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katzenwelt

Dürfen Katzen Garnelen essen?

Christoph · 4 Min. Lesezeit

Eine gekochte, ungeschälte Garnele vor weißem Hintergrund
Vor dem Füttern kommen Schale, Kopf und Beine ab
Inhalt7 Abschnitte
  1. Warum Garnelen für Katzen grundsätzlich geeignet sind
  2. Roh oder gekocht?
  3. Schale, Kopf und Schwanz
  4. Was Garnelen für Katzen gefährlich macht
  5. Wie viel ist in Ordnung?
  6. Anzeichen einer Unverträglichkeit
  7. Häufige Fragen

Katzen dürfen Garnelen essen, wenn sie gekocht, geschält und ungewürzt sind – als seltenes Häppchen, nicht als Mahlzeit. Eine oder zwei gekochte Garnelen, klein geschnitten, sind für eine gesunde erwachsene Katze kein Problem. Roh, mit Schale oder aus der Knoblauchpfanne gehören sie nicht in den Napf.

Erlaubt?ja, gekocht und selten
Menge1–2 Garnelen, höchstens einmal pro Woche
Zubereitungin Wasser gegart, geschält, Darm entfernt, ohne Salz und Gewürze
Achtungkeine rohen Garnelen, keine Schale, kein Knoblauch

Warum Garnelen für Katzen grundsätzlich geeignet sind

Garnelen bestehen fast nur aus Eiweiß und Wasser und haben wenig Fett und Kalorien. Für einen Fleischfresser wie die Katze ist das eine brauchbare Kombination: Das Eiweiß ist gut verdaulich, und eine Garnele liefert nur wenige Kalorien. Viele Katzen mögen den Geschmack sehr.

Ein vollwertiges Futter sind Garnelen aber nicht. Katzen brauchen jeden Tag bestimmte Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis, darunter Taurin, Arachidonsäure, Vitamin A und Kalzium. Das liefert nur ein Alleinfuttermittel. Garnelen bleiben deshalb eine Beigabe.

Roh oder gekocht?

Gekocht. Rohe Meeresfrüchte können Bakterien wie Salmonellen, Listerien und Vibrionen tragen, die bei Katzen Durchfall und Erbrechen auslösen und auch für die Menschen im Haushalt ein Risiko sind. Einige rohe Meeresfrüchte, vor allem Muscheln, enthalten nach dem MSD Veterinary Manual außerdem Thiaminase, ein Enzym, das Vitamin B1 zerstört. Durch Garen werden sowohl die Keime als auch das Enzym unschädlich gemacht.

Am einfachsten garen Sie rohe Garnelen einige Minuten in Wasser ohne Salz, bis sie durchgehend rosa und fest sind. Bereits gegarte Garnelen aus der Kühltheke spülen Sie kurz ab, denn sie sind häufig in Salzlake eingelegt.

Schale, Kopf und Schwanz

Der Panzer von Garnelen besteht aus Chitin und ist hart und kantig. Katzen können ihn kaum verdauen; Stücke können im Hals stecken bleiben oder den Darm reizen. Entfernen Sie deshalb Schale, Kopf, Beine und die Schwanzflosse vollständig. Den dunklen Darmfaden am Rücken ziehen Sie am besten ebenfalls heraus. Die Katze bekommt nur das weiße Fleisch, in mundgerechte Stücke geschnitten.

