Katzenflöhe erkennen und loswerden: Katze und Wohnung behandeln

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Katzenflöhe sind die häufigsten Parasiten auf dem Fell von Katzen, und fast jede Katze hat irgendwann welche. Sie erkennen einen Befall am sichersten mit einem Flohkamm, behandeln müssen Sie dann die Katze, alle anderen Tiere im Haushalt und die Wohnung. Das dauert Wochen, nicht Tage, denn der größte Teil der Flohpopulation lebt nicht auf dem Tier, sondern als Ei, Larve und Puppe in der Umgebung.
Woran Sie Flöhe bei der Katze erkennen
Viele Katzen putzen Flöhe so gründlich weg, dass man selten einen lebenden Floh zu sehen bekommt. Achten Sie deshalb auf diese Zeichen:
- Die Katze kratzt, beißt oder leckt sich häufiger als sonst, besonders an Rücken, Schwanzansatz, Hals und Bauch.
- Im Fell finden sich kleine schwarze Krümel, vor allem am Rücken vor dem Schwanz.
- Die Haut zeigt Rötungen, Krusten oder viele kleine Knötchen, die sich wie Sandkörner anfühlen (miliare Dermatitis).
- Stellenweise wird das Fell dünn, weil die Katze es sich ausleckt – mehr dazu unter Katze leckt sich kahl.
- Menschen im Haushalt bekommen juckende Stiche, oft in Reihen an Knöcheln und Unterschenkeln.
Der Flohkamm-Test ist einfach: Kämmen Sie Ihre Katze über einem weißen, leicht angefeuchteten Küchenpapier, besonders entlang des Rückens bis zum Schwanzansatz. Klopfen Sie den Kamm auf dem Papier aus. Schwarze Krümel, die beim Zerreiben einen rotbraunen Hof bilden, sind Flohkot. Er besteht aus verdautem Blut. Normaler Schmutz bleibt dagegen schwarz oder grau.

Wie Flöhe leben und warum die Wohnung mitbehandelt werden muss
Der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) ist wenige Millimeter groß, flach gebaut und kann ein Vielfaches seiner Körperlänge weit springen. Er befällt nicht nur Katzen, sondern auch Hunde und Kaninchen und sticht gelegentlich Menschen, vermehrt sich auf ihnen aber nicht.
Ein erwachsener Floh bleibt auf seinem Wirt und saugt dort Blut. Ein Weibchen legt täglich Dutzende Eier, die aus dem Fell fallen, und zwar überall dort, wo die Katze sich aufhält. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich in Teppichen, Polsterritzen und Körben verkriechen und von Flohkot leben. Sie verpuppen sich in einem klebrigen Kokon. Aus der Puppe schlüpft der neue Floh erst, wenn Wärme, Erschütterung oder Kohlendioxid einen Wirt ankündigen. Im Kokon kann er viele Wochen, unter Umständen Monate überdauern.
Daraus folgen zwei Dinge. Erstens sind die Flöhe, die Sie auf der Katze finden, nur die Spitze des Eisbergs; der weitaus größte Teil einer Flohpopulation steckt als Ei, Larve und Puppe in der Wohnung. Zweitens schlüpfen nach jeder Behandlung noch wochenlang neue Flöhe nach. Das ist kein Zeichen, dass das Mittel versagt, sondern dass es länger angewendet werden muss.
Warum Flöhe mehr sind als lästig
Flöhe jucken nicht nur. Manche Katzen entwickeln eine Allergie gegen den Flohspeichel, die Flohspeichelallergie. Bei ihnen reichen wenige Stiche für starken Juckreiz, Krusten und kahle Stellen. Bei Kätzchen und geschwächten Tieren kann ein starker Befall zu Blutarmut führen, die lebensgefährlich werden kann.
Außerdem übertragen Flöhe Krankheitserreger. Verschluckt die Katze beim Putzen einen Floh, kann sie sich mit dem Gurkenkernbandwurm anstecken (siehe Bandwurm bei Katzen). Flöhe verbreiten auch Bakterien der Gattung Bartonella, die beim Menschen die Katzenkratzkrankheit auslösen können.
Die Katze behandeln: welche Mittel wirken
Gegen Flöhe gibt es wirksame Tierarzneimittel als Spot-on für den Nacken, als Tablette und als Halsband. Welches Mittel passt, hängt vom Alter und Gewicht der Katze ab, von ihrem Gesundheitszustand und davon, ob sie gleichzeitig vor Zecken geschützt werden soll. Viele Mittel sind erst ab einem bestimmten Alter oder Mindestgewicht zugelassen; für sehr junge Kätzchen gibt es nur wenige geeignete Präparate. Lassen Sie sich in der Tierarztpraxis beraten und halten Sie sich an die Packungsbeilage und das Gewicht Ihrer Katze. Einen Überblick über die Arten finden Sie unter Flohmittel für die Katze und Spot-on für die Katze.

