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katzenwelt

Katzenfutter selber kochen: Nur mit Plan

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Junge getigerte Katze sitzt auf einer Küchenarbeitsplatte neben Kräutertöpfen und Ölflaschen
Wer für die Katze kocht, braucht mehr als ein Rezept: eine berechnete Ration und die passenden Zusätze
Inhalt7 Abschnitte
  1. Warum Rezepte aus dem Internet nicht reichen
  2. Was in eine gekochte Katzenration gehört
  3. Was beim Kochen verloren geht
  4. Was nie in den Kochtopf für die Katze gehört
  5. So gehen Sie Schritt für Schritt vor
  6. Bei Krankheit: nur mit Diätplan
  7. Häufige Fragen

Sie können Katzenfutter selbst kochen, aber nur mit einem Plan, der für Ihre Katze berechnet ist. Fleisch, ein wenig Innereien und Öl allein ergeben kein vollständiges Futter: Es fehlen Calcium, Jod, Vitamine und oft Taurin. In einer Untersuchung der University of California war keines von 114 veröffentlichten Rezepten für Katzen vollständig. Wer selbst kochen möchte, lässt sich deshalb eine Ration berechnen und gibt die nötigen Zusätze genau dazu.

Warum Rezepte aus dem Internet nicht reichen

Forschende der Veterinärfakultät der University of California in Davis haben 2019 im Journal of the American Veterinary Medical Association 114 Rezepte für selbst gekochtes Katzenfutter aus Büchern und dem Internet ausgewertet. Keines lieferte alle essenziellen Nährstoffe in der vom US-amerikanischen National Research Council empfohlenen Menge. Die meisten hatten bei drei oder mehr Nährstoffen Lücken, häufig bei Cholin, Eisen, Zink, Thiamin (Vitamin B1), Vitamin E und Mangan. Etwa sieben Prozent der Rezepte enthielten sogar Zutaten, die für Katzen giftig sind, etwa Knoblauch oder Zwiebeln. Selbst Rezepte von Tierärzten schnitten zwar besser, aber nicht fehlerfrei ab.

Das Problem ist nicht böser Wille, sondern Rechenarbeit: Eine Katze braucht mehrere Dutzend Nährstoffe in bestimmten Mengen und Verhältnissen. Welche das sind, steht unter Nährstoffbedarf der Katze. Ohne Rationsberechnung trifft man sie nicht zufällig.

Was in eine gekochte Katzenration gehört

Eine berechnete Ration besteht meist aus diesen Bausteinen. Die Mengen legt der Plan fest, nicht das Bauchgefühl:

  • Muskelfleisch als Hauptbestandteil, zum Beispiel Huhn, Pute, Rind oder Kaninchen. Auch Rinderhack ist möglich; es ist fetter, was die Energie erhöht.
  • Herz als guter Taurinlieferant.
  • Leber in kleiner, genau bemessener Menge für Vitamin A. Zu viel Leber führt zu einer Vitamin-A-Vergiftung.
  • Eine Fettquelle, etwa ein wenig Öl nach Plan, für Energie und essenzielle Fettsäuren. Mehr dazu unter Olivenöl und Leinöl für Katzen.
  • Calcium, zum Beispiel als Calciumcarbonat. Fleisch ist calciumarm und phosphorreich; ohne Zusatz stimmt das Verhältnis nie.
  • Ein Mineral- und Vitaminzusatz, der auf die Ration abgestimmt ist, mit Jod, Zink, Kupfer, Vitamin D, Vitamin E und B-Vitaminen, gegebenenfalls Taurin.

Kohlenhydrate wie Reis oder Kartoffeln braucht eine gesunde Katze nicht. In kleinen, gut gekochten Mengen stören sie nicht und können eine Ration strecken, der Plan sollte sie aber einrechnen. Gekochte Eier sind eine gute Eiweißquelle, siehe Dürfen Katzen Eier essen?.

Was beim Kochen verloren geht

Kochen macht Fleisch sicherer: Salmonellen, Listerien, Toxoplasmen und das Aujeszky-Virus werden durch gründliches Durchgaren abgetötet. Deshalb ist Kochen die sicherere Alternative zu BARF. Es hat aber zwei Haken:

  • Taurin ist wasserlöslich. Es wird durch Hitze kaum zerstört, geht aber ins Kochwasser über. Am meisten verliert man beim Kochen in viel Wasser. Dünsten Sie das Fleisch mit wenig Wasser und verfüttern Sie die Flüssigkeit mit.
  • Vitamin B1 ist hitzeempfindlich. Ein Teil geht beim Garen verloren. Katzen brauchen verhältnismäßig viel davon; der Zusatz gleicht das aus.

Garen Sie schonend, bis das Fleisch innen durch ist, aber nicht stundenlang. Braten in viel Fett ist unnötig, Salz und Gewürze kommen nicht dazu.

