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katzenwelt

Katze würgt: Haarballen, Husten oder Notfall?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Katze würgt
Wenn die Katze würgt, kann das verschiedene Ursachen haben
Inhalt8 Abschnitte
  1. Würgen, Erbrechen oder Husten?
  2. Haarballen: meist harmlos, aber nicht zu oft
  3. Weitere Ursachen im Überblick
  4. Fäden und Fremdkörper: niemals ziehen
  5. Was Sie selbst tun können
  6. Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
  7. Was der Tierarzt untersucht
  8. Häufige Fragen

Würgt eine Katze und bringt dann einen Haarballen oder etwas Gras hervor, ist das in den meisten Fällen harmlos. Würgt sie dagegen häufig, ohne dass etwas herauskommt, kann es auch Husten sein, etwa durch Katzenasthma. Und wiederholtes, erfolgloses Würgen mit Speichelfluss kann auf einen feststeckenden Fremdkörper hindeuten – dann zählt jede Stunde.

Würgen, Erbrechen oder Husten?

Katzenhalter sehen oft dasselbe Bild, dahinter können aber ganz unterschiedliche Vorgänge stecken:

  • Würgen und Erbrechen: Der Bauch zieht sich in Wellen zusammen, die Katze würgt mit gesenktem Kopf, dann kommt Mageninhalt, ein Haarballen oder Schaum heraus. Vorher schlucken viele Katzen auffällig und lecken sich die Lippen.
  • Husten: Die Katze kauert sich flach hin, streckt Kopf und Hals weit nach vorn, öffnet das Maul und stößt mehrmals kurz und trocken Luft aus. Es kommt nichts heraus, allenfalls etwas Schleim, den sie wieder schluckt. Viele Halter halten das für einen Haarballen, der „nicht kommen will“.
  • Würgen ohne Ergebnis mit Speicheln: Die Katze versucht wiederholt, etwas hochzuwürgen, schluckt ständig, sabbert oder fasst sich mit der Pfote ans Maul. Das passt zu einem Fremdkörper im Rachen oder in der Speiseröhre.

Ein kurzes Handyvideo hilft dem Tierarzt enorm, die Situation richtig einzuordnen.

Haarballen: meist harmlos, aber nicht zu oft

Beim Putzen schlucken Katzen lose Haare. Normalerweise werden sie mit dem Kot ausgeschieden. Manchmal ballen sie sich im Magen, und die Katze erbricht sie als längliche, feuchte Haarwurst. Langhaarige Katzen und Tiere im Fellwechsel sind häufiger betroffen, ebenso Katzen, die sich wegen Juckreiz übermäßig putzen.

Ein Haarballen hin und wieder ist unbedenklich. Würgt eine Katze aber mehrmals im Monat Haarballen hervor oder erbricht sie regelmäßig, sollte das untersucht werden: Hinter häufigem Erbrechen stecken bei Katzen oft Magen-Darm-Erkrankungen, Futterunverträglichkeiten oder Juckreiz, der zu vermehrtem Putzen führt. Selten kann ein großer Haarballen den Darm verstopfen. Mehr zum Erbrechen allgemein steht unter Die Katze kotzt und Katze erbricht Schaum.

Katze erbricht auf dem Boden
Würgt die Katze, will sie oft Haare, Gras oder Futter aus dem Magen loswerden

Weitere Ursachen im Überblick

UrsacheTypische Hinweise
Gras und BeuteresteNach dem Freigang oder dem Knabbern an Katzengras; Gras, Federn oder Fellreste im Erbrochenen
Zu schnelles FressenUnverdautes Futter kurz nach der Mahlzeit, sonst munter
KatzenasthmaAnfallsweise Husten in geduckter Haltung, pfeifende oder schnelle Atmung, oft ohne Auswurf
FremdkörperWiederholtes erfolgloses Würgen, Sabbern, Pfoten am Maul; bei Faden oft unter der Zunge sichtbar
LungenwürmerHusten, schnelle Atmung, vor allem bei jagenden Freigängern
Magen-Darm- oder AllgemeinerkrankungenHäufiges Erbrechen, Gewichtsverlust, Durchfall, veränderter Durst; etwa bei Nierenerkrankung oder Schilddrüsenüberfunktion
VergiftungPlötzlich, oft mit Speichelfluss, Zittern, Schwäche; Kontakt mit Pflanzen, Medikamenten oder Chemikalien

Herzerkrankungen führen bei Katzen – anders als beim Hund – nur selten zu Husten. Eine herzkranke Katze fällt eher durch schnelle, angestrengte Atmung in Ruhe auf, im schlimmsten Fall durch eine plötzliche Lähmung der Hinterbeine. Beides ist ein Notfall.

