Katzengebiss

Bei einem Katzengebiss stechen als Erstes die langen Fangzähne ins Auge, die typisch sind für das Gebiss eines Raubtiers. Das Gebiss einer Katze erfüllt vielfältige Aufgaben und ist nicht nur dazu da, das Fressen zu zerkleinern. Das Gebiss ist vor allem ein wichtiges Werkzeug, das für die wilden Verwandten der Hauskatzen überlebenswichtig ist. Obwohl bei domestizierten Hauskatzen einige Aufgaben weggefallen sind, ist die spezielle Form nach wie vor wichtig etwa für die Hygiene bzw. Fellpflege.

Gebissaufbau erwachsener Katzen

Das Gebiss einer erwachsenen Katze besteht aus 30 Zähnen. Diese sind, wie beim Menschen, durch eine Zahnformel beschrieben. Zur Unterscheidung, ob es sich bei der Zahnformel um ein Milchzahngebiss oder um das Katzengebiss einer erwachsenen Katze handelt, werden die Abkürzungen für die Milchzähne klein und beim bleibenden Gebiss groß geschrieben. Grundsätzlich setzt sich das Katzengebiss aus folgenden Zähnen zusammen:

  • Schneidezähne = Incisivus (i/I)
  • Eckzähne/Fangzähne = Caninus (c/C)
  • Vordere Backenzähne/Reißzähne = Prämolare (p/P)
  • Hintere Backenzähne = Molare (m/M)

Zudem wird das Katzengebiss noch in ein Oberkiefer (oben) und ein Unterkiefer (unten) unterteilt. Daraus ergibt sich für eine erwachsene Katze folgende Zahnformel:

  • oben: 3I 1C 3P 1M
  • unten: 3I 1C 2P 1M

Katzengebiss bei Jungtieren

Bei Jungtieren mit einem Milchzahngebiss fehlen die Molaren noch zur Gänze. Diese bilden sich erst, wenn die Katzen anfangen feste Nahrung zu sich zu nehmen. Dies ist etwa im dritten oder vierten Monat der Fall. Bis zum achten Monat ist der Zahnwechsel häufig abgeschlossen. Das Milchzahngebiss besteht aus 26 Zähnen, die ähnlich wie bei Menschen, irgendwann von alleine ausfallen. Anschließend schiebt sich der bleibende Zahn durch.

Das Milchzahngebiss einer Katze ist folgendermaßen aufgebaut:

  • oben: 3i 1c 3p
  • unten: 3i 1c 2p

Besonderheiten des Katzengebisses

Optisch auffallend sind die verlängerten Eckzähne, die als Fangzähne fungieren. Verlängerte Eckzähne sind nicht nur bei Raubtieren, sondern generell bei Allesfressern zu finden. Bei Raubtieren, die ihre Beute fangen, sind stecken die Fangzähne aufgrund ihrer Länge deutlicher hervor.

Die Fangzähne, wie der Name schon vermuten lässt, dienen bei der Katze dazu, ihre Beute zu fangen und festzuhalten. Die Fangzähne werden dazu tief in das Fleisch des Opfers gebohrt. Dabei zerteilen die Fangzähne wichtige Muskelpartien, wodurch sich die Beute nicht mehr so gut bewegen bzw. verteidigen kann. Außerdem können mit den Fangzähnen die Wirbel des Opfers ausrenken. Wer spielerisch schon einmal die Fangzähne einer Katze zu spüren bekommen hat, der merkt schnell, wie spitz sie sind und, dass sie selbst im Spiel wehtun können.

Die Fangzähne alleine reichen nicht aus, um die Beute dauerhaft festhalten zu können. Hier leisten die Reißzähne zusätzliche Hilfe. Fang- und Reißzähne sind auch dazu da, um den tödlichen Nackenbiss bei der Beute auszuführen. Ist die Beute erlegt, wird sie im Anschluss zerteilt, wenn es sich um ein größeres Beutetier handelt.

Beim Zerteilen sind vor allem die Reißzähne unerlässlich. Sie sind ebenfalls spitz, jedoch nicht so lang wie die Fangzähne und etwas verbreitert. Dadurch können aus der Beute Stücke herausgerissen und gleichzeitig gekaut werden. Wer eine Katze beim Fressen einer Maus beobachtet, der wird feststellen, dass die Katze die Maus seitlich im Mund hat. Dadurch können die Reißzähne vollständig ausgenutzt werden.

Sind Knochen zu groß, um zerkaut zu werden, reißen Katzen große Fleischstücke davon ab. Fleischreste an den Knochen nagen sie anschließend mit ihren Schneidezähnen ab. Die Schneidezähne kommen auch dann zum Einsatz, wenn ein Vogel zur Beute wurde. Die Federn werden mit den Schneidezähnen gerupft.

