Munchkin

Munchkin
Munchkin | Foto: DashOlivia / depositphotos.com

Die Munchkin ist eine kleinwüchsige Katze mit langer Wirbelsäule und extrem kurzen Beinen. Als „Dackel der Katzenwelt“ hat sie bereits einige Kontroversen verursacht und wird nicht von jeder Organisation als eigenständige Katzenrasse anerkannt.
Kurzbeinige Katzen wurden bereits in den 1930er Jahren in England sowie in den 1950er Jahren in Russland gemeldet. Die Munchkin wurde 1983 erstmals in den USA entdeckt, woraufhin elf Jahre später ihre gezielte Zucht begann.

Das Wichtigste zur Munchkin in Kürze:

  • Die Munchkin zeichnet sich insbesondere durch ihre sehr kurzen Beine aus.
  • Sie wird nur von einzelnen Organisationen als eigenständige Rasse anerkannt.
  • Im deutschsprachigen Raum ist sie ebenfalls als „Dackelkatze“ bekannt.
  • Die Munchkin kann langes oder kurzes Fell haben, das in allen Farben vorkommen kann.
  • Aufgrund der kurzen Beine und der langen Wirbelsäule wird ihre Bewegung mit der von Frettchen verglichen.
  • Die kleinwüchsige Katze ist verspielt und neugierig, freundlich und unabhängig.
  • Sie zählt zu den leisen Zeitgenossen, die eine tägliche Fellpflege benötigen.
  • Die Munchkin erhielt ihren Namen in Analogie zum „kleinen Menschen“ aus „Der Zauberer von Oz“.

Welche Entstehungsgeschichte besitzt die Munchkin?

In der Natur kann es manchmal zu spontanen genetischen Mutationen kommen. Diese haben zur Folge, dass Jungtiere mit bestimmten Merkmalen geboren werden, die sie von anderen Katzen unterscheiden. Zeigt sich die angeborene Mutation als sinnvoll für das Überleben der Katzen, kann es vorkommen, dass sie sich konstant weitervererbt. Als Folge entstehen verschiedene Naturrassen, wie zum Beispiel die Türkisch Van oder die sibirische Waldkatze. Erweist sich die genetische Mutation hingegen nicht als sinnvoll, so setzt sie sich nicht durch und wird nicht weitervererbt.

Während Naturrassen heute gezielt nachgezüchtet werden, konnten sich kleinwüchsige Katzen wie die Munchkin nicht als Naturrasse etablieren.

In den 1980er Jahren fand die US-Amerikanerin Sandra Hochenedel allerdings zwei kleinwüchsige Katzen, die beide trächtig waren. Sie nahm eine der beiden bei sich zuhause auf und gab ihr den Namen Blackberry. Der Wurf des Kätzchens enthielt langbeinige sowie auch kurzbeinige Jungtiere. Ein Kätzchen, das die Anomalie der kurzen Beine geerbt hatte, gab Hochenedel an ihre Freundin Kay LaFrance weiter.

Diese nannte ihre Katze Toulouse und ließ sie als Freigänger durch die Natur streifen. Da sie nicht kastriert war, kam sie eines Tages trächtig nachhause. Der Wurf der kleinwüchsigen Katze bestand wieder aus langbeinigen sowie kurzbeinigen Jungtieren.

Der disproportionierte Kleinwuchs von Toulouse hatte sich mit den Genen von Streunerkatzen vermischt, die die Vererbung der Anomalie zuließen.

Hochendel und LaFrance unternahmen daraufhin den Versuch, ihre Katzen als eigenständige Rasse anerkennen zu lassen. Sie stellten sie zu diesem Zweck einem Jury-Mitglied der TICA vor. The International Cat Organisation bezeichnete dabei die zweitgrößte Institution, die die Registrierung von Katzenrassen ermöglicht.

Bis heute wurde die Munchkin allerdings nur von einzelnen Organisationen als eigenständige Katzenrasse anerkannt. So beispielsweise von Institutionen in den USA, Großbritannien, Südafrika, Neuseeland und Australien. Trotzdem finden sich auch auf dem europäischen Festland Züchter, die die Munchkin gezielt vermehren.

Nachdem die „Dackelkatze“ im Jahr 1991 in den USA als Rasse vorgestellt wurde, begannen die Züchter Laurie und Robert Bobskill 1994 mit der gezielten Zucht von Munchkin-Katzen.

Welches Erscheinungsbild zeichnet die Munchkin-Katze aus?

