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katzenwelt

Fisch für Katzen: Welcher erlaubt ist, roh oder gekocht

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Ein Fischhändler hält einer weiß-getigerten Katze auf dem Markt einen kleinen Fisch hin
Auf dem Fischmarkt gibt es rohen Fisch – daheim ist gekochter, entgräteter Fisch die bessere Wahl
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Katzen Fisch lieben, obwohl er nicht ihre Urbeute ist
  2. Welcher Fisch für Katzen geeignet ist
  3. Roh oder gekocht: warum der Herd gewinnt
  4. Gräten, Haut, Köpfe und Innereien
  5. Wie viel und wie oft
  6. Wann Fisch tabu ist
  7. Fisch aus der Küche: was nicht in den Napf gehört
  8. Katzenfutter mit Fisch und Fischöl
  9. Häufige Fragen

Katzen dürfen Fisch essen – gekocht, ohne Gräten, ungewürzt und als Beigabe, nicht als Hauptfutter. Ein paar Gabeln gedünsteter Seelachs oder Kabeljau einmal pro Woche vertragen die meisten gesunden Katzen gut. Problematisch wird Fisch, wenn er roh, gesalzen, geräuchert oder so oft auf den Teller kommt, dass er das vollwertige Futter verdrängt.

Warum Katzen Fisch lieben, obwohl er nicht ihre Urbeute ist

Die Stammform unserer Hauskatze, die afrikanische Falbkatze, lebt in trockenen Gegenden und jagt vor allem Mäuse, kleine Vögel und Insekten. Fisch gehört also nicht zu ihrem natürlichen Speiseplan. Dass viele Katzen trotzdem verrückt danach sind, liegt am intensiven Geruch und am hohen Eiweiß- und Fettgehalt – beides spricht einen Fleischfresser an. Die Kehrseite: Manche Katzen gewöhnen sich so sehr an Fisch, dass sie ihr normales Futter liegen lassen. Wer das vermeiden will, gibt Fisch in kleinen Portionen und nicht jeden Tag.

Welcher Fisch für Katzen geeignet ist

Am besten eignen sich magere Seefische mit festem, grätenarmem Fleisch. Fettreiche Fische sind nicht verboten, liefern aber viele Kalorien und viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die den Bedarf an Vitamin E erhöhen.

FischEignungWorauf achten
Seelachs, Kabeljau, Schellfischgutmager, gekocht und entgrätet
Lachs, Makrele, Heringseltenfettreich; Hering roh besonders thiaminasehaltig
Thunfischselten, kleine MengenQuecksilber, Gelbfettkrankheit, Dosenware oft gesalzen
Forelle, Karpfen, andere Süßwasserfischenur gekochtroh Parasiten und Thiaminase
Räucherfisch, Fischstäbchen, MatjesneinSalz, Panade, Öl, Gewürze
Garnelen und andere Meeresfrüchtegekocht, geschält, seltenSchale entfernen, nie gewürzt

Einzelheiten zu den beliebtesten Sorten stehen in den Beiträgen Dürfen Katzen Lachs essen?, Thunfisch für Katzen und Dürfen Katzen Garnelen essen?.

Roh oder gekocht: warum der Herd gewinnt

Roher Fisch hat zwei Nachteile, die gekochter nicht hat. Erstens enthalten manche Arten das Enzym Thiaminase, das Vitamin B1 (Thiamin) im Futter zerstört. Das MSD Veterinary Manual nennt rohe Süßwasserfische und Muscheln als typische Quellen; besonders bekannt sind roher Karpfen und roher Hering. Katzen brauchen verhältnismäßig viel Vitamin B1. Fehlt es, zeigen sie zunächst Appetitlosigkeit und Erbrechen, später Gleichgewichtsstörungen, einen nach unten gebeugten Kopf und Krampfanfälle. In Fütterungsversuchen traten solche Zeichen bei Katzen schon nach wenigen Wochen roher Karpfen- oder Heringsfütterung auf. Erhitzen zerstört das Enzym – deshalb ist Fisch in Dosenfutter unproblematisch.

