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katzenwelt

Dürfen Katzen Milch trinken?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Zwei Katzen im Gras, eine davon trinkt aus einem weißen Teller
Das Schälchen Milch im Garten ist gut gemeint, bekommt aber vielen Katzen nicht
Inhalt8 Abschnitte
  1. Warum Milch vielen Katzen Durchfall macht
  2. Vollmilch, H-Milch, Ziegenmilch, Buttermilch
  3. Laktosefreie Milch: verträglicher, aber kein Getränk
  4. Hafermilch, Sojamilch, Mandelmilch, Kokosmilch
  5. Kätzchen: nie Kuhmilch
  6. Wenn die Katze Milch getrunken hat
  7. Was Katzen stattdessen trinken sollten
  8. Häufige Fragen

Nein, Kuhmilch ist für erwachsene Katzen kein geeignetes Getränk. Viele Katzen bilden nach dem Absetzen kaum noch Laktase, das Enzym, das Milchzucker spaltet, und bekommen von Milch Blähungen und Durchfall. Ein Schluck ist kein Notfall, aber es gibt keinen Grund, Milch anzubieten: Katzen brauchen zum Trinken nur Wasser.

Erlaubt?Kuhmilch nein; laktosefreie Milch oder Katzenmilch als seltene Ausnahme
Mengewenn überhaupt ein paar Esslöffel, nicht täglich
Zubereitungzimmerwarm, pur, ohne Zucker oder Kakao
AchtungDurchfall, Kalorien, Katzenwelpen und nierenkranke Katzen

Warum Milch vielen Katzen Durchfall macht

Muttermilch enthält Milchzucker, und Katzenwelpen verdauen ihn mit dem Enzym Laktase. Mit dem Absetzen geht dessen Aktivität bei den meisten Katzen deutlich zurück. Kommt dann mehr Laktose im Darm an, als gespalten werden kann, vergären Bakterien im Dickdarm den Zucker. Das zieht Wasser in den Darm, es entstehen Gase: weicher Kot, Durchfall, Bauchgrummeln. Die Beschwerden beginnen meist einige Stunden nach dem Trinken.

Nicht jede Katze reagiert gleich. Manche vertragen einen Schluck, andere bekommen schon von wenig Milch Durchfall. Dass eine Katze Milch verträgt, weil sie sie „schon immer“ bekommen hat, ist eine verbreitete Annahme, verlässlich ist sie nicht. Warum Katzen trotzdem so gern Milch schlecken: Sie riecht nach Fett und Eiweiß, und darauf sprechen Fleischfresser an.

Vollmilch, H-Milch, Ziegenmilch, Buttermilch

Vollmilch und fettarme Milch enthalten rund 4,8 bis 5 g Laktose je 100 ml. H-Milch ist nur anders erhitzt und enthält genauso viel. Ziegen- und Schafmilch sind ebenfalls laktosehaltig und keine verträgliche Alternative, auch wenn das oft zu lesen ist. Buttermilch liegt mit etwa 3,5 bis 4 g nur wenig darunter.

Mit Wasser verdünnte Milch enthält pro Schluck weniger Laktose, bietet der Katze aber auch nichts. Und sie gewöhnt die Katze an ein Getränk, das sie nicht braucht. Kondensmilch oder Dosenmilch ist die schlechteste Wahl: Sie ist eingedickt, enthält etwa 10 bis 12 g Laktose je 100 g und oft Zucker.

Laktosefreie Milch: verträglicher, aber kein Getränk

In laktosefreier Milch ist der Milchzucker durch zugesetztes Enzym bereits gespalten. Durchfall wegen Laktose ist damit meist vom Tisch. Fett und Kalorien bleiben: 100 ml Vollmilch liefern rund 65 kcal. Eine kastrierte Wohnungskatze mit 4 kg braucht nach FEDIAF-Richtwerten nur etwa 130 bis 190 kcal am Tag. Ein Schälchen mit 50 ml macht damit schon ein Sechstel bis ein Viertel ihres Bedarfs aus.

Als seltener Schluck ist laktosefreie Milch für eine gesunde Katze in Ordnung. Täglich gegeben, macht sie dick. Dasselbe gilt für Katzenmilch aus dem Handel, die laktosereduziert und als Leckerli gedacht ist: ein paar Esslöffel ein- bis zweimal pro Woche, eingerechnet in die Tagesration, ist die vernünftige Obergrenze.

