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katzenwelt

Übergewicht bei Katzen: So nimmt Ihre Katze gesund ab

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Rundliche getigerte Katze liegt auf dem Rücken und zeigt ihren Bauch
Ein runder Bauch ist bei Katzen häufig, gesund ist er nicht
Inhalt10 Abschnitte
  1. Ist meine Katze zu dick?
  2. Warum Übergewicht mehr ist als ein Schönheitsfehler
  3. Erst zum Tierarzt, dann auf Diät
  4. Wie schnell darf eine Katze abnehmen?
  5. Das richtige Futter zum Abnehmen
  6. So setzen Sie die Diät im Alltag um
  7. Bewegung: Jagen statt Joggen
  8. Abnehmen im Mehrkatzenhaushalt und bei Freigängern
  9. Nach der Diät: das Gewicht halten
  10. Häufige Fragen

Eine übergewichtige Katze nimmt am besten langsam ab: mit einer genau abgewogenen, etwas kleineren Futtermenge, möglichst ohne Extras und mit mehr Bewegung. Als sicheres Tempo gelten nach den Leitlinien der amerikanischen Tierklinikvereinigung AAHA etwa 0,5 bis 2 Prozent des Körpergewichts pro Woche. Radikaldiäten und Fastentage sind für Katzen gefährlich, weil sie eine Leberverfettung auslösen können. Planen Sie deshalb mit Monaten, nicht mit Wochen.

Ist meine Katze zu dick?

Die Waage allein sagt wenig, denn eine große Katze darf mehr wiegen als eine zierliche. Tierärzte beurteilen deshalb den Körperzustand, meist auf einer Skala von 1 bis 9 der Weltvereinigung der Kleintierärzte (WSAVA). Der Idealwert liegt bei 5, jeder Punkt darüber entspricht grob 10 Prozent Übergewicht. Einen ersten Eindruck bekommen Sie selbst:

  • Rippen: Sie sollten sich mit leichtem Druck gut ertasten lassen, ohne dass sie sichtbar hervorstehen. Spüren Sie sie erst mit kräftigem Drücken, ist die Katze zu dick.
  • Taille: Von oben gesehen ist hinter den Rippen eine leichte Einbuchtung zu erkennen.
  • Bauch: Ein kleiner, lockerer Hautlappen am Unterbauch ist normal, ein praller, hängender Fettbauch nicht.

Übergewicht ist das häufigste Ernährungsproblem bei Katzen. Besonders gefährdet sind kastrierte Wohnungskatzen, denn nach der Kastration sinkt der Energiebedarf, während der Appetit oft steigt – mehr dazu unter Katze nach der Kastration füttern.

Warum Übergewicht mehr ist als ein Schönheitsfehler

Überzählige Pfunde belasten nicht nur die Gelenke. Übergewichtige Katzen erkranken deutlich häufiger an Diabetes, leiden öfter an Arthrose und Blasenentzündungen und können sich an Rücken und Hinterteil schlechter putzen. Das Narkoserisiko steigt, und eine Leberverfettung trifft vor allem dicke Katzen, wenn sie einmal ein paar Tage nicht fressen. Katzen, die schlank bleiben, leben im Durchschnitt länger und beschwerdefreier.

Erst zum Tierarzt, dann auf Diät

Bevor Sie die Futtermenge verringern, sollte der Tierarzt die Katze untersuchen. Er bestimmt Gewicht und Körperzustand, legt ein realistisches Zielgewicht fest und berechnet, wie viele Kalorien die Katze am Tag bekommen soll. Außerdem prüft er, ob eine Erkrankung dahintersteckt oder die Diät erschwert, etwa Arthrose, die Bewegung schmerzhaft macht, oder ein beginnender Diabetes, bei dem sich der Insulinbedarf mit dem Futter ändert. Bei einer zuckerkranken Katze darf die Ration nie eigenmächtig umgestellt werden; Einzelheiten stehen unter Ernährung bei Diabetes der Katze.