Zweitens kann roher Fisch Parasiten und Keime übertragen. Über rohen Süßwasserfisch, vor allem aus der Familie der Karpfenfische, stecken sich Katzen mit dem Katzenleberegel an, der sich in Gallengängen und Gallenblase festsetzt. Er kommt in Osteuropa vor, in Deutschland unter anderem in Brandenburg. Seefisch kann Fadenwürmer (Anisakis) enthalten, dazu kommen Bakterien wie Salmonellen. Wer seine Katze nach dem BARF-Prinzip roh ernährt, verwendet Fisch deshalb nur tiefgefroren, selten und aus einem durchgerechneten Plan.

Die einfache Regel für den Alltag: Fisch in wenig Wasser dünsten oder kochen, ohne Salz, Öl und Gewürze, abkühlen lassen, Gräten gründlich entfernen.

Gräten, Haut, Köpfe und Innereien

Große Gräten können im Maul stecken bleiben oder Speiseröhre und Darm verletzen, gekochte Gräten splittern leichter. Entfernen Sie sie vollständig. Ein Stück gekochte, ungewürzte Fischhaut ist kein Problem, sie ist allerdings fett. Ganze Fische, Köpfe und Innereien gehören nicht in den Napf einer Wohnungskatze: Sie sind roh (siehe oben), stecken voller Gräten und lassen sich in der Menge kaum einschätzen.

Würgt Ihre Katze nach Fisch, kaut ständig, sabbert oder fasst sich mit der Pfote ans Maul, kann eine Gräte feststecken. Versuchen Sie nicht, sie selbst herauszuziehen, sondern fahren Sie in die Tierarztpraxis. Erbricht sie mehrmals, hat Blut im Erbrochenen oder im Kot, ist das ein Notfall.

Wie viel und wie oft

Eine offizielle Höchstmenge für Fisch gibt es nicht. Als Richtschnur dient die Leckerli-Faustregel: Alles, was nicht aus dem Alleinfutter stammt, sollte zusammen höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Energie liefern. Für eine erwachsene Katze mit 4 kg bedeutet das ungefähr einen bis zwei Esslöffel gekochten Magerfisch an einem Tag – und diesen Fisch-Tag nicht öfter als ein- bis zweimal in der Woche. Wie viel Ihre Katze insgesamt braucht, zeigt der Futterrechner.

Nur Fisch zu füttern, ist keine Option. Reines Fischfleisch deckt weder den Bedarf an Kalzium noch an allen Vitaminen. Wer über Wochen fast ausschließlich Fisch gibt, riskiert eine Gelbfettkrankheit (Steatitis): Die vielen ungesättigten Fettsäuren oxidieren bei zu wenig Vitamin E, das Fettgewebe entzündet sich, die Katze bekommt Fieber und ist extrem schmerzempfindlich. Bei großen Raubfischen wie Thunfisch oder Schwertfisch kommt die Belastung mit Methylquecksilber hinzu.

Wann Fisch tabu ist

  • Nierenkranke Katzen: Fisch ist phosphorreich, und Phosphor soll bei Niereninsuffizienz knapp gehalten werden. Mehr unter Nierenfutter für Katzen.
  • Schilddrüsenüberfunktion mit jodarmer Diät: Seefisch und Meeresfrüchte enthalten viel Jod. Schon kleine Mengen können die Diät wirkungslos machen.
  • Futtermittelallergie: Fisch gehört neben Rind und Milchprodukten zu den am häufigsten nachgewiesenen Auslösern bei Katzen. Während einer Ausschlussdiät gibt es überhaupt nichts nebenher, auch keinen Fisch. Mehr unter Futtermittelallergie bei Katzen.
  • Harnsteindiät: Auch hier gilt: keine Zusätze ohne Rücksprache, weil sie die Zusammensetzung der Diät verschieben.

