Balinesenkatze / Balinese

In ihrem Aussehen erinnert die Balinesenkatze an die Siam und die Birma. Die Point-Katze besitzt im Vergleich jedoch längeres Fell und erfreut ihren Besitzer mit einem anhänglichen, aufmerksamen und menschenbezogenen Wesen.

Das wichtigste über Balinesen in Kürze:

  • Balinesen können alternativ als „langhaarige Siamkatzen“ betrachtet werden.
  • Sie wurden ab den 1950er-Jahren gezielt gezüchtet.
  • Sie besitzen ein ähnliches Erscheinungsbild wie die Siamkatzen und unterscheiden sich nur in ihrem längeren Fell.
  • Balinesenkatzen besitzen ein intelligentes, menschenbezogenes und freundliches Wesen.

Wie ist die Balinese entstanden?

Die Rasse der langhaarigen Samtpfoten beruht vermutlich auf einer Laune der Natur. Einige Züchter gehen davon aus, dass sich die langhaarigen Siamkatzen durch eine zufällige Gen-Mutation entwickelt haben. Dabei zeigten immer nur einige Kätzchen eines Wurfes das lange Fell.
Eine andere Theorie beruht auf der Einkreuzung von Perserkatzen. Diese sollen das Langhaar-Gen in die Linie der Siam gebracht haben. Als Folge kamen immer wieder Kitten mit einem langen Fellkleid zur Welt. Da sich das Langhaar-Gen aber rezessiv vererbt, müssen beide Elterntiere das Gen besitzen. Auf diese Wiese könnten Träger des Gens unentdeckt bleiben, wobei sich das lange Fell erst nach einigen Generationen bemerkbar machen kann.

Einige Siamkatzen, die im 19. Jahrhundert aus Thailand in die Vereinigten Staaten importiert wurden, sollen das Langhaar-Gen getragen haben. Die Tiere wurden als „langhaarige Siam“ bezeichnet, waren jedoch nicht sonderlich beliebt. Da sie dem Rassenstandard widersprachen, wurden sie nicht zur Zucht zugelassen. Man wollte vermeiden, dass sich das Langhaar-Gen in der Linie der Siam durchsetzt und die Rasse „verfälscht“. Kitten, die mit langen Haaren geboren wurden, vermittelten Züchter als Liebhabertiere. Fanden sich keine Abnehmer, wurden manche Jungtiere sogar getötet.

Im Jahr 1928 fand die erstmalige Registrierung der „langhaarigen Siam“ statt, die anschließend auf Katzenausstellungen gezeigt wurde. In den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts begannen Züchter schließlich, ihren Fokus auf die langhaarigen Fellnasen zulegen. Sie kreuzten Angorakatzen in die Linie ein, um das lange Fell gezielt zu züchten.

Siam-Züchtern missfiel allerdings die Namensgebung der Rassen. Schließlich widersprachen die Tiere dem Rassenstandard und stellten keine „echte“ Siamkatze dar. Die neue Richtung der Katzenzucht erhielt deshalb einen neuen Namen und wurde fortan als Balinese bezeichnet.

In den 1960er- und 1970er-Jahren bevorzugten Züchter Tiere mit einer klassischen Point-Färbung. Die Balinesenkatzen wurden daher in den Farbschlägen Seal, Chocolate, Blue und Lilac gezüchtet. Balinesen, die die Farben Rot, Cream, Tabby oder Tortoiseshell aufwiesen, bezeichnete die Cat Fanciers Association als „Javanesen“. Diese Namensgebung hat sich bis heute durchgesetzt, sodass noch immer eine Trennung der Fellfarben stattfindet. Allerdings sorgen die Bezeichnungen häufig für Verwirrung.

Im Jahr 1968 fand die Gründung des ersten Rasseclubs statt. Zwei Jahre später akzeptierte die CFA Balinesen als eigenständige Rasse. Im Jahr 1984 wurde die Rasse ebenfalls in Europa anerkannt.

Der Name der Balinese leitet sich entgegen einiger Meinungen übrigens nicht von der Insel Bali ab. Die Samtpfote erhielt ihren Namen aufgrund ihres geschmeidigen Ganges. So sollen ihre Bewegungen an eine balinesische Tempeltänzerin erinnern.

Welches Erscheinungsbild besitzt die Balinesenkatze?

