Katze leckt sich kahl

Katze leckt sich die Pfote kahl
Leckt die Katze sich Kahl, passiert dies meist am Bauch oder an der Pfote | Foto: Sonsedskaya / depositphotos.com

Katzen sind bekanntlich reinliche Tiere. Etwa ein Viertel des Tages verbringen sie durchschnittlich mit der Fell- und Körperpflege. Dabei gehen sie oft zwar nicht gerade zimperlich vor, in der Regel aber doch recht schonend. Es kann allerdings auch sein, dass es ein Tier mit der Fellpflege deutlich übertreibt: Die Katze leckt sich kahl. Das ist dann natürlich kein normales Verhalten mehr, sondern eine Verhaltensänderung, für die es eine Ursache geben muss. Da ein derartiges Putzverhalten problematisch sein und beispielsweise zu Entzündungen führen kann, muss der Ursache dafür auf den Grund gegangen werden. Erst dann lässt sich wirklich etwas dagegen unternehmen.

Eine Katze leckt sich kahl: Die am häufigsten betroffenen Körperstellen

Die Formulierung „Katze leckt sich kahl“ ist eigentlich eine grandiose Übertreibung, weil dadurch häufig der Eindruck entsteht, sie würde das am ganzen Körper tun. Das ist jedoch nicht der Fall. Vielmehr sind immer nur ganz bestimmte Körperpartien betroffen. Warum das so ist konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden. Eventuell liegt es daran, dass die Katze diese Stellen besonders leicht erreichen kann.

Am häufigsten kommt es im Bereich des Bauches zu einem extremen Fellauslecken. Die Katze nimmt dabei nicht selten den gesamten Bauchraum ins Visier.

Die Folge kann durchaus ein nackter Bauch sein, an dem das Tier dann auch friert. Da das Tier auch dann weiter leckt, können neue Haare nur sehr schwer nachwachsen.

Ebenfalls sehr häufig von der Problematik „Katze leckt sich kahl“ betroffen sind die Innenbereiche der beiden Schenkel. Schließlich kommt es auch relativ oft vor, dass eine Katze die oberen Seiten der Pfoten bis zum Verschwinden des Fells leckt. Die Vorderpfoten sind von dem Phänomen übrigens häufiger betroffen als die Hinterpfoten. Normalerweise dürfte das Fellauslecken dann sehr schnell wieder aufhören.

wichtigWichtig ist, dass man als Katzenhalter das Problem möglichst frühzeitig entdeckt. Bemerkt man insbesondere im Bauchbereich, an den Schenkelinnenseiten oder an den Pfoten, dass das Feld dort dünner bzw. lichter wird, sollte man handeln und der Sache auf den Grund gehen. Kahle Stellen stehen meist erst am Ende eines längeren Prozesses.

Gründe und Ursachen für die Verhaltensstörung „Katze leckt sich kahl“

Wenn sich eine Katze derart stark leckt, dass im Fell kahle Stellen entstehen, ist das vor allem ein Symptom. Die Verhaltensänderung zeigt an: Irgendetwas stimmt mit dem Tier nicht. Die Gründe für dieses Verhalten können dabei äußerst vielfältig sein. Möglich sind sowohl physische als auch psychische Ursachen.

Da weiteres Fellauslecken unbedingt vermieden werden sollte, muss die konkrete Ursache heraus gefunden werden. Einen ersten Anhaltspunkt kann eine Liste möglicher Gründe bieten.

Eine Katze leckt sich kahl, weil

  • sie Parasiten hat,
  • falsch ernährt wird,
  • kürzlich geimpft wurde,
  • ein Flohmittel oder eine Wurmkur verabreicht bekam,
  • bestimmte Medikamente nicht verträgt,
  • eine Erkrankung innerer Organe vorliegt,
  • sie eine Allergie ausgebildet hat,
  • sie Stress oder anderen seelischen Belastungen ausgesetzt ist.

Es gibt darüber hinaus noch weitere, aber eher selten vorkommende Ursachen. Wichtig ist zunächst, sich zu fragen, was sich für die Katze in letzter Zeit geändert hat. Wurden etwa ein anderes Futter oder Medikamente verabreicht? Oder kam es zu Veränderungen in der Wohnung?