Ein guter Plan hat drei Zahlen: das Zielgewicht, die tägliche Kalorienmenge und das Datum der nächsten Wiegekontrolle. Einen ersten Anhaltspunkt für die Menge liefert unser Futterrechner; die genaue Menge für eine Diät legt der Tierarzt fest.

Wie schnell darf eine Katze abnehmen?

Langsam. Die AAHA nennt für Katzen 0,5 bis 2 Prozent des Körpergewichts pro Woche. Für eine Katze mit 6 kg sind das höchstens rund 30 bis 120 Gramm pro Woche. Muss sie 1 kg verlieren, dauert das also eher vier bis acht Monate, bei 2 kg entsprechend länger.

Schneller ist nicht besser. Hungert eine Katze oder bekommt sie plötzlich viel zu wenig, mobilisiert ihr Körper große Mengen Fett, mit denen die Leber nicht fertig wird. Diese hepatische Lipidose ist nach dem MSD Veterinary Manual die häufigste erworbene Lebererkrankung der Katze und kann tödlich enden. Deshalb gilt: Frisst Ihre Katze länger als 24 Stunden gar nichts, gehört sie in die Tierarztpraxis – auch mitten in einer Diät.

Das richtige Futter zum Abnehmen

Grundsätzlich kann eine Katze auch mit ihrem bisherigen Futter abnehmen, wenn die Menge stimmt. Allerdings bekommt sie dann auch weniger Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Bei stärkerem Übergewicht empfehlen Tierärzte deshalb ein Diätfuttermittel „zur Verringerung von Übergewicht“, das die EU-Verordnung 2020/354 als besonderen Ernährungszweck kennt. Solche Futter liefern weniger Kalorien, aber genug Nährstoffe und meist viel Eiweiß, damit die Katze Fett verliert und keine Muskeln.

Ein paar Faustregeln für die Auswahl:

  • Nassfutter hilft oft. Es enthält rund drei Viertel Wasser, füllt den Magen bei weniger Kalorien, und die Portion sieht größer aus. Die Vor- und Nachteile beider Sorten stehen unter Nassfutter oder Trockenfutter.
  • „Light“ ist kein Diätfutter. Futter mit dem Hinweis „leicht“ ist meist nur etwas kalorienärmer als die normale Sorte desselben Herstellers. Wer davon mehr füttert, spart nichts.
  • Ballaststoffe sättigen. Diätfutter enthalten oft Zellulose oder andere Ballaststoffe. Flohsamenschalen oder Futterzellulose auf eigene Faust unterzumischen, verschiebt aber die Nährstoffbilanz; fragen Sie vorher in der Praxis.
  • Umstellung langsam. Mischen Sie das neue Futter über etwa eine Woche schrittweise unter, siehe Katzenfutter umstellen.

So setzen Sie die Diät im Alltag um

  1. Abwiegen statt schätzen. Wiegen Sie die Tagesration morgens mit einer Küchenwaage ab. Ein Messbecher ist bei Trockenfutter erstaunlich ungenau.
  2. Mehrere kleine Mahlzeiten. Verteilen Sie die Ration auf vier bis sechs Portionen. Das entspricht dem natürlichen Fressverhalten und dämpft das Betteln.
  3. Leckerlis einrechnen. Leckerlis sollten höchstens etwa 10 Prozent der Tageskalorien ausmachen; während einer Diät nehmen Sie sie am besten aus der Tagesration.
  4. Keine Tischreste. Käse, Wurst oder Sahne liefern auf wenigen Gramm viele Kalorien. Was erlaubt ist, verrät das Lebensmittel-Lexikon.
  5. Alle ins Boot holen. Wenn jeder im Haushalt „nur ein bisschen“ füttert, scheitert jede Diät. Legen Sie fest, wer füttert.
  6. Regelmäßig wiegen. Wiegen Sie die Katze alle ein bis zwei Wochen zur gleichen Tageszeit und notieren Sie das Gewicht. Viele Praxen bieten kostenlose Wiegetermine an.

