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katzenwelt

Katze erbricht Schaum: Ursachen und wann es gefährlich ist

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Katze frisst aus einem Napf mit Trockenfutter
Kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten beugen dem Schaumerbrechen bei leerem Magen vor
Inhalt7 Abschnitte
  1. Was der Schaum eigentlich ist
  2. Häufige und eher harmlose Ursachen
  3. Ursachen, die abgeklärt werden müssen
  4. Was Sie selbst tun können
  5. Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
  6. Was der Tierarzt untersucht
  7. Häufige Fragen

Erbricht eine Katze weißen oder gelblichen Schaum, handelt es sich meist um Magensaft oder Galle, die bei leerem Magen hochkommen. Einmal und bei einer sonst munteren Katze ist das in der Regel harmlos. Wiederholt sich das Schaumerbrechen, kommen weitere Beschwerden hinzu oder ist die Katze älter, sollte ein Tierarzt nach der Ursache suchen – dann ist Schaum oft das sichtbare Zeichen einer Magen-Darm-, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankung.

Was der Schaum eigentlich ist

Im leeren Magen befinden sich Magensaft und Schleim. Beim Würgen vermischen sie sich mit Luft und Speichel, und heraus kommt eine weiße, schaumige Flüssigkeit. Ist der Schaum gelb oder grünlich, ist Galle dabei: Sie gelangt aus dem Dünndarm zurück in den Magen, was bei leerem Magen öfter vorkommt. Rosa oder rötlicher Schaum, rote Fäden oder braune, kaffeesatzartige Krümel zeigen dagegen Blut an.

Wichtig ist die Unterscheidung zu Husten: Eine Katze, die mit flach gestrecktem Hals am Boden kauert, würgt und dabei etwas Schaum oder gar nichts hervorbringt, kann auch husten. Das ist bei Katzen häufig ein Zeichen von Asthma und wird oft für „Haarballen“ gehalten. Ein Handyvideo hilft dem Tierarzt, das zu unterscheiden. Mehr dazu unter Katze würgt.

Häufige und eher harmlose Ursachen

  • Nüchterner Magen: Liegt die letzte Mahlzeit lange zurück, etwa über Nacht, erbrechen manche Katzen morgens gelben oder weißen Schaum. Kleinere, über den Tag verteilte Mahlzeiten und eine späte Portion am Abend helfen oft.
  • Haarballen: Bevor ein Haarballen herauskommt, würgt die Katze oft Schaum hoch. Regelmäßiges Bürsten verringert die Menge geschluckter Haare.
  • Gras oder Pflanzenteile: Viele Katzen fressen Gras und erbrechen es mit Schaum. Katzengras ist dabei die sichere Wahl gegenüber Zimmerpflanzen.
  • Zu schnelles Fressen: Wer schlingt, erbricht häufiger, dann aber meist mit Futter.

Ursachen, die abgeklärt werden müssen

UrsacheHinweise
Magenschleimhautentzündung (Gastritis)wiederholtes Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schmerz beim Abtasten des Bauches; Auslöser u. a. Futterunverträglichkeit, verdorbenes Futter, Medikamente
Chronische Darmentzündung, FutterunverträglichkeitErbrechen über Wochen, oft Durchfall oder Gewichtsverlust
Chronische Nierenerkrankungältere Katze, viel Durst, viel Urin, Abmagerung, Mundgeruch
SchilddrüsenüberfunktionHeißhunger bei Gewichtsverlust, Unruhe
Bauchspeicheldrüsen- oder Lebererkrankung, DiabetesMattigkeit, Appetitverlust, evtl. gelbliche Schleimhäute
Fremdkörperhäufiges Erbrechen, auch von Wasser, kein Kot, gespannter Bauch; Fäden und Haargummis sind typische Übeltäter
Vergiftungplötzlicher Beginn, starkes Speicheln, Zittern, Krämpfe
Würmervor allem bei jungen Katzen und Freigängern, die jagen

Bei einer Nierenerkrankung reichern sich Stoffwechselprodukte im Blut an, die Übelkeit auslösen und die Magenschleimhaut reizen. Schaumerbrechen kann deshalb ein frühes Zeichen sein, das bei älteren Katzen nicht als Haarballen abgetan werden sollte. Mehr dazu unter Niereninsuffizienz bei Katzen und Schilddrüsenüberfunktion.