Das Erscheinungsbild der Munchkin wird insbesondere durch ihre sehr kurzen Beine geprägt. Bei der Zucht wird eine Gen-Mutation, die sogenannte Chondrodysplasie, weitervererbt. Diese ist Ursache für ein vermindertes Längenwachstum der langen Röhrenknochen, wodurch eine deutliche Verkürzung der Gliedmaße folgt.

Die Beine der Stubentiger sollen dabei muskulös sein und abgerundete Pfoten besitzen, die weder nach innen noch nach außen, sondern gerade nach vorne zeigen.

Die mittelgroßen Katzen besitzen des Weiteren einen keilförmigen Kopf sowie große und aufrechtstehende Ohren. Die Augen sind groß, mandelförmig und leicht schrägt gestellt. Sie lassen jede Farbe zu, die unabhängig von der Fellfarbe der Katzen ist.

Während der Rücken der Munchkin lang gestreckt ist und kein Anzeichen eines Hohlkreuzes aufweisen darf, ist der Schwanz etwa so lang wie die Wirbelsäule und an der Spitze leicht abgerundet.

Das Fell der „Dackelkatze“ kann sowohl kurz als auch halblang sein. Dabei sind alle Farben und Musterungen zulässig. Während Katzen ein Gewicht zwischen 2,5 bis 3,5 Kilogramm erreichen, wiegen Kater zwischen 3 bis 4 Kilogramm.

Welche Eigenschaften prägen den Charakter der Munchkin?

Die Munchkin ist eine zutrauliche, gesellige und anhängliche Katze.

Sie ist

  • verschmust
  • intelligent
  • verspielt.

Durch ihren kindlichen Charakter, den sie ihr ganzes Leben lang beibehält, scheint es, als würde sie nie erwachsen werden. Die kleinwüchsige Katze kann deshalb durchaus als kindlichste Katze der Welt beschrieben werden.

Die Munchkin-Katze verträgt sich sowohl mit Artgenossen wie auch mit anderen Haustieren. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase versteht sie sich ebenso gut mit Kindern und geht freundlich mit diesen um.

Nach einem Spiel mit diesen genießt sie allerdings auch Ruhephasen, die sie für sich selbst nutzen kann.

Aufgrund ihrer Größe kann der kleine Stubentiger gut als Haus- oder Wohnungskatze gehalten werden. Auch wenn die Rasse sehr kurze Beine besitzt und nicht ganz so wendig ist wie ihre langbeinigen Artgenossen, kann die Munchkin schnell rennen und besitzt einen ausgeprägten Jagdinstinkt.

Wie sieht die Haltung einer Munchkin-Katze aus?

Die Munchkin besitzt eine Lebenserwartung zwischen 13 und 20 Jahren. Halter dieser Katzenrassen sollten ihre langjährige Verantwortung also nicht aufgrund ihrer Größe unterschätzen.

Die Kurz- oder Langhaarkatze eignet sich hervorragend als Haus- oder Wohnungskatze.

Trotz ihrer Gen-Mutation sind die Stubentiger sehr flink und besitzen ein großes Talent im Hakenschlagen. Sie können durchaus hoch springen, wobei sie ihr Ziel nicht unbedingt in einem einzigen Sprung erreichen. Die freundlichen und aufgeschlossenen Katzen finden allerdings fast immer einen Weg, auf dem sie zu ihrem Wunschplatz gelangen.

So anhänglich die kleinen „Dackelkatze“ sind, so unabhängig können sie sich auch verhalten. Ist ihr Halter einmal nicht zuhause, leidet die Munchkin nicht unter ihrer Einsamkeit. Zwar freut sie sich, wenn ihr Lieblingsmensch wieder nachhause kommt, doch kommt sie durchaus auch für eine gewisse Zeit alleine zurecht.

süße und drollige Munchkin
Die Munchkin kann durch ihr spezielles Aussehen bezaubern | Foto: DashOlivia / depositphotos.com

Welche Möglichkeiten bestehen zur Beschäftigung?

Die Munchkin kann zwar durchaus als unabhängig beschrieben werden. Doch sie liebt das Spiel mit ihrem Lieblingsmenschen. Der kleine Stubentiger fordert deshalb ausreichend Beschäftigung und Aufmerksamkeit von seinen Menschen.

Durch die Intelligenz der Rassen lassen sich beispielsweise Clicker-Training oder ein Target-Stick verwenden. Einige „Dackelkatze“ apportieren außerdem gerne, ohne dass es ihnen großartig beigebracht werden muss.

