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katzenwelt

Schonkost für Katzen bei Durchfall

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Getigerte Katze frisst im Garten aus einem Napf mit Pfotenmuster
Bei Durchfall lieber mehrere kleine Mahlzeiten als eine große
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wann Schonkost genügt und wann nicht
  2. Warum Katzen nicht fasten sollten
  3. Was als Schonkost in den Napf darf
  4. So füttern Sie Schonkost richtig
  5. Zurück zum normalen Futter
  6. Häufige Auslöser aus dem Napf
  7. Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
  8. Häufige Fragen

Bei leichtem Durchfall braucht eine Katze keine Hungerkur, sondern kleine Portionen leicht verdaulicher Kost: gekochtes, ungewürztes Hühner- oder Putenfleisch, verteilt auf vier bis sechs Mahlzeiten am Tag, dazu jederzeit frisches Wasser. Nach zwei bis drei Tagen geht es schrittweise zurück zum gewohnten Futter. Schonkost ist aber keine Behandlung: Hält der Durchfall länger als ein, zwei Tage an oder kommen weitere Beschwerden dazu, muss die Katze zum Tierarzt.

Wann Schonkost genügt und wann nicht

Schonkost ist für den einfachen Fall gedacht: Die Katze hat breiigen oder flüssigen Kot, ist aber munter, frisst, trinkt, spielt und hat kein Fieber. Oft steckt dahinter ein Fütterungsfehler, der sich in ein, zwei Tagen von selbst erledigt. Die Cornell-Universität beschreibt Durchfall bei Katzen als meist kurzlebig und oft mit einer Futteranpassung behoben – rät aber zum Tierarzt, sobald er länger als einen oder zwei Tage anhält oder die Katze zusätzlich schlecht frisst, erbricht oder matt ist.

Keine Hausmittel-Phase, sondern gleich in die Praxis gehören:

  • Kitten und sehr alte oder chronisch kranke Katzen – sie trocknen schnell aus
  • Blut im Kot, schwarzer, teerartiger Kot oder sehr häufiger, wässriger Durchfall
  • Durchfall zusammen mit Erbrechen, Fieber, Bauchschmerzen oder Mattigkeit
  • eine Katze, die gar nicht mehr frisst oder trinkt
  • Verdacht auf eine Vergiftung oder einen verschluckten Fremdkörper

Wie gefährlich es ist, wenn eine Katze gar nicht mehr frisst, steht ausführlich unter Katze frisst nicht.

Warum Katzen nicht fasten sollten

Für Hunde galt lange die Regel, bei Durchfall einen Tag lang nichts zu füttern. Auf Katzen lässt sich das nicht übertragen. Bekommt eine Katze über Tage zu wenig Energie, mobilisiert ihr Körper Fett aus den Depots schneller, als die Leber es verarbeiten kann. Es droht eine hepatische Lipidose, die Leberverfettung, die ohne Behandlung tödlich enden kann. Nach dem MSD Veterinary Manual sind übergewichtige Katzen besonders gefährdet.

Es spricht nichts dagegen, einer Katze, die gerade erbrochen hat, den Napf für einige Stunden wegzunehmen. Wasser aber bleibt immer stehen, und danach wird wieder gefüttert – in kleinen Portionen.

Was als Schonkost in den Napf darf

Schonkost soll wenig Fett, keine Gewürze und keine schwer verdaulichen Bestandteile enthalten. Bewährt haben sich:

  • Hühner- oder Putenbrust, ohne Haut gekocht oder gedünstet, in kleine Stücke geschnitten oder fein gezupft. Mehr zur Zubereitung unter Dürfen Katzen Hähnchen essen?
  • Magerer weißer Fisch wie Kabeljau oder Seelachs, gegart und sorgfältig entgrätet – als Abwechslung, nicht als Dauerlösung
  • Etwas Kochwasser vom Fleisch, ungesalzen, lauwarm über das Futter gegeben, damit die Katze zusätzlich Flüssigkeit aufnimmt
  • Wenig gut gekochter Reis als Beigabe, wenn die Katze ihn frisst. Katzen brauchen keine Kohlenhydrate, aber ein Löffel weich gekochter Reis kann den Kot binden. Siehe Dürfen Katzen Reis essen?