Stagniert das Gewicht über drei bis vier Wochen, wird die Menge in Absprache mit dem Tierarzt angepasst, meist in kleinen Schritten. Nimmt die Katze schneller ab als geplant, wirkt sie matt oder frisst schlecht, erhöhen Sie die Menge wieder und rufen Sie in der Praxis an.

Bewegung: Jagen statt Joggen

Katzen joggen nicht, sie jagen in kurzen Sprints. Zwei bis drei Spieleinheiten von fünf bis zehn Minuten am Tag mit einer Federangel oder einem Stoffmäuschen sind ein guter Anfang. Beenden Sie jedes Spiel mit einem „Fang“, damit die Katze zufrieden ist.

Futter lässt sich ebenfalls in Bewegung verwandeln. Verstecken Sie einen Teil der Tagesration in der Wohnung, legen Sie Trockenfutter in ein Fummelbrett oder einen Futterball. Die Katze arbeitet für ihr Futter, frisst langsamer und ist beschäftigt. Stellen Sie die Futterstelle erhöht auf, sodass die Katze klettern muss – bei älteren Katzen mit Gelenkproblemen aber nur so hoch, dass sie bequem hinkommt.

Abnehmen im Mehrkatzenhaushalt und bei Freigängern

Schwierig wird es, wenn eine schlanke und eine dicke Katze zusammenleben. Dann hilft es, getrennt zu füttern: in verschiedenen Räumen, zu festen Zeiten, mit Einsammeln der Näpfe nach etwa einer halben Stunde. Ein Futterautomat mit Chiperkennung öffnet nur für die Katze, deren Chip er kennt. Freigänger holen sich manchmal Futter bei Nachbarn; ein freundliches Gespräch oder ein Zettel am Halsband mit „Bitte nicht füttern, ich bin auf Diät“ kann Wunder wirken.

Nach der Diät: das Gewicht halten

Ist das Zielgewicht erreicht, steigt die Futtermenge wieder etwas an, aber nicht auf die alte Menge. Die alte Menge hat die Katze ja dick gemacht. Wiegen Sie weiter einmal im Monat. Die beste Empfehlung ist, gar nicht erst zuzulassen, dass eine Katze Übergewicht ansetzt: Menge abwiegen, Leckerlis einrechnen und das Gewicht regelmäßig kontrollieren, besonders im ersten Jahr nach der Kastration.

Häufige Fragen

Kann eine Katze ohne Diätfutter abnehmen?

Ja, bei leichtem Übergewicht genügt es oft, die Menge des gewohnten, hochwertigen Alleinfutters genau abzuwiegen und Leckerlis zu streichen. Bei deutlichem Übergewicht wird die Menge aber so klein, dass Nährstoffe knapp werden können. Dann ist ein Diätfuttermittel sinnvoller.

Meine Katze nimmt trotz Diät nicht ab – woran liegt das?

Meist an versteckten Kalorien: Futter vom Nachbarn, Leckerlis von Mitbewohnern, der Napf der Zweitkatze oder ungenau abgemessenes Trockenfutter. Seltener steckt eine Erkrankung dahinter. Führen Sie zwei Wochen lang ein Futtertagebuch und besprechen Sie es mit dem Tierarzt.

Wie viel Futter bekommt eine Katze zum Abnehmen?

Das hängt vom Zielgewicht, vom Futter und von der Katze ab und lässt sich nicht pauschal sagen. Der Tierarzt berechnet die Kalorienmenge für das Zielgewicht, und die Grammzahl ergibt sich dann aus dem Energiegehalt des Futters auf dem Etikett. Einen Überblick gibt der Beitrag Wie viel Futter braucht eine Katze?

Darf eine ältere Katze abnehmen?

Ja, aber besonders behutsam. Ältere Katzen verlieren leicht Muskeln, und hinter Gewichtsveränderungen stecken im Alter oft Krankheiten. Lassen Sie ältere Katzen vor jeder Diät gründlich untersuchen, und achten Sie darauf, dass sie genug Eiweiß bekommen.