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katzenwelt

Würmer bei Katzen: Arten, Anzeichen und wirksamer Schutz

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Katzenwürmer
Es gibt verschiedene Katzenwürmer
Inhalt8 Abschnitte
  1. Welche Würmer bei Katzen vorkommen
  2. So stecken sich Katzen an
  3. Woran Sie einen Wurmbefall erkennen
  4. Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
  5. Wie oft entwurmt werden sollte
  6. Wie Wurmmittel gegeben werden
  7. Würmer und Menschen
  8. Häufige Fragen

Würmer gehören zu den häufigsten Parasiten bei Katzen. Am weitesten verbreitet sind Spulwürmer und Bandwürmer, seltener kommen Hakenwürmer und Lungenwürmer vor. Viele Katzen zeigen lange keine Beschwerden, trotzdem schadet ein Befall, besonders Kätzchen, und einige Wurmarten sind auch für Menschen gefährlich. Wie oft Ihre Katze entwurmt oder auf Würmer untersucht werden sollte, hängt davon ab, wie sie lebt.

Welche Würmer bei Katzen vorkommen

Alle hier genannten Würmer leben im Inneren des Körpers, die meisten im Darm. Die Katze nimmt sie nicht als fertigen Wurm auf, sondern als Ei oder Larve – über Erde, Kot, Beutetiere oder Flöhe.

WurmWie sich die Katze anstecktBesonderheit
Spulwurm (Toxocara cati)Eier aus der Umgebung, Mäuse, bei Kätzchen über die Muttermilchhäufigster Wurm; auch für Menschen gefährlich
Bandwurm (Taenia)Mäuse und andere Nagerweiße, reiskornartige Glieder am After oder im Kot
Gurkenkernbandwurmverschluckte Flöhe beim Putzentritt nach Flohbefall auf
Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis)Mäusebei Katzen selten, für Menschen gefährlich
HakenwurmLarven aus der Umgebung, Beutetieresaugt Blut, bei Katzen in Deutschland seltener
LungenwurmSchnecken und Beutetiere, die Schnecken gefressen habenHusten, Atemprobleme; Nachweis mit eigener Kotuntersuchung

Einen Herzwurm (Dirofilaria immitis) übertragen Stechmücken, vor allem in Süd- und Osteuropa. In Deutschland spielt er für Katzen bisher kaum eine Rolle, für Reisekatzen aber schon. Giardien werden oft mit Würmern in einen Topf geworfen, sind aber Einzeller und brauchen eine eigene Behandlung, siehe Giardien bei der Katze. Mehr zum Bandwurm lesen Sie unter Bandwurm bei Katzen.

So stecken sich Katzen an

Freigänger, die Mäuse fangen, haben das höchste Risiko. Nager tragen Larven von Spulwürmern und Bandwürmern in sich, und mit jeder gefressenen Maus kann die Katze sich neu anstecken. Wurmeier liegen außerdem in Erde, Sandkästen und Beeten, wo sie über Monate ansteckend bleiben. Die Katze nimmt sie beim Putzen der Pfoten auf.

Auch reine Wohnungskatzen bekommen Würmer. Kätzchen infizieren sich über die Muttermilch mit Spulwurmlarven, wenn die Mutter befallen ist. Eier gelangen an Schuhen oder mit Blumenerde in die Wohnung. Flöhe bringen den Gurkenkernbandwurm mit, und wer rohes Fleisch füttert, kann Bandwurmfinnen verfüttern. ESCCAP Deutschland, die Fachgesellschaft für Parasiten bei Heimtieren, schätzt, dass etwa jede fünfte Wohnungskatze infiziert sein kann.

Toxocara Wurm Katze
Wurmlarve unter dem Mikroskop – viele Würmer sind nur so nachweisbar

Woran Sie einen Wurmbefall erkennen

Oft gar nicht. Viele erwachsene Katzen tragen Würmer ohne erkennbare Beschwerden und scheiden trotzdem Eier aus. Mögliche Anzeichen sind:

  • weiße, reiskornartige Bandwurmglieder am After, im Kot oder auf der Liegedecke
  • ganze Spulwürmer im Kot oder Erbrochenen – sie sehen aus wie gekochte Spaghetti
  • Durchfall, Erbrechen, wechselnder Appetit
  • Gewichtsverlust trotz normalen Fressens, stumpfes Fell
  • Rutschen mit dem Hinterteil über den Boden (das kann auch volle Analdrüsen bedeuten)
  • bei Kätzchen ein aufgeblähter, harter Bauch, Kümmern und schlechtes Wachstum
  • bei Lungenwürmern Husten, schnelle Atmung und Leistungsschwäche

Ob wirklich Würmer im Spiel sind, zeigt eine Kotuntersuchung. Weil Eier nicht mit jedem Kotabsatz ausgeschieden werden, sammeln Sie dafür Kot von drei aufeinanderfolgenden Tagen. Ein negatives Ergebnis schließt einen Befall nicht völlig aus; Lungenwürmer brauchen ein eigenes Untersuchungsverfahren.

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss

Sofort, wenn ein Kätzchen mit aufgeblähtem Bauch matt wird, erbricht oder nicht mehr trinkt, wenn Ihre Katze schwer atmet oder mit offenem Maul atmet, Blut im Kot oder Erbrochenen hat oder mehrfach am Tag erbricht. Ein massiver Spulwurmbefall kann bei Kätzchen den Darm verstopfen (siehe Darmverschluss bei Katzen).

