Dürfen Katzen Hundefutter fressen?

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Katzen dürfen Hundefutter fressen, aber nur ausnahmsweise. Ein paar Bissen aus dem Hundenapf oder ein Tag, an dem nichts anderes im Haus ist, schaden einer gesunden Katze nicht. Als Dauerfutter ist Hundefutter jedoch ungeeignet: Es enthält weniger Eiweiß, als eine Katze braucht, und ist nicht auf Nährstoffe wie Taurin, Vitamin A und Arachidonsäure ausgelegt, die Katzen fertig mit der Nahrung aufnehmen müssen.
Warum Katzen anderes Futter brauchen als Hunde
Hunde sind Allesfresser mit Hang zum Fleisch, Katzen sind obligate Fleischfresser. Ihr Stoffwechsel ist ganz auf Beutetiere eingestellt, und einige Stoffe, die ein Hund selbst herstellt, muss die Katze fertig aufnehmen. Der europäische Heimtierfutterverband FEDIAF nennt als wichtigste Unterschiede:
| Nährstoff | Hund | Katze |
| Eiweiß | geringerer Bedarf | deutlich höherer Bedarf; kann den Eiweißabbau bei knappem Angebot kaum drosseln |
| Taurin | bildet genug selbst | muss es mit der Nahrung aufnehmen, es kommt nur in tierischem Gewebe vor |
| Vitamin A | kann es aus Beta-Carotin aus Pflanzen bilden | braucht fertiges Vitamin A aus tierischen Quellen |
| Arachidonsäure | bildet sie aus anderen Fettsäuren | kann sie kaum selbst bilden |
| Niacin (Vitamin B3) | kann es teilweise aus Tryptophan herstellen | muss es fertig aufnehmen |
| Arginin | wichtig | schon eine einzige Mahlzeit ohne Arginin kann bei Katzen zu einer Ammoniakvergiftung führen |
Katzenfutter wird deshalb gezielt mit Taurin und den anderen katzentypischen Nährstoffen ausgestattet. Hundefutter muss das nicht leisten. Manche Sorten enthalten zufällig genug davon, verlassen kann man sich darauf nicht. Wie der Bedarf einer Katze im Einzelnen aussieht, beschreibt Nährstoffbedarf der Katze.
Was passiert, wenn eine Katze dauerhaft Hundefutter frisst
Die Folgen entstehen schleichend, über Wochen und Monate:
- Taurinmangel kann bei Katzen zu einer Herzmuskelerkrankung (dilatative Kardiomyopathie) und zu Netzhautschäden bis zur Erblindung führen. Ein Taurinmangel beeinträchtigt außerdem Fortpflanzung und Entwicklung von Kitten.
- Vitamin-A-Mangel zeigt sich an Haut, Fell und Augen und schwächt das Immunsystem.
- Eiweißmangel führt zu Muskelabbau, schlechtem Fell und Gewichtsverlust.
- Bei Kitten fällt eine Unterversorgung besonders ins Gewicht, weil sie im Wachstum sind.
Seit Katzenfutter standardmäßig mit Taurin ergänzt wird, sind ernährungsbedingte Herzmuskelerkrankungen bei Katzen selten geworden. Sie tauchen vor allem dort auf, wo Katzen ungeeignetes Futter bekommen – etwa Hundefutter, selbst gekochte Rationen ohne Berechnung oder vegane Kost.
Warum manche Katzen lieber Hundefutter fressen
Dass Katzen sich am Hundenapf bedienen, hat oft einfache Gründe: Das Futter steht offen und in Reichweite, die Kroketten sind größer und knuspriger, oder der Reiz liegt schlicht darin, dass es jemand anderem gehört. Manche Katzen fressen auch aus Neugier oder weil ihr eigenes Futter sie gerade nicht reizt. Ist Ihre Katze beim eigenen Futter wählerisch, hilft der Beitrag über die mäkelige Katze.
Wird eine Katze plötzlich auffällig gierig und frisst alles, was sie findet, kann auch eine Krankheit dahinterstecken, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion. Frisst sie gierig und nimmt trotzdem ab, lassen Sie das abklären; siehe auch Katze frisst zu schnell.
