Zwiebeln und Knoblauch: Warum sie für Katzen giftig sind

Inhalt8 Abschnitte
- Warum Zwiebeln für Katzen giftig sind
- Welche Mengen gefährlich sind
- Wo Zwiebeln und Knoblauch versteckt sind
- Anzeichen einer Zwiebel- oder Knoblauchvergiftung
- Was tun, wenn die Katze Zwiebeln gefressen hat?
- Katze frisst Lauchzwiebel oder Schnittlauch – auch gefährlich?
- Knoblauch gegen Flöhe und Würmer?
- Häufige Fragen
Zwiebeln und Knoblauch sind für Katzen giftig – egal ob roh, gekocht, gebraten, getrocknet oder als Pulver. Sie enthalten Schwefelverbindungen, die die roten Blutkörperchen zerstören und eine Blutarmut auslösen. Katzen reagieren darauf empfindlicher als jedes andere Haustier: Nach dem MSD Veterinary Manual sind Vergiftungen schon nach weniger als einem Teelöffel gekochter Zwiebeln beschrieben.
| Erlaubt? | Nein, in keiner Form |
| Betrifft | Zwiebel, Knoblauch, Lauch (Porree), Frühlingszwiebel, Schalotte, Schnittlauch, Bärlauch |
| Giftige Menge | bei Katzen schon weniger als ein Teelöffel gekochte Zwiebel beschrieben; Knoblauch 3- bis 5-mal stärker |
| Anzeichen | anfangs Erbrechen, nach 3–5 Tagen Schwäche, blasse oder gelbe Schleimhäute, roter Urin |
| Im Notfall | Sofort Tierarzt anrufen, kein Erbrechen auslösen |
Warum Zwiebeln für Katzen giftig sind
Alle Lauchgewächse enthalten Schwefelverbindungen, die beim Schneiden, Kauen und Kochen freigesetzt werden. Im Körper schädigen sie den roten Blutfarbstoff. Es bilden sich sogenannte Heinz-Körperchen – kleine Klumpen aus zerstörtem Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Die Milz sortiert die beschädigten Zellen aus, und die Katze verliert mehr Blutkörperchen, als sie nachbilden kann. Die Folge ist eine hämolytische Anämie: Das Blut transportiert zu wenig Sauerstoff.
Dass Katzen so empfindlich sind, liegt an ihrem Hämoglobin, das leichter oxidiert als das anderer Tiere, und an ihrer begrenzten Fähigkeit, solche Stoffe abzubauen. Hunde vertragen je Kilogramm Körpergewicht deutlich mehr, Menschen sowieso.
Welche Mengen gefährlich sind
Das MSD Veterinary Manual beschreibt Vergiftungen bei Katzen schon nach weniger als einem Teelöffel gekochter Zwiebeln. Knoblauch wirkt drei- bis fünfmal stärker, eine einzelne Zehe ist also ernst zu nehmen. Und die Wirkung summiert sich: Auch kleine Mengen, die über Tage immer wieder im Futter landen – etwa über gewürzte Reste oder Zwiebelpulver –, können eine Blutarmut auslösen. Eine „unbedenkliche“ Menge gibt es deshalb nicht.
Besonders tückisch sind getrocknete Formen: Zwiebel- und Knoblauchpulver, Röstzwiebeln, Zwiebelsuppe aus der Tüte und Würzmischungen enthalten die Wirkstoffe konzentriert. Auch wiederholte kleine Mengen, etwa jeden Tag ein Löffel Soße, können sich über Tage summieren.
Wo Zwiebeln und Knoblauch versteckt sind
Kaum jemand gibt seiner Katze eine rohe Zwiebel. Das Problem sind die Speisen, in denen sie stecken:
- Bratensoße, Gulasch, Hackfleisch, Frikadellen, Bolognese
- Brühe, Brühwürfel, Suppen, Fonds
- Leberwurst, Mett, Salami, Grillwürstchen, Döner
- Pizza, Quiche, Thunfisch- und Fleischsalat, Kräuterquark mit Schnittlauch
- Fertiggerichte und Babygläschen mit Zwiebel in der Zutatenliste
- Knabberzeug mit Zwiebelgeschmack, Röstzwiebeln
Wer seiner kranken Katze etwas Appetitliches kochen oder ihr Babybrei geben möchte, prüft die Zutatenliste. Mehr zu Würzen, die erlaubt sind und welche nicht, lesen Sie unter Kräuter und Gewürze für Katzen.
