Katze würgt

Katze würgt
Wenn die Katze würgt, kann das verschiedene Ursachen haben | Foto: AndrewLozovyi / depositphotos.com

Es ist ein Phänomen, das wohl jeder Katzenhalter kennt und meistens auch schon mehrfach erlebet hat: Die Katze würgt und röchelt dabei womöglich sogar, häufig erbricht sie aber nicht. Die Ursachen für dieses Verhalten können wie so oft bei Katzen überaus vielfältig sein. Tritt das Verhalten nur relativ selten auf, muss man sich meist keine Gedanken darüber machen. Kommt es jedoch häufiger bzw. mit schöner Regelmäßigkeit vor, könnte eine ernsthafte Erkrankung oder ein Parasitenbefall dahinter stecken. Dann ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich.

Die Katze würgt und will damit ein Problem los werden

Beim Würgen handelt es sich um einen Reflex, den weder die Katze noch ein anderes Säugetier steuern kann. Würgen ist ein Zeichen dafür, dass dem Tier entweder übel ist oder es etwas im Körper der Katze gibt, dass sie nach draußen befördern muss.

Das Würgen geht normalerweise einem Erbrechen voraus. Es ist aber auch möglich, dass die Katze würgt, ohne sich zu erbrechen.

Unter Umständen wird das Würgen von einem Röcheln begleitet. Dieses Röcheln kommt jedoch nicht aus dem Magen, wie man vermuten könnte, sondern aus der Lunge. Daraus folgt bereits, dass nicht unbedingt Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt vorliegen müssen, wenn eine Katze würgt.

Dies sind die fünf häufigsten Gründe, warum eine Katze würgt:

  • Haare oder Haarknäuel stecken fest
  • verschluckte Fremdkörper stecken fest
  • ein felines Asthma (Katzenasthma) liegt vor
  • die Lunge ist von Parasiten befallen
  • eine Herzinsuffizienz liegt vor

Die mit großem Abstand am häufigsten vorkommende Ursache für das Würgen bei Katzen sind Haare oder Haarknäuel. Dabei handelt es sich in den allermeisten Fällen um einen harmlosen und vollkommen natürlich Vorgang.

wichtigAlle anderen Ursachen weisen hingegen ein großes Gefahrenpotenzial für das Tier auf.

Haare und Haarknäuel als Ursache dafür, dass die Katze würgt

Das Fell und die Fellpflege spielen im Leben einer Katze eine sehr große Rolle. Bis zu zwei Stunden am Tag kann sie damit verbringen, ihr Fell zu lecken. Das ist vollkommen normal. Mit dem Lecken gelangen zwangsläufig einzelne Haare in den Mund des Tieres und von dort auch in den Rachen und in den Magen.

Normalerweise scheidet die Katze die Haare auf natürlichem Weg wieder aus. Es kann jedoch passieren, dass sich die einzelnen Haare im Magen zum einem mehr oder weniger großen Haarknäuel zusammenballen.

Ein Ausscheiden auf herkömmlichem Weg ist dann nicht mehr möglich. Die Katze wird folglich versuchen, das Knäuel anderweitig wieder los zu werden, es also zu erbrechen.

Das gelingt häufig nicht auf Anhieb. Das Tier setzt deshalb auch mehrfach an, die Katze würgt, ohne zu erbrechen. In der Regel gelingt es ihr aber früher oder später. Der erbrochene Haarballen landet meist auf dem Fußboden und kann von dort problemlos entfernt werden. Die Katze würgt dann in der Regel mehrere Woche nicht mehr. Hält das Würgen hingegen auch dann noch an, nachdem ein Haarballen erbrochen wurde ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass eine andere Ursache vorliegt.

Übrigens nimmt die Katze vor allem während des Fellwechsels vermehrt lose Haare auf. Steht der Fellwechsel im Herbst bzw. im Frühjahr ans empfiehlt es sich, das Tier ganz besonders im Auge zu behalten.