Balinesen gehören in die Kategorie der mittelgroßen Katzen. Sie besitzen einen langen und schlanken Körper mit gut ausgewogenen Proportionen. Der muskulöse Körperbau strahlt eine grazile und elegante Struktur aus. Der Schwanz der Katzen ist sehr lang und dünn. Er besitzt eine feine Spitze, die sich leicht abgerundet zeigt. Die Beine fallen lang sowie fein aus und enden in ovalen Pfoten.

Der Kopf ist keilförmig und findet in den großen, spitzen Ohren der Samtpfoten eine leichte Verlängerung. Die Ohren besitzen dabei einen breiten Ansatz und laufen zu ihren Enden hin spitz zu. Die Nase ist lange und gerade. Sie verläuft in einer Linie und zeigt an der Stirn keinen Stopp. Das Kinn der Katzen besitzt eine mittlere Größe, wobei seine Spitze in einer vertikalen Linie zur Nasenspitze verläuft. Die Augen der Balinesen strahlen in einem intensiven Blau. Sie besitzen eine mittlere Größe und sind weder hervorstehend noch tiefliegend. Sie zeigen sich mandelförmig und besitzen eine leichte Schrägstellung, die zur Nase hindeutet.

Das Fell der Balinesenkatze zeigt sich fein und seidig. Während es am Körper etwa mittellang ausfällt, zeigt es sich an der Halskrause, den Schultern sowie am Schwanz etwas länger. Vertreter der Rasse besitzen keine Unterwolle.
Alle Kitten kommen außerdem vollständig weiß zur Welt. Ihre zukünftige Fellfärbung zeigt sich erst nach einiger Zeit. Das Zuchtstandard lässt dabei folgende Farben zu:

  • Cream-Point: Cremefarbene Grundfärbung und weiße Point-Abzeichen.
  • Fawn-Point: Elfenbeinfarbene Grundfärbung und rehbraune Point-Abzeichen.
  • Blue-Point: Cremefarbene Grundfärbung und blaue Point-Abzeichen.
  • Chocolate-Point: Elfenbeinfarbene Grundfärbung und braune Point-Abzeichen.
  • Lilac-Point: Weiße bis hellgraue Grundfärbung und rosane bis lavendelfarbene Point-Abzeichen.
  • Seal-Point: Weiße Grundfärbung und schwarze Point-Abzeichen.
  • Red-Point: Weiße Grundfärbung und rote Point-Abzeichen.
  • Cinnamon-Point: Weiße Grundfärbung und zimtfarbene Point-Abzeichen.
  • Foreign-Point: Vollständig weiße Färbung.

Welche Merkmale prägen das Wesen der Balinesenkatze?

Die Balinese zeigt ein Wesen, das für orientalische Katzenrassen als typisch gilt: Die Samtpfoten sind aktiv, gesprächig und menschenbezogen. Sie möchten am liebsten immer mit dabei sein und verfolgen ihren Menschen auf Schritt und Tritt. Dabei fordern sie viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Sie unterhalten sich gerne und scheinen ihrem Besitzer alles mitteilen zu wollen. Die Balinesenkatze setzt ihr Stimmchen allerdings auch gerne ein, um sich in den Mittelpunkt zu rücken.

Die intelligenten und verspielten Stubentiger möchten außerdem vielseitig beschäftigt werden. Sie werden von einem recht hohen Bewegungsdrang getrieben und brauchen daher genügend Platz, um sich austoben zu können. Ihre intelligente Seite lässt sich gut durch verschiedene Intelligenzspielzeuge fördern. Des Weiteren lieben die Fellnasen Spiele mit ihrem Menschen und verbringen ihre Zeit gerne mit Artgenossen. Obwohl die Balinese zu den dominanteren Katzenrassen zählt, verträgt sie sich gut mit Hunden und weiteren Haustieren. Auch Kinder schließt die Samtpfote oftmals schnell in ihr Herz.

Welche Haltungsform empfiehlt sich für die Balinese?

Die orientalischen Stubentiger werden von einem starken Bewegungsdrang getrieben und lieben es, zu springen, zu klettern und zu toben. Sie wissen Freigang zu schätzen und unternehmen gerne Streifzüge durch Felder und Wiesen. Wer seine Fellnase nicht als Freigänger halten möchte, kann die Balinese aber auch als Wohnungskatze glücklich machen.

Die Samtpfoten fordern dann allerdings eine sehr abwechslungsreiche Umgebung, die ihnen vielseitige Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. Es empfehlen sich hohe Kletter- und Kratzbäume, die zum Spielen und Toben einladen. Des Weiteren können Elemente aus dem Katzensport entlehnt und Intelligenzspielzeuge angeboten werden. Ein sicherer Balkon oder ein abgetrennter Bereich im Garten erlaubt es den Katzen außerdem, frische Luft zu schnuppern und gemütliche Stunden in der Sonne zu verbringen.

