Katze kratzt an Tür

Lass mich rein, lass mich ‚raus: Wenn die Katze an der Tür kratzt

Jeder Katzenbesitzer genießt die Zeit mit seinem Stubentiger, aber es gibt Momente, in denen man die Katze einfach nicht bei sich haben will und Räume, in denen sie nichts verloren hat. Die Gründe, warum man einer Katze den Zugang zu einem Zimmer kurzfristig oder dauerhaft verwehrt, sind vielschichtig, für die Katze aber schwer nachvollziehbar. Ob sie die Nacht gerne bei ihrem Menschen verbringen möchte, Hunger hat, unterhalten werden möchte oder das Zimmer etwas zu bieten hat, zu dem Ihr Stubentiger vorzudringen versucht: es gibt vielerlei Motivationen, die Ihre Katze dazu bewegen können, Sie um das Öffnen der Tür anzubetteln. Was hinter dem Verhalten steckt, wie Sie reagieren sollten und wie es zu unterbinden ist, erfahren Sie hier.

Luxussuite Schlafzimmer

Häufig ist das Schlafzimmer des Menschen ein Ort, zu dem die Katze keinen Zugang erhalten soll, weil Sie nicht möchten, dass das Tier Ihr Bett verschmutzt, Decken und Polster ruiniert und Ihren Schlaf stört. Aus Sicht der Katze ist dieses Zimmer mit dem riesengroßen, gemütlichen Bett und den kuscheligen Decken ein besonders anziehender Raum. Gerade in der Nacht, wenn Sie in Ihrem Bett schlafen, kann in der Katze der Wunsch laut werden, sich zu Ihnen zu gesellen. Sie drückt damit Ihre Zuneigung und Ihr Vertrauen zu Ihnen aus, wird aber nicht verstehen, warum Sie etwas dagegen haben sollten, dass sie sich zu Ihnen gesellt. Wenn Sie die Zimmertür nach dem zu Bett gehen hinter sich verschließen und der Katze den Zugang verwehren, stößt das bei ihr auf Unverständnis und die Katze kratzt an der Tür, um Sie auf sich aufmerksam zu machen. Wenn eine Katze etwas wirklich will, kann sie sehr hartnäckig werden und durch das Jagen hat sie gelernt, zu warten. Folglich kann es sehr lange dauern, bis sie aufgibt und sich ein anderes Schlafplätzchen sucht. Wichtig ist, dass Sie nicht nachgeben, bis die Katze eingesehen hat, dass ihr Versuch zwecklos ist. Werden Sie sofort weich und gewähren ihr Zutritt, merkt sie sich, dass ihre Strategie Erfolg hatte und wird sie in weiterer Folge häufiger anwenden. Ebenso sollten Sie aber darauf verzichten, die Katze zu schelten und schimpfen, weil sie ihr Verhalten nicht mit Ihrer Reaktion verknüpfen kann und folglich nicht versteht, dass sie das Kratzen unterlassen soll. Im Gegenteil kann es sogar sein, dass sie es als Triumph sieht, dass Sie ihr endlich Aufmerksamkeit schenken. Auch Methoden wie die Wasserpistole und Ähnliches sind in diesem Fall nicht zielführend.

Nein heißt nein!

Die Katze kratzt an der Tür, weil sie Ihre Aufmerksamkeit möchte. Gleichgültig, ob Sie sich in dem Zimmer befinden, in das die Katze möchte, oder Sie und die Katze außerhalb sind: Versuchen Sie der Katze in diesen Momenten so wenig Beachtung wie möglich zu schenken, denn nur so kann sie lernen, dass ihre Methode nicht von Erfolg gekrönt sein wird. Beginnen Sie zur falschen Zeit, sich der Katze zuzuwenden, sie zu trösten, mit ihr zu spielen, oder gar die Tür zu öffnen, weil sie Ihr Mitleid erregt hat, oder Ihre Geduld am Ende ist, merkt sich die Katze nur, dass Sie früher oder später nachgeben. Wenn Ihr Stubentiger nur im Geringsten den Verdacht hat, dass Sie auf das Kratzen reagieren, kann sie dazu ansetzen, ihr Vorgehen zu intensivieren. Die Katze kratzt lauter an der Tür als zuvor und untermalt dies vielleicht noch mit einem kläglichen, jammernden „Miau“, wenn sie glaubt, Sie seien kurz davor, ihr ihren Wunsch zu erfüllen.
Hinsichtlich Ihrer Vorgehensweise, wenn die Katze an der Tür kratzt, ist jedoch sehr wohl zu unterscheiden, ob Sie sich vor oder hinter der Tür befinden. Können Sie die Katze nämlich genau im Moment des Kratzens mit einer Wasserspritze bestrafen, verbindet sie die negative Erfahrung sehr wohl mit ihrem Verhalten und wird sich das nächste Mal überlegen, ob der Versuch die negative Aufmerksamkeit wert war. Ignoranz ist für eine Katze allerdings fast ebenso schmerzhaft.

