Mäkelige Katze: Wenn das Futter verweigert wird

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Eine mäkelige Katze ist oft gar nicht wählerisch geboren, sondern hat es gelernt: Wer das Futter stehen lässt, bekommt schnell etwas Besseres. Mit festen Mahlzeiten, wenigen Leckerlis und etwas Geduld lässt sich das meist wieder ändern. Wird eine Katze aber plötzlich mäkelig, die bisher alles gefressen hat, gehört zuerst eine Krankheit ausgeschlossen – häufig stecken Zahnschmerzen oder Übelkeit dahinter.
Mäkelig oder krank?
Die wichtigste Frage zuerst. Eine gesunde, mäkelige Katze frisst zwar nicht alles, aber sie frisst: Sie hält ihr Gewicht, ist munter und nimmt ihre Lieblingssorten gern. Anders sieht es aus, wenn eine Katze
- plötzlich Futter verweigert, das sie jahrelang gern gefressen hat,
- zum Napf geht, schnuppert und sich abwendet, sich die Lippen leckt oder speichelt,
- Futter aus dem Maul fallen lässt, nur auf einer Seite kaut oder nur noch Weiches nimmt,
- abnimmt, mehr trinkt, erbricht oder sich zurückzieht.
International Cat Care rät ausdrücklich, auch dann die Tierarztpraxis anzurufen, wenn eine Katze weniger frisst oder plötzlich wählerischer wird. Häufige Ursachen sind Zahnerkrankungen und Zahnfleischentzündung, Übelkeit bei Magen-Darm-, Leber- oder Nierenerkrankungen, ein verstopftes Näschen beim Katzenschnupfen und Schmerzen anderswo im Körper. Frisst die Katze gar nichts mehr, lesen Sie Katze frisst nicht – nach 24 Stunden ohne Futter muss sie in die Praxis.
Warum Katzen wählerisch sind
Katzen haben gute Gründe, beim Futter vorsichtig zu sein. Als reine Fleischfresser sind sie auf Frische angewiesen, und sie riechen sehr viel feiner als wir. Dazu kommt:
- Prägung. Vorlieben für Geschmack, Konsistenz und Form entstehen früh. International Cat Care beschreibt, dass sich solche Vorlieben so festigen können, dass Katzen neue Sorten später kaum annehmen – selbst eine anders geformte Trockenfutterkrokette kann abschrecken.
- Abwechslungsdrang. Andere Katzen verlieren das Interesse, wenn es lange dasselbe gibt, und wollen nach einer Weile etwas Neues. Das ist normales Verhalten, keine Laune.
- Konsistenz. Pastete, Stückchen in Soße, Gelee: Viele Katzen mögen genau eine Form und ignorieren die anderen, selbst bei gleicher Geschmacksrichtung.
- Temperatur und Geruch. Futter aus dem Kühlschrank riecht kaum. Katzen bevorzugen Futter um Körpertemperatur, wie frische Beute.
- Schlechte Erfahrungen. War einer Katze nach einem bestimmten Futter übel, meidet sie es oft lange – eine erlernte Futterabneigung. Das passiert besonders leicht, wenn eine Katze während einer Krankheit ein neues Futter bekommt.
Wie Menschen Mäkeligkeit anerziehen
Die häufigste Ursache sitzt vor dem Napf. Die Katze lässt das Futter stehen, der Mensch macht sich Sorgen und öffnet die nächste Dose. Die Katze lernt: Warten lohnt sich. Beim nächsten Mal wartet sie länger. Nach einigen Wochen stehen fünf angebrochene Sorten im Kühlschrank und keine wird gefressen.
Ähnlich wirken ein ständig gefüllter Napf und viele Leckerlis zwischendurch. Wer nie richtig hungrig wird, kann sich Wählerischsein leisten. Leckerlis sollten zusammen höchstens etwa 10 % der täglichen Energie liefern, mehr dazu unter Leckerlis für Katzen.
So bringen Sie Ruhe in den Napf
- Gesundheit prüfen lassen. Vor jedem Erziehungsversuch: Zähne, Gewicht, Blutwerte, besonders bei plötzlicher Veränderung und bei Katzen über zehn Jahren.
- Feste Mahlzeiten. Zwei bis vier Mahlzeiten zu festen Zeiten statt eines Dauerbüfetts. Was nach etwa 20 bis 30 Minuten nicht gefressen ist, wird weggeräumt; es gibt erst zur nächsten Mahlzeit wieder etwas. Wie viele Mahlzeiten sinnvoll sind, beschreibt Wie oft sollte man eine Katze füttern?
- Nicht sofort nachlegen. Lässt die Katze das Futter stehen, bekommt sie zur nächsten Mahlzeit dasselbe Futter, frisch – nicht sofort eine neue Sorte.
- Leckerlis reduzieren. Keine Häppchen zwischen den Mahlzeiten, solange die Katze ihr Futter verschmäht.
- Körperwarm servieren. Nassfutter auf Zimmer- bis Körpertemperatur bringen, etwa mit einem Löffel warmem Wasser. Gut umrühren, nie heiß.
- Frisch öffnen. Angebrochene Dosen abgedeckt im Kühlschrank lagern und rasch verbrauchen. Kleinere Packungen sind für mäkelige Katzen oft besser als große.
- Flacher, breiter Teller. Viele Katzen mögen es nicht, wenn die Tasthaare am Napfrand anstoßen. Keramik oder Edelstahl nehmen keinen Geruch an, siehe Katzennapf.