Fäden und Fremdkörper: niemals ziehen

Wollfäden, Geschenkband, Lametta, Zahnseide oder Nähgarn mit Nadel sind für spielende Katzen unwiderstehlich. Verschluckt, kann sich ein Faden unter der Zunge verhaken und den Darm wie eine Ziehharmonika zusammenraffen – eine lebensgefährliche Verletzung. Sehen Sie einen Faden im Maul oder am After, ziehen Sie nicht daran, sondern fahren Sie in die Tierarztpraxis. Halten Sie solche Dinge grundsätzlich außer Reichweite, vor allem bei jungen Katzen.

Was Sie selbst tun können

  1. Beobachten und filmen. Wie oft, wann, was kommt heraus? Ist es eher Husten oder Würgen?
  2. Futter kurz pausieren. Nach einmaligem Erbrechen einige Stunden nichts füttern, Wasser anbieten, dann eine kleine Portion des gewohnten Futters.
  3. Fell pflegen. Regelmäßiges Bürsten, besonders bei Langhaarkatzen und im Fellwechsel, verringert Haarballen. Hilfen dafür finden Sie unter Katzenbürste.
  4. Langsamer füttern. Mehrere kleine Mahlzeiten, Futterspiele oder ein Anti-Schling-Napf helfen Schlingern.
  5. Keine Hausmittel aus der Küche. Butter oder Öl gegen Haarballen belasten den Magen und bringen Kalorien, aber keine nachgewiesene Wirkung. Malzpasten oder spezielles Haarballenfutter können unterstützen, ersetzen aber keine Abklärung bei häufigem Würgen.

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss

Sofort bei wiederholtem erfolglosem Würgen mit Speicheln, bei einem sichtbaren Faden, bei Atemnot, Maulatmung oder bläulichen Schleimhäuten, bei Erbrechen mit Blut oder mehrmals am Tag, bei Vergiftungsverdacht, bei starker Mattigkeit oder einem harten, schmerzhaften Bauch.

Innerhalb eines Tages, wenn die Katze nicht frisst – nach etwa 24 Stunden ohne Futter droht eine Leberverfettung – oder wenn ein Kitten oder eine alte Katze erbricht.

In den nächsten Tagen, wenn die Katze öfter hustet, mehrmals im Monat erbricht, Haarballen immer häufiger werden oder sie abnimmt.

Was der Tierarzt untersucht

Die Praxis tastet den Bauch ab, schaut ins Maul und unter die Zunge, hört Lunge und Herz ab. Röntgenbilder zeigen Fremdkörper, Veränderungen der Lunge oder ein vergrößertes Herz; Ultraschall hilft bei Magen und Darm. Blutuntersuchungen prüfen Nieren, Leber und Schilddrüse, eine Kotprobe kann Lungenwurmlarven nachweisen. Behandelt wird je nach Befund, etwa mit Medikamenten gegen Asthma, einer Futterumstellung oder der Entfernung eines Fremdkörpers per Endoskop oder Operation. Unsere Empfehlung: Den einzelnen Haarballen gelassen wegwischen, bei wiederholtem Würgen, Husten oder erfolglosem Würgen aber nicht abwarten.

Häufige Fragen

Warum frisst meine Katze Gras und würgt danach?

Viele Katzen knabbern Gras und erbrechen es kurz darauf, oft zusammen mit Haaren. Warum sie das tun, ist nicht abschließend geklärt. Solange es gelegentlich passiert und die Katze sonst munter ist, ist es unbedenklich. Achten Sie darauf, dass nur ungiftige Pflanzen erreichbar sind, etwa Katzengras.

Wie oft ist ein Haarballen normal?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Ein Haarballen alle paar Wochen, vor allem bei Langhaarkatzen im Fellwechsel, gilt als unauffällig. Mehrmals im Monat oder zusammen mit Gewichtsverlust, Durchfall oder Appetitlosigkeit sollte der Tierarzt nachsehen.

Meine Katze würgt, aber es kommt nichts – ist das ein Haarballen?

Nicht unbedingt. Oft ist es Husten, der nur wie Würgen aussieht. Wiederholt sich das, lassen Sie Ihre Katze auf Asthma oder Lungenwürmer untersuchen. Würgt sie ständig ohne Erfolg und sabbert dabei, denken Sie an einen Fremdkörper und fahren Sie in die Praxis.