Das gilt vor allem für Katzen, die ausschließlich in der Wohnung leben und nicht nach draußen dürfen. Bei den sogenannten Freigängern taucht das Problem hingegen deutlich seltener auf. Wahrscheinlich sorgt das Herumstreifen in der Natur dafür, dass lose Haare wie von selbst vom Fell entfernt werden.

Ein Wollknäuel im Magen muss diesen unbedingt wieder verlassen. Im schlimmsten Fall kann es nämlich dazu führen, dass sich bei der Katze ein lebensgefährlicher Darmverschluss bildet. Das kommt zwar relativ selten vor, lässt sich aber nicht ausschließen. Beobachtet man also mehrfach, dass die Katze würgt, sich aber nicht übergibt, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden.

Eine Katze würgt, weil unverdauliche Fremdkörper feststecken

Fremdkörper im Magen der Katze sind ebenfalls ein häufiger Grund dafür, dass die Katze würgt. Unter Fremdkörper versteht man in diesem Zusammenhang entweder kleine, unverdauliche Teile, die von der Katze verschluckt werden, oder die Reste von Beutetieren wie etwa die Federn eines Vogels.

Vor allem kleine Katzen geraten sehr häufig in die Situation, dass sie vermeintliches Spielzeug verschlucken. Dabei gibt es praktisch nichts, was so ein kleines Wesen nicht als Spielzeug benutzen könnte. Die Kleinteile gelangen dann in den Magen, können dort aber nicht verdaut werden. Sind sie zu groß dafür, um auf dem normalen Weg über den Darm wieder ausgeschieden zu werden, wird das Tier versuchen, sie durch Erbrechen wieder aus dem Körper zu bekommen.

Besonders Freigänger haben das Problem, dass sie beim Beutemachen in der Natur immer wieder auch Elemente aufnehmen, die sie nicht verwerten können.

Typische Beispiele dafür sind etwa die Federn eines Vogel, Knochen oder auch Zähne von Mäusen. Auch mit dem Fell bzw. den Fellresten von Nagetieren tun sie sich schwer.

Auch in diesen Fällen heißt es dann: Die Katze würgt und versucht zu erbrechen. Das Übergeben klappt dann auch in der Regel nach einigen Versuchen. Und ja, auch dabei handelt es sich um einen ganz normalen Vorgang, der für sich genommen keinerlei Anlass zur Sorge bietet.

Katze übergibt sich
Würgt die Katze, will sie häufig etwas aus dem Magen-Darm-Trakt herausbekommen | Foto: lofilolo / depositphotos.com

Eine Katze würgt und röchelt dabei mehr oder weniger stark

Wenn eine Katze würgt und sich nicht umgehend erbricht, ist das wie wir gesehen haben noch kein Grund zur Panik. Etwas anders sieht es hingegen aus, wenn das Tier beim Würgen auch noch röchelt. Das deutet in vielen Fällen nämlich darauf hin, dass es nicht darum geht, Fell oder irgendwelche Fremdkörper los zu werden.

Eine Katze würgt unter Umständen auch, wenn eine Erkrankung der Atemwege oder des Herzens vorliegt.

Es kommt sogar relativ häufig vor, wenn das Tier unter Katzenasthma leidet. Wenn sich zu dem Würgen und Röcheln auch noch Husten und Atemnot gesellen, ist die Wahrscheinlichkeit ausgesprochen groß, dass eine asthmatische Erkrankung vorliegt. Ist das der Fall hilft nur der Besuch beim Tierarzt. Asthma lässt sich auch bei Katzen behandeln.

Das Würgen in Kombination mit dem Röcheln kann aber auch von einem Befall mit Parasiten kommen. Die Parasiten setzen sich dabei in der Lunge des Tieres fest. Zu denken wäre hierbei etwa an Lungenwürmer oder an Haken- und Spulwürmer, die durch den ganzen Körper wandern können.