Was nie in den Kochtopf für die Katze gehört

  • Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch – auch getrocknet oder als Pulver in Brühe. Sie schädigen die roten Blutkörperchen. Mehr unter Zwiebeln und Knoblauch.
  • Salz, Brühwürfel, Gewürzmischungen, Soßen.
  • Gegarte Knochen – sie splittern und können Maul, Speiseröhre und Darm verletzen.
  • Schokolade, Trauben und Rosinen, Alkohol, Koffein.
  • Rohes Schweinefleisch. Gegart ist es unbedenklich, roh wegen des Aujeszky-Virus für Katzen tödlich.

So gehen Sie Schritt für Schritt vor

  1. Beratung buchen. Eine Fachtierärztin oder ein Fachtierarzt für Tierernährung oder eine Ernährungsberatung an einer tiermedizinischen Fakultät berechnet die Ration. Nennen Sie Gewicht, Alter, Kastration, Aktivität, Vorerkrankungen und die Zutaten, die Ihre Katze mag.
  2. Zutaten grammgenau einkaufen und wiegen. Der Plan funktioniert nur mit den Zutaten, für die er gerechnet ist. Wer Huhn gegen Rind tauscht, ändert die Nährstoffe.
  3. Vorkochen und portionieren. Eine Wochenmenge garen, mit den Zusätzen mischen, in Tagesportionen abfüllen und einfrieren. Im Kühlschrank aufgetaut innerhalb von ein bis zwei Tagen verfüttern.
  4. Langsam umstellen. Über ein bis zwei Wochen immer mehr des neuen Futters untermischen, siehe Katzenfutter umstellen.
  5. Kontrollieren. Monatlich wiegen, auf Fell, Kot und Appetit achten und einmal im Jahr das Blut untersuchen lassen. Ändert sich etwas an Gesundheit oder Gewicht, den Plan anpassen lassen.

Günstiger als Fertigfutter wird selbst Gekochtes selten: Fleisch in Lebensmittelqualität, Zusätze und die Beratung kosten Geld, dazu kommt Zeit.

Bei Krankheit: nur mit Diätplan

Für nierenkranke Katzen, Katzen mit Harnsteinen, Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes gibt es viele Rezepte im Netz. Hier ist Vorsicht besonders wichtig, denn die Diät ist Teil der Behandlung. Eine Nierendiät braucht wenig Phosphor bei trotzdem ausreichend Eiweiß, eine jodarme Diät funktioniert nur, wenn absolut kein anderes Futter gefressen wird. Solche Rationen gehören in die Hand einer Fachtierärztin oder eines Fachtierarztes für Tierernährung, abgestimmt mit der behandelnden Praxis. Einzelheiten finden Sie unter Nierenfutter für Katzen.

Vegetarisch oder vegan gekochtes Katzenfutter ist keine Alternative: Katzen sind obligate Fleischfresser. Ausnahme sind wenige Tage leichter Schonkost bei Durchfall, etwa gekochtes Huhn mit Reis. Sie ist nicht vollwertig, aber für kurze Zeit gedacht, siehe Schonkost für Katzen.

Die Empfehlung lautet: Kochen Sie für Ihre Katze gern, aber nicht nach Rezept aus dem Netz, sondern nach einem berechneten Plan mit abgestimmtem Zusatz. Für gelegentliche Häppchen reicht ein Stück gegartes, ungewürztes Fleisch – als Leckerli, nicht als Mahlzeit.

Häufige Fragen

Kann ich meiner Katze einfach gekochtes Hähnchen füttern?

Als Leckerli oder für ein paar Tage Schonkost ja. Als Dauerfutter nein: Reinem Hähnchenfleisch fehlen vor allem Calcium, Vitamin A, Jod und weitere Nährstoffe. Nach einigen Wochen bis Monaten drohen Mangelerscheinungen.

Reicht es, ein Mineralpulver unter das Fleisch zu mischen?

Nur, wenn das Pulver zu genau dieser Ration passt. Mineral- und Vitaminzusätze sind für bestimmte Mischungen gedacht; mit anderem Fleisch oder anderen Mengen stimmen die Werte nicht mehr. Deshalb gehören Zusatz und Rezept zusammen berechnet.

Wie lange hält selbst gekochtes Katzenfutter?

Im Kühlschrank ein bis zwei Tage, eingefroren einige Monate. Frieren Sie in Tagesportionen ein und tauen Sie im Kühlschrank auf. Reste aus dem Napf kommen nach der Mahlzeit weg.

Darf ich Fleisch für die Katze braten?

Ja, in einer beschichteten Pfanne ohne Salz, Gewürze und mit wenig Fett. Dünsten oder Garen im eigenen Saft ist schonender, weil weniger Taurin verloren geht, wenn die Flüssigkeit mitverfüttert wird.