Schottische Faltohrkatze

Die Schottische Faltohrkatze fällt vor allem durch die spezielle Stellung ihrer Ohren auf. Eine Genmutation sorgt für einen weicheren Knorpel, der ein Falten der Ohren begünstigt. Zusammen mit dem runden Kopf und den großen Kulleraugen passt die Scottish Fold nicht nur optimal ins Kindchenschema, sondern drückt gleichzeitig ein sanftes, liebes und geduldiges Wesen aus.

Das Wichtigste in Kürze zur Schottischen Faltohrkatze

  • Die nach vorne gefalteten Ohren bilden das vorrangige Erkennungsmerkmal der Schottischen Faltohrkatze.
  • Sie werden durch eine Genmutation hervorgerufen, die für einen weicheren Knorpel sorgt.
  • Das SF-OCD-Gen betrifft dabei als Erbkrankheit nicht nur die Ohren, sondern den gesamten Körper der Katze.
  • Die Scottish Fold gehört zu den mittelgroßen Katzen und erreicht ein Gewicht zwischen 4 und 5 Kilogramm.
  • Sie besitzt ein sanftes, verspieltes und geduldiges Wesen, das sie zu einem angenehmen Zeitgenossen macht.

Wie ist die Schottische Faltohrkatze entstanden?

Das Hauptmerkmal der Schottischen Faltohrkatze sind ihrem Namen entsprechend die Hängerohren, die nach vorne gefaltet sind. Sie basieren auf einem Gendefekt, der sich ab und an auf natürliche Weise bemerkbar machte. So fanden sich in manchen Würfen Jungtiere, deren Ohren diese spezielle Stellung aufwiesen. Vermehrten sich diese Katzen, so vererbten sie die Genmutation auch an ihre Jungen.

Während sich dieses Phänomen im Verlauf der Zeit immer mal wieder zeigte, gibt es beispielsweise einen Bericht aus dem 18. Jahrhundert, der den Import einer Katze mit Hängeohren aus China dokumentiert.

Die Entstehung der Scottish Fold geht allerdings auf das Jahr 1961 zurück. Ein Wurf auf einem schottischen Bauernhof umfasste nicht nur Kätzchen mit Stehohren, sondern schloss ebenfalls ein Jungtier mit geknickten Ohren ein. Das Kätzchen mit der besonderen Ohrenstellung fiel einem Schäfer auf, der in der Nachbarschaft des Bauernhofes lebte.

Als die Faltohrkatze selbst einen Wurf hatte, nahm er eines ihrer Nachkommen, das die Ohrenstellung geerbt hatte, bei sich auf. Mit der Hilfe weiterer Züchter, die Interesse an der untypischen Ohrenstellung zeigten, begründete der Schäfer eine gezielte Zucht der Faltohrkatzen.

Innerhalb der Zucht wird die Schottische Faltohrkatze immer mit anderen Katzenrassen verpaar, sodass keine Kreuzung von rassenverwandten Tieren stattfindet. In einem Wurf der schottischen Stubentiger finden sich deshalb sowohl Kätzchen mit Faltohren als auch solche, die Stehohren besitzen.

Dabei werden alle Jungtiere mit Stehohren geboren. Durch den weichen Knorpel beginnen die Ohren der Schottischen Faltohrkatze etwa nach drei bis vier Wochen umzuknicken und sich nach vorne zu falten.

Während in Großbritannien vorzugsweise Britische Kurzhaarkatzen eingekreuzt werden, findet in den USA häufig eine Verpaarung mit amerikanischen Kurzhaarrassen statt.

Welches Erscheinungsbild besitzt die Schottische Faltohrkatze?

Das auffallendste Merkmal, das der Scottish Fold ihren Namen einbrachte, sind die kleinen, nach vorne gefalteten Ohren. Durch ihr enges Anliegen am Kopf heben sie dessen Rundung hervor.
Der Kopf ist rundlich, breit und zeigt ein kräftiges Kinn, während das geschwungene Profil maximal einen leichten Stopp besitzt. Die Augen sind groß und ebenfalls rund. Sie besitzen eine Farbe, die zur jeweiligen Fellfärbung des Stubentigers passt.

