Kratzbrett und Kratzecke: Kratzen erlauben, Möbel schonen

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Ein Kratzbrett ist eine flache Kratzfläche aus Sisal, Wellpappe oder Kokos, die an der Wand hängt, in einer Ecke befestigt wird oder auf dem Boden liegt. Es braucht kaum Platz und ist deshalb für kleine Wohnungen oft die beste Ergänzung zum Kratzbaum. Ob die Katze es annimmt, hängt weniger vom Preis ab als vom Standort, von der Ausrichtung und davon, dass es beim Kratzen fest sitzt.
Warum Katzen kratzen müssen
Kratzen ist kein Unfug, sondern ein Grundbedürfnis. Die Katze streift dabei die äußeren, abgenutzten Hornschichten ihrer Krallen ab, darunter liegt eine neue Spitze. Die abgelösten Hülsen finden Sie oft neben dem Kratzplatz. Zweitens markiert sie: Zwischen den Ballen sitzen Duftdrüsen, und die sichtbaren Kratzspuren sind eine zusätzliche Botschaft an andere Katzen. Drittens streckt sie sich dabei, gerade nach dem Aufwachen. Und schließlich baut Kratzen Aufregung ab, viele Katzen kratzen, wenn Sie nach Hause kommen oder wenn sie frustriert sind.
Wer das weiß, versteht, warum Verbote nicht funktionieren. Fehlt ein geeigneter Platz, sucht sich die Katze einen: die Sofaecke, die Tapete neben der Tür, den Teppich. Das Ziel ist deshalb nicht, das Kratzen abzugewöhnen, sondern es umzulenken. Das Entfernen der Krallen ist in Deutschland als Amputation nach dem Tierschutzgesetz verboten, und das zu Recht.
Kratzbrett, Kratzecke, Kratzpappe: die Arten im Vergleich
| Art | Ausrichtung | Stärken | Schwächen |
| Wand-Kratzbrett | Senkrecht an der Wand | Platzsparend, sehr stabil wenn verschraubt | Bohren nötig, feste Höhe |
| Kratzecke | Senkrecht um eine Mauer- oder Möbelecke | Schützt genau die Stelle, die die Katze bevorzugt | Hält mit Klebeband oft schlecht |
| Kratzpappe | Waagerecht oder schräg am Boden | Günstig, sehr beliebt, oft mit Liegemulde | Verschleißt schnell, krümelt |
| Kratzmatte | Waagerecht, auch vor Türen | Für Katzen, die am Teppich kratzen | Rutscht ohne Unterlage |
| Kratzbrett mit Spielschiene | Waagerecht mit Ball in einer Bahn | Kratzen und Spielen in einem | Weniger Kratzfläche |
Sisal ist langlebig und bei den meisten Katzen beliebt, Sisalgewebe ist dabei angenehmer als gewickeltes Seil. Wellpappe wird von vielen Katzen geradezu geliebt, muss aber regelmäßig ersetzt werden. Kokos ist grob und robust. Teppichreste sind keine gute Idee: Die Katze lernt daran, dass Teppich zum Kratzen da ist, und macht mit dem Wohnzimmerteppich weiter.
Wo das Kratzbrett hängen muss
Der Standort entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Katzen kratzen nicht irgendwo, sondern an bestimmten Stellen:
- Da, wo sie schon kratzen. Hängen Sie das Brett direkt über die zerkratzte Stelle oder davor. Kratzt die Katze an der Sofaecke, gehört eine Kratzecke genau dorthin.
- In der Nähe der Schlafplätze. Nach dem Aufwachen wird gestreckt und gekratzt.
- An Durchgängen und Eingängen. Türrahmen, Flur und der Platz, an dem Sie heimkommen, sind klassische Markierstellen.
- Nicht versteckt. Ein Kratzbrett in der Abstellkammer erfüllt die Markierfunktion nicht. Katzen wollen dort kratzen, wo andere es sehen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Länge. Ein senkrechtes Brett sollte so hoch reichen, dass sich die Katze ausgestreckt daran hochziehen kann, bei einer ausgewachsenen Katze grob 60 bis 90 cm ab Boden. Kurze Brettchen werden oft ignoriert.
- Festigkeit. Das Brett darf beim Kratzen nicht nachgeben, wackeln oder verrutschen. Verschrauben ist besser als Kleben, bei Mietwohnungen helfen Klemmsysteme oder Bretter, die an einem schweren Möbel befestigt werden.
- Breite. Mindestens so breit, dass beide Vorderpfoten nebeneinander Platz haben.
- Austauschbarer Belag. Sisal- und Pappeinsätze, die sich ersetzen lassen, sparen auf Dauer Geld.
Kratzbretter und Kratzpappen sind günstig, meist zwischen 5 und 40 Euro. Eine Kratzecke für Möbel oder eine Kratzpappe mit Liegemulde sind gute Ergänzungen zum Kratzbaum.