Nicht in die Schonkost gehören Brühwürfel, Salz, Zwiebeln und Knoblauch (beides schädigt die roten Blutkörperchen der Katze), Wurst, rohes Fleisch, Milch und Sahne. Milch verschlimmert Durchfall eher, weil viele erwachsene Katzen Milchzucker schlecht vertragen.

Die bessere Wahl ist oft ein Diätfuttermittel für Magen-Darm-Erkrankungen aus der Tierarztpraxis. Es ist leicht verdaulich und – anders als selbst gekochtes Huhn – vollständig zusammengesetzt, kann also auch länger gefüttert werden. Welches passt, entscheidet der Tierarzt nach Untersuchung.

So füttern Sie Schonkost richtig

  1. Klein anfangen. Zu Beginn etwa einen Esslöffel je Mahlzeit anbieten und schauen, ob die Katze es behält. Bleibt alles drin, die Portionen steigern, bis die Katze nach ein bis zwei Tagen wieder ungefähr so viel frisst wie sonst.
  2. Oft füttern. Vier bis sechs kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt belasten den Darm weniger als zwei große.
  3. Lauwarm servieren. Zimmerwarm bis körperwarm riecht das Futter stärker und wird lieber gefressen. Nie direkt aus dem Kühlschrank.
  4. Wasser anbieten. Frisches Wasser an mehreren Stellen; ein Trinkbrunnen kann trinkfaule Katzen anregen.
  5. Nicht zu lange. Selbst gekochtes Huhn deckt den Bedarf an Taurin, Kalzium, Vitaminen und Spurenelementen nicht. Als Schonkost reicht es für zwei bis drei Tage, danach geht es zurück zum Alleinfutter.
  6. Beobachten. Notieren Sie, wie oft die Katze Kot absetzt und wie er aussieht. Ein Foto hilft dem Tierarzt, falls es doch nötig wird.

Zurück zum normalen Futter

Hat sich der Kot gefestigt, mischen Sie die Schonkost über drei bis fünf Tage mit wachsenden Anteilen des gewohnten Futters: zuerst etwa ein Viertel Normalfutter, dann die Hälfte, dann drei Viertel. Kommt der Durchfall bei der Umstellung zurück, gehen Sie einen Schritt zurück und sprechen mit dem Tierarzt. Wie man grundsätzlich schonend das Futter wechselt, beschreibt Katzenfutter umstellen.

Ist der Auslöser ein neues Futter, bleiben Sie vorerst beim alten. Zwischen Nassfutter und Trockenfutter gibt es dabei keinen grundsätzlichen Unterschied in der Verträglichkeit; bei Durchfall hat Nassfutter aber den Vorteil, dass es Flüssigkeit mitbringt. Ein Trockenfutter, das Durchfall stoppt, gibt es als Hausmittel nicht.

Häufige Auslöser aus dem Napf

Viele Durchfälle haben mit der Fütterung zu tun. Wer die Ursache findet, verhindert den nächsten:

AuslöserWas dahintersteckt
Plötzlicher FutterwechselDie Darmflora braucht Zeit; neue Sorten deshalb über 7–10 Tage einschleichen
Zu viele Leckerlis, TischresteFett, Salz, Gewürze oder Milchprodukte; Leckerlis höchstens etwa 10 % der Tagesenergie
Milch und SahneMilchzucker wird von vielen erwachsenen Katzen schlecht verdaut
Verdorbenes NassfutterIm Sommer verdirbt geöffnetes Futter im Napf schnell; Reste nach einer halben Stunde wegräumen
Rohes FleischKann Salmonellen und andere Keime übertragen, besonders bei hygienisch nachlässiger Zubereitung
Viel Fisch oder fettes FutterFett und ungewohnte Eiweißquellen belasten den Darm
Zu schnelles oder zu vieles FressenGroße Portionen auf einmal kommen oft oben oder unten wieder heraus

