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katzenwelt

Dürfen Katzen Lachs essen?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Gebratene, gepfefferte Lachsstücke auf einem weißen Teller
Gewürzt und gebraten ist Lachs etwas für Menschen – die Katze bekommt ein Stück ungewürzt gedünstet
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was Lachs für Katzen gut macht – und was nicht
  2. Roher Lachs: Parasiten und Keime
  3. Räucherlachs und Graved Lachs
  4. So bereiten Sie Lachs zu
  5. Wie viel Lachs ist in Ordnung?
  6. Lachsöl: nur gezielt
  7. Anzeichen einer Unverträglichkeit
  8. Häufige Fragen

Katzen dürfen Lachs essen, wenn er gekocht, ungewürzt und entgrätet ist und nur gelegentlich in kleinen Mengen auf den Teller kommt. Ein Teelöffel bis ein Esslöffel gedünsteter Lachs einmal pro Woche ist für eine gesunde Katze in Ordnung. Roher Lachs, Räucherlachs und Lachs aus der Pfanne mit Butter und Gewürzen sind dagegen keine gute Idee.

Erlaubt?ja, gekocht und selten
Menge1 Teelöffel bis 1 Esslöffel, höchstens ein- bis zweimal pro Woche
Zubereitunggedünstet oder gekocht, ohne Salz und Öl, Gräten entfernt
Achtungkein Räucherlachs, roh nur mit Vorsicht, sehr fettreich

Was Lachs für Katzen gut macht – und was nicht

Lachs liefert hochwertiges Eiweiß, die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sowie Vitamin D. Als Fleischfresser kann die Katze damit viel anfangen. Gleichzeitig ist Lachs einer der fettesten Speisefische, Zuchtlachs noch deutlich fetter als Wildlachs. Fett hat pro Gramm mehr als doppelt so viele Kalorien wie Eiweiß. Ein paar Löffel am Tag reichen deshalb, um eine Wohnungskatze langsam dick werden zu lassen. Die vielen mehrfach ungesättigten Fettsäuren erhöhen außerdem den Bedarf an Vitamin E. Wer über Wochen viel Fisch füttert, riskiert eine schmerzhafte Gelbfettkrankheit, wie sie im Beitrag über Thunfisch für Katzen beschrieben ist.

Lachs ist außerdem kein vollwertiges Futter. Ihm fehlen unter anderem ausreichend Kalzium und manche Vitamine, die eine Katze täglich braucht. Er bleibt eine Beigabe zu einem Alleinfuttermittel.

Roher Lachs: Parasiten und Keime

Roher Seefisch wie Lachs kann Larven von Fadenwürmern (Anisakis) enthalten. Ausreichend langes Tiefgefrieren tötet sie ab, deshalb wird Fisch für Sushi in der Regel vorher tiefgefroren. Gegen Bakterien wie Salmonellen oder Listerien hilft Einfrieren nicht. Manche rohen Fischarten enthalten zudem Thiaminase, ein Enzym, das Vitamin B1 zerstört; Erhitzen macht es unschädlich. Das MSD Veterinary Manual nennt rohe Süßwasserfische und Muscheln als typische Quellen. Rohen Lachs sollten Sie deshalb höchstens in kleinen Mengen und nur in Sushi-Qualität anbieten – oder gleich darauf verzichten und ihn kurz dämpfen.

Die in Nordamerika gefürchtete „Lachsvergiftung“ durch rohen Lachs aus dem Pazifik ist übrigens eine Krankheit von Hunden. Katzen entwickeln nach bisherigen Untersuchungen höchstens vorübergehend Fieber.

Räucherlachs und Graved Lachs

Kalt geräucherter Lachs ist nicht gegart, sondern gesalzen und geräuchert. Er enthält viel Kochsalz, und kalt geräucherte Fischerzeugnisse gehören zu den Lebensmitteln, bei denen das Bundesinstitut für Risikobewertung vor Listerien warnt. Graved Lachs ist ebenfalls roh und mit Salz, Zucker und Dill gebeizt. Ein Fitzelchen, das vom Teller fällt, ist kein Notfall. Als Leckerli taugt Räucherlachs trotzdem nicht. Dasselbe gilt für Lachs in Sahnesoße, mit Zitronenbutter, Knoblauch oder Zwiebeln – Knoblauch und Zwiebeln schädigen bei Katzen die roten Blutkörperchen.

