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katzenwelt

Katzengras: Welche Sorten geeignet sind und wie Sie es selbst ziehen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Weiße Katze frisst Katzengras
Weiße Katze frisst Katzengras
Inhalt7 Abschnitte
  1. Warum Katzen Gras fressen
  2. Hilft Katzengras gegen Haarballen?
  3. Welche Gräser geeignet sind
  4. Katzengras selbst ziehen
  5. Wie viel Gras ist in Ordnung?
  6. Wann ein Grashalm zum Problem wird
  7. Häufige Fragen

Katzengras ist ein Sammelbegriff für weiche Gräser, die Katzen zum Knabbern angeboten werden, meist Hafer, Weizen, Gerste oder Zimmerbambus. Die Katze braucht es nicht zum Überleben, aber viele Katzen fressen gern Gras. Für Wohnungskatzen ist ein Topf Katzengras deshalb sinnvoll, weil sie sonst an Zimmerpflanzen knabbern, die giftig sein können.

Warum Katzen Gras fressen

Katzen sind obligate Fleischfresser. Nährstoffe, die sie brauchen, holen sie aus tierischem Gewebe; Gras liefert ihnen praktisch nichts Nennenswertes, sie können die Pflanzenfasern kaum verdauen. Trotzdem fressen nahezu alle Katzen, die die Gelegenheit haben, ab und zu Gras oder andere Pflanzen.

Warum, ist nicht abschließend geklärt. Lange hieß es, Katzen fressen Gras, um Haarballen zu erbrechen. Eine Studie der University of California, Davis, die 2021 zwei große Halterbefragungen mit über tausend Katzen auswertete, spricht eher dagegen: Die meisten Katzen wirkten vor dem Grasfressen nicht krank, nur etwa 27 bis 37 Prozent erbrachen danach häufig, und kurzhaarige Katzen fraßen genauso oft Gras wie langhaarige. Die Forschenden vermuten ein ererbtes Verhalten, das bei wildlebenden Vorfahren half, Darmparasiten loszuwerden. Belegt ist das ebenfalls nicht.

Sicher ist: Grasfressen ist normales Katzenverhalten. Es ist kein Zeichen von Mangel und kein Beweis, dass die Katze krank ist.

Katze schnuppert an einem Topf Katzengras
Katze schnuppert an Katzengras

Hilft Katzengras gegen Haarballen?

Beim Putzen verschlucken Katzen Haare, besonders im Fellwechsel und bei langem Fell. Die meisten Haare gehen mit dem Kot ab, einige werden als Haarballen erbrochen. Ob Gras das erleichtert, ist nicht nachgewiesen. Wer Haarballen vorbeugen will, erreicht mehr durch regelmäßiges Bürsten, etwa mit einer Katzenbürste oder einem Katzenhandschuh, als durch Gras.

Wiederholtes Würgen ohne Ergebnis, häufiges Erbrechen, Appetitlosigkeit oder ein aufgeblähter, schmerzhafter Bauch sind keine Haarballenfrage mehr. Dann sollte die Katze zum Tierarzt, denn dahinter kann auch ein Darmverschluss stecken. Mehr zum Thema Erbrechen lesen Sie unter Die Katze kotzt.

Welche Gräser geeignet sind

PflanzeEigenschaftenEignung
Hafer, Weizen, Gerste, RoggenWeiche, breite Halme; keimen schnellSehr gut, der Klassiker in Katzengras-Mischungen
Weidelgras, WiesenlieschgrasFeine WiesengräserGut, wenn jung geschnitten und weich
Zimmerbambus (Pogonatherum)Dauerhafte, buschige Zimmerpflanze mit weichen BlätternGut, hält länger als Getreidegras
Zyperngras (Cyperus)Harte, scharfkantige BlätterNicht empfehlenswert, kann Maul und Rachen verletzen
GrünlilieUngiftige Zimmerpflanze mit langen BlätternUnbedenklich, aber kein Grasersatz; wird oft angeknabbert

Zyperngras wird als Katzengras verkauft, ist aber umstritten: Die harten Blätter haben scharfe Kanten, die kleine Schnitte an Zunge und Zahnfleisch verursachen können. Lange, feste Halme können sich außerdem im Rachen oder hinter dem Gaumensegel festsetzen. Die Grünlilie ist entgegen einer verbreiteten Behauptung nicht gefährlich für Katzen.

Zyperngras im Topf
Zyperngras wird oft als Katzengras verkauft, seine Blätter sind allerdings sehr scharfkantig

Nicht als Grasersatz taugen giftige Zimmerpflanzen wie Dieffenbachie, Drachenbaum, Weihnachtsstern oder Einblatt. Besonders gefährlich sind Lilien: Schon Pollen oder das Vasenwasser können bei Katzen ein akutes Nierenversagen auslösen. Eine Übersicht finden Sie unter Giftige Pflanzen für Katzen und Ungiftige Pflanzen für Katzen.

