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katzenwelt

Katzen vergesellschaften: Schritt für Schritt zusammenführen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Graue Katze und Kater auf dem Boden
Graue Katze und Kater auf dem Boden
Inhalt8 Abschnitte
  1. Sind Katzen Einzelgänger?
  2. Welche Katzen passen zusammen?
  3. Vorbereitung: bevor die neue Katze einzieht
  4. Die Zusammenführung Schritt für Schritt
  5. Fauchen ist normal – was nicht mehr normal ist
  6. Ihr Verhalten als Halter
  7. Wenn es auch nach Monaten nicht klappt
  8. Häufige Fragen

Katzen vergesellschaften gelingt am besten langsam: Die neue Katze zieht zuerst in einen eigenen Raum, beide Katzen lernen sich über den Geruch kennen, dann durch ein Gitter oder einen Türspalt, und erst danach bei kurzen, angenehmen Begegnungen. Das dauert oft ein bis mehrere Wochen, manchmal Monate. Wer die Katzen einfach zusammensetzt und abwartet, riskiert eine Feindschaft, die sich nur schwer wieder auflösen lässt.

Sind Katzen Einzelgänger?

Weder noch. Die Falbkatze, von der unsere Hauskatze abstammt, lebt überwiegend allein. Hauskatzen sind deutlich geselliger: Wo es genug Futter gibt, leben sie in Gruppen, meist verwandte Weibchen mit ihren Jungen. Sie jagen allein, putzen sich aber gegenseitig, schlafen zusammen und spielen miteinander – vorausgesetzt, sie mögen sich.

Für die Haltung heißt das: Viele Katzen profitieren von einem Artgenossen, besonders Wohnungskatzen und junge Katzen. Es gibt aber auch Katzen, die andere Katzen ablehnen, oft weil sie als Kätzchen wenig Kontakt zu Artgenossen hatten oder schlechte Erfahrungen gemacht haben. Für sie ist ein Leben als Einzelkatze mit viel Beschäftigung die bessere Wahl. Wer von Anfang an zwei Katzen möchte, nimmt am einfachsten zwei Geschwister oder zwei Jungtiere auf, die sich schon kennen.

Welche Katzen passen zusammen?

Ob eine Zusammenführung gelingt, lässt sich nie garantieren. Einige Faktoren erhöhen die Chancen:

  • Alter: Zwei junge Katzen oder zwei Katzen im ähnlichen Alter passen meist besser zusammen als ein wildes Kitten und eine zwölfjährige Seniorin, die ihre Ruhe will.
  • Temperament: Zwei verspielte oder zwei ruhige Katzen harmonieren eher als ein Energiebündel und ein Sofatiger. Tierheime und Pflegestellen kennen den Charakter ihrer Katzen und beraten gern – worauf Sie dort achten, lesen Sie unter Katze aus dem Tierheim.
  • Geschlecht: Bei kastrierten Katzen spielt das Geschlecht eine kleinere Rolle als oft behauptet. Unkastrierte Kater dagegen vertragen sich selten; unkastrierte Paare aus Kater und Kätzin sorgen für Nachwuchs. Beide Katzen sollten also kastriert sein. Mehr zum Unterschied lesen Sie unter Katze oder Kater.
  • Erfahrung mit Artgenossen: Eine Katze, die bereits mit anderen Katzen gelebt hat, nimmt einen Neuzugang meist leichter an.
Katzen sitzen in Premiere Katzenstreu
Mehrere junge Kätzchen sitzen dicht beieinander

Vorbereitung: bevor die neue Katze einzieht

Bevor die neue Katze kommt, lassen Sie sie vom Tierarzt untersuchen, impfen, entwurmen und gegebenenfalls auf FeLV und FIV testen. Eine Katze aus einer unbekannten Herkunft kann Parasiten oder Infektionen mitbringen.

Richten Sie außerdem einen eigenen Raum für den Neuzugang ein, mit Toilette, Näpfen, Kratzmöglichkeit, Versteck und Schlafplatz. Er ist die Basis für die ersten Tage und ein Rückzugsort, falls die Zusammenführung stockt. Legen Sie außerdem fest, wo in der Wohnung später die zusätzlichen Ressourcen stehen: Als Faustregel gilt eine Toilette mehr als Katzen im Haushalt, dazu mehrere Futter- und Wasserstellen an verschiedenen Orten, genug erhöhte Liegeplätze und Verstecke.

Die Zusammenführung Schritt für Schritt

  1. Getrennte Räume. Die neue Katze wohnt zunächst in ihrem Zimmer. Sie gewöhnt sich an Sie, an die Geräusche und an die Gerüche des Hauses. Die ansässige Katze bemerkt, dass jemand da ist, ohne dass es gleich zur Konfrontation kommt.
  2. Geruch tauschen. Streichen Sie beide Katzen abwechselnd mit einem weichen Tuch über Wangen und Kopf und legen Sie das Tuch der jeweils anderen Katze hin, am besten in der Nähe des Futters. Tauschen Sie auch Decken oder Kissen aus. Wenn beide Katzen den fremden Geruch gelassen beschnuppern, geht es weiter.
  3. Räume tauschen. Lassen Sie die neue Katze kurz die Wohnung erkunden, während die ansässige Katze im anderen Zimmer ist. So verteilen sich die Gerüche.
  4. Sichtkontakt. Über ein Katzen- oder Kindergitter in der Tür oder einen Türspalt sehen sich die Katzen, ohne sich erreichen zu können. Füttern Sie beide auf beiden Seiten, zunächst mit Abstand, später näher – so verbinden sie die andere Katze mit etwas Gutem.
  5. Kurze gemeinsame Zeiten. Wenn beide durch das Gitter entspannt fressen, öffnen Sie es für kurze Zeit unter Aufsicht, am besten mit einem gemeinsamen Spiel, etwa mit zwei Katzenangeln (Ideen unter Katzen beschäftigen). Beenden Sie das Treffen, bevor es kippt.
  6. Zeiten verlängern. Nach und nach werden die gemeinsamen Phasen länger, bis die Katzen auch ohne Aufsicht zusammen sein können.

