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katzenwelt

Dürfen Katzen Haferflocken essen?

Christoph · 4 Min. Lesezeit

Haferflocken, die aus einem umgekippten Glas auf einen Holztisch rieseln
Haferflocken sind für Katzen ungiftig – eingeweicht oder gekocht verträglicher als trocken
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was Haferflocken für Katzen bedeuten
  2. Warum trockene Haferflocken ungünstig sind
  3. Wie viel Hafer ist in Ordnung?
  4. So bereiten Sie Haferflocken zu
  5. Porridge, Müsli und Haferkekse
  6. Katzengras aus Hafer
  7. Anzeichen einer Unverträglichkeit
  8. Häufige Fragen

Ja, Katzen dürfen Haferflocken essen, wenn sie eingeweicht oder gekocht sind und die Menge klein bleibt. Hafer ist für Katzen ungiftig, und gekochte Stärke können sie gut verdauen. Nötig sind Haferflocken aber nicht: Katzen sind obligate Fleischfresser und haben keinen festen Bedarf an Kohlenhydraten. Porridge mit Milch, Zucker, Honig oder Rosinen gehört nicht in den Napf.

Erlaubt?ja, in kleinen Mengen
Menge1 Teelöffel gekochte Flocken, nicht täglich
Zubereitungin Wasser gekocht oder gut eingeweicht, ohne Milch, Zucker und Salz
Achtungkeine trockenen Flocken, kein Müsli, kein Porridge mit Rosinen oder Schokolade

Was Haferflocken für Katzen bedeuten

Haferflocken bestehen zu rund zwei Dritteln aus Kohlenhydraten, vor allem Stärke, dazu kommen Ballaststoffe, etwas pflanzliches Eiweiß und Fett. Für Menschen sind sie ein wertvolles Frühstück. Für Katzen ist die Rechnung eine andere. Ihr Körper ist auf Eiweiß und Fett aus Fleisch eingestellt; lebensnotwendige Stoffe wie Taurin, Arachidonsäure und fertiges Vitamin A liefert Hafer nicht. Das pflanzliche Eiweiß im Hafer kann tierisches Eiweiß nicht ersetzen. Mehr dazu unter Nährstoffbedarf der Katze.

Einen Bedarf an Kohlenhydraten haben Katzen nach dem National Research Council (NRC, 2006) nicht. Gekochte Stärke können sie dennoch verwerten: Untersuchungen an der Tierärztlichen Fakultät der LMU München zeigten, dass Katzen gekochte Stärke deutlich besser verdauen als rohe. Deshalb gilt für Hafer dasselbe wie für Reis und Kartoffeln – gegart ja, roh und trocken besser nicht. Ausführlich zu Stärke im Katzennapf: Dürfen Katzen Reis essen?.

Warum trockene Haferflocken ungünstig sind

Trockene Flocken ziehen Wasser und quellen auf. In kleiner Menge ist das harmlos, eine Handvoll aufgeleckter Flocken kann aber Bauchgrummeln, Blähungen oder Durchfall auslösen, weil ungenügend aufgeschlossene Stärke im Dickdarm vergoren wird. Außerdem kleben trockene Flocken am Gaumen. Weichen Sie Haferflocken deshalb mindestens eine halbe Stunde in Wasser ein oder kochen Sie sie kurz auf. Zarte Flocken sind dabei leichter verdaulich als kernige.

Wie viel Hafer ist in Ordnung?

Eine offizielle Höchstmenge gibt es nicht. Als tierärztliche Faustregel gilt, dass alle Extras zusammen höchstens etwa zehn Prozent der Tagesenergie liefern sollten. Haferflocken sind energiereich: Trocken liefern sie ungefähr so viel Energie wie Trockenfutter. Ein Teelöffel gekochte Flocken, ein- bis zweimal pro Woche unter das Futter gemischt, ist für eine erwachsene Katze reichlich. Wie viel Energie Ihre Katze am Tag braucht, zeigt der Futterrechner.

Bei Übergewicht oder Diabetes lassen Sie Hafer weg oder sprechen die Beigabe mit der Tierarztpraxis ab, weil jede zusätzliche Stärke den Blutzucker und die Kalorienbilanz beeinflusst. Mehr unter Übergewicht bei Katzen.

