Kittenfutter: Was, wie oft und bis wann

Inhalt9 Abschnitte
- Warum Kitten ein eigenes Futter brauchen
- Woran Sie ein geeignetes Kittenfutter erkennen
- Die ersten Wochen: vom Milchtrinker zum Fleischfresser
- Wie oft und wie viel Kitten fressen
- Soll immer Futter im Napf stehen?
- Bis wann Kittenfutter – und wie der Wechsel klappt
- Was Kitten nicht bekommen sollten
- Wann ein Kitten zum Tierarzt muss
- Häufige Fragen
Kitten brauchen ein vollwertiges Futter für wachsende Katzen, mehrere kleine Mahlzeiten am Tag und genug davon – Hungern ist in dieser Lebensphase nie eine Option. Kittenfutter enthält mehr Energie, mehr Eiweiß und deutlich mehr Calcium als Futter für erwachsene Katzen. Gefüttert wird es bis etwa zum ersten Geburtstag, bei großen Rassen wie Maine Coon oder Norwegischer Waldkatze meist länger.
Warum Kitten ein eigenes Futter brauchen
Eine junge Katze verdoppelt ihr Geburtsgewicht innerhalb der ersten ein bis zwei Lebenswochen und wiegt mit einem halben Jahr oft schon das Zwanzig- bis Dreißigfache davon. Für dieses Wachstum braucht sie im Verhältnis zu ihrem Gewicht sehr viel Energie. Die FEDIAF, der europäische Verband der Heimtierfutterhersteller, nennt in ihren Nährstoffleitlinien für Kitten bis zu einem Alter von 4 Monaten das 2- bis 2,5-Fache des Erhaltungsbedarfs einer erwachsenen Katze gleichen Gewichts, von 4 bis 9 Monaten das 1,75- bis 2-Fache und von 9 bis 12 Monaten noch das 1,5-Fache.
Dazu kommen höhere Mindestwerte für fast alle Nährstoffe. Besonders deutlich ist der Unterschied beim Calcium: Die FEDIAF-Leitlinien setzen für wachsende Katzen den Mindestgehalt mehr als doppelt so hoch an wie für erwachsene, und das Verhältnis von Calcium zu Phosphor soll zwischen 1:1 und 1,5:1 liegen. Knochen und Zähne entstehen in diesen Monaten – ein Fehler hier lässt sich später nicht mehr gutmachen. Auch Taurin, Arachidonsäure und die Omega-3-Fettsäure DHA (wichtig für Gehirn und Netzhaut) gehören in ausreichender Menge ins Kittenfutter. Warum Katzen diese Stoffe mit der Nahrung aufnehmen müssen, erklärt der Beitrag Nährstoffbedarf der Katze.
Woran Sie ein geeignetes Kittenfutter erkennen
Maßgeblich ist das Etikett, nicht das Bild auf der Dose. Achten Sie auf zwei Dinge:
- Alleinfuttermittel. Nur ein Alleinfuttermittel deckt den gesamten Bedarf. Ergänzungsfuttermittel – etwa Filets in Gelee oder Snacks – sind Beigaben.
- Für wachsende Katzen. Auf der Packung steht „für Kitten“, „für wachsende Katzen“ oder „für alle Lebensphasen“. Letzteres ist nur dann eine Aussage, wenn das Futter die höheren Werte für das Wachstum erfüllt – genau das bedeutet die Angabe.
Ob Nass- oder Trockenfutter, ist bei Kitten weniger wichtig als die Vollwertigkeit. Nassfutter liefert zusätzlich Wasser und gewöhnt die Katze früh an feuchte Nahrung, was später den Harnwegen zugutekommt. Viele Halter kombinieren beides; die Vor- und Nachteile stehen unter Nassfutter oder Trockenfutter. Begriffe wie „getreidefrei“ oder „ohne Zuckerzusatz“ klingen gut, sagen über die Eignung für Kitten aber wenig aus. Wie man die Angaben auf der Packung liest, zeigt der Beitrag Katzenfutter-Etikett lesen.
Die ersten Wochen: vom Milchtrinker zum Fleischfresser
In den ersten drei bis vier Lebenswochen ernähren sich Kitten ausschließlich von Muttermilch. Die Organisation International Cat Care empfiehlt, ab der 3. bis 4. Woche feste Nahrung anzubieten: Kittenfutter als Nassfutter oder eingeweichtes Trockenfutter, mindestens viermal täglich oder zur freien Verfügung. Mit etwa sieben Wochen fressen die meisten Kitten selbstständig, mit etwa acht Wochen sind sie in der Regel entwöhnt – bei der Mutter bleiben sollten sie trotzdem länger, damit sie Sozialverhalten lernen. Mehr dazu unter Katzenbabys: das richtige Alter für die Abgabe.
Kuhmilch ist kein Ersatz für Muttermilch. Sie enthält zu viel Milchzucker und zu wenig Fett und Eiweiß und führt bei Kitten schnell zu Durchfall, der bei so kleinen Tieren gefährlich austrocknet. Muss ein Kitten ohne Mutter aufgezogen werden, gehört spezielle Katzenaufzuchtmilch in die Flasche – und die Aufzucht in Absprache mit der Tierarztpraxis.