Als weitere Möglichkeit können Elemente aus dem Katzen-Sport entlehnt werden. Trotz der kurzen Beine können Munchkin-Katzen schnell rennen und durchaus hoch springen. So kann beispielsweise ein Agility-Parkour mit Tunneln, Rampen und Hindernissen an die Bedürfnisse der kleinen Stubentiger angepasst werden.

Durch die Kombination aus körperlichem und geistigem Training haben die Katzen nicht nur Spaß, sondern werden ebenso optimal gefordert.

Zusätzlich sollte der Munchkin, wie jeder anderen Katze auch, ein Kratzbaum und eine Katzenschaukel zur Verfügung stehen. Diesen kann sie als Beschäftigung, Liegeplatz und zur Krallenpflege verwenden. Er bietet ihr außerdem die Möglichkeit, sich alleine zu beschäftigen, wenn ihre Lieblingsmenschen nicht zuhause sind.

Letztendlich kann natürlich auch weiteres Katzenspielzeug, wie beispielsweise kleine Bällchen, Glöckchen und Federn, ein Fummelbrett oder Intelligenzspielzeug, eingesetzt werden, das die kleine Katze zu einem ausgelassenen Spiel anregt.

Welche Pflege benötigt die Munchkin?

Den „Dackel der Katzenwelt“ gibt es in einer Kurzhaar- sowie in einer Langhaarvariante. Beide Fellarten sollten durch regelmäßiges Bürsten gepflegt werden, wobei die langhaarige Munchkin meist ein häufigeres Kämmen verlangt (Lesetipp: Katzenbürste).

Zwar ist die Rasse nicht für einen zu starken Haarausfall bekannt, doch kann auf diese Weise die Verteilung verlorener Haare sowie ein Verschlucken derselben reduziert werden. Gleichzeitig kann der Bildung von Haarballen im Magen-Darm-Trakt der Tiere sowie einer Verfilzung des Fells entgegengewirkt werden.

Die meisten Katzen gewöhnen sich außerdem recht schnell an die Fellpflegeroutine und lernen diese als Streicheleinheit zu genießen.

Während die Krallenpflege des Weiteren vor allem durch einen Kratzbaum unterstützt wird, eignen sich insbesondere Trockenfutter sowie entsprechende Leckerlies für die Zahnpflege. Sollte sich vermehrt Zahnsteinbilden oder es zu anderen Zahnproblemen kommen, empfiehlt sich ein Besuch beim Tierarzt des Vertrauens.

Dieser hat außerdem einen Überblick über notwendige Wurmkuren und wichtige Impfungen. Diese sollte die Munchkin auch als Wohnungskatze erhalten, da sie vor potentiellen Erregern auch im Haus nicht unbedingt 100-prozentig sicher ist. Durch einen regelmäßigen Gesundheitscheck lassen sich zudem viele Krankheiten vermeiden oder zumindest frühzeitig erkennen, sodass sie gut behandelt werden können.

Wie steht es um die Gesundheit der „Dackelkatze“?

Die Munchkin bezeichnet eine noch junge Katzenrasse, die erst im Jahr 1991 als eigenständige Katzenrasse in den Vereinigte Staaten vorgestellt wurde. Mögliche Einschränkungen und gesundheitliche Probleme, die aufgrund der kurzen Beine auftreten, sind deshalb noch nicht vollständig erforscht.

Nach Aussage der Tierärzte, die die ersten Munchkin-Katzen untersuchten, konnten bei diesen keine gesundheitlichen Probleme festgestellt werden. Die Tierärzte vermuten zudem, dass die Mutation autosomal dominant vererbt wird. Dementsprechend muss nur ein Elternteil die Anomalie aufweisen, um sie an die Jungtiere weiterzugeben.

Aufgrund dieser Art der Weitervererbung muss die Munchkin für die Zucht mit Katzen verpaart werden, die keine Mutation aufweisen. In einem Wurf befinden sich deshalb sowohl Kätzchen mit langen als auch mit kurzen Beinen. Werden hingegen zwei kleinwüchsige „Dackelkatzen“ miteinander verpaart, die beide eine Mutation aufweisen, sterben die Jungtiere bereits als Embryonen im Mutterleib.

Welche Krankheiten und Einschränkungen können bei der Munchkin auftreten?

Es besteht die Vermutung, dass die Katzenrasse ähnliche Rücken- und Wirbelsäulenproblem aufweisen könnte, unter denen oftmals auch kleinwüchsige Hunderassen leiden.