Zu den häufigsten Gründen für die Verhaltensstörung „Katze leckt sich kahl“ gehören übrigens Stress und andere psychische Belastungen.

Katze leckt sich kahl aus psychischen Gründen

Auch wenn sie nicht immer den Eindruck vermitteln: Katzen sind äußerst empfindsame, ja sensible Tiere. Insbesondere können ihnen Veränderungen in ihrem Umfeld schwer zusetzen.

Oft reicht es dabei schon aus, wenn beispielsweise Möbel in der Wohnung verstellt werden. Problematisch ist auch, wenn sich für das Tier der Tagesablauf ändert. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn man als Katzenhalter plötzlich weniger oder zu anderen Zeiten zu Hause ist.

Besonders kritisch wird es, wenn eine weitere Katze in den Haushalt kommt. Katzen, die über eine längere Zeit hinweg alleine mit ihren Haltern gelebt haben, tun sich grundsätzlich schwer mit dieser Situation. Der neue Mitbewohner wird als lästiger und störender Konkurrent empfunden. Zwar legt sich das in den allermeisten Fällen im Laufe der Zeit, bis dahin kann das Phänomen „Katze leckt sich kahl“ jedoch ein Mittel sein, um den damit verbundenen Stress zu kompensieren.

Sind psychische Gründe die Ursache für die Verhaltensstörung, ist eine Behandlung meist sehr einfach. Oft hilft es schon, wenn man der Katze mehr Zuwendung schenkt und insbesondere mehr mit ihr spielt. Darüber hinaus kann auch manche Veränderung wieder rückgängig gemacht werden.

Liegt das Problem bei einer neuen, weiteren Katze sollte auf jeden Fall für jedes Tier ein eigener Fress- und Trinknapf sowie mindestens eine Katzentoilette zur Verfügung gestellt werden.

Hilfreich ist bei Stress und psychischen Belastungen der Katze oft auch die Verabreichung homöopathischer Medikamente. Sie werden in flüssiger Form ins Trinkwasser, z.B. im Katzenbrunnen, gekippt oder unter das Futter gemischt. Sie sollen eine beruhigende Wirkung auf das Tier haben. Ganz ähnlich verhält es sich mit bestimmten Duftstoffen, die von im Fachhandel erhältlichen Duftspendern frei gesetzt werden (Lesetipp: Beruhigungsmittel Katze).

Katze leckt sich kahl bei Fellpflege
Fellpflege ist wichtig. Leckt die Katze sich kahl, muss die Ursache gesucht werden | Foto: webkatrin1 / depositphotos.com

Anamnese und Behandlung durch den Tierarzt

Der Verhaltensstörung „Katze leckt sich kahl“ kann letzten Endes nur ein Profi auf den Grund gehen. Das gilt vor allem dann, wenn man als Katzenhalter selbst keinen denkbaren Grund für das Extremlecken gefunden hat. Der Besuch bei einem Tierarzt ist dann Pflicht.

Der Mediziner wird die Katze zunächst gründlich untersuchen. Dabei geht es ihm vor allem darum, festzustellen, ob eine Hauterkrankung vorliegt.

Dazu führt er verschiedene Tests durch. Er wird sich darüber hinaus auch intensiv mit dem Katzenhalter unterhalten. Auf diese Weise will er feststellen, ob es Veränderungen um Umfeld der Katze gibt, die das neue Verhalten ausgelöst haben könnten. Schlussendlich wird er auch überprüfen, ob andere Erkrankungen vorliegen. Dabei stehen die inneren Organe im Mittelpunkt.

Hat der Tierarzt eine Diagnose gestellt geht es an die Behandlung. Die ist naturgemäß von der Ursache abhängig. Unter Umständen kann es sein, dass sich hinter der Verhaltensstörung eine schwerwiegende Erkrankung verbirgt, die eventuell sogar eine Operation notwendig macht. Möglich ist auch, dass der Tierarzt eine spezielle Diät verordnet, die dann über einen bestimmten Zeitraum hinweg oder gar ein Katzenleben lang eingehalten werden muss.