Was Garnelen für Katzen gefährlich macht

  • Gewürze und Knoblauch: Garnelen in Knoblauchbutter, Scampi-Pfanne, Garnelen mit Chili oder Cocktailsoße sind tabu. Knoblauch und Zwiebeln schädigen bei Katzen die roten Blutkörperchen, auch in kleinen Mengen und verarbeitet. Mehr dazu unter Zwiebeln und Knoblauch.
  • Salz und Zusatzstoffe: Tiefgefrorene oder vorgegarte Garnelen sind oft gesalzen oder mit Phosphaten behandelt, damit sie Wasser halten. Das steht auf der Zutatenliste. Naturware ohne Zusätze ist die bessere Wahl.
  • Jod: Meeresfrüchte enthalten viel Jod. Für Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion, die eine jodarme Diät bekommen, sind Garnelen deshalb tabu – schon kleine Mengen können die Diät aushebeln.
  • Allergie: Wie jedes neue Lebensmittel können Garnelen eine Unverträglichkeit auslösen. Katzen mit bekannter Futtermittelallergie oder in einer Ausschlussdiät bekommen gar nichts nebenher.
  • Frittiertes und Paniertes: Garnelen im Teigmantel, Tempura und Frühlingsrollen bringen viel Fett und Gewürze mit.

Wie viel ist in Ordnung?

Für alle Leckerlis zusammen gilt die tierärztliche Faustregel: höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Energie. Garnelen sind kalorienarm, trotzdem sollten es nicht mehr als ein bis zwei mittelgroße Garnelen sein, und das höchstens einmal pro Woche. Bieten Sie beim ersten Mal nur ein kleines Stück an und beobachten Sie Ihre Katze in den folgenden Stunden. Mehr zu Belohnungen im Alltag lesen Sie unter Leckerlis für Katzen.

Anzeichen einer Unverträglichkeit

Weicher Kot, Durchfall oder einmaliges Erbrechen nach Garnelen verschwinden meist von selbst. Lassen Sie Garnelen dann künftig weg. Juckreiz, Rötungen an Kopf oder Ohren und wiederkehrende Verdauungsprobleme können auf eine Allergie hindeuten und gehören zum Tierarzt. Sofort in die Praxis sollten Sie, wenn Ihre Katze würgt, sabbert oder nach Luft schnappt, nachdem sie eine Garnele samt Schale geschluckt hat, wenn sie mehrmals am Tag erbricht oder Blut im Kot hat, oder wenn sie Garnelen mit Knoblauch oder Zwiebeln gefressen hat.

Unsere Empfehlung: Eine gekochte, geschälte Garnele ist ein schöner Leckerbissen für besondere Momente. Wenn Sie Ihrer Katze öfter etwas aus dem Meer gönnen möchten, ist gekochter Magerfisch die bessere Wahl – einen Überblick gibt Fisch für Katzen, weitere Lebensmittel stehen im Lebensmittel-Lexikon A–Z.

Häufige Fragen

Darf meine Katze Garnelen mit Schale fressen?

Nein. Die Schale ist schwer verdaulich und kantig und kann im Hals stecken bleiben oder den Darm reizen. Hat Ihre Katze eine einzelne Schale geschluckt und verhält sich normal, reicht es, sie zu beobachten. Würgt sie, sabbert oder frisst nicht mehr, fahren Sie zum Tierarzt.

Sind Krabben, Scampi und Shrimps dasselbe?

Im Alltag werden die Begriffe oft durcheinander verwendet. Für die Katze gilt für alle kleinen Krebstiere dieselbe Regel: gekocht, geschält, ungewürzt und selten. Nordseekrabben aus dem Glas sind meist stark gesalzen und daher ungeeignet.

Dürfen Katzen Muscheln oder Tintenfisch essen?

Gekochter, ungewürzter Tintenfisch in kleinen Stücken ist möglich, aber zäh. Muscheln sollten Katzen nur gekocht bekommen, weil rohe Muscheln Thiaminase und Keime enthalten; wegen möglicher Algengifte und des hohen Jodgehalts sind sie ohnehin kein empfehlenswertes Leckerli.

Meine Katze hat Garnelen mit Knoblauch stibitzt – was nun?

Rufen Sie Ihre Tierarztpraxis an und sagen Sie, wie viel Ihre Katze ungefähr gefressen hat. Lösen Sie kein Erbrechen aus. Die Schädigung der roten Blutkörperchen zeigt sich oft erst nach einigen Tagen, etwa durch Schwäche, blasse Schleimhäute oder schnelles Atmen.