Welche Katze passt zu mir?

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Welche Katze zu Ihnen passt, hängt weniger von der Rasse ab als von Ihrem Alltag: wie viel Zeit Sie haben, wie Sie wohnen, wer im Haushalt lebt und ob Sie lieber eine ruhige oder eine quirlige Mitbewohnerin möchten. Für viele Menschen ist eine erwachsene Katze mit bekanntem Charakter die sicherere Wahl als ein Kitten. Mit den folgenden Fragen kommen Sie zu einer Entscheidung, die auch in zehn Jahren noch trägt.
Zuerst die ehrliche Frage: Passt überhaupt eine Katze?
Eine Katze lebt oft 15 Jahre oder länger. Sie braucht täglich frisches Futter, eine saubere Toilette, Beschäftigung und Zuwendung, einmal im Jahr den Tierarzt und im Urlaub eine Betreuung. Die Kosten liegen grob bei 80 bis 120 Euro im Monat, dazu kommen Rücklagen für Krankheiten; die Rechnung im Detail steht unter Was kostet eine Katze?.
Klären Sie außerdem vorab:
- Wer kümmert sich? Wenn Kinder sich eine Katze wünschen, bleibt die Verantwortung trotzdem bei den Erwachsenen.
- Erlaubt der Vermieter Katzen? Kleintiere sind meist frei, bei Katzen kommt es auf den Mietvertrag an. Fragen Sie vorher.
- Gibt es Allergien? Verbringen Sie vor der Anschaffung mehrere Stunden mit Katzen. Allergikerfreie Katzen gibt es nicht, auch wenn manche Rassen so beworben werden.
- Was passiert bei Umzug, Kind oder neuem Job? Viele Tiere landen im Tierheim, weil sich das Leben ändert. Denken Sie das einmal durch.
Kitten, erwachsene Katze oder Senior?

Kitten sind hinreißend, aber anstrengend. Sie toben, klettern an Gardinen hoch, testen jede Grenze und brauchen in den ersten Monaten viel Aufmerksamkeit. Welcher Charakter sich entwickelt, sieht man erst nach und nach. Kitten sollten nicht vor der 12. Lebenswoche von der Mutter getrennt werden, weil sie in dieser Zeit Sozialverhalten und Beißhemmung lernen – mehr dazu unter Katzenbabys: Das richtige Alter für die Abgabe.
Erwachsene Katzen ab etwa zwei Jahren haben einen gefestigten Charakter. Sie wissen, ob Sie eine Schmusekatze, eine Einzelgängerin oder eine verspielte Katze bekommen, ob sie Kinder mag und ob sie andere Katzen verträgt. Gute Tierheime und Pflegestellen können das oft recht genau beschreiben.
Seniorkatzen ab etwa zehn Jahren sind meist ruhig und dankbar für ein Sofa. Sie passen gut zu älteren Menschen oder zu Haushalten, die keine Energie für ein Kitten haben. Man sollte mit höheren Tierarztkosten rechnen. Gute Gründe für eine ältere Katze nennt der Beitrag Senior-Katze adoptieren.
Eine Katze oder zwei?
Katzen sind keine Rudeltiere, aber auch keine Einzelgänger um jeden Preis. Die meisten jungen Katzen profitieren von einem Artgenossen, mit dem sie spielen, raufen und sich putzen können. Wer Kitten in reine Wohnungshaltung holt, nimmt am besten zwei, idealerweise Geschwister oder zwei gleich alte Tiere.
Bei erwachsenen Katzen ist es individuell. Manche haben immer mit anderen Katzen gelebt und vermissen sie, andere sind eindeutig lieber allein und reagieren auf einen Neuzugang mit Stress. Auch hier hilft die Auskunft des Tierheims. Wenn später eine zweite Katze dazukommen soll, lesen Sie vorher Die Katze vergesellschaften.
Wohnungskatze oder Freigänger?
Ob Freigang möglich ist, hängt von Ihrer Wohnlage ab: Liegt eine stark befahrene Straße vor der Tür, ist Freigang gefährlich. Umgekehrt ist eine Katze, die immer draußen gelebt hat, oft unglücklich, wenn sie plötzlich nur noch in der Wohnung sein darf.
- Wohnungskatzen brauchen Platz zum Klettern, Kratzmöglichkeiten, Aussicht und täglich Spiel. Ein gesicherter Balkon macht viel aus.
- Freigänger brauchen eine sichere Umgebung, Kastration, Chip und Registrierung; in vielen Gemeinden ist das per Katzenschutzverordnung vorgeschrieben. Dazu kommen Impfungen und Parasitenschutz nach Risiko.
Temperament: Ruhig, verschmust oder aktiv?
Überlegen Sie, wie Ihr Alltag aussieht. Wer lange arbeitet und abends Ruhe möchte, ist mit einer ausgeglichenen erwachsenen Katze – oder zwei – besser bedient als mit einer Katze, die viel Beschäftigung einfordert. Wer gern spielt, trainiert und Zeit hat, kann auch eine sehr aktive oder gesprächige Katze glücklich machen.

