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katzenwelt

Was dürfen Katzen trinken?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Eine getigerte Katze mit weißer Brust trinkt aus einer dunklen, randvollen Wasserschale
Frisches Wasser ist das einzige Getränk, das eine Katze braucht
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie viel Wasser eine Katze braucht
  2. Warum viele Katzen zu wenig trinken
  3. So trinkt Ihre Katze mehr
  4. Milch und Katzenmilch
  5. Brühe, Thunfischwasser und andere Lockmittel
  6. Diese Getränke sind giftig oder schädlich
  7. Gefährliche Wasserstellen im Haushalt
  8. Wann Trinken ein Warnzeichen ist
  9. Häufige Fragen

Katzen brauchen nur ein Getränk: frisches Wasser. Alles andere – Milch, Katzenmilch, Brühe – ist bestenfalls ein Leckerli, vieles sogar schädlich. Kaffee, Tee, Cola, Energydrinks und Alkohol sind für Katzen giftig, Säfte, Limonaden und Pflanzendrinks überflüssig. Wie viel eine Katze trinkt, hängt stark vom Futter ab: Mit Nassfutter kommt ein großer Teil des Wassers schon aus dem Napf mit Futter.

Wie viel Wasser eine Katze braucht

Als tiermedizinischer Richtwert gelten etwa 50 ml Wasser je Kilogramm Körpergewicht am Tag, mit einer Spanne von 40–60 ml. Eine Katze mit 4 kg braucht also rund 200 ml. Gemeint ist die gesamte Wasseraufnahme – aus dem Trinknapf, aus dem Futter und aus dem Wasser, das beim Stoffwechsel entsteht.

Nassfutter besteht zu rund drei Vierteln oder mehr aus Wasser. Eine Katze, die nur Nassfutter frisst, deckt damit einen großen Teil ihres Bedarfs und trinkt oft auffallend wenig. Das ist normal. Eine Katze, die nur Trockenfutter bekommt, muss dagegen deutlich mehr trinken. Mehr zum Vergleich lesen Sie unter Nassfutter oder Trockenfutter für Katzen?.

Warum viele Katzen zu wenig trinken

Die Stammform unserer Hauskatze stammt aus trockenen Gegenden und bezog ihr Wasser vor allem aus der Beute. Katzen haben deshalb ein eher schwaches Durstgefühl. Bei trockenfuttergefütterten Katzen kann das zu einem konzentrierten Urin führen, der Harnsteine und Blasenentzündungen begünstigt. Wer eine Katze mit Harnsteinen oder Nierenproblemen hat, achtet besonders darauf, dass genug Wasser in die Katze kommt – siehe Harnsteine bei Katzen.

So trinkt Ihre Katze mehr

  1. Wasser weg vom Futter. Viele Katzen trinken ungern direkt neben dem Futternapf. Stellen Sie das Wasser einige Meter entfernt auf.
  2. Mehrere Wasserstellen. Zwei oder drei Näpfe in verschiedenen Räumen, gern auch einer am Lieblingsplatz.
  3. Breite, flache Näpfe. Viele Katzen mögen es nicht, wenn ihre Schnurrhaare den Rand berühren. Glas, Keramik oder Edelstahl sind geschmacksneutral – mehr unter Katzennapf.
  4. Täglich frisch und randvoll. Abgestandenes Wasser mit Staub oder Haaren wird oft verschmäht.
  5. Bewegtes Wasser. Manche Katzen trinken lieber aus einem Trinkbrunnen, siehe Katzenbrunnen aus Keramik.
  6. Wasser ins Futter. Ein oder zwei Esslöffel lauwarmes Wasser unter das Nassfutter gemischt, erhöhen die Aufnahme unauffällig.

Leitungswasser ist in Deutschland für Katzen völlig in Ordnung. Stilles Mineralwasser ist nicht nötig, und kohlensäurehaltiges Wasser mögen die meisten Katzen nicht.

Milch und Katzenmilch

Kuhmilch ist nicht giftig, aber viele erwachsene Katzen bilden kaum noch das Enzym, das Milchzucker spaltet. Die Folge sind Blähungen und Durchfall. Katzenmilch aus dem Handel ist laktosereduziert und wird besser vertragen, hat aber reichlich Kalorien – sie ist ein Leckerli, kein Durstlöscher, und ersetzt das Wasser nicht. Laktosefreie Milch ist verträglicher, bleibt aber fett und kalorienreich. Mehr dazu unter Dürfen Katzen Milch trinken? und Katzenmilch.

Brühe, Thunfischwasser und andere Lockmittel

Eine selbst gekochte, völlig ungewürzte Hühner- oder Fleischbrühe ohne Salz, Zwiebeln, Knoblauch und Lauch kann eine Katze zum Trinken animieren, etwa nach einer Krankheit. Brühe aus Würfeln, Pulver oder dem Glas ist dagegen tabu: Sie ist stark gesalzen und enthält fast immer Zwiebeln oder Knoblauch. Das Wasser aus einer Thunfischdose ist meist gesalzen und taugt höchstens als Tropfen zum Anlocken. Auch Kokoswasser und Kokosmilch sind unnötig; nach der ASPCA können Kokosfleisch und Kokosmilch Magenverstimmung und Durchfall auslösen.

