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katzenwelt

Katzenfutter umstellen: Schritt für Schritt

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Eine schwarz-weiße Katze beschnuppert misstrauisch Trockenfutterbrocken auf dem Boden
Neues Futter wird erst einmal gründlich geprüft – Geduld zahlt sich bei der Umstellung aus
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wann sich eine Umstellung lohnt
  2. Schritt für Schritt umstellen
  3. Von Trocken- auf Nassfutter
  4. Von BARF auf Fertigfutter oder umgekehrt
  5. Vom Kittenfutter auf Erwachsenenfutter
  6. Diätfutter und Ausschlussdiät
  7. Wenn es nicht klappt
  8. Häufige Fragen

Katzenfutter stellt man am besten über sieben bis zehn Tage um: Sie mischen das neue Futter in kleinen Schritten unter das alte, bis nur noch das neue im Napf liegt. So gewöhnen sich Verdauung und Geschmack langsam um, und Durchfall oder Futterverweigerung bleiben meist aus. Wählerische oder empfindliche Katzen brauchen oft zwei bis drei Wochen. Wichtig ist vor allem eines: Eine Katze darf bei der Umstellung nie hungern.

Wann sich eine Umstellung lohnt

Gute Gründe für einen Futterwechsel gibt es viele: Das Kitten wird erwachsen, die Katze ist kastriert und nimmt zu, der Tierarzt verordnet eine Diät, die Katze soll mehr Nassfutter bekommen, oder das bisherige Futter ist kein Alleinfuttermittel. Auch wer grundsätzlich von Trocken- auf Nassfutter wechseln möchte, findet die Gründe unter Nassfutter oder Trockenfutter?.

Kein guter Zeitpunkt ist eine akute Erkrankung. Katzen verknüpfen Übelkeit mit dem Futter, das sie gerade bekommen, und lehnen es danach oft dauerhaft ab. Eine Diät, die langfristig wichtig ist, führt man deshalb erst ein, wenn die Katze wieder mit Appetit frisst – und nicht im Krankenhaus oder mitten in einer Magen-Darm-Erkrankung, sofern der Tierarzt nichts anderes sagt.

Schritt für Schritt umstellen

Ein bewährter Plan für die meisten Katzen:

Tagaltes Futterneues Futter
1–2etwa 75 %etwa 25 %
3–4etwa 50 %etwa 50 %
5–6etwa 25 %etwa 75 %
ab 7–100 %
  1. Kleine Menge testen. Geben Sie am ersten Tag einen Teelöffel des neuen Futters getrennt neben dem gewohnten Napf. So sehen Sie, ob die Katze es überhaupt mag.
  2. Untermischen. Mischen Sie das neue Futter gut unter, damit die Katze es nicht herauspickt.
  3. Beobachten. Achten Sie auf Kot, Appetit und Erbrechen. Läuft alles gut, geht es zum nächsten Schritt.
  4. Bei Problemen zurückgehen. Wird der Kot weich oder frisst die Katze schlechter, bleiben Sie ein paar Tage beim vorigen Mischungsverhältnis und gehen dann langsamer vor.
  5. Die Menge anpassen. Neues Futter hat oft einen anderen Energiegehalt. Rechnen Sie die Tagesmenge neu, damit die Katze nicht zu- oder abnimmt.

Von Trocken- auf Nassfutter

Katzen, die jahrelang nur Trockenfutter kannten, erkennen Nassfutter manchmal gar nicht als Futter. Dann helfen kleine Tricks:

  • Nassfutter auf Körpertemperatur anwärmen – dann riecht es stärker. Nicht in der Mikrowelle überhitzen und vor dem Füttern umrühren.
  • Ein paar gewohnte Trockenfutterbrocken obenauf legen oder zerbröselt darüberstreuen.
  • Verschiedene Konsistenzen anbieten: Pastete, Stückchen in Soße, Stückchen in Gelee. Viele Katzen haben klare Vorlieben.
  • Das Nassfutter zuerst geben, wenn die Katze hungrig ist, und das Trockenfutter erst später.

Trockenfutter lässt sich auch nach und nach stärker einweichen, bis es fast die Konsistenz von Nassfutter hat. Eingeweichtes Futter verdirbt allerdings schnell.

Von BARF auf Fertigfutter oder umgekehrt

Rohfleischfütterung und Fertigfutter unterscheiden sich in Geruch, Konsistenz und Temperatur deutlich. Beginnen Sie mit einem Nassfutter mit hohem Fleischanteil und ähnlicher Tierart, mischen Sie es mit der gewohnten Rohfleischmahlzeit und steigern Sie den Anteil wie oben. Wer umgekehrt auf BARF umsteigen will, braucht vorher einen berechneten Rationsplan, sonst drohen Mangelerscheinungen; siehe BARF für Katzen.

