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katzenwelt

Katze gurrt: Was das freundliche Trillern bedeutet

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Rotes Kätzchen schläft entspannt auf dem Rücken
Gurren und Schnurren gehören zu den Lauten entspannter, zufriedener Katzen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie das Gurren klingt
  2. Ein Laut aus der Kinderstube
  3. Was Ihre Katze Ihnen sagen will
  4. Gurren im Halbschlaf und beim Aufwachen
  5. Gurren und Rolligkeit
  6. Individuelle Unterschiede
  7. Wann das Geräusch kein Gurren ist
  8. Wie Sie auf das Gurren reagieren
  9. Häufige Fragen

Gurrt eine Katze, grüßt sie freundlich: Das kurze, rollende Trillern mit geschlossenem Maul ist ein Kontaktlaut, den Katzenmütter für ihre Jungen verwenden und den erwachsene Katzen gegenüber Menschen und vertrauten Tieren beibehalten. Meist heißt es so viel wie „Hallo, da bin ich“ – oft mit einer kleinen Bitte dahinter, etwa nach Futter oder Aufmerksamkeit.

Wie das Gurren klingt

Das Gurren, auch Trillern oder Zirpen genannt, ist ein kurzer, meist ansteigender Laut, der ein wenig nach „brrrp“ oder „mrrrp“ klingt. Die Katze erzeugt ihn mit geschlossenem Maul, manchmal geht er in ein Miauen über. Verhaltensforscher ordnen ihn den sogenannten Murmellauten zu, zu denen auch das Schnurren gehört – Laute, die Katzen in freundlichen, vertrauten Situationen verwenden. Davon unterscheiden sich die Vokallaute wie das Miauen und die Drohlaute wie Fauchen, Knurren und Spucken.

Nicht zu verwechseln ist das Gurren mit dem Keckern: dem schnellen, klappernden Laut, den Katzen am Fenster beim Anblick von Vögeln machen. Das drückt Jagderregung aus, nicht Begrüßung.

Ein Laut aus der Kinderstube

Katzenmütter trillern, wenn sie ins Nest zurückkehren oder ihre Jungen zu sich rufen. Die Kitten lernen früh, diesem Laut zu folgen. Später begrüßen sich befreundete Katzen damit, und viele Katzen behalten ihn für ihre Menschen bei. Dass eine Katze Sie so anspricht, ist also ein Zeichen, dass sie Sie als vertrautes Gegenüber behandelt.

Was Ihre Katze Ihnen sagen will

  • Begrüßung: Sie kommen nach Hause, die Katze läuft Ihnen mit erhobenem Schwanz entgegen und gurrt. Ein freundliches Hallo.
  • Bitte um Futter: Gurren in der Küche oder am Napf, oft mit Umstreichen der Beine. Viele Katzen lernen, dass dieser Laut Menschen besonders rührt.
  • „Komm mit“: Die Katze gurrt, läuft ein Stück voraus und schaut sich um. Sie möchte Sie zum Napf, zur Tür oder zu ihrem Spielzeug führen.
  • Spielaufforderung: Gurren mit lebhaftem Blick, oft mit einem Spielzeug in der Nähe.
  • Zufriedenheit: Manche Katzen gurren leise, wenn sie gestreichelt werden oder sich auf ihrem Lieblingsplatz einrichten.

Die Körpersprache hilft beim Deuten: Ein senkrecht aufgestellter Schwanz, entspannte Ohren und ein weicher Blick sprechen für freundliche Stimmung. Wie Katzen sonst mit Lauten kommunizieren, lesen Sie unter Die Katze miaut ständig.

Katze gurrt im Schlaf
Ein Kätzchen schläft auf dem Rücken zwischen Wollknäueln – Wollfäden gehören nach dem Spiel weggeräumt, weil verschluckte Fäden gefährlich sind

Gurren im Halbschlaf und beim Aufwachen

Manche Katzen geben ein kurzes Gurren von sich, wenn man sie im Vorbeigehen anspricht, während sie dösen. Es ist eine Art verschlafene Antwort, mit der die Katze bestätigt, dass sie Sie bemerkt hat. Wird eine Katze aus dem Tiefschlaf aufgeschreckt, kann statt eines Gurrens auch ein überraschter Laut oder ein kurzes Fauchen kommen – das ist Schreck, keine Abneigung. Lassen Sie schlafende Katzen deshalb am besten in Ruhe aufwachen.