Spiel mit mir!

Machen Sie sich eines bewusst: Die Katze kratzt nur an der Tür, wenn Sie weiß, dass Sie in der Nähe sind. Sind Sie nicht zu Hause muss Ihr Stubentiger hinnehmen, dass er keinen Zugang zu dem Zimmer hat und wird sich in der Regel damit abfinden. Sofern Sie dafür sorgen, dass es der Katze dort, wo sie ist, an nichts fehlt, spricht nichts dagegen, dass Sie Ihr den Zugang zu anderen Räumen verwehren. Für die Katze ist das Türkratzen eine Art von Spiel um Ihre Aufmerksamkeit und keine Notwendigkeit. Häufig geht es einfach darum, dass sie in Ihrer Nähe sein möchte oder Unterhaltung sucht. Wenn Sie die Katze aussperren, weil Sie sich zum Beispiel konzentrieren müssen, die Katze aber permanent von Ihnen gestreichelt werden will, wird es Ihnen nicht viel mehr Ruhe einbringen, wenn die Katze vor der Tür kratzt. Überlegen Sie sich also gut, ob es sich lohnt, die Katze auszusperren.

Dieser Raum ist Tabu!

Die Katze kratzt nachts an der Tür und wird nicht erhört, am Tag darf sie aber plötzlich ohne weiteres in Ihr Schlafzimmer? Wenn Sie einen Raum nur während einer gewissen Zeit für den Stubentiger unzugänglich machen, wird sich Ihr die Logik hinter Ihrem Verhalten entziehen. Haben Sie sich dazu entschlossen, dass Sie in der Nacht nicht zu Ihnen darf, sollten Sie das Zimmer auch tagsüber verschlossen halten. Dasselbe gilt, wenn die Katze Ihnen nicht ins Bad folgen darf, wenn Sie duschen, im Toilettenraum nichts verloren hat, wenn Sie sich dort aufhalten oder die Katze aus Hygienegründen aus der Küche ferngehalten werden soll: Seien Sie konsequent, denn die Katze merkt sich Triumphe schneller als Bestrafungen und Misserfolge.

Heute nicht, mein Liebling

Eine andere Situation ist es natürlich, wenn die Katze nur temporär nicht in ein Zimmer darf, zum Beispiel weil sich ein Allergiker darin befindet. Leider gibt es in diesem Fall nicht wirklich eine Möglichkeit die Katze abzuwimmeln und Sie und Ihre Gäste müssen das Kratzen für eine Weile ertragen, bis die Katze aufgibt. Es kann allerdings helfen, wenn Sie sich außerhalb des Raums mit der Katze beschäftigen und ihr in einem anderen Raum eine Herausforderung, beziehungsweise etwas das ihre Aufmerksamkeit einnimmt, bieten.

Jede Ausdauer hat Grenzen

Wenn die Katze regelmäßig an der Tür kratzt und Sie schon genau vorhersagen können, dass sie damit beginnen wird, sobald Sie sich z.B. ins Bett begeben, ist es ratsam im Vorhinein dafür zu sorgen, dass Ihr Stubentiger zu müde ist, um lange vor der Tür zu kratzen. Schenken Sie der Katze vor dem Zubettgehen viel Beachtung, spielen Sie mit ihr und sorgen Sie dafür, dass sie sich auspowert, damit sie später zu müde ist, um noch lange an der Tür zu kratzen und sich erschöpft mit ihrem Katzenkörbchen zufriedengibt.

Zum Wohl des Tieres

Kratzt die Katze an einer Tür, weiß sie häufig nicht, warum Sie nicht hinein darf. Es gibt aber durchaus eine Reihe von Gründen, warum Sie Ihre Katze, gerade in Ihrer Abwesenheit, oder wenn Sie Ihr nicht Ihre ganze Aufmerksamkeit schenken können, von gewissen Orten fernhalten sollten. Zum Beispiel kann es gefährlich sein, wenn sich eine Katze unbeaufsichtigt in einem Raum mit gekipptem Fenster befindet, die heiße Herdplatte in der Küche unbeaufsichtigt ist oder Sie den Raum gerade mit giftigen Chemikalien geputzt haben. Auch wenn die Katze zum Beispiel nachts nach Ihrem Jagdzug verschmutzt und mit lebender Beute ins Haus kommt, ist es ratsam sämtliche Räume verschlossen zu halten, damit das lebende Beutetier nicht irgendwo im Haus Reißaus nimmt. Voraussetzung dafür, dass Sie die Räume verschließen können ist natürlich, dass jederzeit Wasser, Futter und Katzentoilette erreichbar sind.

