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katzenwelt

Welches Obst dürfen Katzen essen?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Ein rotgetigertes Kätzchen schaut aus einem Korb auf eine Obstschale mit Bananen und Orangen
Banane in kleinen Stücken ist erlaubt, Orangen und andere Zitrusfrüchte lieber nicht
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Katzen kein Obst brauchen
  2. Welches Obst erlaubt ist
  3. Kerne und Steine: die unterschätzte Gefahr
  4. Was nicht in den Napf gehört
  5. Wie viel Obst ist in Ordnung?
  6. Für welche Katzen Obst tabu ist
  7. Obst gegen Verstopfung?
  8. Wenn die Katze etwas Falsches erwischt hat
  9. Häufige Fragen

Katzen dürfen einige Obstsorten in sehr kleinen Mengen essen, brauchen aber überhaupt kein Obst. Ein Würfel Apfel ohne Kerngehäuse, eine Heidelbeere oder ein Stückchen Banane schadet einer gesunden Katze nicht. Gefährlich sind Trauben und Rosinen, Zitrusfrüchte sowie die Kerne und Steine vieler Früchte, aus denen im Körper Blausäure entstehen kann.

Warum Katzen kein Obst brauchen

Katzen sind obligate Fleischfresser. Alles, was sie zum Leben brauchen – Eiweiß, Taurin, Arachidonsäure, vorgebildetes Vitamin A –, steckt in tierischem Gewebe. Vitamin C bilden Katzen in ihrer Leber selbst, sie müssen es anders als Menschen nicht mit der Nahrung aufnehmen. Obst liefert der Katze also nichts, was ein gutes Alleinfuttermittel nicht schon enthält, dafür aber Zucker, den sie nicht benötigt.

Hinzu kommt: Katzen schmecken nicht süß. Forschende des Monell Chemical Senses Center haben 2005 gezeigt, dass bei Hauskatzen, Tigern und Geparden eines der beiden Gene für den Süß-Rezeptor stillgelegt ist. Wenn eine Katze trotzdem an einer Banane knabbert, reizen sie Geruch, Konsistenz oder schlicht die Tatsache, dass Sie gerade etwas essen – nicht die Süße.

Welches Obst erlaubt ist

ObstErlaubt?Worauf achten
Apfel, Birnein kleinen MengenKerngehäuse, Kerne und Stiel entfernen
Bananein kleinen Mengenohne Schale, sehr zuckerreich
Erdbeere, Himbeerein kleinen Mengenwaschen, Grün entfernen, klein schneiden
Heidelbeerein kleinen Mengenwaschen, bei kleinen Katzen halbieren
Wassermelone, Honigmelonein kleinen Mengenohne Kerne und Schale
Mango, Pfirsich, AprikoseFruchtfleisch in kleinen MengenStein unbedingt entfernen
Trauben und Rosinenneinbeim Hund nierenschädigend, bei Katzen unklar
Zitrusfrüchteneinätherische Öle, Psoralene
Avocado, RhabarberneinPersin bzw. Oxalsäure

Kerne und Steine: die unterschätzte Gefahr

Die Kerne von Äpfeln und Birnen, die Steine von Kirschen, Pflaumen, Pfirsichen und Aprikosen sowie Stiele und Blätter dieser Pflanzen enthalten cyanogene Glykoside wie Amygdalin. Werden sie zerkaut, entsteht daraus Blausäure (Cyanid). Die ASPCA führt Apfel- und Kirschbäume deshalb als giftig für Katzen und nennt als Anzeichen einer Vergiftung ziegelrote Schleimhäute, erweiterte Pupillen, Atemnot, Hecheln und Schock. Ein einzelner verschluckter Apfelkern führt kaum zu einer Vergiftung, eine unbedenkliche Menge gibt es aber nicht.

Ganze Steine sind zudem ein mechanisches Risiko: Ein Kirsch- oder Pflaumenkern kann im Darm stecken bleiben und einen Darmverschluss verursachen. Schneiden Sie Obst für die Katze deshalb immer selbst und entfernen Sie alles außer dem Fruchtfleisch.

Was nicht in den Napf gehört

  • Trauben und Rosinen: Beim Hund können schon kleine Mengen ein akutes Nierenversagen auslösen. Bei Katzen ist die Datenlage dünn, es gibt aber Berichte über Nierenschäden. Vorsichtshalber gar nicht füttern. Mehr unter Trauben und Rosinen.
  • Zitrusfrüchte: Orangen, Zitronen, Mandarinen und Grapefruit enthalten ätherische Öle und Psoralene, besonders in der Schale. Die ASPCA nennt Erbrechen, Durchfall und Mattigkeit. Die meisten Katzen meiden den Geruch ohnehin.
  • Avocado: enthält Persin, dazu viel Fett und einen großen Kern. Mehr unter Dürfen Katzen Avocado essen?
  • Rhabarber: Blätter und Stängel enthalten lösliche Oxalate.
  • Trockenobst, Kompott, Marmelade, Saft und Obstkuchen: konzentrierter Zucker, oft Rosinen, manchmal Alkohol oder Süßstoffe.
  • Fallobst: gärende Früchte können Alkohol bilden und sind oft verschimmelt.

