Katze gurrt

Katze gurrt
Die Katze gurrt, wenn sie sich wohlfühlt | Foto: alenkasm / depositphotos.com

Ode an die Taube: Warum die Katze gurrt

Gurren, Schnattern, Piepsen und Fiepen: Gerade was das Lautinventar von Mäusen und Vögeln betrifft, bedienen sich Katzen der verschiedensten Ausdrucksformen um mit Artgenossen oder Menschen zu kommunizieren. Dass sie dabei nicht darauf abzielen, andere Tiere nachzuahmen ist klar, was aber hat es zu bedeuten, wenn die Katze gurrt wie eine Taube und welche Reaktion erwartet oder erhofft sie sich von ihrem Gegenüber?

Ein Gurren sagt mehr als tausend Worte

In der Katzensprache unterscheidet man zwischen dreierlei Lautarten:

  • Stimmlose Laute
  • Stimmhafte Laute
  • Erregungslaute

Das Gurren, oftmals auch Brummen genannt, gehört, ebenso wie das Zirpen und das Schnurren zu den stimmlosen Lauten.

Es ist schwer zu sagen, wie das Geräusch erzeugt wird, als Artikulationsort wird aber der Bereich hinter dem Kehlkopf vermutet, der jedoch nicht dazu benötigt wird, weshalb die Katze gleichzeitig auch zirpen und leise miauen kann.

Das Mäulchen bleibt, während die Katze gurrt, die ganze Zeit geschlossen.

Miaut die Katze während des Gurrens spricht man davon, dass sie „plaudert“.

Ein derartiges „Gespräch“ zwischen zwei Katzen, die sich sehr nahestehen, nennt man auch „dyadischen Dialekt“. Lässt der Schmusetiger ein Gurren vernehmen, ist davon auszugehen, dass er dem Gegenüber zärtliche Gefühle entgegenbringt. Es zeugt also auch von Vertrauen, wenn Ihre Katze gurrt wie eine Taube.

Tiefenentspannt vom Ohrbüschel bis zur Schwanzspitze

Wenn eine Katze gurrt, deutet das immer darauf hin, dass es ihr gut geht. Zwar kann sie damit unterschiedlichste Botschaften übermitteln, die Grundstimmung ist dabei aber immer positiv.

Egal ob in der Kommunikation mit einem Menschen, anderen Katzen oder auch Hunden, die als Freunde betrachtet werden: Eine Katze die beständig gurrt, empfindet die momentane Situation als entspannt und fühlt sich rundum wohl.

Zu Tisch, Kinderchen

Katzen werden zumeist schon in ihrer frühesten Entwicklungsphase mit dem Gurr- Laut vertraut gemacht.

Muttertiere machen ihre Kitten, die zu diesem Zeitpunkt sogar noch geschlossene Augen haben können, damit auf sich und die mitgebrachte Nahrung aufmerksam. Für die, zum Teil noch blinden, Katzenkinderchen wirkt das Gurren also wie eine Art Wegweiser zur Mutter.

Es dient der Mutter auch als Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen, sodass es nicht selten vorkommt, dass sie über einen längeren Zeitraum gurrend vor ihren Kitten verharrt, bis diese aufwachen.

Katzen verbinden das Gurren von Beginn an mit Nahrung wodurch diese Ausdrucksform eine positive Konnotation erfährt. Auch die Tatsache, dass es mit der behütenden Anwesenheit der Mutter kontextualisiert wird, trägt dazu bei, dass das Gurren als Laut des Wohlbehagens angesehen wird.

Dennoch ist auch eine gewisse Erwartungshaltung der Mutter mit dem Gurren verbunden, da sie sich erwartet, dass ihr ihre Sprösslinge entgegenkommen, wenn sie ihre Beute für sie opfert, oder ihnen Milch anbietet.

Die gurrenden Liebestäubchen

Die Katze gurrt aber nicht nur, um mit ihrem Nachwuchs zu kommunizieren.

Es ist durchaus auch ein Laut der Erregung und der Paarungsbereitschaft.

Wenn sich rollige Katzen auf dem Boden herumwälzen, den Oberkörper nach unten beugen und das Gesäß empor recken und dabei noch ein tiefes Gurren von sich geben, ist davon auszugehen, dass die Katze auf Partnersuche ist.

Sehr viel deutlicher kann eine Mietze ihre Paarungsbereitschaft nicht ausdrücken und die Kombination aus Körpersprache und Lautgebung signalisiert paarungsbereiten Katern eben diese Botschaft.

Lass uns spielen

Hat die Katze aber nicht gerade Nachwuchs bekommen und ist auch nicht rollig, gibt es noch zahlreiche andere Bedeutungen, die dem Gurren zukommen können.

Hier hilft Ihnen die Körpersprache bei der Interpretation der Katzenstimmung. Besonders aussagekräftig ist die Bewegung des Schwanzes um zu erkennen, warum die Katze gurrt. Lässt sie den Schwanz schnell hin und her wippen, kann das nur bedeuten, dass die Katze gurrt, weil sie unterhalten werden will.

Sie sagt Ihnen damit: „Spiel mit mir!“ Ist Ihr Stubentiger in dieser Stimmung, freut er sich über Ihre Anwesenheit und wird sich nicht mit weniger als Ihrer ungeteilten Aufmerksamkeit zufriedengeben.