Die Katze kratzt auch an der Tür, wenn sie ins Freie will. Bereits junge Tiere erkennen, dass dieses Verhalten sehr wirkungsvoll sein kann und deshalb müssen Sie schon in der frühen Entwicklungsphase mit der Erziehung beginnen und dem Kätzchen verdeutlichen, dass Sie auf diese Methode nicht reagieren. Es kann durchaus sein, dass es die Katze in die Freiheit zieht, bevor Sie sich dazu entschließen können, es ihr zu erlauben. Bleiben Sie auch in diesem Fall konsequent, denn sobald der richtige Moment gekommen ist, können Sie Ihrem Tier die Freude machen, die Tür zu öffnen: Tun Sie das aber nicht auf ihr Drängen hin, sondern bieten Sie es Ihr zu einem passenden Moment an.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist es ungerecht, wenn ich meiner Katze den Zugang zum Schlafzimmer verwehre?

In welche Räume Sie Ihren Liebling lassen, liegt ganz bei Ihnen. Zwar gestaltet sich das Zusammenleben mit der Katze harmonischer, wenn Sie überall hindarf, jedoch kann es nötig sein, dass Sie gewisse Räume verschlossen halten. Wenn Sie ein besseres Gefühl haben, wenn die Katze nicht in einen Raum gelassen wird, vertrauen Sie dem Gefühl.

Kann es sein, dass die Katze wegläuft, wenn ich sie nur in wenige Räume lasse?

Grundsätzlich kann man natürlich nie ausschließen, dass sich eine Katze vernachlässigt fühlt, wenn Sie zu wenig Zeit mit ihr verbringen oder sie aus Ihrem Leben ausschließen. In der Regel hat es aber nichts damit zu tun, zu wie vielen Räumen Ihre Katze Zugang hat, ob sie sich geliebt fühlt oder nicht. Beschäftigen Sie sich also tagsüber viel mit Ihrem Liebling und sorgen Sie dafür, dass die Orte, zu denen er Zugang hat, liebevoll ausgestattet sind, gibt es keinen Grund für das Tier, sich ungeliebt zu fühlen.

Muss ich meiner Katze jederzeit Zugang zum Garten erlauben?

Die Katze kratzt an der Tür in den Garten, Sie müssen aber gleich weg und könnten Sie nicht mehr hereinlassen, oder es wird Nacht und Sie können die Tür nicht geöffnet lassen? Dann ist es auf jeden Fall in Ordnung, wenn Sie der Katze den Ausgang verweigern, denn Sie könnten ihr Wohlergehen während der Nacht oder Ihrer Abwesenheit nicht gewährleisten. Auch viele Wohnungskatzen unternehmen häufig einen Versuch, der Wohnung zu entkommen, obwohl es aus Sicht der Besitzer gute Gründe gibt, sie nicht hinauszulassen. Wägen Sie gut ab, ob Sie das Tier ins Freie lassen oder nicht. Zwar gilt es zu bedenken, dass Katzen Freigeister sind, die Ihre Streifzüge schätzen und sie auch einfordern, wenn sie sie gewohnt sind, letztlich entscheiden aber Sie, ob es momentan passend ist oder nicht.

Intuitive Katzenhaltung

Wenn Ihnen etwas an Ihrem Stubentiger liegt, werden Sie intuitiv richtig entscheiden, wann Sie die Wünsche Ihrer Katze erfüllen können und wann Sie zu Ihrem eigenen oder dem Wohl der Katze entscheiden, wenn Sie ihr etwas verwehren. Wichtig ist, dass Sie sich durch das mitleiderregende Gejammer der Katze kein schlechtes Gewissen „einreden“ lassen und sich nicht beirren lassen. Gefährden Sie Ihre Katze nicht, indem Sie ihr leichtfertig Zugang zu Orten gewähren an denen sie sich verletzen könnte, überlegen Sie aber dennoch, ob Sie nicht den einen oder anderen Fleck auf der Bettdecke verschmerzen können, wenn Sie dafür eine glücklich schnurrende Katze an Ihrer Seite haben können.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*