Die Kratzecke: Schutz für Sofa und Mauerecke
Eine Kratzecke ist ein abgewinkeltes Brett oder eine biegsame Sisalmatte, die um eine Ecke gelegt wird. Sie ist die direkteste Lösung, wenn die Katze sich eine Mauerecke, einen Türrahmen oder die Armlehne des Sofas ausgesucht hat. Die Stelle bleibt dieselbe, nur die Oberfläche wird eine erlaubte. Befestigen Sie die Ecke fest, denn eine Kratzecke, die beim ersten Kratzen abfällt, erschreckt die Katze und wird gemieden. Das gilt auch für die Möbel: Mit Klebeband allein halten viele Modelle nicht.

So gewöhnen Sie Ihre Katze um
- Brett an die Kratzstelle. Direkt über oder vor die zerkratzte Stelle.
- Alte Stelle unattraktiv machen. Doppelseitiges Klebeband, eine glatte Folie oder eine Decke über die Sofaecke. Die meisten Katzen mögen klebrige und glatte Oberflächen nicht.
- Das Brett attraktiv machen. Katzenminze oder Baldrian daraufreiben, eine Spielangel darüberziehen, sodass die Katze beim Fangen die Krallen hineinschlägt.
- Loben und belohnen, wenn die Katze das Brett benutzt, mit einem Leckerli direkt danach.
- Geduld. Nach einigen Wochen kann das Brett schrittweise ein paar Zentimeter an einen Wunschort wandern.
Was nicht hilft: die Pfoten der Katze nehmen und über das Brett führen. Das empfinden die meisten Katzen als Zwang und meiden das Brett danach erst recht. Anschreien, Wasserspritzen und andere Strafen schaden der Beziehung und verlagern das Kratzen nur dahin, wo Sie es nicht sehen. Mehr zu sanfter Erziehung unter Katzen-Erziehung und warum sie Sinn macht.
Selbst gebaut
Ein Kratzbrett lässt sich leicht selbst machen. Ein Brett aus unbehandeltem Holz, mit Sisalgewebe bezogen und auf der Rückseite getackert, oder mit Sisalseil eng umwickelt und die Enden verleimt. Verwenden Sie nur Leim ohne Lösungsmittel und lassen Sie ihn vollständig trocknen. Für eine Kratzpappe schneiden Sie Wellpappe in Streifen gleicher Breite, stellen sie hochkant dicht an dicht in eine flache Kiste und verkleben sie. Das ist kein Möbelstück fürs Leben, aber viele Katzen lieben es.
Unsere Empfehlung
Beobachten Sie zuerst, wo und wie Ihre Katze kratzt, senkrecht an Ecken oder waagerecht am Teppich, und kaufen Sie dann das passende Gegenstück: Kratzecke oder Wandbrett für Senkrecht-Kratzer, Kratzpappe oder Matte für Waagerecht-Kratzer. Hängen Sie es genau dort auf, wo der Schaden entsteht, und befestigen Sie es so, dass es nicht wackelt. In größeren Wohnungen ergänzen Kratzsäule oder Kratztonne das Angebot. Für die meisten Katzen gilt: ein Kratzplatz pro Raum, in dem sie viel Zeit verbringt.
Häufige Fragen
Meine Katze kratzt trotz Kratzbrett am Sofa – warum?
Meist hängt das Brett an der falschen Stelle, ist zu kurz, wackelt oder hat den falschen Belag. Legen Sie es direkt an die Sofaecke, machen Sie die Ecke selbst vorübergehend unattraktiv und probieren Sie gegebenenfalls ein anderes Material. Wenn das Kratzen plötzlich stark zunimmt, kann auch Stress dahinterstecken, etwa eine neue Katze in der Nachbarschaft.
Senkrecht oder waagerecht – was mögen Katzen lieber?
Das ist individuell. Viele Katzen nutzen beides, einige haben klare Vorlieben. Eine Katze, die den Teppich bearbeitet, bevorzugt waagerecht, eine, die an Türrahmen kratzt, senkrecht. Bieten Sie im Zweifel beides an.
Wie oft muss ich das Kratzbrett austauschen?
Wellpappe hält je nach Katze einige Wochen bis wenige Monate. Sisal hält deutlich länger. Solange die Oberfläche noch Struktur hat, ist ein abgekratztes Brett übrigens für die Katze attraktiver als ein neues, weil es ihren Geruch trägt. Tauschen Sie deshalb erst, wenn der Belag wirklich durch ist.