Gurren und Rolligkeit

Unkastrierte Kätzinnen gurren und rufen in der Rolligkeit deutlich mehr. Dazu wälzen sie sich, reiben sich an Gegenständen, strecken das Hinterteil hoch und treten mit den Hinterbeinen. Das Gurren ist dann Teil des Werbeverhaltens. Die Rolligkeit wiederholt sich ohne Deckung in kurzen Abständen und belastet Katze und Menschen gleichermaßen. Mehr dazu unter Katze rollig und Kastration bei Katzen.

Individuelle Unterschiede

Wie oft eine Katze gurrt, ist sehr unterschiedlich. Manche tun es ständig, andere nie. Gesprächige Rassen wie die Siamkatze nutzen allgemein mehr Laute. Außerdem entwickeln Katzen und ihre Menschen über die Jahre oft eine eigene „Sprache“: Die Katze lernt, welche Laute bei ihrem Menschen welche Reaktion auslösen, und setzt sie gezielt ein. Deshalb klingt das Gurren jeder Katze ein wenig anders.

Wann das Geräusch kein Gurren ist

Gurren ist ein bewusst eingesetzter Laut in freundlicher Stimmung. Ein Geräusch, das ohne Zusammenhang beim Atmen auftritt, gehört nicht dazu. Lassen Sie Ihre Katze untersuchen, wenn:

  • sie beim Atmen rasselnd, pfeifend oder brodelnd klingt, besonders in Ruhe
  • sie mit offenem Maul atmet oder die Flanken stark pumpen – das ist ein Notfall
  • sie plötzlich heiser klingt oder ihre Stimme verliert
  • sie hustet oder würgt, siehe Katze würgt

Auch Schnarchen oder schniefende Nasengeräusche haben eigene Ursachen, siehe Katze schnarcht.

Wie Sie auf das Gurren reagieren

Antworten Sie ruhig mit freundlicher Stimme, schauen Sie die Katze mit weichem Blick an und blinzeln Sie langsam – das verstehen Katzen als freundliches Signal. Wenn sie Sie zu etwas führen möchte, folgen Sie ihr ruhig einmal: Oft ist es nur der leere Napf, manchmal aber auch etwas, das Ihre Aufmerksamkeit verdient.

Achten Sie nur darauf, das Gurren nicht bei jeder Gelegenheit mit Futter zu belohnen. Sonst wird aus dem freundlichen Gruß schnell eine Bettelroutine. Streicheleinheiten und Spiel sind die bessere Antwort.

Die Empfehlung lautet also: Genießen Sie das Gurren als Zeichen von Vertrauen, beantworten Sie es mit Zuwendung statt mit Leckerlis, und behalten Sie im Blick, dass neue Geräusche beim Atmen etwas anderes sind.

Häufige Fragen

Warum gurrt meine Katze, wenn sie mich sieht?

Weil sie Sie begrüßt. Das Gurren ist ein Kontaktlaut, den Katzen mit vertrauten Menschen und Tieren verwenden. Oft kommt der Wunsch nach Aufmerksamkeit oder Futter hinzu.

Warum gurrt meine Katze beim Spielen?

Viele Katzen trillern, wenn sie aufgeregt sind und zum Spielen auffordern oder ein Spielzeug gefangen haben. Das ist ein Ausdruck freudiger Erregung.

Meine Katze hat plötzlich angefangen, viel zu gurren – ist sie krank?

Meist nicht. Bei unkastrierten Kätzinnen ist Rolligkeit der häufigste Grund. Verändert sich das Verhalten Ihrer Katze aber insgesamt, wird sie unruhig, frisst anders oder klingt beim Atmen ungewöhnlich, sollte ein Tierarzt nachsehen.

Gurren auch Kater?

Ja. Das Gurren ist nicht auf Kätzinnen beschränkt. Kater und Kätzinnen begrüßen damit gleichermaßen vertraute Menschen und Artgenossen.