Der Körper der Faltohrkatze ordnet sie in die Kategorie der mittelgroßen Katzen ein und besitzt eine muskulöse Ausstrahlung. Katzen erreichen ein Gewicht von etwa vier Kilogramm, während Kater bis zu fünf Kilogramm schwer werden können. Die Samtpfote steht auf eher kurzen Beinen, die in abgerundeten Pfoten enden. Der Schwanz ist lang und läuft an seinem Ende spitz zu. Beine und Schwanz der Schottischen Faltohrkatze dürfen nicht zu kurz ausfallen und müssen in jedem Fall eine gute Beweglichkeit aufweisen.

Die Schottische Faltohrkatze gilt als Kurzhaarkatze. Ihr Fell ist mittelkurz, sehr dicht und besitzt Unterwolle. Es liegt nicht eng am Körper an, sondern steht leicht ab, sodass ein plüschartiger Eindruck entsteht. Je nach Fellfarbe und Jahreszeit kann die Struktur des Haarkleides variieren. Dabei ist jedoch eine weiche Textur sehr häufig.

Neben der kurzhaarigen Faltohrkatze existiert ebenfalls eine Langhaarvariante, die als Highland Fold bezeichnet wird. Die Variante entstand aus dem Umstand, dass keine zwei Scottish Fold miteinander verpaart werden. Stattdessen wird die Schottische Faltohrkatze jeweils mit einer anderen Katzenrasse verpaart. Das Gen für langhaariges Fell vererbt sich dabei rezessiv. Das heißt, beide Elterntiere müssen das Gen für lange Haare besitzen, damit es sich bei den Jungtieren durchsetzt. Es gibt allerdings Kurzhaarkatzen, die nur ein Gen für lange Haare besitzen und somit „versteckte“ Träger sind. Auf diese Weise sind in der Zucht der Schottischen Faltohrkatze immer wieder Exemplare aufgetreten, die ein langes Fell entwickelten.

Zu Beginn der 80er des letzten Jahrhunderts isolierten einige Züchter diese Langhaarvariante, um gezielt Highland Folds zu züchten.

Welche Merkmale prägen das Wesen der Scottish Fold?

Die Schottische Faltohrkatze zählt zu den ruhigeren Zeitgenossen. Sie besitzt ein sanftes Wesen und verspürt keinen zu großen Bewegungsdrang. Sie ist sehr leise und gibt kaum Laute von sich.
Zwar bevorzugt der schottische Stubentiger tendenziell eine ruhige Umgebung. Er kommt allerdings auch gut mit dynamischen, teilweise hektischen Lebensumständen zurecht und behält immer die Nerven. Wie fast alle Haustiere bevorzugt er es allerdings, wenn laute Streitereien und Lärm vermieden werden.

Als gesellige Katze genießt die Schottin lange Streicheleinheiten und Zuwendung von ihren Menschen. Sie ist verspielt und lässt sich gerne zu Spielen animieren. Dabei ist sie ihren Menschen gegenüber anhänglich, wird jedoch nicht aufdringlich und lässt sich fast alles gefallen. Als friedlicher Zeitgenosse kommt es äußerst selten vor, dass sie sich mit ihren Krallen zu wehr setzt. Die Fellnase bevorzugt es hingegen, Auseinandersetzungen mit einem Ausweichen zu begegnen.

Aufgrund ihrer geduldigen Art passt sich die Schottische Faltohrkatze schnell an verschiedene Lebenssituationen an. Sie ist außerdem gut für Familien geeignet und versteht sich nach einer kurzen Gewöhnungsphase mit Kindern, Artgenossen, Hunden und anderen Haustieren.

Wie sollte die Schottische Faltohrkatze gehalten werden?

Die schottischen Stubentiger verspüren keinen allzu großen Bewegungsdrang und lassen sich sehr gut als reine Haus- oder Wohnungskatze halten. Durch ihr sanftes und geduldiges Wesen eignen sie sich außerdem für Familien. Die Faltohrkatzen gewöhnen sich schnell an Kinder sowie andere Haustiere und können sich gut an verschiedene Lebensumstände anpassen.

Da die Schottische Faltohrkatze einen verspielten Charakter besitzt und gerne mit ihren Menschen schmust, sollte sie tägliche Zuwendung und Aufmerksamkeit erhalten. Sie freut sich ebenfalls über einen Artgenossen, mit dem sie spielen und schmusen kann. Insbesondere Katzenhalter, die regelmäßig für längere Zeit außer Haus sind, sollten sich den Gedanken einer zweiten Katze durch den Kopf gehen lassen.

