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katzenwelt

Dürfen Katzen Eier essen? Roh oder gekocht

Christoph · 4 Min. Lesezeit

Braune Eier in einem Topf mit kochendem Wasser
Gekocht sind Eier für Katzen ein gutes Leckerli, roh bergen sie Risiken
Inhalt6 Abschnitte
  1. Warum Ei für Katzen gut geeignet ist
  2. Rohe Eier: Salmonellen und Avidin
  3. Wie viel Ei ist in Ordnung?
  4. So bereiten Sie Ei für Katzen zu
  5. Wann Ei nicht passt
  6. Häufige Fragen

Ja, Katzen dürfen Eier essen – gekocht. Ein bis zwei Teelöffel hart gekochtes Ei oder Rührei ohne Salz und Fett sind für eine gesunde Katze ein wertvolles Leckerli. Rohe Eier sollten Sie dagegen nicht füttern: Sie können Salmonellen übertragen, und rohes Eiklar enthält Avidin, das ein wichtiges Vitamin bindet.

Erlaubt?ja, gekocht
Mengeein bis zwei Teelöffel, ein- bis zweimal pro Woche
Zubereitunghart gekocht oder als Rührei ohne Fett, Salz, Milch und Gewürze
Achtungrohe Eier, Kalorien, Schnittlauch und Zwiebeln

Warum Ei für Katzen gut geeignet ist

Anders als die meisten Lebensmittel vom Frühstückstisch passt das Ei zum Bedarf eines Fleischfressers. Es liefert hochwertiges Eiweiß mit allen unentbehrlichen Aminosäuren, dazu Fett, Vitamin A, Vitamine der B-Gruppe und Vitamin D. Das Eigelb enthält außerdem Arachidonsäure, eine Fettsäure, die Katzen nach dem MSD Veterinary Manual mit dem Futter aufnehmen müssen, weil sie sie kaum selbst bilden können. Ein Alleinfutter ersetzt das Ei trotzdem nicht: Es ist zu fettreich für eine Hauptmahlzeit, enthält kaum Taurin und hat zu wenig Kalzium. Mehr dazu unter Nährstoffbedarf der Katze.

Rohe Eier: Salmonellen und Avidin

Salmonellen können auf der Schale und auch im Ei sitzen. Katzen zeigen oft keine Krankheitszeichen, können die Keime aber über Wochen mit dem Kot ausscheiden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass sich Hunde und Katzen über rohe tierische Lebensmittel mit Salmonellen anstecken und die Keime im Haushalt verbreiten können – ein Risiko besonders für Kinder, Schwangere, ältere und immungeschwächte Menschen. Die Hinweise zum Schutz vor Salmonellen stehen in den Fragen und Antworten des BfR.

Avidin ist ein Eiweiß im rohen Eiklar, das Biotin (Vitamin B7) fest bindet, sodass der Darm es nicht mehr aufnehmen kann. Wer über längere Zeit viel rohes Eiklar füttert, riskiert einen Biotinmangel mit trockenem, schuppigem Fell und Haarausfall. Beim Erhitzen wird Avidin zerstört, das Problem entfällt. Das Eigelb enthält kein Avidin, sondern selbst viel Biotin – roh bleibt aber auch das Eigelb wegen der Salmonellen ein Risiko.

Wer BARF füttert und rohes Ei einsetzen möchte, sollte das innerhalb einer berechneten Ration tun, frische Eier verwenden und auf strenge Küchenhygiene achten.

Wie viel Ei ist in Ordnung?

Ein Hühnerei der Größe M liefert etwa 70 bis 80 kcal, der größte Teil davon steckt im Eigelb. Eine kastrierte Wohnungskatze mit 4 kg braucht nach den Richtwerten der FEDIAF nur etwa 130 bis 190 kcal am Tag. Ein ganzes Ei deckt damit rund die Hälfte ihres Tagesbedarfs – als Leckerli ist das viel zu viel.

