Dürfen Katzen Kartoffeln essen?

Inhalt8 Abschnitte
- Solanin: warum rohe und grüne Kartoffeln giftig sind
- Rohe Kartoffelstärke verträgt der Katzendarm schlecht
- Wie viel gekochte Kartoffel ist in Ordnung?
- So bereiten Sie Kartoffeln für Katzen zu
- Pommes, Chips, Bratkartoffeln und Kartoffelsalat
- Die Kartoffelpflanze im Garten und auf dem Balkon
- Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
- Häufige Fragen
Katzen dürfen gekochte Kartoffeln essen, rohe aber nicht. Eine gekochte, geschälte und ungewürzte Kartoffel ist in kleinen Mengen unbedenklich; gekochte Kartoffeln stecken sogar in manchem Katzenfutter. Rohe Kartoffeln, grüne Stellen, Keime sowie Blätter und Stängel der Pflanze enthalten dagegen Solanin, das Katzen vergiften kann. Pommes, Chips und Kartoffelsalat gehören wegen Salz, Fett und Zwiebeln nicht in den Napf.
| Erlaubt? | nur gekocht, in kleinen Mengen |
| Menge | 1 Teelöffel, nicht täglich |
| Zubereitung | geschält, grüne Stellen und Keime entfernt, weich gekocht, ohne Salz und Butter |
| Achtung | roh, grün oder gekeimt giftig; Kartoffelpflanze giftig; Pommes, Chips, Kartoffelsalat tabu |
Solanin: warum rohe und grüne Kartoffeln giftig sind
Kartoffeln gehören zu den Nachtschattengewächsen. Sie enthalten Glykoalkaloide, vor allem Solanin, mit denen sich die Pflanze gegen Fraßfeinde schützt. Am meisten davon steckt in Blättern, Stängeln und Beeren, in Keimen und „Augen“ sowie in grün gewordenen Stellen der Knolle. Grün werden Kartoffeln, wenn sie im Licht liegen; das Grün selbst ist Chlorophyll, zeigt aber an, dass dort auch mehr Solanin entstanden ist.
Die amerikanische Tierschutzorganisation ASPCA führt Nachtschattengewächse mit Solanin als giftig für Katzen. Als Anzeichen nennt sie starkes Speicheln, Appetitlosigkeit, heftige Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen und Durchfall, Benommenheit, Verwirrtheit, Schwäche, erweiterte Pupillen und einen verlangsamten Herzschlag. Eine Katze wiegt nur einen Bruchteil eines Menschen, deshalb reicht bei ihr eine viel kleinere Menge.
Wichtig: Kochen macht grüne Kartoffeln nicht ungefährlich. Nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind Glykoalkaloide hitzebeständig und gehen beim Kochen nur zu einem kleinen Teil ins Kochwasser über. Das BfR rät deshalb schon für Menschen, grüne und stark keimende Knollen auszusortieren, grüne Stellen und Augen großzügig wegzuschneiden und das Kochwasser nicht weiterzuverwenden. Für Katzen gilt das erst recht.
Rohe Kartoffelstärke verträgt der Katzendarm schlecht
Neben dem Solanin gibt es einen zweiten Grund, Kartoffeln nie roh zu geben: Rohe Stärke ist für Katzen schwer verdaulich. Untersuchungen der Tierernährungsforscherin Ellen Kienzle an der Tierärztlichen Fakultät der LMU München haben gezeigt, dass Katzen gekochte Stärke deutlich besser verdauen als rohe. Unverdaute Stärke gelangt in den Dickdarm, wird dort von Bakterien vergoren und führt zu Blähungen und Durchfall. Gekochte Kartoffeln sind dagegen gut verdaulich – deshalb werden sie in Futtermitteln auch nur gegart eingesetzt.
Wie viel gekochte Kartoffel ist in Ordnung?
Katzen brauchen keine Kartoffeln. Sie sind obligate Fleischfresser und haben nach dem National Research Council (NRC, 2006) keinen festen Bedarf an Kohlenhydraten. Kartoffeln liefern vor allem Stärke, also Energie, aber nichts, was einer Katze fehlen würde. Als tierärztliche Faustregel gilt, dass alle Extras zusammen höchstens etwa zehn Prozent der Tagesenergie liefern sollten. Ein Teelöffel zerdrückte, gekochte Kartoffel einige Male im Monat ist für eine gesunde erwachsene Katze eine vernünftige Obergrenze.