Katze leckt sich kahl – Gefahren, die damit verbunden sein können

Die Verhaltensstörung „Katze leckt sich kahl“ sollte auf gar keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden. Zwar stellen kahle Stellen im Fell keine akute Bedrohung für das Tier dar, jedoch können die Ursachen dafür unter Umständen lebensbedrohlich sein. Insbesondere, wenn etwa Erkrankungen der Nieren (Niereninsuffizienz) und Harnwege (Katze Blasenentzündung) vorliegen besteht höchste Gefahr.

Katzen sind zudem auf ihr Fell angewiesen. Mal abgesehen von speziellen Züchtungen, die auch ohne Fell auskommen, regulieren die Tiere über das Fell nicht zuletzt auch ihre Köpertemperatur. Kahle Stellen können deshalb die Körpertemperatur beeinträchtigen. Vor allem ein nackter Bauch stellt dabei ein großes Problem dar.

wichtigDer Bauch ist dem kalten Boden am nächsten. Folglich kann es dazu kommen, dass sich die Katze verkühlt. Dabei sind wiederum vor allem die Nieren und die Harnwege gefährdet.

Schließlich kann es auch zu Entzündungen auf der Haut kommen. Ausgelöst werden diese Entzündungen durch die permanente Reizung der Haut durch das Lecken. Denn: Eine Katze hört mit dem Lecken an einer Stelle nicht auf, wenn dort das Fell bereits weg ist. Und eine anfangs harmlose Entzündung wiederum kann zu einem großen Problem werden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

So oder so: Katze leckt sich kahl? Dann muss man sich unbedingt um das Tier kümmern!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss man unbedingt gleich zum Tierarzt, wenn sich die Katze vermehrt das Fell ausleckt?

Um kein unnötiges Risiko einzugehen, ist ein Tierarztbesuch grundsätzlich eine gute Idee. Er ist allerdings nicht immer zwingend erforderlich.

Zunächst einmal sollte man selbst erforschen, was sich für die Katze geändert hat. Entdeckt man beispielsweise Katzenflöhe oder Zecken an ihr (Lesetipp: Zeckenschutz Katze), ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die der Auslöser für das geänderte Verhalten sind. Findet man selbst keine Ursache, ist der Besuch in einer Tierarztpraxis allerdings unumgänglich.

Bringt es etwas, die Katze dabei zu stören, wenn sie sich beispielsweise am Bauch leckt?

Nein, definitiv nicht. Zwar kann das kurzfristig zur Folge haben, dass das Tier in der Gegenwart das Menschen das Lecken einstellt. Meist wird sie aber wieder anfangen, sobald sie alleine ist. Das Kahllecken findet sowieso sehr häufig während der Nachtstunden statt. Man muss wissen: Eine Katze leckt sich kahl und folgt damit gewissermaßen einem Antrieb, den sie nicht steuern kann. Sie dabei zu stören hilft ihr nicht weiter.

Kann sich die Verhaltensstörung „Katze leckt sich kahl“ auf andere Katzen bzw. Haustiere übertragen?

Es kommt auf die Ursache für die Verhaltensstörung an.

Rührt das Fellauslecken von einem Befall mit Parasiten wie etwa Flöhen oder Zecken her, ist die Gefahr groß, dass die Quälgeister auf andere Katzen im Haushalt übertragen werden. Möglich ist auch, dass eine falsche Ernährung früher oder später bei den Mitbewohnern zu einer extrem vermehrten Lecktätigkeit führt.

Man sollte wissen: Katzen sind sehr individuelle Wesen, die ganz unterschiedlich reagieren.

Helfen homöopathische Mittel wirklich gegen das übertriebene Fellauslecken?

Die Frage ist schwer zu beantworten. Grundsätzlich gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Homöopathie tatsächlich eine Wirkung hat. Das gilt sowohl für die Human- wie für die Tiermedizin. Andererseits existieren unzählige Berichte darüber, dass durch die Einnahme von Globuli Krankheiten gelindert oder gar geheilt worden sind. Insbesondere im Zusammenhang mit der Problematik „Katze leckt sich kahl“ werden gerne homöopathische Mittel verabreicht – auch von Schultiermedizinern.

Was auch immer man von Homöopathie halten mag, sie scheint den Tieren jedenfalls nicht zu schaden.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*