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katzenwelt

Katzenklappe: Arten, Größe, Dämmung und Gewöhnung

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Katze kommt durch eine Katzenklappe nach draußen
Katze kommt durch eine Katzenklappe nach draußen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Braucht Ihre Katze überhaupt eine Klappe?
  2. Die Arten im Überblick
  3. Die richtige Größe und Einbauhöhe
  4. Dämmung: damit es nicht zieht
  5. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  6. Einbauort, Mietwohnung und Brandschutz
  7. So gewöhnen Sie Ihre Katze an die Klappe
  8. Unsere Empfehlung
  9. Häufige Fragen

Eine Katzenklappe ist eine kleine Pendeltür, durch die ein Freigänger selbstständig nach draußen und wieder herein kann. Für die Auswahl zählen drei Dinge: eine Öffnung, durch die Ihre Katze bequem passt, eine Verschlussart, die zu Ihrer Nachbarschaft passt, und eine Dämmung, die im Winter keine Kälte hereinlässt. Einfache Modelle lassen jede Katze herein; wer fremde Besucher fernhalten will, braucht eine Klappe mit Chip.

Braucht Ihre Katze überhaupt eine Klappe?

Eine Klappe lohnt sich für Freigänger, die ihren Tagesrhythmus selbst bestimmen sollen, wenn tagsüber niemand zum Öffnen da ist. Sie erspart Ihnen das nächtliche Aufstehen und der Katze das Warten vor der Tür. Für Wohnungskatzen ist sie überflüssig – es sei denn, als Durchgang zu einem gesicherten Balkon oder Gehege. Freigänger sollten kastriert, gechippt und registriert sein; viele Städte und Gemeinden schreiben das mit einer Katzenschutzverordnung ohnehin vor. Mehr dazu unter Die Freigänger-Katze und Kastration bei Katzen.

Bedenken Sie auch die Nachteile: Eine Katze mit Klappe kann jederzeit Beute mitbringen, kommt nachts unbemerkt und hat freie Bahn zur Straße, wenn das Haus an einer befahrenen Straße liegt. Viele Halter schließen die Klappe deshalb nachts oder stellen sie auf „nur hinein“.

Kätzchen kommt durch eine Katzenklappe aus dem Haus
Junge Katze kommt durch eine Katzenklappe aus dem Haus

Die Arten im Überblick

ArtSo funktioniert sieGeeignet für
Mechanische KlappePendelklappe mit Drehriegel: offen, nur hinein, nur hinaus, zuGegenden ohne fremde Katzen, kleines Budget
Isolierte KlappeDoppelte Klappe oder Bürstendichtung und MagnetschlussAußentüren, zugige oder beheizte Räume
Klappe mit ChipLiest den implantierten Mikrochip oder einen Halsbandanhänger und öffnet nur für registrierte KatzenWohngebiete mit vielen Katzen
MagnetklappeÖffnet mit einem Magneten am HalsbandVeraltet; der Magnet zieht Metall an, Halsband nötig
Katzentür/GroßkatzenklappeGrößere Öffnung, oft mit Tunnel für dicke WändeGroße Rassen, Einbau in Mauerwerk

Wie Klappen mit Chip arbeiten und wo ihre Grenzen liegen, steht ausführlich im Beitrag Katzenklappe mit Chip.

Die richtige Größe und Einbauhöhe

Messen Sie Ihre Katze an der breitesten Stelle, meist über die Schultern oder den Brustkorb, und geben Sie ein paar Zentimeter Luft dazu. Standardklappen haben eine Durchgangsöffnung von grob 14 bis 17 cm Breite. Das reicht für die meisten Hauskatzen. Große, schwere Katzen wie Maine Coon, Norwegische Waldkatze oder deutlich übergewichtige Tiere brauchen eine Großkatzenklappe; wer sich durch eine zu enge Öffnung quetschen muss, meidet sie irgendwann.

Die Unterkante der Öffnung sollte etwa auf Bauchhöhe der Katze liegen, bei den meisten Katzen 10 bis 15 cm über dem Boden. Sitzt sie deutlich höher, muss die Katze springen; liegt sie zu tief, schwächt der Ausschnitt die Tür unten. Sind die Böden drinnen und draußen unterschiedlich hoch, hilft eine Stufe oder ein Brett.

Dämmung: damit es nicht zieht

Eine billige Einfachklappe ist ein Loch in der Tür, durch das im Winter kalte Luft und im Sturm Regen hereinweht. Für Außentüren lohnt sich eine gedämmte Klappe:

  • Doppelte Klappe oder zwei Klappen hintereinander mit Luftpolster dazwischen.
  • Bürsten- oder Gummidichtung rund um die Klappe.
  • Magnetverschluss, der die Klappe nach jedem Durchgang dicht anzieht.
  • Tunnel mit Dichtung, wenn die Klappe in eine Wand oder eine dicke gedämmte Tür eingebaut wird.

