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katzenwelt

Katze frisst zu schnell: Was gegen Schlingen hilft

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Zwei getigerte Katzen fressen gleichzeitig aus einer flachen Schale
Geteilter Napf, doppeltes Tempo: Futterneid ist ein häufiger Grund fürs Schlingen
Inhalt7 Abschnitte
  1. Warum Schlingen ein Problem ist
  2. Die häufigsten Gründe fürs Schlingen
  3. Was gegen das Schlingen hilft
  4. Nass- oder Trockenfutter bei Schlingern?
  5. Wenn die Katze ständig Hunger hat
  6. Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
  7. Häufige Fragen

Katzen, die zu schnell fressen, würgen ihr Futter oft wenige Minuten später unverdaut wieder hoch. Meist steckt Futterneid dahinter, eine frühere Zeit mit Hunger oder einfach zu große Portionen mit zu langen Pausen dazwischen. Kleinere Mahlzeiten, eigene Futterplätze und ein Fummelbrett oder Anti-Schling-Napf lösen das Problem in den meisten Fällen. Frisst eine Katze aber plötzlich gierig und nimmt trotzdem ab, ist das ein Fall für den Tierarzt.

Warum Schlingen ein Problem ist

In der Natur fressen Katzen viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, jede etwa so groß wie eine Maus, und müssen für jede davon jagen. Ein voller Napf, der in einer Minute leer ist, passt nicht zu diesem Körper. Die Folgen von Schlingen:

  • Hochwürgen. Das Futter gelangt so schnell in Speiseröhre und Magen, dass es kurz darauf fast unverdaut wieder herauskommt, oft in Wurstform. Mehr dazu unter Katze erbricht nach dem Fressen.
  • Übergewicht. Wer schnell frisst, bettelt oft früher wieder. Das Sättigungsgefühl kommt verzögert, und die Portionen werden unbemerkt größer.
  • Luftschlucken und Unwohlsein nach dem Fressen.
  • Stress am Napf, besonders wenn mehrere Katzen um das Futter konkurrieren.

Die häufigsten Gründe fürs Schlingen

Futterneid. Wo mehrere Katzen aus einem Napf oder dicht nebeneinander fressen, frisst jede so schnell sie kann, bevor die andere es tut. Manche Katze frisst auch der anderen alles weg und bekommt dadurch viel zu viel.

Frühere Not. Katzen aus dem Tierschutz, von der Straße oder aus großen Würfen, in denen um Futter gekämpft wurde, behalten das hastige Fressen oft lange bei, auch wenn sie längst sicher satt werden.

Große Pausen. Wer nur morgens und abends gefüttert wird, kommt mit großem Hunger an den Napf. Wie viele Mahlzeiten sinnvoll sind, steht unter Wie oft sollte man eine Katze füttern?

Langeweile. Wohnungskatzen ohne viel Beschäftigung machen das Fressen zum Höhepunkt des Tages und stürzen sich entsprechend darauf.

Zu wenig Futter. Eine Katze auf Diät oder mit zu knapp bemessener Ration ist schlicht hungrig. Prüfen Sie, ob die Menge zum Bedarf passt, etwa mit dem Futterrechner.

Krankheit. Starker Hunger kann ein Symptom sein. Eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, Würmer oder Erkrankungen, bei denen der Darm Nährstoffe schlecht aufnimmt, machen Katzen gierig. Typisch ist dann: Die Katze frisst viel, oft mehr als früher, und nimmt trotzdem ab. Das gehört abgeklärt, bei älteren Katzen besonders die Schilddrüse.

Was gegen das Schlingen hilft

Die Empfehlungen der amerikanischen Katzentierärztevereinigung AAFP zur Fütterung von 2018 setzen genau hier an: viele kleine Mahlzeiten, Futter, das erarbeitet werden muss, und für jede Katze ein eigener, ruhiger Platz. Das senkt nach dem Konsens nicht nur Schlingen, sondern auch Bewegungsmangel, Stress und Übergewicht.

  1. Mehr, kleinere Mahlzeiten. Die Tagesmenge auf vier bis sechs Portionen verteilen, statt zwei großer. Wer tagsüber nicht da ist, nutzt einen Futterautomaten mit Zeitschaltung.
  2. Futter erarbeiten lassen. Ein Fummelbrett, ein Futterball oder eine Schnüffelmatte zwingt zum Langsamfressen und beschäftigt den Jagdtrieb. Anfangs einfach einstellen, damit die Katze Erfolg hat.
  3. Flach verteilen. Nassfutter dünn auf einem großen, flachen Teller ausstreichen. Die Katze muss ablecken statt zu schaufeln.
  4. Anti-Schling-Napf. Näpfe mit Erhebungen oder Labyrinthen bremsen, sollten aber flach und breit genug sein, dass die Tasthaare nicht ständig anstoßen.
  5. Trockenfutter verstecken. Einzelne Kroketten an mehreren Stellen in der Wohnung verteilen – eine einfache Futtersuche.
  6. Eigene Futterplätze. Jede Katze frisst an einem eigenen Platz, mit Abstand und Sichtschutz zu den anderen, am besten in getrennten Räumen.
  7. Mit Mikrochip füttern. Frisst eine Katze der anderen alles weg, hilft ein Futterautomat, der sich nur per Chip oder Halsbandanhänger öffnet.
  8. Ruhe nach der Mahlzeit. Nach dem Fressen nicht gleich wild spielen, wenn die Katze zum Hochwürgen neigt.