Vom Kittenfutter auf Erwachsenenfutter

Die meisten Katzen bekommen bis zum Alter von etwa einem Jahr Kittenfutter. Große Rassen wachsen länger und bleiben oft etwas länger dabei. Nach der Kastration wechseln viele Halter früher auf ein Futter mit weniger Energie, damit die junge Katze nicht zunimmt – das bespricht man mit dem Tierarzt. Die Umstellung selbst läuft nach dem gleichen Plan, siehe Kittenfutter.

Diätfutter und Ausschlussdiät

Diätfuttermittel für besondere Ernährungszwecke, etwa bei Nierenerkrankung, Harnsteinen oder Diabetes, setzt man nach tierärztlicher Diagnose ein. Umstellungsdauer und Mischungsverhältnis legt dann die Praxis fest. Bei manchen Erkrankungen wird schneller umgestellt, bei anderen besonders langsam, weil die Katze das Diätfutter sonst ablehnt.

Eine Sonderrolle hat die Ausschlussdiät bei Verdacht auf Futtermittelallergie: Hier bekommt die Katze über mehrere Wochen ausschließlich das neue Futter, ohne jedes Leckerli. Wie das funktioniert, erklärt Futtermittelallergie bei Katzen.

Wenn es nicht klappt

Durchfall: Etwas weicherer Kot in den ersten Tagen ist normal. Gehen Sie einen Schritt zurück und stellen langsamer um. Hält Durchfall länger als ein bis zwei Tage an, ist er blutig oder wässrig, erbricht die Katze zusätzlich oder wirkt sie matt, gehört sie zum Tierarzt – bei Kitten und alten Katzen schneller, weil sie rasch austrocknen.

Futterverweigerung: Katzen „bis zum Hunger warten“ zu lassen, ist gefährlich. Frisst eine Katze länger als 24 Stunden gar nichts, muss sie zum Tierarzt; übergewichtige Katzen können schon nach wenigen Tagen eine lebensgefährliche Leberverfettung entwickeln. Geben Sie in dieser Zeit lieber wieder das alte Futter und versuchen Sie es später langsamer. Mehr dazu unter Katze frisst nicht.

Die Katze frisst nur noch die alte Sorte: Manche Katzen sind geprägt und brauchen Wochen. Kleine Schritte, Anwärmen und ein ruhiger Fressplatz helfen mehr als Druck.

Unsere Empfehlung: Planen Sie für jede Umstellung mindestens eine Woche ein, bei empfindlichen Katzen drei. Beobachten Sie Kot und Appetit, gehen Sie bei Problemen einen Schritt zurück und lassen Sie Ihre Katze nie hungern. Eine Umstellung, die einen Monat dauert, ist kein Misserfolg.

Häufige Fragen

Kann ich das Futter auch von heute auf morgen wechseln?

Manche robuste Katzen vertragen das, viele reagieren aber mit Durchfall, Erbrechen oder lehnen das neue Futter ab. Eine schrittweise Umstellung kostet wenig und erspart der Katze Magenprobleme. Ausnahme: Der Tierarzt ordnet einen sofortigen Wechsel an.

Ist es schlecht, die Sorte öfter zu wechseln?

Nein. Viele Tierärzte finden es sogar sinnvoll, wenn eine Katze mehrere Sorten und Konsistenzen kennt – dann nimmt sie später auch ein Diätfutter leichter an. Wechsel innerhalb der gleichen Futterlinie sind meist unproblematisch; bei neuer Marke oder Futterart mischen Sie besser über einige Tage.

Warum frisst meine Katze das neue Futter erst und dann nicht mehr?

Neues Futter ist anfangs interessant, der Reiz lässt aber nach. Außerdem verbinden Katzen ein Futter mit Übelkeit, wenn es ihnen danach schlecht ging. Bleibt die Katze beim neuen Futter zurückhaltend, mischen Sie wieder mehr vom alten unter und steigern langsamer.

Wie stelle ich um, wenn ich mehrere Katzen habe?

Am einfachsten, wenn alle Katzen das neue Futter bekommen und im gleichen Tempo umgestellt werden. Braucht nur eine Katze ein anderes Futter, etwa eine Diät, füttern Sie getrennt oder mit einem Chip-Napf.