In den nächsten Tagen zum Tierarzt, wenn Sie Würmer oder Bandwurmglieder sehen, die Katze anhaltend Durchfall hat, abnimmt oder hustet. Der Tierarzt bestimmt anhand der Kotuntersuchung oder der sichtbaren Würmer, welches Mittel passt.

Wie oft entwurmt werden sollte

Eine Wurmkur tötet die Würmer, die im Moment der Gabe im Darm sitzen. Sie hat keine Langzeitwirkung, schon am nächsten Tag kann sich die Katze neu anstecken. Deshalb richtet sich der Abstand der Behandlungen danach, wie hoch das Risiko ist. ESCCAP Deutschland empfiehlt:

  1. Kätzchen. Erste Behandlung gegen Spulwürmer mit drei Wochen, danach alle zwei Wochen bis zwei Wochen nach dem Absetzen von der Muttermilch, anschließend monatlich bis zum Alter von sechs Monaten. Die säugende Mutter wird mitbehandelt.
  2. Wohnungskatzen ohne besonderes Risiko. Ein- bis zweimal im Jahr entwurmen oder den Kot untersuchen lassen.
  3. Wenn das Risiko unklar ist. Mindestens viermal im Jahr entwurmen oder den Kot untersuchen lassen.
  4. Freigänger, die Mäuse fressen. Monatlich gegen Bandwürmer behandeln.
  5. Katzen mit rohem Fleisch im Napf. Alle vier Wochen gegen Bandwürmer, wenn das Fleisch nicht ausreichend erhitzt oder vorher tiefgefroren wurde.
  6. Haushalte mit Kleinkindern oder abwehrgeschwächten Menschen. Monatlich gegen Spulwürmer, um das Risiko für die Menschen zu senken.

Nach einem Flohbefall gehört eine Bandwurmbehandlung dazu, vor und nach einem Aufenthalt in einer Katzenpension eine Entwurmung. Welches Risiko für Ihre Katze gilt, besprechen Sie am besten mit dem Tierarzt. Praktisches zur Durchführung finden Sie unter Katze entwurmen, einen Überblick über ein verbreitetes Präparat unter Milpro für die Katze.

Wie Wurmmittel gegeben werden

Wurmmittel für Katzen gibt es als Tablette, Paste und Spot-on für den Nacken. Viele sind verschreibungspflichtig. Nicht jedes Mittel wirkt gegen jeden Wurm: Manche erfassen nur Rundwürmer, andere auch Bandwürmer. Die Dosis richtet sich nach dem Körpergewicht; wiegen Sie Ihre Katze deshalb vor jeder Behandlung, gerade Kätzchen, die schnell zunehmen. Kontrollieren Sie, ob die Tablette wirklich geschluckt wurde. Kräuter, Kürbiskerne oder Hausmittel ersetzen kein Wurmmittel; eine Wirkung ist nicht belegt.

Würmer und Menschen

Einige Katzenwürmer sind Zoonosen, also auf Menschen übertragbar. Spulwurmeier, die ein Kind etwa aus dem Sandkasten in den Mund bekommt, können Larven freisetzen, die durch den Körper wandern und im schlimmsten Fall das Auge schädigen. Der Fuchsbandwurm kann beim Menschen eine schwere Lebererkrankung auslösen. Solche Fälle sind selten, lassen sich aber leicht vermeiden:

  • Katzenklo täglich reinigen, denn frisch ausgeschiedene Spulwurmeier sind noch nicht ansteckend.
  • Nach dem Säubern des Klos und nach der Gartenarbeit Hände waschen.
  • Sandkästen abdecken, wenn Katzen in der Nähe leben.
  • Kinder nicht mit Katzen „Küsschen“ austauschen lassen und nach dem Spielen Hände waschen.
  • Rohes Fleisch für die Katze vorher tiefgefrieren oder durcherhitzen.

Unsere Empfehlung: Legen Sie gemeinsam mit dem Tierarzt fest, zu welcher Risikogruppe Ihre Katze gehört, und halten Sie den Rhythmus dann ein. Eine Erinnerung im Kalender hilft. Bei Unklarheit ist eine Kotuntersuchung oft sinnvoller als eine Wurmkur auf Verdacht.

Häufige Fragen

Können Würmer von der Katze auf den Hund übergehen?

Teilweise. Der Gurkenkernbandwurm befällt Katzen und Hunde gleichermaßen, und über Flöhe kann er im Haushalt die Runde machen. Die häufigsten Spulwürmer von Katze und Hund sind dagegen verschiedene Arten. Kaninchen und Meerschweinchen sind keine Wirte für Katzenwürmer.

Wie lange dauert es, bis nach der Wurmkur keine Würmer mehr abgehen?

Meist werden abgetötete Würmer in den ersten ein bis zwei Tagen mit dem Kot ausgeschieden; oft sieht man gar nichts, weil sie verdaut werden. Sehen Sie nach mehreren Tagen noch Würmer oder Bandwurmglieder, sprechen Sie mit dem Tierarzt.

Muss eine Katze entwurmt werden, die nie Würmer hatte?

Das hängt vom Risiko ab. Bei einer Wohnungskatze ohne rohes Fleisch und ohne Kontakt nach draußen genügen oft ein bis zwei Kotuntersuchungen oder Behandlungen im Jahr. Weil ein Befall oft unbemerkt bleibt, heißt „nie Würmer gesehen“ aber nicht „nie Würmer gehabt“.

Sind Würmer bei Katzen gefährlich?

Für eine gesunde erwachsene Katze ist ein leichter Befall meist kein akutes Problem. Kätzchen können aber schwer krank werden, und Lungenwürmer oder der Herzwurm schädigen Organe. Dazu kommt das Risiko für Menschen – ein Grund, das Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.