Eine verbreitete tierärztliche Faustregel lautet, dass Leckerlis zusammen höchstens etwa zehn Prozent der Tagesenergie liefern sollten. Für Ei heißt das: ein bis zwei Teelöffel gehacktes Ei, ein- bis zweimal pro Woche. Gekochtes Eiklar allein ist fettarm und kalorienärmer und eignet sich gut für Katzen, die auf ihr Gewicht achten müssen.

So bereiten Sie Ei für Katzen zu

  1. Hart kochen. Etwa zehn Minuten, bis Eiweiß und Dotter fest sind.
  2. Oder Rührei ohne alles. In einer beschichteten Pfanne ohne Fett, ohne Milch, Salz, Pfeffer, Schnittlauch oder Zwiebeln.
  3. Abkühlen lassen und klein schneiden. Lauwarm oder kalt servieren, nicht heiß.
  4. Portion abmessen. Ein bis zwei Teelöffel, den Rest essen Sie selbst.
  5. Nicht stehen lassen. Reste nach einer halben Stunde entfernen, im Sommer früher.

Spiegelei in Butter, Omelett mit Käse, Eiersalat mit Mayonnaise und Eier mit Kräutern oder Zwiebeln gehören nicht in den Napf. Lauchgewächse schädigen die roten Blutkörperchen der Katze, mehr dazu unter Zwiebeln und Knoblauch.

Wann Ei nicht passt

Katzen mit einer Futtermittelallergie bekommen während einer Ausschlussdiät auch kein Ei. Allergien gegen Ei sind bei Katzen selten, kommen aber vor. Bei nierenkranken Katzen sprechen Sie Ei mit dem Tierarzt ab, weil das Eigelb viel Phosphor enthält. Übergewichtige Katzen bekommen, wenn überhaupt, nur gekochtes Eiklar.

Bei Erbrechen oder Durchfall wird gekochtes Ei manchmal als Teil einer Schonkost genannt. Ob das für Ihre Katze passt, klären Sie besser mit der Praxis – was grundsätzlich gilt, steht unter Schonkost für Katzen bei Durchfall und Katze erbricht nach dem Fressen. Erbricht die Katze mehrmals am Tag, mit Blut, oder frisst sie länger als 24 Stunden nichts, gehört sie sofort in die Tierarztpraxis.

Die Empfehlung: Gekochtes Ei ist eines der besten Leckerlis aus der eigenen Küche. Kochen Sie es durch, lassen Sie Gewürze weg und halten Sie die Menge klein. Einen Überblick über weitere Lebensmittel bietet das Lebensmittel-Lexikon.

Häufige Fragen

Dürfen Katzen Wachteleier essen?

Ja, gekocht gilt für Wachteleier dasselbe wie für Hühnereier. Ein Wachtelei wiegt nur etwa 10 g, ein halbes bis ganzes gekochtes Wachtelei ist deshalb eine passende Leckerli-Portion. Roh bergen auch Wachteleier Salmonellen- und Avidin-Risiken.

Darf die Katze die Eierschale fressen?

Gemahlene Eierschale wird beim BARFen als Kalziumquelle eingesetzt, aber nur in einer berechneten Ration, weil zu viel Kalzium ebenfalls schadet. Als Leckerli ist Eierschale ungeeignet, grobe Stücke können den Darm reizen.

Ist rohes Eigelb gesund für das Fell?

Eigelb enthält Fett und Biotin, doch eine Katze mit vollwertigem Futter bekommt davon genug. Glänzt das Fell nicht mehr, sind Futter, Parasiten oder Krankheiten die wahrscheinlicheren Ursachen. Das gehört tierärztlich abgeklärt, ein rohes Eigelb ist keine Behandlung.

Meine Katze hat Futter mit Fliegeneiern gefressen – was nun?

Einzelne Fliegeneier im Futter machen eine gesunde Katze in der Regel nicht krank; die Magensäure setzt ihnen zu. Verdorbenes Futter kann aber Durchfall und Erbrechen auslösen. Werfen Sie Futter weg, auf dem Fliegen saßen, und lassen Sie Nassfutter im Sommer nicht lange stehen.