Versuchen Sie, wenn die Katze gurrt, gar nicht erst sich aus der Verantwortung zu stehlen: Die Katze wird sich Ihre Beachtung so oder so sichern und wenn sie sich dafür auf Ihren Computer setzen oder Ihnen den Hintern ins Gesicht halten muss.

Katze gurrt im Schlaf
Die Katze gurrt auch im Halbschlaf | Foto: Lilun_Li / depositphotos.com

Liebster Dosenöffner

Eine Katze die gurrt, will aber vielleicht auch gefüttert werden.

Wie auch bei uns Menschen sind die ersten Tage und Wochen im Leben eines kleinen Kätzchens prägend für die Zukunft. Gerade während der ersten zwei Wochen, in denen das Kätzchen noch blind ist, sind das Gehör und der Geschmacks- und Geruchsinn essentiell für die Wahrnehmung der Umgebung.

Die jungen Kätzchen speichern diese Eindrücke und Erfahrungen für die Zeit, in der sie nicht mehr permanent von der Mutter umsorgt werden, im Langzeitgedächtnis ab und so ist es nicht erstaunlich, dass sie die Verbindung zwischen Nahrungsaufnahme und dem Gurren der stillenden Mutterkatze im Gedächtnis behalten.

Der Zusammenhang zwischen dem Geräusch und der Nahrungsaufnahme wird dann in ihrem späteren Leben wieder aufgerufen, sodass die Katze, sobald sie erkannt hat, dass nun Sie für ihre Ernährung zuständig sind, das Geräusch der Mutter imitiert, wenn sie Ihnen mitteilen möchte, dass sie gefüttert werden möchte.

Da ihr Stubentiger aber zumeist rasch erkennt, dass Sie diese rein lautliche Kommunikation nicht richtig auffassen, sucht sie in weiterer Folge Körperkontakt, um Sie auf ihren Wunsch/ ihre Forderung aufmerksam zu machen.

Mit anderen Worten: Die Katze gurrt und reibt das Köpfchen zärtlich an Ihnen. Erst wenn auch diese direkte Aufforderung auf Missachtung stößt, werden dieselben Methoden wie zuvor bei der Forderung nach Beachtung angewandt: Während die Katze gurrt, verschafft sie sich die Aufmerksamkeit ihres Dosenöffners, indem sie ihn an seiner momentanen Tätigkeit hindert.

An der Körpersprache ist dabei zu erkennen, dass die Katze während des „Bettelns“ mit erhobenem Schwanz um Ihre Aufmerksamkeit kämpft, also gut gelaunt und freundlich bleibt. Wenn all ihre Bemühungen fehlschlagen wird die Katze vermutlich anfangen zu „plaudern“, also das Gurren mit einem Miauen zu verbinden, bis das Miauen letztlich einen mitleiderregenden Unterton annimmt.

Schlafende Katzen soll man nicht wecken

Wenn eine Katze aus dem Tiefschlaf gerissen wird, entfährt ihr häufig ein erschrockenes „Gruuuu“, der dem Gurren sehr nahe kommt.

Egal, in welchem Paralleluniversum Ihr Stubentiger gerade unterwegs war, es dauert nun ein paar Momente, bis er wieder in der Realität angekommen ist, nachdem Sie ihn aufgeweckt haben.

In diesem sehr kurzen „Gurr- Laut“ ist folglich nicht viel semantischer Inhalt zu suchen, vielmehr ist die Katze einfach kurz perplex.

Unter Umständen kann sie auch kurz auffauchen oder ausschlagen, das bedeutet aber nicht, dass sie Ihnen böse wäre, sondern lediglich, dass sie sich noch nicht bewusst ist, was gerade um sie herum passiert.

Der Tiefschlaf bei Katzen dauert übrigens in der Regel nur etwa sechs Minuten. Die Aufwachschwelle ist dabei aber bedeutend höher als beim leichten Schlaf, da die Katze sich währenddessen in einem Zustand tiefster Entspannung befindet und die Sinne quasi im Stand-by- Modus verharren, während das Gehirn aktiv bleibt.

Nehmen Sie also wahr, dass die Katze im Tiefschlaf ist, sollten Sie davon absehen Sie zu wecken, vor allem, wenn die Gesichtsmuskulatur zuckt. Auch in anderen Situationen in denen eine Katze überrascht wird, kann es sein, dass sie mit einem kurzen Gurren reagiert.

Lassen Sie Ihr Täubchen gurren

Es gibt vielerlei Gründe, warum eine Katze gurrt. In der Regel bedeutet es aber nur Gutes und zeugt davon, dass sie Ihnen vertraut. Vergessen Sie nicht, dass Katzen ebenso einzigartige Wesen sind, wie wir Menschen und sich diese Individualität auch in der Sprache ausdrückt. Was eine Katze miauend ausdrückt, teilt eine andere Katze gurrend mit.

Die häufigsten Gründe warum ein Katze gurrt, sind aber, dass die Katze…

… sich freut Sie zu sehen und Ihre Aufmerksamkeit möchte
… entspannt ist
… Hunger hat
… ihre Jungen füttert oder zu sich locken möchte
… rollig ist
… gerade aus dem Tiefschlaf aufgeweckt wurde

Fühlen Sie sich also geehrt, wenn die Katze gurrt, denn es ist eine Kommunikationsform, die sie nur anwendet, wenn sie sich ihrem Gegenüber eng verbunden fühlt.

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