Katze Auge tränt

Katze mit tränendem Auge
Tränt das Auge, so sind das bei der Katze keine Emotionen | Foto: Bastetamon / depositphotos.com

Nicht weinen! Was tun wenn der Katze das Auge tränt?

Soweit bekannt ist, zeugt es bei Katzen nicht von besonderer Gefühlsregung, wenn ihr Auge tränt. Anders als bei Menschen weinen Katzen nicht vor Freude oder Trauer. Bemerken Sie aber, dass Flüssigkeit aus dem Auge der Katze tritt, kann das verschiedenste Gründe haben. Augenausfluss (Epipohora) kann sowohl ernste pathologische Ursachen haben, als auch aus einer staubigen Umgebung oder Ähnlichem resultieren. Wenn das Auge der Katze tränt, sollte sofort nach den Ursachen hierfür gesucht werden, denn es kann Anzeichen für ein gesundheitliches Problem Ihres Lieblings sein.

Das Plattnäschen

Tränende Augen sind bei Katzen mit kurzen Nasen keine Seltenheit.

Perserkatzen und Exotic Shorthair sind rassebedingt prädestiniert, weil sie durch die stark gewölbte Hornhaut und die großen, hervorstehenden Augen infektionsanfälliger sind. Der Grund für die Epiphora ist ein verengter Tränen-Nasen-Kanal der durch die anatomisch veränderte Kopfform entsteht, weil die Tränenflüssigkeit möglicherweise nicht über diesen abfließen kann und sich einen Weg über den inneren Augenwinkel sucht.

Wenn die Tränen außen am Gesicht hinabrinnen, zeichnetsich die sogenannte braune „Tränenstraße“ ab. Bei kurznasigen Rassen, sowie Mischlingen mit kurzen Stubsnäschen müssen Sie sich also keine allzu großen Sorgen machen, wenn Sie bemerken, dass die Augen der Katze tränen, jedoch ist bei ihnen regelmäßige Augenpflege angebracht.

Gereizte Katzenaugen

Wenn das Katzenauge tränt, kann das auf eine Reizung zurückzuführen sein, die durch Zugluft, Sand oder Staub hervorgerufen wurde. Wie auch beim menschlichen Auge versucht der Organismus durch die vermehrte Produktion von Tränenflüssigkeit, das Auge zu reinigen. Dieser Mechanismus ist also sehr vernünftig und keinerlei Anlass zur Sorge.

Dennoch empfiehlt es sich, die Katze eine Weile unter Beobachtung zu behalten, um sicher zu stellen, dass die Reizung nicht weiter fortschreitet, denn sollte es sich um Bakterien handeln, die der positiven Bakterienflora im Auge der Katze schaden, steigt das Risiko für eine Infektion, die die Katze nicht mehr ohne Hilfe in den Griff bekommt.

wichtigEine negative Bakterienflora kann auch zu einer Bindehautentzündung führen, bei deren Auftreten Sie das Tier umgehend zum Tierarzt bringen sollten. Versuchen Sie nun gar nicht erst die Reizung durch jegliche Hausmittel zu mindern, sondern konsultieren Sie sofort einen Fachmann, da das Auge ein sehr sensibles Organ ist und eine Konjunktivitis schnell langfristige Folgen, bis hin zur Erblindung, haben kann. Typisch für eine durch Zugluft oder Fremdkörper hervorgerufene Entzündung ist, dass Ihr Stubentiger empfindlicher auf Licht reagiert und das Auge mitunter auch zusammenkneift.

Tierische Allergiker

Auch Katzen können Allergien haben und wenn Sie beobachten, dass der Katze die Augen tränen, kann eine allergische Reaktion, zum Beispiel auf Pollen oder Ähnliches, der Grund dafür sein.

Wie auch beim Menschen kann die Allergie einen Juckreiz hervorrufen, aufgrund dessen das Tier sich mit der Pfote in die Augen fährt oder das Gesicht am Boden reibt, um sich Linderung zu verschaffen. Dadurch kann es, zusätzlich zur Reizung durch die Allergie auch zu Verletzungen an der Netzhaut kommen im Zuge derer Bakterien in das Innere der Wunde gelangen. Diese unerwünschten Bakterien können wiederum eine Infektion hervorrufen, die die Symptome verschlimmert. Lassen Sie Ihre Katze nicht mit Ihren Schmerzen alleine, sondern konsultieren Sie umgehend einen Tierarzt.

Auge um Auge, Zahn um Zahn

Wenn es sich bei Ihrer Katze um einen Raufbold handelt, kann es vorkommen, dass er sich bei einem Kampf am Auge verletzt, wodurch dieses zu tränen beginnt. Gerade bei Katzen, die viel Zeit im Freien verbringen (Freigänger Katzen) ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass sie hin und wieder einen Ast oder Ähnliches ins Auge bekommen. Grundsätzlich ist das kein Grund zur Sorge, im Freien ist aber die Wahrscheinlichkeit größer, dass Keime in das Auge dringen, die Infektionen auslösen können. Beobachten Sie die Wunde also regelmäßig, bis sie vollständig verheilt ist und suchen Sie einen Tierarzt auf, wenn Sie die Befürchtung haben, es könnten sich schädliche Bakterien im Auge befinden.