Bei Übergewicht oder Diabetes sollten Kartoffeln ganz wegbleiben, weil sie viel Stärke und damit Energie liefern. Mehr zu Kohlenhydraten im Napf finden Sie unter Dürfen Katzen Reis essen? und Ernährung bei Diabetes der Katze.
So bereiten Sie Kartoffeln für Katzen zu
- Aussortieren. Grüne, weiche oder stark gekeimte Kartoffeln kommen für die Katze nicht in Frage.
- Schälen und ausschneiden. Schale, Augen und jeden grünlichen Rand großzügig entfernen.
- Weich kochen. In ungesalzenem Wasser garen und das Kochwasser weggießen.
- Pur und zerdrückt. Ohne Salz, Butter, Milch oder Gewürze zerdrücken und abkühlen lassen.
- Wenig. Einen Teelöffel unter das gewohnte Futter mischen.
Kartoffelbrei aus der Familienküche ist ungeeignet: Er enthält Salz, Butter, Milch und oft Muskat. Viele erwachsene Katzen vertragen Milchzucker schlecht. Mehr dazu unter Milch und Milchprodukte für Katzen.
Pommes, Chips, Bratkartoffeln und Kartoffelsalat
Diese Kartoffelgerichte sind für Katzen ungeeignet. Pommes und Chips sind salzig und fettig, Bratkartoffeln werden meist mit Zwiebeln und Speck gebraten, Kartoffelsalat enthält Zwiebeln, Essig und Mayonnaise oder Brühe. Zwiebeln schädigen bei Katzen die roten Blutkörperchen, siehe Zwiebeln und Knoblauch. Eine stibitzte Pommes ist kein Notfall, sollte aber nicht zur Gewohnheit werden.
Die Kartoffelpflanze im Garten und auf dem Balkon
Kartoffelkraut, also Blätter, Stängel und die kleinen grünen Beeren, ist giftiger als die Knolle. Freigänger knabbern selten daran, junge und gelangweilte Wohnungskatzen gelegentlich schon. Wer Kartoffeln im Kübel auf dem Balkon zieht, stellt sie besser außer Reichweite. Dasselbe gilt für Tomatenpflanzen. Weitere Pflanzen, die Katzen gefährlich werden können, stehen unter Giftige Pflanzen für Katzen.
Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
Hat Ihre Katze rohe, grüne oder gekeimte Kartoffeln, Kartoffelschalen oder Teile der Pflanze gefressen, rufen Sie die Tierarztpraxis an – auch wenn sie noch unauffällig wirkt. Beschwerden können einige Stunden später einsetzen. Sofort in die Praxis oder Notdienst gehört sie, wenn sie stark speichelt, wiederholt erbricht, taumelt, teilnahmslos wirkt, erweiterte Pupillen hat oder zittert. Lösen Sie kein Erbrechen aus und geben Sie weder Milch noch Salzwasser oder Hausmittel. Nehmen Sie, wenn möglich, einen Rest der Kartoffel oder der Pflanze mit.
Die Empfehlung lautet: Gekochte Kartoffel darf eine seltene Kostprobe sein, roh oder grün hat sie in der Nähe einer Katze nichts zu suchen. Einen Überblick über andere Sorten gibt Welches Gemüse dürfen Katzen essen?.
Häufige Fragen
Warum steht Kartoffel in manchem Katzenfutter?
Gekochte Kartoffel liefert verdauliche Stärke, dient als Bindemittel und ersetzt in getreidefreiem Futter oft das Getreide. In einem Alleinfuttermittel ist das unbedenklich, gesünder als Getreide ist es aber nicht automatisch. Mehr dazu unter Katzenfutter ohne Getreide.
Dürfen Katzen Süßkartoffeln essen?
Die Süßkartoffel ist botanisch mit der Kartoffel nicht verwandt und enthält kein Solanin. Gekocht und ungewürzt ist sie in Teelöffelmengen verträglich. Auch sie liefert vor allem Stärke und Zucker, die eine Katze nicht braucht.
Meine Katze hat an einer rohen Kartoffel geleckt – ist das gefährlich?
Ablecken oder ein winziger Bissen von einer normalen, festen Kartoffel ohne grüne Stellen führt in der Regel nicht zu einer Vergiftung. Beobachten Sie Ihre Katze in den nächsten Stunden. Hat sie ein größeres Stück, Schalen, Keime oder grüne Teile gefressen oder zeigt sie Beschwerden, rufen Sie die Tierarztpraxis an.
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