So bereiten Sie Lachs zu

  1. Frisch kaufen. Ungewürztes Filet oder tiefgefrorenen Naturlachs ohne Marinade.
  2. Garen. In wenig Wasser dünsten, dämpfen oder im Ofen ohne Fett garen, bis er durch ist.
  3. Entgräten. Gräten mit den Fingern ertasten und vollständig entfernen.
  4. Abkühlen lassen. Zimmerwarm und in kleinen Stücken anbieten.
  5. Klein halten. Ein Teelöffel ist für den Anfang genug, auch um zu sehen, ob die Katze ihn verträgt.

Gekochte Lachshaut darf dabei sein, sie ist allerdings besonders fett. Etwas Lachs aus einer ungewürzten Dose ist in Ordnung, wenn er ohne Öl und Salzlake auskommt.

Wie viel Lachs ist in Ordnung?

Eine offizielle Höchstmenge gibt es nicht. Als tierärztliche Faustregel gilt, dass alle Leckerlis zusammen höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Energie liefern. Bei einer 4 kg schweren Katze sind das ungefähr ein bis zwei Esslöffel Lachs an einem Tag, und diesen Fisch-Tag nicht öfter als ein- bis zweimal pro Woche. Mehr zu Fischsorten und Mengen steht im Überblick Fisch für Katzen, mehr zum Thema Belohnungen unter Leckerlis für Katzen.

Auf Lachs verzichten sollten Katzen mit Niereninsuffizienz (Fisch ist phosphorreich), Katzen mit jodarmer Schilddrüsendiät und Katzen, die gerade eine Ausschlussdiät wegen Verdacht auf Futtermittelallergie machen – Fisch gehört zu den häufigeren Auslösern.

Lachsöl: nur gezielt

Lachsöl ist ein beliebter Futterzusatz und wird oft gegen stumpfes Fell oder zum Zunehmen empfohlen. Omega-3-Fettsäuren können bei Haut-, Gelenk- und Nierenproblemen sinnvoll sein – aber dann in einer Menge, die der Tierarzt festlegt. Ein gutes Alleinfutter enthält bereits alle nötigen Fettsäuren. Zu viel Öl bedeutet zusätzliche Kalorien, weichen Kot und einen höheren Vitamin-E-Bedarf. Nimmt Ihre Katze ungewollt ab, ist Öl ohnehin die falsche Antwort: Dann sollte zuerst die Ursache geklärt werden, bevor Sie Fett zufüttern.

Anzeichen einer Unverträglichkeit

Nach dem ersten Lachs können Durchfall, weicher Kot oder Erbrechen auftreten, meist wegen des hohen Fettgehalts. Das vergeht in der Regel von selbst; geben Sie dann keinen Lachs mehr. Juckreiz, Hautrötungen oder wiederkehrende Verdauungsprobleme können auf eine Allergie hinweisen. Mehrfaches Erbrechen am Tag, Blut im Kot, Würgen oder Sabbern nach dem Fressen (feststeckende Gräte) oder eine Katze, die länger als 24 Stunden nichts frisst, gehören in die Tierarztpraxis.

Unsere Empfehlung: Lachs ist ein feines, gelegentliches Extra – gekocht, entgrätet, ungewürzt und klein portioniert. Wenn Sie Abwechslung wollen, wechseln Sie mit magerem Seefisch wie Kabeljau oder Seelachs ab.

Häufige Fragen

Darf meine Katze rohen Lachs essen?

Ein kleines Stück roher Lachs in Sushi-Qualität ist selten ein Problem, empfehlenswert ist es nicht. Roher Fisch kann Parasiten und Keime übertragen, und je nach Fischart zerstört er Vitamin B1. Kurz gedämpft ist Lachs für die Katze genauso lecker und deutlich sicherer.

Ist Räucherlachs für Katzen giftig?

Giftig nicht, aber ungeeignet. Er ist stark gesalzen und als kalt geräuchertes Erzeugnis nicht erhitzt. Ein heruntergefallenes Stück schadet einer gesunden Katze nicht, als Leckerli sollten Sie ihn aber nicht geben.

Ist Katzenfutter mit Lachs unbedenklich?

Ja, ein Alleinfuttermittel mit Lachs enthält alle nötigen Nährstoffe und ist erhitzt. Abwechslung zwischen Fleisch- und Fischsorten ist trotzdem sinnvoll, damit die Katze nicht zum einseitigen Fisch-Fan wird.

Dürfen Kitten Lachs bekommen?

Kitten brauchen ein vollwertiges Aufzuchtfutter, weil sie im Verhältnis zum Körpergewicht besonders viele Nährstoffe benötigen. Ein winziges Stück gekochter Lachs ab und zu schadet nicht, mehr sollte es nicht sein.