Diese Getränke sind giftig oder schädlich

GetränkProblemEinordnung
Kaffee, schwarzer und grüner Tee, Mate, Cola, EnergydrinksKoffein: Unruhe, Herzrasen, Zittern, Krämpfegiftig
Kakao, TrinkschokoladeTheobromin und Koffeingiftig
Bier, Wein, Sekt, Likör, CocktailsAlkohol: Taumeln, Unterkühlung, Atemlähmunggiftig
Traubensaftmögliche Nierengiftigkeit wie bei Trauben, viel Zuckermeiden
Säfte, Limonaden, gesüßte GetränkeZucker, Säure; Durchfallschädlich
Hafer-, Soja-, Mandeldrinksohne Nutzen, oft gesüßtunnötig
Kräuterteeskein Nutzen belegt; manche Pflanzen reizen den Magenunnötig

Wer die Katze aus dem Kaffeebecher schlabbern sieht: Ein kleiner Schluck Milchkaffee führt selten zu einer Vergiftung. Kaffeepulver, Kaffeebohnen, Pads und Kapseln enthalten aber viel Koffein – ist davon etwas gefressen worden, rufen Sie die Tierarztpraxis an. Bei Alkohol gilt das schon für kleine Mengen. Mehr über Koffein und Kakao lesen Sie unter Dürfen Katzen Schokolade essen?, über Trauben unter Dürfen Katzen Trauben und Rosinen essen?.

Gefährliche Wasserstellen im Haushalt

Katzen trinken gern dort, wo sie nicht sollen. Achten Sie besonders auf:

  • Vasenwasser mit Lilien: Schon das Wasser kann bei Katzen ein Nierenversagen auslösen. Lilien gehören nicht in einen Katzenhaushalt, siehe Giftige Pflanzen für Katzen.
  • Wasser im Christbaumständer: kann Harz, Dünger oder Frischhaltemittel enthalten – abdecken.
  • Toilette und Putzeimer: Reinigungsmittel und WC-Steine reizen Maul und Magen. Deckel zu.
  • Frostschutzmittel und Kühlerflüssigkeit: Sie enthalten oft Ethylenglykol. Nach dem MSD Veterinary Manual beträgt die kleinste tödliche Menge für Katzen 1,4 ml unverdünntes Ethylenglykol je Kilogramm – bei einer Katze mit 4 kg also etwa ein Teelöffel. Pfützen unter dem Auto und in der Garage sind eine echte Gefahr für Freigänger. Verdacht ist ein Notfall, jede Stunde zählt.
  • Pfützen mit Streusalz im Winter und Regentonnen mit Pflanzenschutzmitteln.

Wann Trinken ein Warnzeichen ist

Trinkt Ihre Katze plötzlich deutlich mehr als sonst, kann das auf eine Nierenerkrankung, Diabetes oder eine Schilddrüsenüberfunktion hinweisen – das gehört in den nächsten Tagen zum Tierarzt, siehe Katze trinkt viel. Trinkt sie gar nicht mehr, frisst schlecht und wirkt matt, drohen Austrocknung und Leberverfettung; frisst sie länger als 24 Stunden nichts, muss sie am selben Tag in die Praxis. Mehr dazu unter Katze trinkt nicht.

Die Empfehlung: Stellen Sie Ihrer Katze mehrere Näpfe mit frischem Wasser hin, füttern Sie nach Möglichkeit einen Teil als Nassfutter und lassen Sie alle anderen Getränke im Kühlschrank.

Häufige Fragen

Dürfen Katzen Tee trinken?

Schwarzer, grüner und Mate-Tee enthalten Koffein und sind für Katzen nicht geeignet. Kräutertees sind nicht nötig und nicht harmlos: Kamille zum Beispiel führt die ASPCA als leicht giftig für Katzen. Bei Magen-Darm-Beschwerden hilft der Tierarzt, nicht die Teekanne.

Darf meine Katze Milch statt Wasser trinken?

Nein. Milch ist ein Nahrungsmittel mit Fett, Eiweiß und Milchzucker, kein Durstlöscher. Viele Katzen bekommen davon Durchfall, was ihnen eher Wasser entzieht. Wasser muss immer zur Verfügung stehen.

Warum trinkt meine Katze lieber aus dem Wasserhahn oder der Blumengießkanne?

Viele Katzen bevorzugen bewegtes oder frisches, kühles Wasser, und manche mögen den Standort ihres Napfes nicht. Ein Trinkbrunnen oder ein zusätzlicher Napf an einem ruhigen Platz hilft oft. Gießkannen sollten keine Dünger- oder Pflanzenschutzreste enthalten.

Dürfen Katzen Bier trinken?

Nein. Alkohol ist für Katzen schon in kleinen Mengen giftig und kann Taumeln, Unterkühlung und Atemlähmung auslösen. Auch alkoholfreies Bier ist ungeeignet. Hat Ihre Katze Alkohol getrunken, rufen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis an.