Katzengras selbst ziehen

Aus Samen gezogenes Katzengras ist günstig, und Sie wissen, was in der Erde steckt. Vorgezogenes Gras aus dem Handel ist bequem, stammt aber nicht immer aus ungedüngter, pestizidfreier Anzucht.

  1. Samen einweichen. Legen Sie Getreidesamen einige Stunden in lauwarmes Wasser, dann keimen sie schneller.
  2. Aussäen. Verteilen Sie die Samen dicht auf ungedüngter Anzuchterde in einer flachen, standfesten Schale und bedecken Sie sie dünn mit Erde.
  3. Feucht, nicht nass halten. Gießen Sie mäßig oder besprühen Sie die Erde. Staunässe lässt Samen und Erde schimmeln.
  4. Hell stellen. Ein heller Platz ohne pralle Mittagssonne ist ideal. Bei Zimmertemperatur keimen die Samen nach wenigen Tagen.
  5. Freigeben. Nach ein bis zwei Wochen, bei etwa 10 cm Höhe, darf die Katze ran.
  6. Nachsäen. Getreidegras wird nach zwei bis drei Wochen gelb und welk. Säen Sie im Abstand von etwa zwei Wochen neu aus, dann ist immer frisches Gras da.

Statt Erde funktioniert auch Blähton oder ein feuchtes Küchentuch. Gras mit Schimmel, gelben oder matschigen Halmen sollten Sie wegwerfen.

Katze frisst Katzengras aus einem Becher
Katze frisst Katzengras aus einem Becher

Wie viel Gras ist in Ordnung?

Eine Mengenangabe gibt es nicht. Die meisten Katzen knabbern ein paar Halme am Tag oder nur ab und zu. Das ist unbedenklich. Gelegentliches Erbrechen von Gras kurz danach ist ebenfalls nicht besorgniserregend. Frisst eine Katze plötzlich auffällig viel Gras oder Pflanzen, erbricht häufig, frisst schlecht oder nimmt ab, sollten Sie sie tierärztlich untersuchen lassen. Das gilt auch, wenn eine Katze sehr viel Nicht-Essbares frisst, etwa Streu – siehe Katze frisst Katzenstreu.

Wann ein Grashalm zum Problem wird

Hin und wieder bleibt ein Halm hängen. Typisch ist ein Grashalm, der aus dem Maul hängt oder hinter dem Gaumensegel im Nasenrachen steckt. Anzeichen sind anhaltendes Niesen, Würgen, Husten, Schmatzen, Kratzen am Maul oder Nasenausfluss aus einem Nasenloch. Ziehen Sie einen Halm, der aus dem After hängt, nicht mit Kraft heraus. Wenn er sich nicht ganz leicht löst, gehört das in die Tierarztpraxis, genau wie ein Halm, der im Rachen festsitzt.

Freigänger fressen draußen auch Wiesengras. Im Sommer können sich dabei Grannen, etwa von Mäusegerste, in Nase, Ohr oder Haut bohren. Plötzliches, heftiges Niesen oder Kopfschütteln nach einem Streifzug ist ein Grund, die Katze untersuchen zu lassen.

Katze frisst an einem Büschel Katzengras
Katze frisst Katzengras

Häufige Fragen

Braucht jede Katze Katzengras?

Nein. Katzengras ist kein notwendiger Bestandteil der Ernährung. Es ist aber sinnvoll für Wohnungskatzen, die gern an Pflanzen knabbern, damit sie eine sichere Alternative zu Zimmerpflanzen haben.

Meine Katze erbricht nach dem Katzengras – ist das schlimm?

Gelegentlich nicht. Viele Katzen erbrechen Gras kurz nach dem Fressen, meist mit etwas Schleim. Kommt das mehrmals pro Woche vor oder erbricht die Katze auch ohne Gras, sollte ein Tierarzt die Ursache suchen.

Ist Katzenminze dasselbe wie Katzengras?

Nein. Katzenminze ist eine Pflanze aus der Familie der Lippenblütler, deren Duft viele Katzen anregt. Sie wird eher beschnuppert und gewälzt als gefressen und ersetzt kein Katzengras.

Darf meine Katze Gras aus dem Garten fressen?

Ungedüngtes, unbehandeltes Gras ja. Frisch gedüngte oder mit Unkrautvernichtern behandelte Flächen sollten Katzen meiden, ebenso Wegränder mit Hundekot.