Bombay-Katze: der kleine schwarze Panther im Porträt

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Die Bombay ist eine mittelgroße, rein schwarze Kurzhaarkatze mit lackglänzendem Fell und runden, kupfer- bis goldfarbenen Augen. Gezüchtet wurde sie in den USA, um einen „kleinen Panther“ für die Wohnung zu schaffen. Im Wesen ist sie anhänglich, verspielt und neugierig. In Deutschland ist sie selten, und nicht jede schwarze Katze mit gelben Augen ist eine Bombay.
Steckbrief der Bombay
| Herkunft | USA (Kentucky), ab den 1950er-Jahren |
| Größe und Gewicht | mittelgroß, kompakt und schwerer, als sie aussieht; etwa 2,5–5 kg, Kater schwerer |
| Fell | sehr kurz, fein, eng anliegend, glänzend, bis zu den Haarwurzeln schwarz |
| Augen | groß und rund, kupfer- bis goldfarben |
| Lebenserwartung | häufig 12–16 Jahre |
| Wesen | menschenbezogen, verspielt, gesprächig, wärmeliebend |
| Pflegeaufwand | gering |
Geschichte: ein Panther aus Kentucky
Die Züchterin Nikki Horner aus Kentucky wollte eine Katze, die wie ein Miniatur-Panther aussieht. Nach ersten Versuchen in den 1950er-Jahren verpaarte sie ab etwa 1966 Burma-Katzen in der Farbe Zobel mit schwarzen American-Shorthair-Katzen. Aus den Nachkommen entstand eine schwarze, kurzhaarige Katze mit dem kompakten Körper der Burma und den kräftigen Augen. Den Namen wählte sie in Anlehnung an den indischen Leoparden; eine Verbindung nach Indien gibt es nicht.
Die amerikanische Cat Fanciers’ Association registrierte die Bombay 1970 und ließ sie 1976 zu Meisterschaften zu. The International Cat Association (TICA) erkannte sie 1979 an. In Großbritannien gibt es eine eigene „British Bombay“ aus Burma und schwarzen Hauskatzen, die zur Asian-Gruppe gehört. Die europäische FIFe führt die Bombay bislang nur vorläufig. Das erklärt, warum es in Deutschland nur wenige Züchter gibt.
Aussehen: schwarz bis zu den Wurzeln
Das Fell ist sehr kurz, fein und liegt eng an, mit einem Glanz, den Züchter gern mit Lack vergleichen. Es soll bis in die Haarwurzeln schwarz sein, auch Nase und Pfotenballen sind schwarz. Weiße Haare oder Flecken gelten nach dem Standard als Fehler. Kitten haben manchmal noch einen rötlichen Schimmer, der sich verliert.
Der Körper ist mittelgroß, kompakt und muskulös – eine Bombay ist schwerer, als sie aussieht. Kleinwüchsig ist sie nicht. Der Kopf ist rund, die Ohren sind mittelgroß mit gerundeten Spitzen, die Augen groß, rund und weit auseinanderstehend. Die Nase soll einen sichtbaren Stopp haben, aber nicht platt sein. Eine sehr kurze Nase, wie sie in manchen amerikanischen Linien vorkommt, begünstigt Tränenfluss und Atemprobleme und ist kein Zuchtziel, das man unterstützen sollte.

