelöffelmengen. Nötig ist es nicht. Zwiebelgewächse, rohe oder grüne Kartoffeln, grüne Tomaten und Rhabarber gehören nie in ihre Nähe, auch nicht als Rest aus der Pfanne.

Häufige Fragen

Darf meine Katze rohes Gemüse essen?

Gurke und ein wenig Salat sind roh in Ordnung. Die meisten anderen Sorten sind gegart besser verträglich, weil Katzen rohe Pflanzenfasern kaum aufschließen können. Kartoffeln und Hülsenfrüchte dürfen nie roh gefüttert werden.

Warum steht in getreidefreiem Futter so viel Gemüse?

Auch getreidefreies Futter braucht oft pflanzliche Bestandteile, etwa als Bindemittel oder Ballaststoff. Dann ersetzen Kartoffeln, Erbsen oder Linsen das Getreide. Gesünder ist das nicht automatisch. Mehr dazu unter Katzenfutter ohne Getreide.

Kann eine Katze vegetarisch mit viel Gemüse leben?

Nein. Katzen brauchen tierische Nährstoffe wie Taurin und fertiges Vitamin A, die Gemüse nicht liefert. Ein Taurinmangel kann zu einer Herzmuskelerkrankung und zu Netzhautschäden führen. Ausführlich unter Vegetarisch oder vegan für Katzen?.

Meine Katze hat Zwiebeln oder Knoblauch gefressen – was tun?

Rufen Sie sofort die Tierarztpraxis an, auch wenn Ihre Katze noch munter wirkt, denn die Schäden am Blut zeigen sich oft erst nach Tagen. Lösen Sie kein Erbrechen aus und geben Sie keine Hausmittel. Nehmen Sie, wenn möglich, die Verpackung oder das Rezept mit, damit sich die Menge abschätzen lässt.