Nicht alles liegt am Futter. Würmer und Giardien sind besonders bei jungen Katzen häufige Ursachen, dazu Virusinfektionen, Stress, Medikamente wie Antibiotika und chronische Erkrankungen, etwa entzündliche Darmerkrankungen oder eine Futtermittelallergie. Hitze allein verursacht selten Durchfall, begünstigt aber verdorbenes Futter und Flüssigkeitsmangel. Ob Gras fressen Durchfall auslöst, ist nicht belegt; Katzen erbrechen Gras eher, als dass es den Kot verändert.

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss

Sofort oder noch am selben Tag, wenn:

  • ein Kitten Durchfall hat
  • Blut im Kot ist oder der Kot schwarz und teerartig aussieht
  • die Katze zusätzlich erbricht, nicht frisst oder nicht trinkt
  • sie matt, schwach oder schmerzempfindlich am Bauch ist oder Fieber hat
  • die Haut in einer hochgezogenen Falte stehen bleibt und das Zahnfleisch trocken wirkt – Zeichen von Flüssigkeitsverlust
  • ein Vergiftungsverdacht besteht

In den nächsten Tagen, wenn der Durchfall trotz Schonkost nach ein bis zwei Tagen nicht besser wird, immer wiederkommt oder die Katze abnimmt. Chronischer Durchfall ist bei Katzen nicht selten ein Zeichen für eine Darmentzündung, eine Unverträglichkeit, Parasiten oder bei älteren Tieren auch eine Schilddrüsenüberfunktion.

In der Praxis wird die Katze untersucht, oft eine Kotprobe auf Parasiten geprüft und bei Bedarf Blut untersucht. Je nach Befund gibt es Flüssigkeit als Infusion, ein Diätfutter, Mittel gegen Parasiten oder weitere Untersuchungen. Geben Sie keine Durchfallmittel für Menschen: Manche Wirkstoffe sind für Katzen ungeeignet oder gefährlich.

Probiotika und Ballaststoffe wie Flohsamenschalen werden bei Katzen mit Durchfall häufig eingesetzt. Die Studienlage bei Katzen ist dünn, bei chronischem Dickdarmdurchfall gibt es Hinweise auf einen Nutzen. Solche Zusätze gehören in die Absprache mit dem Tierarzt, nicht in den Selbstversuch.

Häufige Fragen

Wie lange darf ich meiner Katze Schonkost geben?

Selbst gekochte Schonkost aus Hühnerfleisch ist nicht vollständig und sollte nur zwei bis drei Tage gefüttert werden. Danach stellen Sie über einige Tage auf das gewohnte Alleinfutter zurück. Braucht die Katze länger eine leichte Kost, ist ein Diätfuttermittel vom Tierarzt die richtige Wahl.

Darf eine Katze mit Durchfall Trockenfutter fressen?

Wenn sie es gewohnt ist und verträgt, ja. Bei akutem Durchfall ist feuchte Kost aber günstiger, weil die Katze Flüssigkeit verliert. Weichen Sie Trockenfutter nicht einfach auf und lassen es stehen: Es verdirbt dann so schnell wie Nassfutter.

Hilft Kürbis gegen Durchfall bei Katzen?

Ein Teelöffel ungewürzter, gekochter Kürbis ist ein verbreiteter Tipp, weil er Ballaststoffe enthält. Belegt ist die Wirkung bei akutem Durchfall kaum. Schaden tut eine kleine Menge nicht, eine Behandlung ersetzt sie nicht.

Meine Katze hat Durchfall, ist aber fit – muss sie zum Tierarzt?

Ein einzelner weicher Kothaufen bei einer munteren erwachsenen Katze ist kein Notfall. Füttern Sie ein, zwei Tage Schonkost und beobachten Sie. Hält der Durchfall länger an, wird er wässrig oder zeigt die Katze weitere Beschwerden, gehört sie in die Praxis. Bei Kitten warten Sie nicht ab.