Zum Inhalt springen
katzenwelt

Burma-Katze: kompakte Kurzhaarkatze mit viel Temperament

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Junge Heilige Birma mit blauen Augen und weißen Pfoten liegt auf weißem Grund
Junge Heilige Birma – sie wird wegen des ähnlichen Namens oft mit der Burma verwechselt
Inhalt10 Abschnitte
  1. Steckbrief der Burma
  2. Herkunft: alles begann mit Wong Mau
  3. Aussehen: ein Ziegelstein in Seide
  4. Wesen: gesellig, neugierig, laut, wenn es sein muss
  5. Haltung
  6. Pflege und Fütterung
  7. Rassetypische Erkrankungen
  8. Worauf Sie beim Züchter achten sollten
  9. Für wen die Burma passt
  10. Häufige Fragen

Die Burma ist eine mittelgroße, kompakte Kurzhaarkatze mit eng anliegendem, seidig glänzendem Fell und gelben bis goldenen Augen. Sie ist deutlich schwerer, als sie aussieht, sehr menschenbezogen, verspielt und neugierig. Wer eine Burma möchte, sollte ihre Erbkrankheiten kennen – für einige gibt es Gentests, die ein guter Züchter vorlegt.

Steckbrief der Burma

HerkunftSüdostasien (Ausgangstier), als Rasse in den USA und Großbritannien aufgebaut
Größe und Gewichtmittelgroß, kompakt und muskulös; Katzen etwa 3–4,5 kg, Kater etwa 4–6 kg
Fellsehr kurz, fein, eng anliegend, glänzend, kaum Unterwolle
FarbenBraun (Zobel), Blau, Chocolate, Lilac, Rot, Creme und die Schildpatt-Varianten; Unterseite etwas heller
Augengelb bis golden
Lebenserwartunghäufig 12–16 Jahre, manche älter
Wesenverspielt, neugierig, gesellig, menschenbezogen, gesprächig
Pflegeaufwandgering beim Fell, hoch bei Gesellschaft

Herkunft: alles begann mit Wong Mau

Kupferbraune Katzen sind in alten thailändischen Katzengedichten beschrieben und galten dort als glückbringend. Die heutige Rasse geht aber auf eine einzige Katze zurück: Wong Mau, eine walnussbraune Katze, die der amerikanische Arzt Joseph C. Thompson 1930 aus Südostasien nach San Francisco brachte. Weil es keinen passenden Kater gab, wurde sie mit einem Siamkater verpaart. Aus ihren Nachkommen entstanden die Burma und – wie man heute weiß – auch die Tonkanese, denn Wong Mau selbst war vermutlich schon ein Mischling aus Burma- und Siam-Typ.

Die amerikanische Cat Fanciers’ Association erkannte die Burma 1936 an, setzte die Anerkennung wegen zu vieler Siam-Einkreuzungen später zeitweise aus und nahm sie in den 1950er-Jahren wieder auf. Parallel entstand in Großbritannien aus importierten Tieren die europäische Burma. Seitdem gibt es zwei Typen: die europäische Burma mit etwas längerem Kopf und eleganterem Körper, die in Europa verbreitet ist, und die amerikanische „contemporary“ Burma mit rundem Kopf und kurzer Nase.

Die Burma ist nicht mit der Heiligen Birma zu verwechseln, einer halblanghaarigen Point-Katze mit blauen Augen und weißen Pfoten.

Aussehen: ein Ziegelstein in Seide

Die Burma ist mittelgroß, aber muskulös und schwer – englische Züchter vergleichen sie gern mit einem Ziegelstein, eingewickelt in Seide. Die Brust ist kräftig und gerundet, der Rücken gerade, die Beine sind schlank, die Pfoten oval. Der Kopf ist bei der europäischen Burma ein kurzer, stumpfer Keil mit gerundeter Stirn und mittelgroßen, leicht nach vorn geneigten Ohren. Die Augen sind groß, gelb bis golden und glänzend.

Das Fell ist sehr kurz, fein und liegt eng an. Charakteristisch ist die „Burma-Zeichnung“: Der Körper ist fast einfarbig, an der Unterseite etwas heller, Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz nur wenig dunkler. Kitten sind heller und können eine leichte Geisterzeichnung zeigen, die sich verliert. In Europa sind zehn Farben anerkannt.

Braune Burma-Katze mit goldgrünen Augen sitzt vor violettem Hintergrund
Braune Burma – das glänzende, eng anliegende Fell und der kompakte Körper sind typisch

Wesen: gesellig, neugierig, laut, wenn es sein muss

Die Burma ist eine ausgesprochen menschenbezogene Katze. Sie will bei allem dabei sein, liegt gern auf dem Schoß oder an der Schulter und begrüßt Besuch meist neugierig statt scheu. Bis ins Alter bleibt sie verspielt; viele Burmas apportieren, öffnen Türen und lernen Tricks. Mit Kindern, anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden kommt sie in der Regel gut aus.

Fühlt sie sich allein oder gelangweilt, macht sie das deutlich: mit lautem, ausdauerndem Rufen und Unfug. Eine Burma, die viele Stunden täglich allein ist, wird selten glücklich. Bei Berufstätigen ist eine zweite, ebenso gesellige Katze nahezu Pflicht.