- Der richtige Ort. Ruhig, weg vom Katzenklo und nicht direkt neben dem Wasser. Bei mehreren Katzen bekommt jede einen eigenen Platz außer Sichtweite der anderen.
- Beschäftigung vor dem Fressen. Eine kurze Spielrunde mit Jagen, Anschleichen und Fangen vor der Mahlzeit ahmt den natürlichen Ablauf nach – Jagd, dann Beute.
Bleiben Sie konsequent, aber nicht streng. Eine gesunde Katze mit normalem Gewicht, die eine Mahlzeit auslässt, frisst meist bei der nächsten. Frisst sie jedoch einen ganzen Tag lang nichts, ist Schluss mit der Konsequenz: Dann bekommt sie, was sie frisst, und Sie klären mit dem Tierarzt, woran es liegt.
Neues Futter einführen, ohne Streik
Soll eine mäkelige Katze auf ein anderes Futter umsteigen, etwa ein Diätfutter oder ein hochwertigeres Alleinfutter, geht das nur langsam:
- Kleine Anteile. Zuerst nur einen Teelöffel des neuen Futters unter das gewohnte mischen.
- Langsam steigern. Über zwei bis drei Wochen den Anteil erhöhen, bei sehr wählerischen Katzen auch länger.
- Getrennt anbieten. Manche Katzen nehmen das neue Futter lieber in einem zweiten Napf daneben als untergemischt.
- Nur bei gesunder Katze. Nie umstellen, während die Katze krank, übel oder gestresst ist – sonst verbindet sie das neue Futter mit dem Unwohlsein.
Wie die Umstellung Schritt für Schritt funktioniert, steht unter Katzenfutter umstellen. Ein Diätfutter, das die Katze gar nicht annimmt, ist kein Grund zum Aufgeben: Es gibt für die meisten Erkrankungen mehrere Sorten und Konsistenzen, der Tierarzt kann Alternativen nennen.
Was Sie lassen sollten
- Aushungern. Die Idee „Wenn sie Hunger hat, frisst sie schon“ funktioniert bei Katzen nicht zuverlässig und ist gefährlich. Manche Katzen verweigern lieber tagelang, und nach einigen Tagen ohne ausreichend Futter droht eine Leberverfettung, besonders bei übergewichtigen Tieren.
- Ständig die Sorte wechseln. Wer täglich etwas Neues anbietet, trainiert das Warten auf die nächste Neuheit.
- Menschenessen als Lockmittel. Wurst, Käse oder Sahne machen jedes Katzenfutter langweilig und liefern Salz und Fett, aber nicht, was die Katze braucht.
- Nur noch ein Lieblingsfutter, das kein Alleinfutter ist. Filets in Gelee oder reiner Fisch sind oft Ergänzungsfutter. Ob ein Futter vollständig ist, steht auf dem Etikett, siehe Katzenfutter-Etikett lesen.
Die alte Katze wird wählerisch
Mit dem Alter lassen Geruchs- und Geschmackssinn nach, und viele Seniorkatzen werden anspruchsvoller. Stark riechendes, körperwarmes Nassfutter und kleine Portionen helfen. Trotzdem gilt: Eine ältere Katze, die zunehmend schlecht frisst, hat meist einen medizinischen Grund. Zahnerkrankungen, chronische Nierenerkrankung und Schilddrüsenüberfunktion sind bei älteren Katzen häufig und behandelbar. Worauf es bei der Fütterung ankommt, beschreibt Futter für ältere Katzen.
Die klare Empfehlung: Erst den Tierarzt ausschließen lassen, dann konsequent feste Mahlzeiten einführen und das Nachlegen abstellen. Die meisten mäkeligen Katzen fressen nach zwei, drei Wochen wieder verlässlicher – und der Kühlschrank ist wieder frei.
Häufige Fragen
Wie lange darf eine mäkelige Katze nichts fressen?
Eine gesunde erwachsene Katze kann eine Mahlzeit auslassen. Frisst sie 24 Stunden gar nichts, sollte der Tierarzt sie sehen, bei übergewichtigen Katzen nicht später. Kitten dürfen nicht länger als einige Stunden ohne Futter bleiben.
Warum frisst meine Katze nur ein paar Bissen und geht dann weg?
Katzen fressen von Natur aus viele kleine Mahlzeiten, so viel wie eine Maus, verteilt über den Tag. Ein paar Bissen und später wieder ein paar sind daher normal. Problematisch wird es erst, wenn die Tagesmenge insgesamt nicht reicht und die Katze abnimmt.
Frisst meine Katze lieber Trockenfutter oder Nassfutter?
Das ist individuell und oft früh geprägt. Viele Katzen, die mit Trockenfutter aufgewachsen sind, lehnen Nassfutter zunächst ab. Die Vor- und Nachteile beider Futterarten beschreibt Nassfutter oder Trockenfutter. Wer wechseln möchte, mischt über Wochen langsam um.
Hilft es, das Futter zu würzen oder etwas darüberzustreuen?
Gewürze gehören nicht ins Katzenfutter, Zwiebel- und Knoblauchpulver sind sogar schädlich. Etwas lauwarmes, ungesalzenes Kochwasser von Hühnerfleisch oder ein kleiner Klecks des Lieblingsfutters obenauf kann dagegen den Geruch verbessern. Das ist ein Übergang, keine Dauerlösung.