Wie viel Obst ist in Ordnung?

Die tierärztliche Faustregel lautet: Alle Leckerlis zusammen höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Energie. Bei Obst bleibt man weit darunter, weil es der Katze nichts bringt. Als Richtwert genügen ein bis zwei erbsengroße bis würfelzuckergroße Stücke, und das nicht täglich. Bieten Sie eine neue Sorte zum ersten Mal nur in einem winzigen Stück an und beobachten Sie, ob Ihre Katze sie verträgt.

Bereiten Sie Obst so vor:

  1. Waschen. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Keime abspülen.
  2. Schälen und entkernen. Schale, Kerne, Steine, Stiele und Blätter entfernen.
  3. Klein schneiden. Stücke, die die Katze nicht im Ganzen herunterschlingen kann.
  4. Pur anbieten. Kein Zucker, keine Sahne, kein Joghurt mit Zusätzen.

Für welche Katzen Obst tabu ist

Katzen mit Diabetes sollten gar kein Obst bekommen, denn jeder Zucker erschwert die Einstellung des Blutzuckers. Auch übergewichtige Katzen brauchen keine zusätzlichen Kalorien aus Früchten. Die Leber der Katze ist auf eine eiweißreiche, kohlenhydratarme Kost eingestellt und verarbeitet größere Zuckermengen schlechter als die eines Allesfressers. Bei Nieren- oder Harnsteindiäten gilt wie immer: keine Zusätze ohne Rücksprache mit dem Tierarzt.

Obst gegen Verstopfung?

Viele Menschen suchen nach Obst für Katzen, weil ihre Katze verstopft ist. Obst ist dafür kein geeignetes Mittel: Die Mengen, die eine Katze verträgt, sind zu klein, um die Verdauung spürbar zu beeinflussen, und größere Mengen verursachen eher Durchfall. Setzt Ihre Katze zwei bis drei Tage keinen Kot ab, presst erfolglos oder erbricht zusätzlich, gehört sie in die Tierarztpraxis. Ganz wichtig: Eine Katze, die im Katzenklo presst, ist oft nicht verstopft, sondern kann keinen Urin absetzen. Das ist besonders bei Katern ein lebensbedrohlicher Notfall – dann sofort zum Tierarzt.

Wenn die Katze etwas Falsches erwischt hat

Hat Ihre Katze Trauben, Rosinen, Kerne oder Steine gefressen, rufen Sie Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an und nennen Sie, was und wie viel sie gefressen hat. Lösen Sie kein Erbrechen aus, und geben Sie keine Hausmittel wie Salzwasser. Sofort in die Praxis sollten Sie bei Atemnot, auffallend roten oder blassen Schleimhäuten, Krämpfen, wiederholtem Erbrechen oder wenn Ihre Katze nach einem verschluckten Stein würgt und nicht mehr frisst. Eine Liste weiterer gefährlicher Lebensmittel finden Sie unter Giftige Lebensmittel für Katzen.

Unsere Empfehlung: Obst ist für Katzen ein harmloser Spaß, wenn es entkernt, klein geschnitten und selten angeboten wird. Nötig ist es nie. Wer seiner Katze wirklich etwas Gutes tun will, investiert in hochwertiges Futter und in gemeinsame Spielzeit. Alle Lebensmittel von A bis Z stehen im Lebensmittel-Lexikon, Gemüse im Beitrag Welches Gemüse dürfen Katzen essen?.

Häufige Fragen

Warum frisst meine Katze Obst, wenn sie nicht süß schmecken kann?

Katzen sind neugierig und probieren, was ihre Menschen essen. Manche mögen die Konsistenz, etwa weiche Banane oder saftige Melone, andere reagieren auf den Geruch. Mit Süße hat das nichts zu tun.

Brauchen Katzen Vitamine aus Obst?

Nein. Ein Alleinfuttermittel enthält alle Vitamine, die eine Katze braucht, und Vitamin C bildet sie selbst. Zusätzliche Vitamine aus Obst oder Nahrungsergänzung sind bei einer gesunden Katze nicht nötig.

Ist Obst in Katzenfutter schädlich?

Kleine Mengen Obst oder Beeren in einem Katzenfutter schaden nicht, bringen aber meist wenig mehr als einen gut klingenden Namen auf der Packung. Entscheidend ist, dass es ein Alleinfuttermittel mit hohem Fleischanteil ist.

Darf meine Katze an Obstbäumen im Garten knabbern?

Blätter, Rinde und Stiele von Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäumen enthalten cyanogene Glykoside, besonders welkes Laub. Gelegentliches Beschnuppern ist unproblematisch; frisst Ihre Katze regelmäßig Blätter, bieten Sie ihr stattdessen Katzengras an.