In so einem Fall sollte stets umgehend eine Entwurmung bzw. eine Wurmkur stattfinden. Hört die Katze nach einigen Tagen dennoch nicht damit auf, zu würgen und zu röcheln, muss der Tierarzt kontaktiert werden.

Im schlimmsten Fall nämlich kann auch eine Herzschwäche vorliegen. Die Katze würgt vor allem dann, wenn sie unter einer sogenannten Herzinsuffizienz leidet. Dabei handelt es sich um eine chronische Herzschwäche, die unbedingt professionell behandelt werden muss – und zwar schnellst möglich. In vielen Fällen besteht sogar Lebensgefahr.

Im Zweifelsfall hilft der Tierarzt weiter, wenn die Katze würgt

Grundsätzlich gilt, dass die Katze einem Tierarzt vorgestellt werden sollte, wenn das Würgen nicht nachlässt oder von einem Röcheln begleitet wird.

Der Tierarzt kann mit einer Röntgenuntersuchung feststellen, was genau das Problem ist. Dabei wird er zunächst den Magen-Darm-Trakt röntgen. Haarknäuel oder unverdauliche Gegenstände lassen sich auf Röntgenbildern relativ gut erkennen. Unter Umständen muss auch ein Knäuel oder ein Fremdkörper operativ entfernt werden.

Bei einer Erkrankung der Lunge oder des Herzens ist meist eine medikamentöse Therapie angesagt. Liegt ein entsprechender Verdacht vor, wird der Tierarzt die Herz-Lungen-Funktion der Katze ganz genau untersuchen. Dazu gehört auch ein Test auf Parasiten. Am besten ist natürlich, wenn die Katze mindestens einmal im Jahr zu einer routinemäßigen Untersuchung zum Tierarzt gebracht wird – beispielsweise zur Auffrischung der Impfung.

Bei der routinemäßigen Untersuchung kann der Tierarzt insbesondere Erkrankungen des Herzens oder der Lunge frühzeitig erkennen und eine Behandlung einleiten. Man ist dann auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Vom Tierarzt bekommt jeder Katzenhalter darüber hinaus nützliche Tipps dafür, wenn die Katze würgt, sich aber nicht übergibt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann genau sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden?

Wenn die Katze würgt, sich aber nicht erbricht, ist das nicht zwingend ein Alarmsignal. Hält das Würgen jedoch über zwei, drei Tage an, muss ein Tierarzt konsultiert werden. Wie in vielen anderen Fällen auch ist es sinnvoll, den Tierarzt lieber zu früh oder umsonst, als zu spät aufzusuchen. Nur er allein kann die Lage vollumfänglich abschätzen und eventuell Gegenmaßnahmen einleiten.

Kann man der Katze das Erbrechen eines Haarknäuels erleichtern?

Im Normalfall gelingt es der Katze nach mehrmaligem Würgen auch, ein Haarknäuel aus dem Magen ins Freie zu befördern.

Man kann sie dabei aber auch unterstützen. Dazu bietet man ihr am besten Malzpaste oder Butter zum Fressen an. Beides sorgt dafür, dass die Innenwände des Verdauungstraktes und nicht zuletzt auch der Speiseröhre geschmeidiger werden. Anders ausgedrückt: Das Haarknäuel gleitet dann leichter nach oben bzw. nach draußen.

Kann man der Bildung von Haarknäueln im Magen vorbeugen?

Ja. Gerade wenn die Katze ausschließlich in der Wohnung lebt, ist es sehr hilfreich sie regelmäßig zu bürsten bzw. zu kämmen. Auf diese Weise werden lose Haare im Fell entfernt. Sie können damit von der Katze nicht mehr aufgenommen und verschluckt werden. Das Problem ist allerdings häufig, dass die Katze es nicht mag, gekämmt zu werden. Es empfiehlt sich deshalb schon in sehr jungem Alter mit dem Kämmen zu beginnen, damit sich das Tier möglichst frühzeitig an die Prozedur gewöhnen kann.

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