Katze bekommt Medikament ins Futter
Eine Katze bekommt ein Medikament ins Futter gemischt – bei chronischen Ursachen oft Teil der Behandlung

Was Sie selbst tun können

  1. Beobachten. Notieren Sie, wann und wie oft die Katze Schaum erbricht, welche Farbe er hat und ob sie frisst, trinkt und Kot absetzt.
  2. Kurze Pause, aber kein Hungern. Nach einmaligem Erbrechen einige Stunden nichts füttern, Wasser immer bereitstellen. Danach kleine Portionen leicht verdaulicher Kost, etwa gekochtes, ungewürztes Hühner- oder Putenfleisch in kleinen Stücken.
  3. Mahlzeiten verteilen. Mehrere kleine Portionen am Tag verhindern lange Nüchternphasen; ein Futterautomat kann eine Portion in der Nacht oder am frühen Morgen übernehmen.
  4. Futter nicht ständig wechseln. Umstellungen schrittweise über eine bis zwei Wochen.
  5. Keine Hausmittel oder Menschenmedikamente. Magenmittel, Schmerzmittel oder Öl gehören nicht in die Katze, ohne dass ein Tierarzt es verordnet.
  6. Gefahren beseitigen. Fäden, Haargummis, Lametta, Medikamente und giftige Pflanzen wie Lilien außer Reichweite, siehe Giftige Pflanzen für Katzen.

Ob Trocken- oder Nassfutter nach dem Erbrechen besser ist, hängt von der Katze ab. Leicht verdauliche, feuchte Kost in kleinen Portionen ist in der Erholungsphase meist angenehmer; die verbreitete Behauptung, Trockenfutter „entziehe der Magenschleimhaut Feuchtigkeit“, ist dagegen nicht belegt.

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss

Noch am selben Tag, wenn Ihre Katze:

  • mehrmals am Tag erbricht oder nicht einmal Wasser bei sich behält
  • Blut oder kaffeesatzartige Krümel erbricht
  • würgt, ohne dass etwas herauskommt, hustet oder schwer atmet
  • matt ist, Fieber hat, einen harten oder schmerzhaften Bauch hat
  • länger als 24 Stunden nichts frisst – es droht eine Leberverfettung
  • im Verdacht steht, etwas Giftiges oder einen Faden verschluckt zu haben
  • ein Kitten oder eine alte, chronisch kranke Katze ist

In den nächsten Tagen, wenn sie über Wochen immer wieder Schaum erbricht, abnimmt oder mehr trinkt als früher. Als Faustregel gilt: Erbrechen öfter als etwa einmal pro Woche ist bei Katzen nicht normal, auch wenn es häufig vorkommt.

Was der Tierarzt untersucht

Nach Befragung und Abtasten des Bauches stehen meist Blut- und Urinuntersuchungen an, oft ergänzt durch Kotuntersuchung, Ultraschall oder Röntgen. Bei Verdacht auf eine Futterunverträglichkeit folgt eine Ausschlussdiät über mehrere Wochen. Behandelt wird je nach Ursache: Mittel gegen Übelkeit, Magenschutz, Diätfutter, Infusionen bei Austrocknung oder die Behandlung der Grunderkrankung. Allgemeines zu allen Formen des Erbrechens lesen Sie unter Die Katze kotzt.

Die Empfehlung lautet also: Einmal Schaum bei einer munteren Katze – beobachten und Mahlzeiten verteilen. Wiederholt Schaum, besonders bei älteren Katzen oder mit weiteren Beschwerden – untersuchen lassen, statt auf Haarballen zu tippen.

Häufige Fragen

Warum erbricht meine Katze morgens gelben Schaum?

Häufig, weil der Magen über Nacht lange leer war und Galle zurückgeflossen ist. Eine kleine Mahlzeit spät am Abend oder eine Portion aus dem Futterautomaten am frühen Morgen hilft oft. Hält es an, sollte der Tierarzt eine Entzündung oder andere Ursachen ausschließen.

Ist weißer Schaum gefährlicher als gelber?

Nicht grundsätzlich. Beide Farben sind meist Magensaft bzw. Galle. Gefährlicher sind Begleitumstände: Blut, häufiges Erbrechen, Mattigkeit, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust.

Kann Stress Schaumerbrechen auslösen?

Stress kann den Magen-Darm-Trakt beeinflussen und zu Erbrechen beitragen. Er sollte aber erst dann als Ursache angenommen werden, wenn körperliche Gründe ausgeschlossen sind.

Darf ich meiner Katze nach dem Erbrechen etwas geben, um den Magen zu beruhigen?

Nur Wasser und nach einer Pause kleine Portionen Schonkost. Medikamente, auch pflanzliche oder solche für Menschen, sollten nur nach tierärztlicher Verordnung gegeben werden.