Bei Rassekatzen gibt es Tendenzen: Britisch Kurzhaar gelten als eher gelassen, Siam und Orientalen als sehr gesprächig und anhänglich, Bengalen als äußerst aktiv. Innerhalb jeder Rasse gibt es aber große Unterschiede, und die individuelle Katze zählt mehr als die Beschreibung im Rasseporträt. Eine Übersicht mit Einschätzungen finden Sie unter Welche Katzenrassen für Anfänger geeignet sind.
Katze oder Kater?
Nach der Kastration sind die Unterschiede zwischen Katze und Kater meist gering. Kater werden oft etwas größer und schwerer und gelten vielen als verschmuster, Katzen als etwas eigenständiger – das sind aber Tendenzen, keine Regeln. Unkastrierte Tiere verhalten sich deutlich anders: Kater markieren mit Urin, Katzen werden rollig. Für Wohnungshaltung kommen deshalb nur kastrierte Tiere infrage.
Kinder, Hund, andere Tiere
Für Familien mit kleinen Kindern eignen sich ruhige, erwachsene Katzen, die Kinder bereits kennen, meist besser als Kitten, die kratzen und beißen, wenn sie zu grob angefasst werden. Die Katze braucht immer einen Rückzugsort, den die Kinder nicht betreten dürfen. Lebt schon ein Hund im Haushalt, fragen Sie gezielt nach einer Katze, die Hunde kennt.
Woher die Katze kommt
- Tierheim und Tierschutz: Die Tiere sind in der Regel tierärztlich versorgt, und die Mitarbeitenden kennen ihren Charakter. Besuchen Sie die Katze mehrmals, bevor Sie sich entscheiden.
- Privat: Sehen Sie sich Mutter und Umgebung an. Seriöse Abgeber geben Kitten erst mit 12 Wochen, geimpft und entwurmt, ab.
- Züchter: Ein guter Züchter ist Mitglied in einem anerkannten Verein, zeigt Ihnen Mutter und Aufzucht, legt Gesundheitsnachweise der Elterntiere vor und stellt selbst Fragen an Sie. Finger weg von Angeboten über Kleinanzeigen ohne Papiere, von „Rassekatzen“ zum Schnäppchenpreis und von Qualzuchten wie Faltohr- oder Munchkinkatzen.
Achten Sie in jedem Fall auf klare Augen, saubere Ohren, ein glänzendes Fell und eine Katze, die neugierig und nicht apathisch wirkt.
Die ersten Wochen im neuen Zuhause
Jede Katze braucht Zeit, um anzukommen. Richten Sie zuerst einen ruhigen Raum mit Futter, Wasser, Toilette und Versteck ein und lassen Sie die Katze von dort aus das Zuhause erkunden. Drängen Sie sich nicht auf; Leckerli und ruhiges Sprechen helfen mehr als Hochheben. Junge Katzen sind oft nach wenigen Tagen aufgetaut, ängstliche oder ältere Tiere brauchen manchmal Wochen.
Unsere Empfehlung: Wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie mit einer erwachsenen Katze aus dem Tierheim, deren Charakter zu Ihrem Alltag passt, oder mit zwei jungen Katzen, die sich schon kennen. Das Aussehen darf mitentscheiden – aber nicht allein.
Häufige Fragen
Welche Katze eignet sich für Berufstätige?
Am besten zwei verträgliche Katzen oder eine erwachsene, eher ruhige Katze, die gern allein ist. Einzelne Kitten in reiner Wohnungshaltung sind für Menschen, die täglich acht Stunden außer Haus sind, keine gute Wahl. Mehr dazu unter Wie lange kann man Katzen alleine lassen.
Gibt es Katzen für Allergiker?
Keine Katze ist frei von Allergenen. Das wichtigste Katzenallergen wird mit Speichel und Hautfett verteilt, nicht mit dem Haar selbst. Manche Allergiker vertragen einzelne Tiere besser als andere; das lässt sich nur durch längeren Kontakt vor der Anschaffung herausfinden.
Wie viel Platz braucht eine Katze?
Eine feste Quadratmeterzahl gibt es nicht. Wichtiger als die Grundfläche ist, dass die Wohnung Klettermöglichkeiten, erhöhte Liegeplätze, Verstecke und Aussicht bietet. Eine kleine, gut eingerichtete Wohnung kann besser sein als eine große, leere.
Ist ein Kitten leichter zu erziehen als eine erwachsene Katze?
Nicht unbedingt. Kitten lernen schnell, testen aber auch viel. Eine erwachsene Katze bringt ihre Gewohnheiten mit – das ist ein Vorteil, wenn sie schon stubenrein ist und am Kratzbaum statt am Sofa kratzt.