Anzeichen einer Zwiebel- oder Knoblauchvergiftung
Kurz nach dem Fressen kann die Katze erbrechen, speicheln oder Durchfall haben. Die gefährliche Blutarmut kommt später: Die Schäden an den Blutkörperchen beginnen innerhalb von 24 Stunden, der Zerfall der Zellen zeigt sich meist nach drei bis fünf Tagen. Dann sehen Sie:
- Müdigkeit, Schwäche, die Katze mag nicht springen
- Appetitlosigkeit
- blasses, gelbliches oder bräunliches Zahnfleisch
- schnelle Atmung, Herzrasen, Hecheln schon bei wenig Bewegung
- rötlicher bis brauner Urin
- im schlimmsten Fall Zusammenbruch
Hat die Katze Atemnot oder bricht zusammen, ist das ein Notfall.
Was tun, wenn die Katze Zwiebeln gefressen hat?
- Sofort die Tierarztpraxis anrufen, außerhalb der Sprechzeiten den Notdienst. Wichtig sind die Art (roh, gekocht, Pulver), die Menge, die Uhrzeit und das Gewicht der Katze.
- Kein Erbrechen auslösen. Salzwasser oder Wasserstoffperoxid schaden Katzen. Der Tierarzt kann das Erbrechen mit einem Medikament auslösen, wenn das Fressen kurz zurückliegt.
- Reste und Verpackung mitnehmen. Bei Fertiggerichten zeigt die Zutatenliste, wie viel Zwiebel drin war.
- Kontrollen einplanen. Der Tierarzt gibt je nach Lage Aktivkohle, kontrolliert das Blutbild über mehrere Tage und behandelt die Blutarmut. In schweren Fällen braucht die Katze Sauerstoff oder eine Bluttransfusion.
Die meisten Katzen erholen sich gut, wenn früh gehandelt wird. Der Körper bildet die verlorenen Blutkörperchen nach, sobald kein Gift mehr nachkommt.
Katze frisst Lauchzwiebel oder Schnittlauch – auch gefährlich?
Ja. Frühlingszwiebeln (Lauchzwiebeln), Schnittlauch, Porree und Bärlauch sind nahe Verwandte der Zwiebel und enthalten dieselben Stoffe. Die Giftnotruf-Datenbank der ASPCA führt Schnittlauch ausdrücklich als giftig für Katzen. Ein angeknabberter Halm Schnittlauch ist weniger dramatisch als eine Portion Zwiebelsoße, gehört aber trotzdem telefonisch mit dem Tierarzt besprochen. Kräutertöpfe mit Schnittlauch oder Bärlauch stellen Sie besser außer Reichweite. Auch Zierlauch im Garten zählt dazu – weitere Pflanzen finden Sie unter Giftige Pflanzen für Katzen.
Knoblauch gegen Flöhe und Würmer?
Im Internet wird Knoblauch immer wieder als natürliches Mittel gegen Flöhe, Zecken und Würmer empfohlen. Eine Wirkung ist nicht belegt – die Blutarmut dagegen schon. Geben Sie Ihrer Katze keinen Knoblauch, auch nicht als Pulver oder in Ergänzungsfuttern, die ihn „in kleinen Mengen“ enthalten. Was gegen Flöhe wirklich hilft, lesen Sie unter Flohmittel für Katzen.
Die Empfehlung: Kochen Sie für Ihre Katze immer ohne Zwiebeln und Knoblauch und geben Sie ihr nichts vom Teller, dessen Zutaten Sie nicht kennen. Eine Übersicht über weitere gefährliche Lebensmittel finden Sie unter Giftige Lebensmittel für Katzen.
Häufige Fragen
Meine Katze hat an der Bratensoße geleckt – was jetzt?
Ein kurzes Lecken bringt meist nur wenig Zwiebel in die Katze. Rufen Sie trotzdem die Tierarztpraxis an und schildern Sie, wie viel es ungefähr war. Beobachten Sie die Katze in den nächsten fünf Tagen auf Müdigkeit, blasses Zahnfleisch und roten Urin und geben Sie ihr künftig keine Soßenreste mehr.
Sind gekochte Zwiebeln weniger giftig als rohe?
Nein. Kochen, Braten und Trocknen zerstören die schädlichen Stoffe nicht. Gekochte Zwiebeln sind sogar besonders heikel, weil sie in Soßen und Brühen unsichtbar werden.
Ist Knoblauch schlimmer als Zwiebel?
Ja, je Gramm wirkt Knoblauch nach dem MSD Veterinary Manual drei- bis fünfmal stärker als Zwiebel. Weil Knoblauch aber meist in kleineren Mengen verwendet wird, sind Zwiebeln in der Praxis ähnlich häufig die Ursache.
Darf meine Katze Katzenfutter mit Knoblauch bekommen?
Manche Ergänzungsfutter oder Leckerlis werben mit Knoblauch. Da Katzen besonders empfindlich sind und kein Nutzen belegt ist, sollten Sie darauf verzichten. Ein gutes Alleinfuttermittel braucht keinen Knoblauch.