Stellen Sie auf solche Hilfen schrittweise um. Eine Katze, die mit einem schwierigen Fummelbrett nicht zurechtkommt, frisst womöglich zu wenig. Beobachten Sie in der ersten Zeit, ob die ganze Portion aufgefressen wird, und wiegen Sie die Katze gelegentlich.

Nass- oder Trockenfutter bei Schlingern?

Beide Futterarten lassen sich geschlungen fressen. Trockenfutter hat den Vorteil, dass es sich gut in Fummelbretter und Futterbälle füllen lässt; Nassfutter lässt sich flach verstreichen und bringt Flüssigkeit mit. Manche Katzen würgen Trockenfutter eher hoch, wenn sie danach viel trinken. Entscheidend ist weniger die Futterart als die Portionsgröße und das Tempo. Einen Vergleich beider Futterarten gibt Nassfutter oder Trockenfutter.

Wenn die Katze ständig Hunger hat

Manche Katzen wirken, als hätten sie immer Hunger: Sie betteln, räumen Näpfe anderer Tiere leer, fressen Hundefutter oder stehlen vom Tisch. Das kann Gewohnheit sein, vor allem wenn Betteln belohnt wird, oder Folge einer Diät. Es kann aber auch krankhaft sein.

Zum Tierarzt sollte eine Katze, wenn sie

  • plötzlich deutlich mehr frisst als früher,
  • trotz großem Appetit abnimmt,
  • zusätzlich viel trinkt, viel Urin absetzt, unruhig ist oder erbricht,
  • ein stumpfes Fell, Durchfall oder einen aufgeblähten Bauch hat, besonders als Kitten.

Blutwerte, Schilddrüsenhormon und eine Kotuntersuchung klären die häufigsten Ursachen. Nach Kastration steigt der Appetit bei vielen Katzen deutlich, während der Energiebedarf sinkt; dann hilft eine angepasste Menge, siehe Katze nach der Kastration füttern.

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss

Noch am selben Tag, wenn die Katze nach dem Fressen mehrmals erbricht, würgt, ohne dass etwas kommt, Blut im Erbrochenen ist oder sie matt wirkt. Auch der Verdacht, dass sie beim Schlingen etwas Unverdauliches verschluckt hat, etwa einen Faden, ein Stück Verpackung oder Plastik, gehört sofort abgeklärt.

In den nächsten Tagen, wenn sie trotz langsamerem Fressen regelmäßig hochwürgt, abnimmt oder ungewöhnlich großen Hunger hat.

Die klare Empfehlung: Beginnen Sie mit der einfachsten Maßnahme – kleinere Portionen und eigene Futterplätze – und ergänzen Sie ein Fummelbrett oder einen flachen Teller. Hilft das nicht, oder frisst die Katze gierig und nimmt ab, ist der Tierarzt der nächste Schritt.

Häufige Fragen

Ist es schlimm, wenn meine Katze nach dem Schlingen erbricht?

Einmal nach hastigem Fressen ist es meist harmlos, wenn die Katze danach munter ist. Passiert es regelmäßig, sollten Sie die Fütterung umstellen. Hilft das nicht oder erbricht sie öfter als etwa einmal pro Woche, sollte der Tierarzt die Ursache suchen.

Meine Katze frisst der anderen alles weg – was tun?

Füttern Sie getrennt, am besten in verschiedenen Räumen mit geschlossener Tür, und räumen Sie Reste nach der Mahlzeit weg. Auf Dauer hilft ein Futterautomat, der sich nur für die berechtigte Katze per Chip öffnet. So bekommt jede ihre Menge, und die dicke Katze nimmt nicht weiter zu.

Frisst meine Katze aus Stress zu schnell?

Stress am Futterplatz beschleunigt das Fressen, etwa wenn eine andere Katze, ein Hund oder Kinder in der Nähe sind. Ein ruhiger, geschützter Platz, an dem die Katze mit dem Rücken zur Wand fressen kann, nimmt oft Tempo heraus.

Ab wann ist es zu schnell?

Eine feste Zeitgrenze gibt es nicht. Leert eine Katze eine normale Portion in einer Minute und würgt sie danach hoch, ist es zu schnell. Frisst sie zügig, behält aber alles und hält ihr Gewicht, besteht kein Handlungsbedarf.