Wesen: anhänglich und wärmesuchend
Die Bombay sucht die Nähe ihrer Menschen. Sie liegt gern auf dem Schoß oder unter der Decke, folgt durch die Wohnung und meldet sich mit ihrer Stimme, wenn ihr etwas fehlt. Viele Bombays spielen gern Apportieren und lernen kleine Tricks. Sie gelten als gelassen gegenüber Besuch und Veränderungen und kommen mit katzenerfahrenen Hunden oft gut aus.
Mit Kindern kommt sie gut zurecht, wenn die Kinder rücksichtsvoll sind und sie in Ruhe lassen, sobald sie sich zurückzieht. Die Bombay ist keine Katze, die viele Stunden allein zufrieden ist. Wer den ganzen Tag außer Haus ist, sollte zwei Katzen halten.
Haltung
Als Wohnungskatze ist die Bombay gut geeignet, wenn sie Kletter- und Kratzmöglichkeiten, Fensterplätze und tägliche Spielzeit bekommt. Sie liebt warme Plätze: Heizungsliegen oder ein Platz in der Sonne werden gern angenommen. Ein gesicherter Balkon oder ein eingezäunter Garten ist eine gute Ergänzung.
Freigang ist möglich, aber bei einer seltenen Rassekatze eine Abwägung zwischen Lebensqualität und Risiken durch Verkehr und Diebstahl. Wer Freigang erlaubt, lässt die Katze kastrieren, chippen und registrieren. Manche Bombays lassen sich an ein Katzengeschirr gewöhnen, das ersetzt aber keinen eigenen, sicheren Außenbereich.
Pflege
Das kurze Fell braucht wenig Aufwand. Ein Gummistriegel oder eine weiche Bürste einmal pro Woche, danach mit einem Seiden- oder Ledertuch darübergestrichen, bringt den Glanz hervor. Bombays fressen gern und neigen zu Übergewicht: Wiegen Sie die Katze regelmäßig, rechnen Sie Leckerlis in die Tagesration ein und sorgen Sie für Bewegung. Hinweise zur Fütterung gibt Artgerechte Katzennahrung.
Rassetypische Erkrankungen
Die Bombay trägt einen Teil der Erbrisiken ihrer Ausgangsrassen:
- Kopfdefekt aus der Burma-Linie (Burmese Head Defect): Eine Fehlbildung von Schädel und Gesicht, mit der betroffene Kitten nicht lebensfähig sind. Sie wird rezessiv vererbt und stammt aus der amerikanischen Burma-Linie. Mit einem Gentest lassen sich Träger erkennen und so verpaaren, dass keine betroffenen Kitten entstehen.
- Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Eine Verdickung des Herzmuskels kommt auch bei der Bombay vor. Einen rassespezifischen Gentest gibt es nicht; Züchter lassen ihre Tiere per Herzultraschall untersuchen.
- Atemwege und Augen: Bei sehr kurznasigen Tieren sind Tränenfluss und erschwerte Atmung häufiger.
- Übergewicht: siehe Pflege, mit der Folge von Diabetes und Gelenkproblemen.
Dass die Bombay wegen Inzucht grundsätzlich an Immunschwäche oder Allergien leide und deshalb eine Diät brauche, wie mancherorts zu lesen ist, lässt sich nicht belegen.
Worauf Sie beim Züchter achten sollten
- Gentest auf den Kopfdefekt bei Tieren mit amerikanischer Burma-Abstammung.
- Herzultraschall der Elterntiere, möglichst aktuell.
- Stammbaum eines anerkannten Vereins – ohne Papiere ist eine schwarze Katze eben eine schwarze Katze.
- Moderate Nase statt extrem kurzem Gesicht.
- Abgabe frühestens mit 12 Wochen, geimpft, entwurmt, gechippt, im Haushalt aufgewachsen.
Achten Sie auch auf die Ohren: Schwarze Kitten mit nach vorn gefalteten Ohren sind keine Bombay, sondern Faltohrkatzen. Deren Zucht ist Qualzucht, weil die Faltohr-Mutation Knorpel und Knochen im ganzen Körper schädigt (siehe Schottische Faltohrkatze).

Für wen die Bombay passt
Die Bombay passt zu Menschen, die eine verschmuste, gesprächige und dennoch verspielte Katze suchen und viel zu Hause sind. Wer Wert auf eine echte Bombay legt, braucht Geduld bei der Züchtersuche. Wer vor allem eine schwarze, freundliche Katze möchte, findet sie auch im Tierheim – schwarze Katzen warten dort erfahrungsgemäß oft länger auf ein Zuhause.
Häufige Fragen
Ist jede schwarze Katze mit gelben Augen eine Bombay?
Nein. Schwarze Hauskatzen mit gelben oder grünen Augen sind sehr häufig. Eine Bombay erkennt man zuverlässig nur am Stammbaum; äußerlich sprechen das sehr kurze, lackglänzende Fell ohne weiße Haare, der runde Kopf und die kupferfarbenen Augen dafür.
Ist die Bombay in Deutschland anerkannt?
Die Vereine, die der FIFe angehören, führen die Bombay nur vorläufig. Andere Dachverbände wie TICA oder WCF haben sie voll anerkannt. Deshalb gibt es in Deutschland Züchter, aber nur wenige.
Kann eine Bombay allein bleiben?
Ein paar Stunden ja, lange Arbeitstage allein aber nicht gut. Die Rasse ist sehr menschenbezogen. Mit einer zweiten, verträglichen Katze ist sie deutlich zufriedener.
Wie alt wird eine Bombay?
Gesunde Bombays werden häufig 12 bis 16 Jahre alt. Die im Netz oft genannte Obergrenze von zwölf Jahren ist zu niedrig angesetzt; entscheidend sind gesunde Eltern, ein normales Gewicht und regelmäßige Vorsorge.