So bereiten Sie Haferflocken zu

  1. Zarte Flocken nehmen. Reine Haferflocken ohne Zusätze, keine Fertigmischungen.
  2. In Wasser kochen. Kurz aufkochen und quellen lassen, bis ein weicher Brei entsteht, oder mindestens 30 Minuten einweichen.
  3. Ohne alles. Kein Salz, kein Zucker, kein Honig, keine Milch.
  4. Abkühlen lassen und untermischen. Einen Teelöffel lauwarm unter das gewohnte Futter geben.

Beim ersten Mal nur wenig anbieten und den nächsten Tag abwarten. Weicher Kot oder Blähungen zeigen, dass die Menge zu groß war.

Porridge, Müsli und Haferkekse

Porridge aus der Frühstücksküche ist meist mit Milch gekocht und gesüßt. Viele erwachsene Katzen vertragen Milchzucker schlecht und bekommen davon Durchfall; mehr dazu unter Dürfen Katzen Milch trinken?. Müsli enthält oft Rosinen, Nüsse, Schokolade oder Zucker. Rosinen und Trauben stehen im Verdacht, auch bei Katzen die Nieren zu schädigen – die Datenlage ist schwächer als beim Hund, aber Vorsicht ist angebracht; siehe Dürfen Katzen Trauben und Rosinen essen?. Schokolade ist für Katzen giftig. Haferkekse und Müsliriegel enthalten Zucker, Fett und manchmal Süßstoffe. Nichts davon gehört in den Napf.

Katzengras aus Hafer

Viele Katzengras-Mischungen bestehen aus Hafer, Weizen oder Gerste. Das junge Grün gilt als ungiftig, Katzen dürfen es ohne Bedenken knabbern. Katzen fressen Gras nicht wegen der Nährstoffe, sondern vermutlich, um Haare leichter hochzuwürgen oder aus Freude am Kauen. Wie Sie es selbst ziehen, steht unter Katzengras. Mit Haferflocken im Napf hat das nichts zu tun.

Anzeichen einer Unverträglichkeit

Zu viel Hafer zeigt sich meist durch Blähungen, weichen Kot oder Durchfall. Das gibt sich in der Regel innerhalb eines Tages, wenn die Katze wieder nur ihr gewohntes Futter bekommt. Zum Tierarzt sollte sie, wenn der Durchfall länger als ein bis zwei Tage anhält, blutig ist, die Katze mehrfach erbricht oder matt wirkt. Hat Ihre Katze Müsli mit Rosinen oder Schokolade gefressen, rufen Sie sofort die Praxis an und lösen Sie kein Erbrechen aus.

Die Empfehlung: Haferflocken sind für Katzen eine harmlose, aber überflüssige Beigabe. Wenn Ihre Katze sie mag, bekommt sie gelegentlich einen Teelöffel gekochten, ungesüßten Brei. Ein Grundnahrungsmittel wird Hafer für sie nie.

Häufige Fragen

Helfen Haferflocken bei Durchfall?

Haferschleim ist ein altes Hausmittel für Menschen. Bei Katzen gibt es dafür keine gesicherte Wirkung, und bei Durchfall kann zusätzliche Stärke sogar schaden. Welche Schonkost sinnvoll ist, steht unter Schonkost für Katzen bei Durchfall; sprechen Sie sie mit der Tierarztpraxis ab.

Dürfen Kitten Haferflocken essen?

Kitten brauchen im Verhältnis zu ihrem Gewicht besonders viele Nährstoffe und sollten ihren Magen mit vollwertigem Aufzuchtfutter füllen. Haferflocken verdrängen davon nur einen Teil. Verzichten Sie bei jungen Katzen darauf.

Sind Haferflocken im Katzenfutter schlecht?

Nicht unbedingt. Hafer ist in manchem Futter als Ballaststoff- und Stärkequelle enthalten und in einem Alleinfuttermittel mit hohem Fleischanteil unbedenklich. Steht Getreide an erster Stelle der Zutatenliste, lohnt dagegen ein kritischer Blick – mehr unter Katzenfutter ohne Getreide.