Dürfen Katzen Äpfel essen?

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Katzen dürfen Äpfel essen, aber nur das Fruchtfleisch – ohne Kerne, Kerngehäuse, Stiel und Schale am besten gleich mit ab. Ein bis zwei kleine Würfel Apfel ab und zu sind für eine gesunde erwachsene Katze unbedenklich. Die Kerne dagegen enthalten Stoffe, aus denen beim Zerkauen Blausäure entsteht. Die ASPCA führt den Apfelbaum deshalb als giftig für Katzen, wobei sich das ausdrücklich auf Kerne, Stiele und Blätter bezieht.
| Erlaubt? | nur das Fruchtfleisch, in kleinen Mengen |
| Menge | 1–2 kleine Würfel, nicht täglich |
| Zubereitung | roh oder gedünstet, gewaschen, entkernt, klein geschnitten |
| Achtung | keine Kerne, kein Stiel, keine Blätter, kein Zucker |
Warum die Kerne das Problem sind
Apfelkerne enthalten Amygdalin, ein sogenanntes cyanogenes Glykosid. Solange der Kern heil bleibt, passiert wenig. Wird er zerkaut, wird aus dem Amygdalin Blausäure (Cyanid) freigesetzt, die die Sauerstoffverwertung der Zellen blockiert. Dieselben Stoffe stecken in Stielen und Blättern, besonders in welkem Laub. Die ASPCA nennt als Anzeichen einer Vergiftung ziegelrote Schleimhäute, erweiterte Pupillen, Atemnot, Hecheln und Schock.
Ein einzelner verschluckter Apfelkern führt bei einer Katze kaum zu einer Vergiftung. Eine unbedenkliche Menge gibt es aber nicht, und Katzen sind klein. Deshalb gilt: Kerngehäuse vollständig herausschneiden, bevor die Katze etwas bekommt.
Was Äpfel der Katze bringen – und was nicht
Äpfel bestehen überwiegend aus Wasser, dazu kommen Fruchtzucker, Ballaststoffe wie Pektin und etwas Vitamin C. Für eine Katze ist das wenig interessant. Als obligate Fleischfresser decken Katzen ihren Bedarf aus tierischem Eiweiß und Fett; Vitamin C bilden sie in der Leber selbst. Den süßen Geschmack nehmen sie nicht wahr, weil bei Katzen eines der Gene für den Süß-Rezeptor stillgelegt ist. Knabbert Ihre Katze trotzdem an einem Apfelstück, mag sie wohl das Knackige oder will einfach wissen, was Sie da essen.
Wie viel Apfel ist in Ordnung?
Als tierärztliche Faustregel sollen alle Leckerlis zusammen höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Energie liefern. Bei Apfel bleibt man ohnehin darunter: Ein bis zwei würfelzuckergroße Stücke genügen, und das ein- oder zweimal in der Woche. Mehr bringt keinen Vorteil, sondern nur Blähungen oder weichen Kot.
So bereiten Sie Apfel vor
- Waschen. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln abspülen, noch besser schälen.
- Entkernen. Kerngehäuse, Kerne und Stiel großzügig herausschneiden.
- Klein würfeln. In Stücke, die die Katze nicht im Ganzen herunterschlingen kann.
- Pur anbieten. Roh oder kurz ohne Zucker gedünstet, abgekühlt.
Gedünsteter Apfel ist weicher und für ältere Katzen mit Zahnproblemen leichter zu fressen. Zimt, Zucker oder Honig kommen nicht dazu.
Was nicht in den Napf gehört
- Apfelmus aus dem Glas: meist gezuckert. Selbst gekochtes, ungesüßtes Mus ist in einem Teelöffel unproblematisch.
- Apfelsaft und Apfelschorle: konzentrierter Zucker. Das einzige Getränk, das eine Katze braucht, ist Wasser – mehr unter Was dürfen Katzen trinken?
- Getrocknete Apfelringe und Apfelchips: sehr zuckerreich, oft geschwefelt.
- Apfelkuchen, Apfelstrudel, Bratapfel: Zucker, Butter, Teig, oft Rosinen – und Rosinen sollten Katzen vorsichtshalber gar nicht bekommen.
- Fallobst: Gärendes Obst kann Alkohol bilden und schimmelt schnell.
Katzen mit Diabetes bekommen gar kein Obst, auch keinen Apfel, weil jeder Zucker die Blutzuckereinstellung erschwert. Übergewichtige Katzen brauchen ebenfalls keine zusätzlichen Kalorien.
Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
Weicher Kot oder einmaliges Erbrechen nach einem Stück Apfel geht meist von selbst vorbei. Rufen Sie Ihre Tierarztpraxis an, wenn Ihre Katze ein Kerngehäuse mit mehreren Kernen zerkaut oder an welkem Apfellaub gefressen hat. Sofort in die Praxis gehört sie bei Atemnot, auffallend roten oder blassen Schleimhäuten, Taumeln, Krämpfen oder Kollaps. Lösen Sie in keinem Fall selbst Erbrechen aus, etwa mit Salzwasser – das kann mehr schaden als nützen.
Bessere Alternativen
Wenn Ihre Katze gern knabbert, sind katzengerechte Leckerlis oder ein Stück gekochtes, ungewürztes Hähnchen die bessere Belohnung – mehr unter Leckerlis für Katzen. Andere Obstsorten und ihre Tücken stehen in der Übersicht Welches Obst dürfen Katzen essen?, weitere Lebensmittel im Lebensmittel-Lexikon A–Z.
Unsere Empfehlung: Ein Apfelwürfel ohne Kerne ist ein harmloser Snack für neugierige Katzen. Schneiden Sie das Stück immer selbst zurecht und lassen Sie keine Apfelbutzen herumliegen.
Häufige Fragen
Meine Katze hat einen Apfelkern gefressen – was nun?
Ein einzelner, im Ganzen verschluckter Kern ist in aller Regel harmlos, weil er unverdaut wieder ausgeschieden wird. Beobachten Sie Ihre Katze trotzdem einige Stunden. Hat sie mehrere Kerne zerkaut oder zeigt sie Atemnot, rote Schleimhäute oder Schwäche, fahren Sie sofort zum Tierarzt.
Dürfen Katzen Birnen essen?
Für Birnen gilt dasselbe wie für Äpfel: Das Fruchtfleisch ist in kleinen Mengen unproblematisch, Kerne, Kerngehäuse und Stiel enthalten ebenfalls cyanogene Glykoside und kommen weg.
Darf meine Katze an Apfelbaumblättern knabbern?
Besser nicht. Blätter und Zweige enthalten dieselben Stoffe wie die Kerne, welkes Laub besonders viel. Wenn Ihre Katze gern an Pflanzen kaut, bieten Sie ihr Katzengras an.
Dürfen Kitten Apfel essen?
Kitten brauchen ein vollwertiges Aufzuchtfutter. Ein winziges Stück Apfel schadet nicht, sinnvoll ist es nicht. Achten Sie bei jungen, verspielten Katzen besonders darauf, dass keine Kerngehäuse herumliegen.
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