Wie oft und wie viel Kitten fressen
Kitten haben einen kleinen Magen und einen großen Bedarf. Deshalb gilt: oft und kleine Portionen.
| Alter | Mahlzeiten pro Tag | Energiebedarf nach FEDIAF |
| 3–8 Wochen | mindestens 4, gern zur freien Verfügung, dazu Muttermilch | Übergang von der Milch |
| 2–4 Monate | 4–5 | 2–2,5-facher Erwachsenenbedarf je kg |
| 4–9 Monate | 3–4 | 1,75–2-facher Erwachsenenbedarf je kg |
| 9–12 Monate | 2–3 | 1,5-facher Erwachsenenbedarf je kg |
Die Mahlzeitenzahl ist ein Richtwert, keine Vorschrift. Die Tagesmenge steht als Empfehlung auf der Packung, meist gestaffelt nach Alter oder erwartetem Endgewicht. Wiegen Sie Ihr Kitten anfangs einmal pro Woche: Es sollte gleichmäßig zunehmen, ohne rund zu werden. Rippen sollen sich unter einer dünnen Fettschicht leicht ertasten lassen. Einen Anhaltspunkt für die Menge gibt der Futterrechner.
Soll immer Futter im Napf stehen?
Bei jungen Kitten ist das in Ordnung und sogar üblich – sie regulieren ihre Aufnahme in den ersten Monaten meist gut, und ein leerer Napf ist für sie schlimmer als ein zu voller. Nassfutter sollte allerdings nicht länger als einige Stunden stehen, im Sommer kürzer, weil es verdirbt und Fliegen anzieht. Ab etwa einem halben Jahr, spätestens nach der Kastration, lohnt es sich, auf feste Mahlzeiten umzustellen. Der Energiebedarf sinkt dann spürbar, der Appetit nicht. Wie Sie das Gewicht nach dem Eingriff halten, steht unter Katze nach der Kastration füttern.
Bis wann Kittenfutter – und wie der Wechsel klappt
Die meisten Hauskatzen sind mit etwa zwölf Monaten ausgewachsen. Dann ist der Zeitpunkt, auf ein Alleinfutter für erwachsene Katzen zu wechseln. Große Rassen wie Maine Coon, Norwegische Waldkatze oder Ragdoll wachsen deutlich länger; bei ihnen wird Kittenfutter oft bis ins zweite Lebensjahr gefüttert. Sprechen Sie den Zeitpunkt beim Impftermin mit der Tierarztpraxis ab.
Stellen Sie über sieben bis zehn Tage um: Mischen Sie dem gewohnten Futter täglich etwas mehr vom neuen bei. Ein abrupter Wechsel führt oft zu Durchfall oder dazu, dass das neue Futter verschmäht wird. Die Einzelschritte finden Sie unter Katzenfutter umstellen.
Was Kitten nicht bekommen sollten
- Kuhmilch – Durchfall, siehe oben.
- Thunfisch, Wurst und Tischreste – verdrängen vollwertiges Futter und liefern Salz, Gewürze und zu wenig Calcium. Zwiebeln und Knoblauch sind für Katzen giftig.
- Rohfütterung ohne Plan – ein falsches Calcium-Phosphor-Verhältnis schadet wachsenden Knochen besonders schnell, dazu kommen Keime. Wer ein Kitten roh ernähren möchte, braucht eine berechnete Ration, siehe BARF für Katzen.
- Vitamin- und Calciumzusätze auf eigene Faust – ein gutes Alleinfutter ist bereits vollständig, zusätzliches Vitamin A oder Calcium kann schaden.
- Futter für Hunde – ihm fehlen Taurin und andere Stoffe in der für Katzen nötigen Menge.
Wann ein Kitten zum Tierarzt muss
Kitten haben kaum Reserven. Ein Kitten, das einen ganzen Tag nicht frisst, gehört noch am selben Tag in die Praxis. Sofort ist der Tierarzt gefragt bei wiederholtem Erbrechen, wässrigem oder blutigem Durchfall, Teilnahmslosigkeit, kalten Ohren und Pfoten oder wenn das Kitten nicht mehr zunimmt. Erbricht ein Kitten gelegentlich unverdautes Futter kurz nach dem Fressen, hat es meist zu schnell geschlungen; mehrere kleine Portionen helfen. Geschieht das häufiger oder zusammen mit einem aufgeblähten Bauch, sollte die Praxis auch an Würmer denken, die bei Kitten sehr häufig sind.
Die Empfehlung lautet: ein vollwertiges Kittenfutter, anfangs vier bis fünf Mahlzeiten am Tag, wöchentliches Wiegen und ein ruhiger Wechsel auf Erwachsenenfutter, wenn das Wachstum abgeschlossen ist.
Häufige Fragen
Müssen Kitten wirklich Kittenfutter fressen?
Ja, oder ein Alleinfutter, das ausdrücklich für alle Lebensphasen einschließlich des Wachstums geeignet ist. Futter für erwachsene Katzen enthält zu wenig Energie und vor allem zu wenig Calcium für den Knochenaufbau. Ein paar Tage Erwachsenenfutter schaden nicht, als Dauerlösung ist es ungeeignet.
Darf eine erwachsene Katze das Kittenfutter mitfressen?
Gelegentlich schon, auf Dauer macht es sie dick, weil Kittenfutter energiereicher ist. In Haushalten mit Kitten und erwachsenen Katzen hilft es, getrennt zu füttern – etwa das Kitten in einem Raum, in den die ältere Katze nicht kommt, oder zu festen Zeiten unter Aufsicht.
Wie viel Gramm Futter braucht ein Kitten am Tag?
Das hängt vom Alter, vom Gewicht und vom Energiegehalt des Futters ab, deshalb gibt es keine allgemeingültige Grammzahl. Maßgeblich ist die Fütterungsempfehlung auf der Packung. Ob die Menge stimmt, zeigt die Waage: Ein gesundes Kitten nimmt gleichmäßig zu und bleibt dabei schlank.
Ab wann dürfen Kitten Trockenfutter fressen?
Schon ab der Entwöhnung, anfangs am besten mit Wasser eingeweicht, damit die kleinen Zähne und der Magen damit zurechtkommen. Frisches Wasser muss immer bereitstehen, besonders wenn viel Trockenfutter gefressen wird.