Zwar kann die ruhige Fellnase mit den meisten Situationen gut umgehen, doch sollten ihr in jedem Fall genügend Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Diese können durch verschiedene Liege- und Aussichtsplätze ergänzt werden, sodass die Schottin eine kleine Auswahl an Aufenthaltsorten bekommt.

Da die Hängeohren der Stubentieger durch einen Gendefekt verursacht werden, der den gesamten Körper der Katzen betrifft, sollten sich Halter einer Scottish Fold über die Erbkrankheit bewusst sein. Einige Katzen können schwerwiegende Krankheitsverläufe entwickeln. Es kann somit vorkommen, dass die Schottische Faltohrkatze ein Leben lang Schmerzmittel und entsprechende Medikamente einnehmen muss.

Wer sich eine schottische Samtpfote ins Haus holt, sollte sich deshalb vorher Gedanke über diese Möglichkeit machen.

Wie kann die Schottische Faltohrkatze beschäftigt werden?

Die Stubentiger freuen sich über Zuwendung durch ihre Menschen und lassen sich gerne zu einem Spiel animieren. Hierfür kann verschiedenes Katzenspielzeug verwendet werden, beispielsweise kleine Bällchen, Federn oder Glöckchen.

Des Weiteren ist die Schottische Faltohrkatze ein intelligenter Zeitgenosse, der mit Clicker oder TargetStick trainiert werden kann. Die Fellnasen können kleine Kunststücke und Tricks lernen sowie sich nebenbei kleine Leckerlies verdienen.

Auch wenn kein großer Bewegungsdrang besteht, können außerdem Elemente aus dem Katzensport entlehnt werden. Wenn die Schottin ihren Spaß daran findet, kann gerne ein kleiner Hindernisparkour, ähnlich des Agility, aufgebaut werden. Die Katze wird anschließend von ihrem Menschen über kleine Hindernisse, Treppen, Brücken und Tunnel geführt. Meistert sie den Parkour erfolgreich, erhält sie eine Belohnung.

Schließlich sollte jedem Stubentiger ein Kratzbaum zur Verfügung stehen. Dieser dient nicht nur der Krallenpflege, sondern kann mit mehreren Etagen, Tunneln und Liegeplätzen auch eine schöne Form der Beschäftigung darstellen.

Welche Pflege benötigt die Schottische Faltohrkatze?

Die Scottish Fold besitzt kurzes, aber dichtes Fell. Dieses benötigt keine besonders aufwendige Pflege, sollte jedoch regelmäßig durchgebürstet werden. Insbesondere hinter den Ohren und im Leistenbereich kann es zu Verfilzungen kommen, die sich durch eine routinierte Fellpflege vermeiden lassen. Viele Katzen lernen die Fellpflege zudem als eine Art Streicheleinheit zu genießen.
Für die Krallenpflege sollte der schottischen Samtpfote ein Kratzbaum zu Verfügung stehen. Trockenfutter und entsprechende Leckerlies unterstützen des Weiteren die Pflege der Zähne.
Durch die nach vorne geneigten Ohren produzieren einige Rassenvertreter vermehrt Ohrensekret. Die Ohren sollten daher regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf mit einer entsprechenden Pflege gereinigt werden.

Welche Erbkrankheiten besitzt die Scchottische Faltohrkatze?

Die schottische Faltohrkatze besitzt ihrem Namen entsprechend gefaltete Ohren. Diese sind das Ergebnis eines Gendefekts, der erblich übertragen wird.

Das SF-OCD-Gen, kurz für Scottish Fold Osteochondrodysplasie, betrifft dabei allerdings nicht nur die Ohren, sondern den ganzen Körper der Katzen. Es wird autosomal dominant vererbt und betrifft nicht nur homozygote, sondern ebenfalls heterozygote Katzen. Homozygote Tiere entwickeln Symptome dabei früher und schwerwiegender, während heterozygote Katzen oftmals von milderen Verlaufsformen betroffen sind. Allerdings besitzt jede Schottische Faltohrkatze das Potential, das die Genmutation krankhaft ausbricht. So besteht ein hohes Risiko, dass die Rasse Symptome entwickelt und unter Umständen ein ganzes Katzenleben auf Schmerzmittel angewiesen ist.

Die Osteochondrodysplasie hat eine Entwicklungsstörung zur Folge, die die Knorpel- und Knochenbildung sowie die Skelettentwicklung beeinträchtigt und so zu schweren Gelenkdegenerationen führt. Auf diese Weise entstehen progressive, sprich voranschreitende sowie sich steigernde, Gelenk-, Knochen- und Knorpeldeformitäten.
Zu den Symptomen zählen unter anderem Lahmheit, verdickte Gelenke an allen Gliedmaßen, Berührungsschmerz, Bewegungsunlust, Arthrose und eine abnormale Gangart.