Wie schnell es geht, bestimmen die Katzen. Bei manchen reichen wenige Tage, bei anderen dauert es Wochen. Gehen Sie einen Schritt zurück, sobald eine Katze deutlich gestresst ist.

Fauchen ist normal – was nicht mehr normal ist

In den ersten Begegnungen fauchen, knurren oder schlagen viele Katzen mit der Pfote. Das ist Kommunikation: „Komm mir nicht zu nahe.“ Solange die Katzen danach ausweichen, weiter fressen und die Toilette benutzen, ist das in Ordnung.

Eingreifen sollten Sie, wenn:

  • die Katzen ernsthaft kämpfen, sich verbeißen, schreien und Fell fliegt,
  • eine Katze die andere gezielt verfolgt, vom Futter oder von der Toilette fernhält,
  • eine Katze sich dauerhaft versteckt, nicht mehr frisst oder unsauber wird.

Gehen Sie nie mit bloßen Händen zwischen kämpfende Katzen. Ein lautes Klatschen, ein Kissen oder eine Decke, die Sie zwischen die Katzen halten, trennt sie sicherer. Danach geht es mit getrennten Räumen einen Schritt zurück. Frisst eine Katze länger als 24 Stunden nichts, braucht sie tierärztliche Hilfe – Katzen können dann eine gefährliche Leberverfettung entwickeln.

Dass sich Katzen „erst einmal ausraufen müssen“, bis eine Rangordnung steht, ist ein Mythos. Katzen kennen keine feste Rangordnung wie Hunde, und eskalierte Kämpfe prägen die Beziehung oft auf Dauer negativ.

Ihr Verhalten als Halter

Verwöhnen Sie keine der beiden Katzen demonstrativ, bestrafen Sie keine für Fauchen und zwingen Sie sie nicht zueinander. Strafen verknüpfen die andere Katze nur mit etwas Schlechtem. Halten Sie den Alltag der ansässigen Katze so gleich wie möglich: gewohnte Futterzeiten, gewohnte Spielrunden, gewohnte Schlafplätze. Pheromon-Zerstäuber können bei manchen Katzen unterstützend wirken, ersetzen aber keine langsame Zusammenführung.

Nach dem Tod einer Katze ist es verständlich, schnell eine neue holen zu wollen. Beobachten Sie zuerst, wie die verbliebene Katze reagiert. Manche suchen und rufen, manche blühen als Einzelkatze auf. Nicht jede Katze vermisst den Artgenossen.

Wenn es auch nach Monaten nicht klappt

Manche Katzen werden nie Freunde, leben aber friedlich nebeneinander – das ist ein ordentliches Ergebnis. Wenn die Katzen sich dagegen auch nach Wochen der Geduld ständig bekämpfen, eine Katze dauerhaft gestresst ist, sich versteckt, nicht mehr frisst oder unsauber wird, lohnt eine Beratung bei einer tierärztlichen Verhaltensberatung. Auch Schmerzen oder Krankheiten können eine Katze plötzlich unverträglich machen und sollten ausgeschlossen werden. Im Extremfall ist ein neues Zuhause für eine der beiden Katzen die fairere Lösung für alle.

Die Empfehlung lautet: Planen Sie für eine Zusammenführung Wochen ein, nicht Tage, mit einem Rückzugsraum für den Neuzugang und genug Ressourcen für alle. Wie viele Katzen passen, bestimmen dann Platz, Zeit und die Charaktere – eine alte Weisheit sagt, nie mehr Katzen als Hände zum Streicheln.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis sich zwei Katzen vertragen?

Das reicht von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten. Junge, gut sozialisierte Katzen gewöhnen sich oft schnell aneinander, ältere oder ängstliche Katzen brauchen länger. Wichtig ist, jede Stufe erst zu verlassen, wenn beide Katzen entspannt sind.

Soll ich eingreifen, wenn meine Katzen sich fauchen?

Nein, Fauchen allein ist normale Kommunikation. Eingreifen sollten Sie bei ernsten Kämpfen, bei Verfolgungsjagden, bei denen eine Katze keinen Ausweg hat, oder wenn eine Katze nicht mehr frisst oder die Toilette nicht mehr benutzt. Trennen Sie die Katzen dann mit einer Decke oder einem Kissen, nie mit bloßen Händen.

Passen Kater und Katze besser zusammen?

Bei kastrierten Tieren spielt das Geschlecht eine geringere Rolle als Alter und Temperament. Zwei kastrierte Kater können beste Freunde sein, zwei Kätzinnen ebenso. Wichtiger ist, dass die Katzen ähnlich aktiv sind und beide Erfahrung mit Artgenossen haben.

Kann ich eine Katze zu einer Seniorin dazuholen?

Ja, aber wählen Sie eher eine ruhige, erwachsene Katze als ein wildes Kitten. Eine ältere Katze will meist ihre Ruhe und fühlt sich von einem Jungtier schnell überfordert. Geben Sie ihr genug Rückzugsorte, die das Neue nicht erreicht.