Fisch aus der Küche: was nicht in den Napf gehört

Geräucherter Fisch, Matjes, Bismarckhering und Sardellen sind stark gesalzen. Fischstäbchen und Backfisch bringen Panade, Frittierfett und Gewürze mit. Sushi enthält rohen Fisch, Reisessig und dazu meist Sojasoße. Fischsalate und Soßen enthalten oft Zwiebeln oder Knoblauch, die bei Katzen die roten Blutkörperchen schädigen. Verdorbener Fisch kann Erbrechen und Durchfall auslösen – was für Sie nicht mehr frisch genug ist, ist es für die Katze auch nicht. Welche Lebensmittel sonst erlaubt sind, zeigt das Lebensmittel-Lexikon A–Z.

Katzenfutter mit Fisch und Fischöl

Ein Alleinfuttermittel mit Fisch ist so zusammengesetzt, dass es alle nötigen Nährstoffe enthält, und das Erhitzen bei der Herstellung hat die Thiaminase zerstört. Trotzdem ist es sinnvoll, zwischen Fleisch- und Fischsorten abzuwechseln, schon weil Katzen sonst leicht zu einseitigen Fressern werden. Fischöl liefert die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die Tierärzte etwa bei Gelenk-, Haut- oder Nierenproblemen einsetzen. Als Zusatz zu einem Alleinfutter sollte es nur nach Absprache und in der empfohlenen Menge gegeben werden, denn zu viel davon bedeutet zusätzliche Kalorien, weichen Kot und einen höheren Vitamin-E-Bedarf.

Übrigens: Riecht Ihre Katze am Hinterteil nach Fisch, liegt das fast nie am Futter, sondern meist an den Analbeuteln, deren Sekret genau so riecht. Tritt der Geruch häufig auf, leckt sie sich dort viel oder rutscht auf dem Po, sollte der Tierarzt nachsehen.

Unsere Empfehlung: Gönnen Sie Ihrer Katze Fisch als kleine, gekochte Abwechslung – mager, entgrätet, ungewürzt und nicht öfter als ein- bis zweimal pro Woche. Die Grundlage bleibt ein vollwertiges Alleinfutter.

Häufige Fragen

Darf meine Katze jeden Tag Fisch bekommen?

Als Hauptfutter nein, als kleiner Zusatz in einem Alleinfutter mit Fischanteil schon. Frischer oder gekochter Fisch aus der Küche sollte die Ausnahme bleiben, weil er den Nährstoffbedarf nicht deckt und Katzen schnell wählerisch macht.

Hat meine Katze eine Fischallergie?

Juckreiz vor allem an Kopf und Hals, kahle Stellen, wiederkehrender Durchfall oder Erbrechen können auf eine Futtermittelallergie hindeuten. Ob Fisch der Auslöser ist, lässt sich nur mit einer Ausschlussdiät über mehrere Wochen unter tierärztlicher Begleitung klären; Bluttests sind dafür nicht zuverlässig.

Meine Katze hat einen Goldfisch aus dem Teich gefressen – ist das gefährlich?

Ein einzelner Fisch ist meist harmlos. Rohe Teichfische können aber Parasiten übertragen und enthalten Thiaminase. Wenn Ihre Katze regelmäßig am Teich jagt, sprechen Sie beim nächsten Tierarztbesuch die Entwurmung und gegebenenfalls eine Kotuntersuchung an.

Darf eine Katze Fisch aus der Dose für Menschen essen?

Ab und zu einen Teelöffel Fisch im eigenen Saft, kurz abgespült, ja. Fisch in Öl, in Tomatensoße oder mit Gewürzen dagegen nicht. Sardinen in Öl sind fett und salzig; wer sie anbieten möchte, spült sie ab und gibt nur ein kleines Stück.