Neben dieser Erbkrankheit sorgen die geknickten Ohren, die die Schottische Faltohrkatze besitzt, für eine Überproduktion an Ohrensekret. Dieser sollte mit einer besonderen Pflege begegnet werden, sodass sich keine Entzündungen in den Ohren bilden.

Des Weiteren neigt der schottische Stubentiger durch seine gemütliche Art leichter zu Übergewicht. Es sollte daher ein Augenmerk auf die Ernährung der Schottin gelegt werden, damit sie eine gute Figur behält.

Letztendlich besitzen einige Faltohrkatzen die Disposition, an HCM und PKD zu erkranken. HCM bezeichnet dabei eine erblich bedingte Erkrankung der Herzmuskulatur, während PKD für eine vererbte Zystenbildung im Bereich der Nieren verantwortlich ist.

Während die Mutation des SC-OCD-Gens nicht ausgeschlossen werden kann, sollte möglichst ein Ausschluss von HCM sowie PKD erfolgen.

Welche finanzielle Belastung bringt eine Schottische Faltohrkatze mit sich?

Wie jedes Haustier bringt auch die Scottish Fold eine gewisse finanzielle Belastung mit sich. Die Kosten für eine Schottische Faltohrkatze können dabei in einmaligen Anschaffungskosten sowie in laufenden Aufwendungen, die etwa monatlich anfallen, unterteilt werden.

Zu den einmaligen Anschaffungskosten zählen der Kittenpreis, der sich etwa zwischen 400 und 1.000 Euro bewegen kann, und die Erstausstattung. Diese sollte einen oder gleich mehrere Liege- und Schlafplätze, Futter vom Züchter, Futter- und Wassernapf, Katzenspielzeug, eine Katzentoilette sowie einen Kratzbaum umfassen. Außerdem empfiehlt sich eine Transportbox, die sich auch im Auto sicher befestigen lässt und einen angenehmen Transport des Stubentigers ermöglicht.

Die monatlichen, laufenden Kosten setzen sich vor allem aus Futterkosten sowie Aufwendungen für Tierarztbesuche zusammen. Während die Kosten für die Ernährung der Schottischen Faltohrkatze überschaubar bleiben, können Tierarztkosten schnell in die Höhe schießen. Verletzt sich die Samtpfote des Öfteren oder erkrankt sie häufig, kann sich durchaus der Abschluss einer entsprechenden Versicherung lohnen. Zusätzlich ist bei der Schottin die Mutation des SC-OCD-Gens gegeben. Diese kann schwere Krankheitsverläufe mit sich bringen und ist nicht heilbar. Betroffene Katzen, die an Osteochondrodysplasie erkranken, brauchen eine entsprechende Behandlung sowie Medikation. Für den Fall der Fälle sollten Halter dieser Rasse die monatlichen Kosten also nicht zu knapp kalkulieren.

Die schottische Faltohrkatze – Sanfter und ruhiger Zeitgenosse

Die Scottish Fold ist ein ruhiger Geselle, der sich durch eine liebevolle, verspielte und geduldige Art auszeichnet. Die friedfertige Fellnase eignet sich sowohl für Einzelpersonen wie auch für Paare und Familien mit Kindern. Sie passt sich dabei an fast jeden Lebensumstand an und fühlt sich insbesondere in einem ruhigeren Umfeld wohl.

Aufgrund des geringen Bewegungsdranges kann die Schottische Faltohrkatze außerdem sehr gut als Wohnungskatze gehalten werden. Sie freut sich dabei über die Zuwendung ihrer Menschen und verbringt ihre Zeit gerne mit schmusen sowie spielen.

Wer sich für diese Katzenrasse interessiert, sollte jedoch wissen, dass die Zucht die beabsichtigte Weitergabe eines Gendefektes umfasst. Die Tiere sehen mit ihren Hängeohre also nicht nur niedlich aus, sondern können ernsthafte Erkrankungen davontragen. Halter einer Schottischen Faltohrkatze sollten sich deshalb darüber im Klaren sein, dass der Stubentiger durchaus erkranken kann.
Trotz ihrer Erbkrankheit kann die Schottin allerdings für schöne Momente und unvergessliche Augenblicke sorgen.

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