Der Feind im Inneren

Aber nicht nur Verletzungen am Auge können Eingangspforten für Bakterien sein, die dazu führen, dass das Auge der Katze tränt.

Oftmals ist Augentränen auch Ausdruck für ein internistisches Problem der Katze. Zum einen ist es möglich, dass Ihr Tier unter Parasitenbefall leidet (Lesetipps: Katzenflöhe, Katzenwürmer).

Ebenso wie einem erkälteten Menschen die Nase läuft, kann eine Epiphora bei der Katze auch auf eine Erkältung hinweisen. Handelt es sich aber weder um die Begleiterscheinung einer Erkältung, noch um den Hinweis auf Parasitenbefall, eine Allergie oder eine Wunde im Auge, ist nicht auszuschließen, dass der Tränenausfluss als Symptom einer Infektion im Körper oder im schlimmsten Fall sogar eines Tumors auftritt. Ein Besuch beim Tierarzt schafft Gewissheit.

Offensichtlicher als diese versteckten gesundheitlichen Probleme ist es, wenn die Katze ein eingerolltes Augenlid hat. Dieses kann von Geburt an sichtbar sein, bildet sich in manchen Fällen aber auch erst im Laufe des Lebens aus. Oftmals ist es genetisch veranlagt, es hängt aber auch von Anatomie des Schädels sowie der Bildung von Hautfalten im Kopfbereich ab und tritt häufig bei Katzenarten mit kurzer Nase und verengtem Tränen- Nasen- Kanal auf.

Katze mit Tränenspuren am Auge
Hat die Katze schon Tränenspuren an den Augen, muss dringend ein Tierarzt her | Foto: depositphotos.com

Noch schlimmer als Männerschnupfen

Vorsicht ist geboten, wenn Ihr Stubentiger Symptome von Schnupfen zeigt, die über eine einfache Erkältung hinweggehen. Katzenschnupfen ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, denn es handelt sich dabei um eine Multifaktorenkrankheit der Atemwege und Augenschleimhäute. Unbehandelt führt Katzenschnupfen nicht selten zum Tod der Katze, früh erkannt, sind die Heilungschancen aber sehr gut und durch das Verabreichen von Antibiotika bekommen Sie und Ihr Liebling die gefährliche Krankheit wieder in den Griff.

Der Katze tränt das Auge also, wenn…

  • Eine Verletzung am Auge vorliegt
  • Sie Staub, Sand oder einen anderen Fremdkörper aus dem Auge entfernen möchte oder sie starker Zugluft ausgesetzt ist
  • Die Katze eine Allergie hat
  • Parasitenbefall vorliegt
  • Eine Infektion im Auge oder an einer anderen Stelle im Körper der Katze aufgetreten ist
  • Die Katze erkältet ist
  • Die Katze ein eingerolltes Augenlid hat
  • Die Katze mit einem Tumor kämpft
  • Die Katze Katzenschnupfen hat

Träne ist nicht gleich Träne

Ebenso wie man beim Menschen zwischen Tränen der Freude und der Trauer unterscheiden muss, ist beim Tränenausfluss der Katze darauf zu achten, welche Farbe die austretende Flüssigkeit hat.

Das Sekret kann

  • klar,
  • schleimig-weiß,
  • gelblich-eitrig
  • blutig- rot sein.

Bei der Identifizierung des Ausflusses sollten Sie aber bedenken, dass sich die Farbe leicht verändern kann, wenn sie sich im Augenwinkel sammelt, mit Staub in Berührung kommt und eintrocknet.

Am aufschlussreichsten ist daher frisch ausgetretene Tränenflüssigkeit, weshalb Sie das Tier gut beobachten sollten, sobald Ihnen auffällt, dass das Auge tränt. Es empfiehlt sich auch darauf zu achten, ob nur ein Auge der Katze tränt, oder beide Augen betroffen sind. Versuchen Sie so viele Informationen über das Problem zu sammeln, wie Sie können, damit Sie, sollte ein Tierarztbesuch notwendig werden, detaillierte Hinweise geben können, die die Diagnosefindung beschleunigen können.

Was Sie tun können

Wie Sie reagieren sollten, wenn Ihnen auffällt, dass der Katze das Auge tränt, hängt davon ab, welche der oben beschriebenen Gründe für den Tränenfluss verantwortlich sein können. Der allererste Schritt ist sicherlich zunächst eine gründliche Untersuchung des Auges auf Fremdkörper hin. Ist das Auge/ Sind die Augen gerötet, kann es sich um eine Entzündung handeln, die Sie einem Tierarzt zeigen sollten. Dasselbe gilt für eingerollte Augenlider, die ebenso operativ behandelt werden müssen wie ein Tumor.