Eine gut gedämmte Klappe schwingt etwas schwerer. Ältere, schwache oder sehr zierliche Katzen kommen damit manchmal schlechter zurecht; prüfen Sie beim Kauf, ob sich die Magnetkraft einstellen lässt.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  1. Durchgangsgröße passend zur Katze, nicht nur die Außenmaße des Rahmens.
  2. Türstärke. Jede Klappe passt nur für einen bestimmten Bereich. Für dicke Türen oder Wände gibt es Verlängerungstunnel.
  3. Material. UV-beständiger Kunststoff vergilbt und versprödet langsamer; eine klare Klappe lässt die Katze sehen, was dahinter ist.
  4. Verriegelung. Vier Stellungen (offen, nur hinein, nur hinaus, zu) sind Standard und sinnvoll.
  5. Leise Klappe. Schlagende Klappen stören nachts und erschrecken manche Katzen.

Mechanische Klappen gibt es ab etwa 15 Euro, gute gedämmte Modelle kosten meist zwischen 30 und 70 Euro, Klappen mit Chip deutlich mehr.

Schwarz weiße Katze guckt durch eine Katzenklappe nach draußen
Schwarz-weiße Katze schaut durch die transparente Klappe nach draußen

Einbauort, Mietwohnung und Brandschutz

Am einfachsten ist der Einbau in eine Holztür oder eine Tür aus Holzwerkstoff: Loch nach Schablone vorbohren, aussägen, Klappe verschrauben. Die einzelnen Schritte beschreibt der Beitrag Katzenklappe einbauen. Glastüren und Fenster sind ein eigenes Thema, siehe Katzenklappe in Glastür oder Fenster. In Mauerwerk braucht es eine Kernbohrung und einen Tunnel.

Nicht in jede Tür darf ein Loch. Wohnungseingangstüren in Mehrfamilienhäusern und Türen zu Heizungsräumen oder Garagen müssen oft Anforderungen an Brand- oder Rauchschutz erfüllen; ein Ausschnitt macht diese Wirkung zunichte. In der Mietwohnung sollten Sie vor dem Einbau die Erlaubnis des Vermieters einholen, am besten schriftlich. Die Rechtsprechung dazu ist uneinheitlich, und beim Auszug müssen Sie in der Regel den ursprünglichen Zustand wiederherstellen. Eine praktische Lösung ist ein zweites Türblatt oder eine Einsatzplatte, die Sie beim Auszug wieder gegen das Original tauschen.

Denken Sie auch an die Sicherheit: Große Klappen in der Haustür können Einbrechern helfen, durch die Öffnung an den Türgriff zu kommen. Klappen gehören deshalb nicht direkt neben das Schloss, und bei sehr großen Klappen lohnt ein Blick in die Bedingungen Ihrer Hausratversicherung.

So gewöhnen Sie Ihre Katze an die Klappe

  1. Offen beginnen. Klemmen Sie die Klappe mit Klebeband oder einer Wäscheklammer offen, sodass die Katze durch ein offenes Loch geht.
  2. Locken. Legen Sie Leckerlis vor und hinter die Öffnung oder lassen Sie ein Familienmitglied auf der anderen Seite rufen.
  3. Halb geschlossen. Klappt das zuverlässig, lassen Sie die Klappe halb herunter, später ganz.
  4. Geduld. Manche Katzen brauchen ein paar Tage, manche ein paar Wochen. Schieben Sie die Katze nie durch die Klappe; das erschreckt sie und verlängert die Gewöhnung.

Mehr zu freundlichem Training steht unter Clickertraining für Katzen.

Unsere Empfehlung

Für Außentüren lohnt fast immer eine gedämmte Klappe mit vier Verriegelungsstellungen. Leben in Ihrer Gegend viele Katzen, kaufen Sie gleich eine Klappe mit Chip – das spart den Ärger mit ungebetenen Gästen und den zweiten Kauf. Messen Sie vorher Ihre Katze, klären Sie die Tür, und nehmen Sie sich für die Gewöhnung Zeit.

Häufige Fragen

Kommen fremde Katzen durch meine Katzenklappe?

Bei einfachen mechanischen Klappen ja. Nur Klappen mit Chip erkennen die eigene Katze und halten andere draußen.

Kann ich eine Katzenklappe in eine Mietwohnung einbauen?

Nur mit Erlaubnis des Vermieters. Beim Auszug muss der ursprüngliche Zustand meist wiederhergestellt werden; ein Austauschtürblatt ist dafür die sauberste Lösung.

Wie hoch muss die Katzenklappe sitzen?

Die Unterkante sollte etwa auf Bauchhöhe liegen, bei den meisten Katzen 10 bis 15 cm über dem Boden. Gibt es draußen eine Stufe, passen Sie die Höhe an oder bauen eine Trittstufe.

Meine Katze geht nicht durch die Klappe. Was tun?

Klemmen Sie die Klappe wieder offen und beginnen Sie von vorn. Prüfen Sie, ob sie zu schwer schwingt, zu laut ist oder die Öffnung zu eng ist. Auch Angst vor einer Nachbarskatze, die draußen wartet, kann dahinterstecken.