Einige Regeln gelten für jedes Mittel:
- Nur Mittel für Katzen verwenden. Floh- und Zeckenmittel für Hunde enthalten häufig Permethrin oder ähnliche Wirkstoffe, die für Katzen tödlich giftig sind. Schon das Kuscheln mit einem frisch behandelten Hund kann eine Katze vergiften. Anzeichen sind Zittern, Krämpfe und starkes Speicheln – dann sofort in die Tierarztpraxis.
- Alle Tiere behandeln. Leben mehrere Katzen oder ein Hund im Haushalt, müssen alle gleichzeitig behandelt werden, jedes mit einem für seine Tierart zugelassenen Mittel.
- Lange genug behandeln. Weil noch wochenlang Flöhe aus Puppen nachschlüpfen, braucht es meist eine Behandlung über mindestens drei Monate.
- Ablecken verhindern. Spot-ons werden auf die Haut im Nacken getropft, wo die Katze nicht hinkommt. Andere Katzen im Haushalt sollten die Stelle nicht ablecken, bis sie getrocknet ist.
Die Wohnung behandeln
Parallel zur Katze müssen Sie die Umgebung sauber bekommen:
- Gründlich saugen. Teppiche, Polster, Sofaritzen, Kratzbaum, Autositze und Fußleisten täglich absaugen, solange der Befall anhält. Die Vibration lockt Flöhe aus den Puppen, die dann vom Mittel auf der Katze erfasst werden. Den Beutel danach verschlossen in den Restmüll geben.
- Waschen. Decken, Kissenbezüge und Katzenbetten möglichst heiß waschen, mindestens bei 60 °C.
- Liegeplätze nicht vergessen. Körbe, Höhlen und die Plattformen des Kratzbaums sind Brutstätten für Larven.
- Umgebungsspray gezielt einsetzen. Bei starkem Befall kann ein Mittel für die Umgebung helfen. Achten Sie darauf, dass es für Haushalte mit Katzen geeignet ist, lüften Sie gut und halten Sie Tiere während der Anwendung fern. Vernebler mit Permethrin gehören nicht in einen Katzenhaushalt.
Hausmittel: was nicht hilft und was schadet
Kokosöl, Schwarzkümmelöl, Bernsteinketten, Knoblauch oder Bierhefe schützen nicht zuverlässig vor Flöhen; eine Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt. Einige Hausmittel sind sogar gefährlich. Teebaumöl, Lavendelöl und andere ätherische Öle sind für Katzen giftig, weil ihre Leber sie schlecht abbauen kann. Knoblauch schädigt bei Katzen die roten Blutkörperchen. Und wer auf Hausmittel setzt, verschleppt die Behandlung, während sich die Flöhe in der Wohnung weiter vermehren.
Ein Flohkamm ist dagegen ein gutes Hilfsmittel, um einen Befall zu erkennen und den Erfolg der Behandlung zu kontrollieren. Allein beseitigt er einen Befall aber nicht.
Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
Sofort, wenn Ihre Katze nach einem Flohmittel zittert, krampft, stark speichelt oder taumelt, besonders wenn versehentlich ein Hundepräparat verwendet wurde oder sie Kontakt zu einem frisch behandelten Hund hatte. Ebenfalls schnell zum Tierarzt gehören Kätzchen mit Flöhen, die matt wirken oder blasse Schleimhäute haben.
In den nächsten Tagen sollten Sie eine Praxis aufsuchen, wenn die Katze trotz Behandlung weiter stark kratzt, offene oder nässende Hautstellen hat oder Fell verliert. Dann kann eine Flohspeichelallergie oder eine andere Hauterkrankung dahinterstecken. Weil Flöhe Bandwürmer übertragen, gehört nach einem Flohbefall eine Bandwurmbehandlung dazu; Näheres unter Katzenwürmer.
Vorbeugung
Freigänger bringen Flöhe vor allem von Frühjahr bis Herbst mit nach Hause, in beheizten Wohnungen vermehren sie sich aber das ganze Jahr. Für Freigänger ist eine regelmäßige Vorbeugung mit einem Mittel für Katzen meist sinnvoll; wie oft, hängt vom Präparat ab. Wohnungskatzen brauchen in der Regel keinen Dauerschutz, sofern kein Hund oder Freigänger im Haushalt lebt. Kämmen Sie Ihre Katze regelmäßig mit dem Flohkamm durch, dann fällt ein Befall früh auf.
Unsere Empfehlung: Behandeln Sie bei einem Befall Katze, Mitbewohner und Wohnung zugleich und halten Sie mindestens drei Monate durch. Und lassen Sie jedes Hundemittel von Ihrer Katze fern.
Häufige Fragen
Können Katzenflöhe auf Menschen übergehen?
Sie stechen Menschen, vor allem an den Beinen, bleiben aber nicht dauerhaft auf ihnen und vermehren sich dort nicht. Die Stiche jucken, sind aber meist harmlos. Wer stark reagiert oder entzündete Stiche hat, geht zum Hausarzt. Das Problem verschwindet, sobald Katze und Wohnung flohfrei sind.
Hat eine Wohnungskatze Flöhe, obwohl sie nie rausgeht?
Das kommt vor. Flöhe oder ihre Eier können an Kleidung, über andere Haustiere, beim Tierarzt oder in einer Katzenpension eingeschleppt werden. In einem neuen Zuhause können auch Puppen des Vorbesitzers noch schlüpfen.
Wie lange dauert es, bis alle Flöhe weg sind?
Meist mehrere Wochen bis drei Monate. Solange noch Puppen in der Wohnung liegen, schlüpfen neue Flöhe nach und werden vom Mittel auf der Katze abgetötet. Führen Sie deshalb die Behandlung so lange fort, wie es Tierarzt und Packungsbeilage vorsehen, auch wenn Sie keine Flöhe mehr sehen.
Ist ein Flohhalsband sicher?
Es gibt zugelassene Flohhalsbänder für Katzen, die über Monate wirken. Wichtig ist ein Sicherheitsverschluss, der sich öffnet, wenn die Katze hängen bleibt. Mehr dazu unter Flohhalsband für die Katze.