Hafermilch, Sojamilch, Mandelmilch, Kokosmilch

Pflanzendrinks enthalten keine Laktose, sind deshalb aber noch lange nicht passend. Haferdrinks enthalten Zucker, der bei der Herstellung aus der Stärke entsteht, dazu meist Öl. Sojadrinks liefern Pflanzeneiweiß, das eine Katze nicht braucht. Mandeldrinks aus Süßmandeln sind nicht giftig, aber nutzlos, und gesüßte Sorten enthalten Zucker. Kokosmilch aus der Dose ist sehr fettreich und kann schon in kleinen Mengen Durchfall auslösen. Ein abgeleckter Tropfen ist harmlos – ins Schälchen gehört keiner davon.

Kätzchen: nie Kuhmilch

Katzenwelpen, die bei der Mutter aufwachsen, brauchen keine zusätzliche Milch. Verwaiste Kätzchen bekommen eine spezielle Aufzuchtmilch für Katzen, die in Zusammensetzung und Energie der Muttermilch nahekommt. Kuh- oder Ziegenmilch ist dafür ungeeignet und kann gefährlichen Durchfall auslösen, der kleine Kätzchen schnell austrocknet. Wer mutterlose Welpen findet, wendet sich sofort an eine Tierarztpraxis oder ein Tierheim. Wie die Umstellung auf festes Futter gelingt, steht unter Kittenfutter.

Wenn die Katze Milch getrunken hat

Hat Ihre Katze Milch vom Tisch geschleckt, genügt meist Beobachten. Stellen Sie frisches Wasser hin und füttern Sie normal weiter. Leichter Durchfall legt sich in der Regel innerhalb eines Tages. Zum Tierarzt sollte die Katze, wenn der Durchfall länger als ein bis zwei Tage anhält, Blut im Kot ist, sie mehrmals erbricht, matt wirkt oder nichts frisst – bei Katzenwelpen und alten Katzen früher. Sofort anrufen sollten Sie, wenn es Kakao, Schokomilch oder Kaffee mit Milch war: Theobromin und Koffein sind für Katzen giftig.

Vor einer Narkose gilt, was die Praxis vorgibt. Milch zählt dabei als Futter, nicht als Wasser – eine Katze, die nüchtern bleiben soll, bekommt also auch keine Milch.

Was Katzen stattdessen trinken sollten

Katzen haben ein schwaches Durstgefühl und trinken oft zu wenig, besonders mit Trockenfutter. Milch ändert daran nichts. Helfen können mehrere breite Wassernäpfe abseits des Futters, ein Trinkbrunnen und Nassfutter, das von sich aus viel Flüssigkeit liefert. Mehr dazu unter Was dürfen Katzen trinken? und Die Katze trinkt nicht.

Die Empfehlung: Lassen Sie Kuhmilch weg. Wenn Sie Ihrer Katze etwas Milchiges gönnen wollen, dann einen Schluck laktosefreie Milch oder Katzenmilch – selten und klein. Einen Überblick über alle Milchprodukte finden Sie unter Milch und Milchprodukte für Katzen.

Häufige Fragen

Darf meine Katze jeden Tag Katzenmilch trinken?

Besser nicht. Katzenmilch ist ein Ergänzungsfuttermittel mit Kalorien, kein Durstlöscher. Wer sie täglich gibt, muss die Menge vom Futter abziehen, sonst nimmt die Katze zu. Ein- bis zweimal pro Woche ein paar Esslöffel sind für eine gesunde Katze in Ordnung.

Ist Milch mit Wasser verdünnt besser?

Etwas verträglicher, weil pro Schluck weniger Laktose ankommt – sinnvoll ist es trotzdem nicht. Die Katze bekommt Kalorien und keinen Nutzen, und empfindliche Tiere reagieren auch auf verdünnte Milch.

Braucht eine Katze Milch für das Kalzium?

Nein. Ein Alleinfuttermittel liefert Kalzium in der richtigen Menge und im passenden Verhältnis zu Phosphor. Zusätzliches Kalzium aus Milch braucht eine gesund ernährte Katze nicht.

Meine Katze hat nach Milch Durchfall – muss ich zum Tierarzt?

Bei einer munteren erwachsenen Katze meist nicht: Milch weglassen, Wasser anbieten, normal füttern. Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Tage an, kommen Erbrechen, Blut im Kot oder Mattigkeit dazu, gehört sie in die Praxis.