Da die Balinesenkatze sehr menschenbezogen ist, möchte sie am liebsten immer bei ihrem Besitzer sein. Katzenhalter, die viel Zeit außerhalb ihres Hauses verbringen, sollten sich daher unbedingt den Gedanken einer Mehrkatzenhaltung durch den Kopf gehen lassen. So muss der orientalische Stubentiger keine einsamen Stunden verbringen und hat jederzeit einen Artgenossen, der ihm Gesellschaft leistet.
Die Balinese verträgt sich dabei sehr gut mit anderen Katzenrassen und fordert deshalb nicht unbedingt einen rassengleichen Artgenossen. Ihr Spielkamerad sollte allerdings ein ähnliches Aktivitätslevel aufweisen und ein ebenso verspieltes Wesen an den Tag legen.

Welche Pflege benötigt die Balinesenkatze?

Die langhaarige Samtpfote besitzt keine Unterwolle und stellt daher keine speziellen Ansprüche an ihre Fellpflege. Es bietet sich an, das Fell regelmäßig durchzubürsten. Auf diese Weise können alte, abgestorbene Haare entfernt werden. So lassen sich ein übermäßiges Verschlucken loser Haare sowie die Bildung von Haarballen im Verdauungssystem der Katzen vermeiden. Des Weiteren gewöhnen sich viele Katzen an die Routine und lernen sie als eine Art Streicheleinheit zu genießen. Gerade zuzeiten des Fellwechsels verteilen sich durch regelmäßiges Bürsten außerdem weniger Haare in der Umgebung der Fellnase.

Die Krallenpflege sollte durch Kratzmöbel oder einen Kratzbaum unterstützt werden. Die Gesundheit der Zähne lässt sich durch Trockenfutter sowie entsprechende Leckerlies erhalten. Um einer verstärkten Bildung von Zahnstein entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, die Zahngesundheit regelmäßig von einem Tierarzt untersuchen zu lassen.

Wie steht es um die Gesundheit der Balinese?

Die Balinesenkatze gilt allgemein als eine robuste und wenig krankheitsanfällige Katzenrasse. Die Lebenserwartung ist dementsprechend hoch und liegt bei etwa 18 Jahren.

Durch die enge Verwandtschaft zur Siamkatze neigt die Balinese jedoch dazu, deren Erbkrankheiten zu übernehmen. So kommen bei Siamkatzen unter anderem eine hypertrophe Kadriomypathie vor, die die Gesundheit des Herzens betrifft, sowie eine Gangliosidosis, die die Bewegungsfähigkeit der Tiere einschränken kann.

Um Erbkrankheiten zu vermeiden, sollten Kitten nur von einem seriösen und verantwortungsbewussten Züchter übernommen werden. Dieser testet bereits die Elterntiere auf rassenspezifische Erkrankungen und schließt betroffene Tiere von der Zucht aus. Des Weiteren sollten die Jungtiere nach ihrer Geburt von einem Tierarzt untersucht sowie geimpft und entwurmt werden.

Die Balinese – Unkomplizierte und anhängliche Zeitgenossin

Die Balinesenkatze ist eine äußerst intelligente und menschenbezogene Katze. Sie möchte am liebsten immer dabei sein und folgt ihren Menschen auf Schritt und Tritt. Sie eignet sich somit insbesondere für Personen, die einen engen Kontakt mit ihrem Haustier aufbauen und pflegen möchten.
Sie kann daher sowohl von Einzelpersonen und Paaren als auch von Familien mit Kindern gehalten werden. Oftmals passt sich die Balinese an fast jeden Lebensumstand an und zeigt sich als unkomplizierte Zeitgenossin.

Wird die Rasse als reine Wohnungskatze gehalten, sollte sie genügend Raum erhalten. Ihr erhöhter Bewegungsdrang fordert eine abwechslungsreiche Umgebung, die zum Springen, Klettern und Toben einlädt. Die Balinesenkatze verbringt dabei nur ungerne einsame Stunden und freut sich über Artgenossen, die ihr jederzeit Gesellschaft leisten.

Wer seiner Balinese eine artgerechte Haltung bietet sowie ihr viel Aufmerksamkeit und Zuwendung entgegenbringt, holt sich eine angenehme Freundin ins Haus.

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