Haltung

Die Burma ist gut als Wohnungskatze zu halten, wenn sie Kletter- und Kratzmöglichkeiten, Aussichtsplätze und tägliche Spielzeit bekommt. Ein gesicherter Balkon oder Garten ergänzt das gut. Freigang ist möglich; weil Burmas zutraulich auf Fremde zugehen, sind Diebstahl und Verkehr aber echte Risiken. Wer Freigang erlaubt, lässt die Katze kastrieren, chippen und registrieren (siehe Die Freigänger-Katze).

Pflege und Fütterung

Das kurze, anliegende Fell ist pflegeleicht: Einmal pro Woche mit einem Gummistriegel oder den angefeuchteten Händen darüberstreichen genügt. Wichtiger ist die Figur. Burmas fressen gern, und die Rasse hat ein erhöhtes Diabetes-Risiko, das durch Übergewicht weiter steigt. Wiegen Sie die Katze regelmäßig, messen Sie das Futter ab und rechnen Sie Leckerlis ein. Vermehrtes Trinken und Urinieren bei gutem Appetit und Gewichtsverlust sind typische Diabetes-Zeichen und gehören in die Tierarztpraxis (siehe Diabetes bei Katzen).

Rassetypische Erkrankungen

Die Burma geht auf sehr wenige Gründertiere zurück und gehört zu den am stärksten ingezüchteten Katzenpopulationen. Entsprechend sind mehrere Erbkrankheiten bekannt:

  • Hypokaliämie (Kaliummangel-Myopathie): Über die Nieren geht zu viel Kalium verloren, die Muskeln werden schwach, oft in Schüben. Typisch ist ein nach unten hängender Kopf, weil die Nackenmuskeln versagen. Die Vererbung ist rezessiv, es gibt einen Gentest.
  • Kopfdefekt (Burmese Head Defect): Eine schwere Fehlbildung von Schädel und Gesicht, mit der Kitten nicht lebensfähig sind. Sie kommt vor allem in amerikanischen Linien vor und lässt sich per Gentest vermeiden.
  • GM2-Gangliosidose: Eine seltene, tödliche Speicherkrankheit des Nervensystems bei jungen Katzen; Gentest vorhanden.
  • Diabetes mellitus: In mehreren Ländern erkranken Burmas deutlich häufiger als andere Katzen.
  • Orofaziales Schmerzsyndrom: Anfallsweise Schmerzen im Maul, bei denen die Katze mit der Pfote am Maul kratzt, übertrieben leckt oder kaut und sich an Zunge und Lippen verletzen kann. Häufig tritt es beim Zahnwechsel oder in Stressphasen auf. Solche Anfälle gehören tierärztlich abgeklärt.
  • Weitere: Beschrieben sind unter anderem angeborene Gleichgewichtsstörungen bei Kitten, die sich oft von selbst bessern, ein erhöhtes Risiko für Glaukom sowie abgeflachte Brustkörbe bei Kitten.

Zum Tierarzt muss eine Burma sofort, wenn sie den Kopf nicht mehr heben kann, stark schwankt, keinen Urin absetzt, schwer atmet oder länger als 24 Stunden nichts frisst.

Worauf Sie beim Züchter achten sollten

  1. Gentests der Eltern auf Hypokaliämie und GM2-Gangliosidose, bei amerikanischer Abstammung zusätzlich auf den Kopfdefekt.
  2. Stammbaum eines anerkannten Vereins, der den Inzuchtgrad erkennen lässt; manche Zuchtprogramme arbeiten inzwischen gezielt an mehr genetischer Vielfalt.
  3. Offene Auskunft über Diabetes und das orofaziale Schmerzsyndrom in der Linie.
  4. Aufzucht im Haushalt, Abgabe frühestens mit 12 Wochen, geimpft, entwurmt, gechippt.

Für wen die Burma passt

Die Burma passt zu Menschen, die eine anhängliche, verspielte und gesellige Katze suchen, viel zu Hause sind oder ihr eine zweite Katze an die Seite stellen – und die ein Auge auf das Gewicht haben. Wer eine Katze sucht, die unauffällig ihr eigenes Leben führt, wird mit ihr nicht glücklich. Weitere Rassen im Vergleich finden Sie unter Welche Katze passt zu mir?.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Burma und Birma?

Die Burma ist kurzhaarig, fast einfarbig und hat gelbe bis goldene Augen. Die Heilige Birma ist halblanghaarig, hat eine Point-Zeichnung, blaue Augen und weiße Pfoten. Beide Namen verweisen auf das heutige Myanmar, die Rassen sind aber nicht verwandt.

Ist die Burma eine gute Familienkatze?

Meist ja. Sie ist freundlich, robust im Umgang und spielt gern, auch mit Kindern, die gelernt haben, rücksichtsvoll zu sein. Wichtig ist, dass sie nicht viele Stunden allein bleibt.

Warum lässt meine Burma den Kopf hängen?

Ein nach unten gebeugter Kopf mit Muskelschwäche ist ein typisches Zeichen der erblichen Hypokaliämie. Das ist behandelbar, muss aber rasch tierärztlich abgeklärt werden, denn ein starker Kaliummangel kann auch die Atemmuskulatur betreffen.

Wie schwer wird eine Burma?

Katzen wiegen meist 3 bis 4,5 kg, Kater 4 bis 6 kg. Wegen der kräftigen Muskulatur wirkt sie leichter, als sie ist – beim Hochheben überrascht sie viele.