Notfall: Kein Katzenfutter im Haus
Ist das Katzenfutter ausgegangen und die Läden haben zu, ist ein Tag mit Hundefutter kein Problem. Besser geeignet ist für diesen einen Tag gekochtes, ungewürztes Hühner- oder Putenfleisch, siehe Dürfen Katzen Hähnchen essen?. Wichtig ist nur, dass die Katze etwas frisst, denn tagelanges Hungern ist für Katzen gefährlich. Kaufen Sie so bald wie möglich wieder ein vollständiges Katzenfutter. Vegetarisches oder veganes Hundefutter ist für Katzen noch ungeeigneter, siehe Vegetarisch oder vegan für Katzen?
Und umgekehrt: Darf der Hund Katzenfutter fressen?
Für Hunde ist Katzenfutter nicht giftig, aber meist zu gehaltvoll. Es enthält mehr Eiweiß und oft mehr Fett, als ein Hund braucht. Wer regelmäßig den Katzennapf leert, wird dick. Manche Hunde reagieren mit Durchfall oder Erbrechen, und bei Hunden, die zu Bauchspeicheldrüsenentzündungen neigen, kann fettreiches Futter einen Schub begünstigen. Hunde mit Nieren- oder Lebererkrankungen und solche auf Diätfutter sollten gar nicht an Katzenfutter kommen.
Ein gelegentlicher Diebstahl bleibt bei einem gesunden Hund meist folgenlos. Hundebesitzer kennen das Problem allerdings: Katzenfutter ist für viele Hunde unwiderstehlich, und was offen steht, wird gefressen.
So bleibt jedes Tier bei seinem Futter
- Feste Mahlzeiten statt voller Näpfe. Füttern Sie beide zu festen Zeiten und räumen Sie Reste nach etwa einer halben Stunde weg.
- Katze erhöht füttern. Ein Futterplatz auf der Fensterbank, einem Regal oder dem Kratzbaum ist für die Katze erreichbar, für die meisten Hunde nicht.
- Getrennte Räume. Die Katze frisst hinter einer Tür, die einen Spalt offen bleibt oder mit einer Türsperre gesichert ist, durch die nur die Katze passt.
- Futterautomat mit Chip. Ein Futterautomat, der sich nur für den Mikrochip oder Halsbandanhänger der Katze öffnet, hält Hund und andere Katzen fern.
- Gleichzeitig füttern. Wenn beide zur selben Zeit an ihrem eigenen Platz fressen, bleibt weniger Gelegenheit zum Stibitzen.
- Futter sicher lagern. Säcke und Dosen verschlossen und außer Reichweite aufbewahren.
Die klare Empfehlung: Ein Bissen aus dem falschen Napf ist kein Grund zur Sorge. Auf Dauer aber bekommt jedes Tier sein eigenes, vollständiges Futter, und die Fütterung ist so organisiert, dass keiner beim anderen mitfrisst. Worauf es bei der Wahl des Katzenfutters ankommt, lesen Sie unter Katzenfutter richtig auswählen.
Häufige Fragen
Meine Katze hat einmal vom Hundefutter gefressen – muss ich etwas tun?
Nein. Einmal oder gelegentlich ein paar Bissen schaden einer gesunden Katze nicht. Achten Sie nur darauf, dass sie ihr eigenes Futter weiter frisst und das Hundefutter nicht zur Hauptmahlzeit wird.
Gibt es Futter, das für Hund und Katze gleichzeitig geeignet ist?
Die Ansprüche unterscheiden sich so stark, dass ein Alleinfutter immer für eine Tierart ausgelegt ist. Ob ein Futter für Katzen bestimmt und vollständig ist, steht auf dem Etikett. Ein gemeinsames Futter für beide ist keine gute Idee.
Kann eine Katze vom Hundefutter krank werden?
Nicht von einzelnen Bissen, wohl aber, wenn sie über Wochen oder Monate überwiegend Hundefutter frisst. Dann drohen Mangelerscheinungen wie Taurinmangel mit Herz- und Augenschäden. Hat Ihre Katze länger Hundefutter bekommen, sprechen Sie das beim nächsten Tierarztbesuch an.
Darf ein Kitten Hundefutter fressen?
Kitten brauchen besonders viel Eiweiß und Energie und ein Futter, das auf das Wachstum abgestimmt ist. Hundefutter oder Welpenfutter ist dafür nicht gedacht. Junge Katzen sollten ein Futter für Kitten bekommen, siehe Kittenfutter.
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