Diese Annahme konnte zwar noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, doch zeigt sich bei der Munchkin häufig eine Wirbelsäulenverkrümmung. Diese wird auch als Lordose bezeichnet und äußert sich insbesondere durch ein starkes Hohlkreuz der Katzen.

Es besteht ebenfalls die Diskussion, dass die kleinwüchsigen Stubentiger ein erhöhtes Risiko für Bandscheibenvorfälle und Arthrose besitzen können.

Des Weiteren werden die Katzen durch ihre kurzen Beine daran gehindert, sich wie langbeinige Katzen zu bewegen. So unterliegen sie Einschränkungen beim Springen, Klettern und Jagen. Oftmals müssen Katzenhalter bei der Fellpflege verstärkt mithelfen, da sich die Munchkin nicht immer ausreichend putzen kann.

Die Stubentiger scheinen außerdem ein erhöhtes Risiko für eine sogenannte Trichterbrust zu besitzen. Bei dieser angeborenen Anomalie verformt sich die Brust und wächst nach innen. Die Folge ist eine Einengung der Organe, die zu massiven gesundheitlichen Problemen führen kann. Bei einer starken Ausprägung der Trichterbrust kann diese sogar lebensgefährliche Ausmaße annehmen.

Während Kritiker der Katzenrasse die gezielte Zucht kleinwüchsiger Kätzchen deshalb als Qualzucht bezeichnen, argumentieren Züchter gegen eine solche Bezeichnung. Laut diesen soll die Munchkin genauso gesund sein wie langbeinige Katzen und eine gleich hohe Lebenserwartung sowie Lebensqualität besitzen.

Welche finanzielle Belastung bringt die Munchkin mit sich?

Wie jedes Lebewesen bringt auch die Munchkin eine gewisse finanzielle Belastung mit sich. Die Kosten können dabei in einmalige Anschaffungskosten sowie laufende Kosten unterteilt werden. Die einmaligen Anschaffungskosten umfassen den Preis des Kätzchens sowie die Erstausstattung.

Eine Munchkin-Katze kann einen Preis zwischen 400 und 1.200 Euro besitzen, je nach dem, von welchem Züchter sie stammt und wie der Stammbaum der Elterntiere ausfällt. Die Erstausstattung sollte einen oder gleich mehrere Schlafplätze, Futter- und Trinknapf, Katzenspielzeug, einen Kratzbaum, Futter vom Züchter sowie verschiedene Fellpflegeartikel umfassen.

Es empfiehlt sich außerdem eine Transportbox, die sich auch im Auto befestigen lässt.

Zu den laufenden Kosten gehören die Futter- und Tierarztkosten. Hinzu kommt regelmäßiger Ersatz für altes Spielzeug oder den Kratzbaum. Während sich die Futterkosten durchaus in Grenzen halten, können Tierarztkosten schnell in die Höhe schießen.

Insbesondere im Krankheitsfall lohnt es sich deshalb, wenn auf Rücklagen zugegriffen werden kann. Je nach dem, wie häufig sich die Katze verletzt oder erkrankt, kann sich außerdem eine entsprechende Krankenversicherung für den Stubentiger eignen.

Insgesamt variieren die Kosten einer Katzenhaltung im Rahmen des ausgewählten Katzenfutters sowie der Qualität der Ausstattung. Generell sollten aber 30 bis 50 Euro pro Monat für die Munchkin eingeplant werden, um genügend Spielraum für alle Eventualitäten offen zu lassen.

Die Munchkin – Der Dackel der Katzenwelt

Die Munchkin-Katze besticht durch ihre extrem kurzen Beine und ihr kindliches Wesen, das sie ihr Leben lang beibehält. Dabei ist sie ihrem Menschen gegenüber gleichermaßen anhänglich und verspielt, kann jedoch auch eine gewisse Zeit alleine überbrücken, ohne unter Einsamkeit zu leiden.

Sie verträgt sich sowohl mit Artgenossen wie auch mit Hunden und anderen Haustieren. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase spielt sie gerne mit Kindern und geht freundlich mit diesen um.

Insofern sie genügend Aufmerksamkeit und geistige sowie körperliche Beschäftigung erhält, eignet sie sich für Singles, Paare, Familien und Senioren. Alles in allem ist die Munchkin eine aufmerksame und lebhafte Katze, die ihr Leben trotz sehr kurzer Beine bestens meistern kann.

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