Im Zweifelsfall ist ein Tierarztbesuch also auf jeden Fall angebracht. Natürlich müssen Sie nicht sofort in Panik verfallen, wenn das Auge Ihres Lieblings einmal tränt, denn wie gesagt kann es sich auch lediglich um einen Mechanismus handeln, der Staub, Sand oder Ähnliches aus dem Auge befördern soll, besteht kein Grund zur Sorge, fällt Ihnen aber auf, dass das Sekret nicht klar, sondern trüb, eitrig oder blutig ist, schnappen Sie das Tier und bringen Sie es zu einem Fachmann.

Wenn Ihr Stubentiger zu den Katzen mit kurzen Nasen und verkürztem oder verengtem Tränen- Nasen- Kanal gehört, können Sie die positive Bakterienflora der Augen auch präventiv unterstützen, indem Sie, nach Absprache mit dem Tierarzt, Probiotika verabreichen und darüber hinaus regelmäßig eine Augenpflege bei Ihrem Tier durchführen.

Gut zu wissen: Häufig gestellte Fragen (FAQ) rund um tränende Katzenaugen

Was kann es bedeuten, wenn Blut aus den Katzenaugen tropft?

Blut im Auge kann sowohl auf eine konkrete Verletzung des Auges als auch auf eine Erkrankung hinweisen. In den häufigsten Fällen handelt es sich um eine Infektion oder Entzündung und Sie sollten auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen. Das gilt auch dann, wenn sich Blut im inneren des Katzenauges ansammelt. Bei einer Bindehautentzündung wachsen auch Blutgefäße vom Augenrand her ein.

Können Katzen weinen?

Nach dem heutigen Stand der Forschung drückt eine Katze keine Emotionen durch Tränen aus. Es gibt natürlich Klagelaute, die wir als „Raunen“ oder „Weinen“ kennen, Tränen der Trauer oder Freude dürfen Sie aber von Ihrem Tier nicht erwarten.

Soll man der Katze als Mensch helfen, wenn Sie z.B. ein Haar im Auge hat?

Tränt das Auge der Katze, weil sich ein kleiner, harmloser Fremdkörper auf der Hornhaut befindet, ist es ratsam, der Katze die Lösung des Problems selbst zu überlassen. In der Regel wird sie ihn mit etwas Tränenflüssigkeit mit Leichtigkeit wegbekommen und ein Eingreifen Ihrerseits würde mehr Risiken mit sich bringen, als wenn die Katze es zunächst selbst versucht. Sollten Sie sich aber dennoch dazu entschließen auszuhelfen, achten Sie unbedingt darauf, dass sich keine Keime auf Ihren Fingern befinden und sie die sensible Netzhaut nicht beschädigen, da bereits kleine Reizungen schwerwiegende Folgen haben können.

Hilft Kamillentee bei gereizten Katzenaugen?

Kamillentee ist ein weit bekanntes Hausmittelchen, das bei vielerlei Erkrankungen und Wunden zum Einsatz kommt. Im Katzenauge hat er aber nichts verloren. Die ätherischen Öle, Bitter-, Gerb- und Schleimstoffe, die in der Pflanze enthalten sind, können die Schleimhaut reizen und sie austrocknen. Im Gegensatz dazu versucht der Körper der Katze aber durch das Tränensekret das Auge zu befeuchten, um die Schmerzen zu lindern und das Auge zu beruhigen.

Im Zweifelsfall führt kein Weg am Tierarzt vorbei

Das Auge ist, ähnlich wie beim Menschen, auch bei der Katze ein sehr sensibles Organ. Ein klares Auge, eine intakte Netzhaut, und eine ungetrübte Iris sagen viel über den Gesundheitszustand der Katze aus, aber auch der Tränenabflusskanal kann deutliche Hinweise auf eine bestehende Krankheit oder eine Reizung des Auges geben. Klare Tränenflüssigkeit ist ein gesunder Mechanismus des Katzenkörpers, Schadstoffe aus dem Auge zu bekommen und die Oberfläche zu beruhigen.

Wird die Katze dem Problem aber nicht alleine Herr, ist es an Ihnen, sie zu einem Tierarzt zu bringen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, worauf der Tränenfluss zurückzuführen ist, sollten Sie keinesfalls das Risiko eingehen, Substanzen aus der Apotheke oder Hausmittel einzusetzen, ohne dies zuvor mit einem Tierarzt abzusprechen.

Zumeist ist eine Diagnose nach einer Untersuchung rasch gestellt und Ihrem Liebling kann umgehend geholfen werden, denn wie Sie mit Sicherheit selbst bestätigen können, macht einen kaum etwas so hilflos wie mangelnde Sicht und das sollten Sie Ihrem Stubentiger nach Möglichkeit ersparen.

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