Das Katzengebiss bei der Körperpflege

Neben der Jagd und bei der Nahrungsaufnahme ist das Katzengebiss vor allem bei der Körperpflege ein wichtiges Werkzeug. Mit ihren Zähnen entfernen oder töten sie Parasiten in ihrem Fell wie Flöhe. Außerdem können sie damit auch Schmutz entfernen. Das ist vor allem im Bereich der Füße und Zehen sehr wichtig.

Die Schneidezähne der Katzen sehen auf den ersten Blick so aus, als würden sie eher Dekoration sein als von Nutzen. Trotz ihrer winzigen Größe haben die Schneidezähne eine wichtige Aufgabe, denn sie fungieren als Nagelknipser. Die Katzen nutzen ihre Krallen nicht ausschließlich durch das Kratzen etwa an Holz ab, sondern durch das Abbeißen. Die kleinen aber scharfen Schneidezähne in Kombination mit dem kräftigen Kiefer können kleine Stückchen der Krallen abbeißen.

Bei Langhaarkatzen kommen vermehrt die Eckzähne bei der Fellpflege zum Einsatz. Damit können sich die Katzen verfilzte Fellpartien lösen oder herausreißen. Manchmal werden die Fangzähne aber auch als Rückenkratzer verwendet, vor allem an Stellen, die sie mit ihren Pfoten nicht erreichen können.

Katzengebiss bei der Jungtieraufzucht

Das Katzengebiss ist auch bei der Aufzucht von Jungtieren wichtig. Mit den Reißzähnen durchtrennen sie beispielsweise die Nabelschnur.

Wenn Mütter ihre Jungen tragen, sieht das zwar für den Menschen eher gefährlich und unangenehm aus, sie wissen aber genau, wie sie ihre Jungtiere aufnehmen müssen. Dazu verwenden sie meist die Eckzähne, die auch beim Deckakt zum Einsatz kommen. Damit halten Kater die weibliche Katze im Nachen fest.

Erkrankungen des Katzengebisses

Obwohl sich das Katzengebiss in vielen Teilen stark vom menschlichen Gebiss unterscheidet, sind die Erkrankungen sehr ähnlich. Katzen können ebenfalls Parodontitis oder Zahnstein bekommen. Folgende Krankheiten können beim Katzengebiss auftreten:

  • Zahnfleischentzündung
  • Zahnstein
  • Parodontitis
  • Gingivitis-Stomatitis-Pharyngitis Komplex

Erkrankungen am Katzengebiss werden oft sehr spät erkannt. Ein erstes Warnzeichen ist ein starker Gewichtsverlust und auch die Verweigerung Futter aufzunehmen. Ist jedoch nur bei Tieren der Fall, die kein weiches Fertigfutter bekommen. Fertigfutter wird oft nur mit der Zuge aufgenommen, da es weder zerteilt oder gekaut werden muss. Dadurch bleiben meist auch Fehlstellungen der Zähne lange Zeit unbemerkt und sind später nur mit großem Aufwand zu korrigieren.

Ein weiteres Anzeichen bei Problemen des Gebisses ist ein starker Mundgeruch. Zwar sorgt die Mundflora bei Katzen generell für einen intensiven Geruch, dies wird jedoch verstärkt, wenn sich im Bereich des Gebisses Entzündungen oder Eiterherde gebildet haben.

Katzengebiss pflegen

Eine regelmäßige Kontrolle der Zähne ist bei Katzen unerlässlich. Nur so können Probleme früh erkannt und behoben werden. Ohne richtige Pflege können bei den Tieren, ähnlich wie beim Menschen, Erkrankungen entstehen oder ihnen sogar die Zähne ausfallen. Freigänger sind im Vergleich zu reinen Wohnungskatzen im Vorteil, denn das Risiko im Bereich des Gebisses Erkrankungen zu bekommen ist deutlich geringer. Sie holen sich ihre Nahrung zu einem großen Teil aus der Natur.

Beim Zerkauen von kleinen Knochen wird etwa Zahnstein automatisch entfernt. Sie führen sich oft bewusst auch Nahrung zu, die ihre Zahngesundheit unterstützt. Bei ihnen ist jedoch das Risiko höher, dass Zähne abbrechen oder etwa beim Kampf mit Artgenossen gelockert werden. Daher kann bei Freigängern, obwohl sie meist eine bessere Zahngesundheit haben, für die sie selbst sorgen, nicht auf eine Kontrolle verzichtet werden.

Anders sieht es bei Katzen aus, die ausschließlich in Innenräumen gehalten werden. Hier wird das Katzengebiss kaum gefordert und vielleicht nur beim Spiel richtig beansprucht. Die weiche Nahrung ist zwar einfach aufzunehmen, sorgt aber für Probleme wie Zahnstein.

Teil der Zahngesundheit ist eine regelmäßige Kontrolle beim Tierarzt. Wie beim Menschen sollte mindestens ein Mal pro Jahr das Gebiss kontrolliert werden. Dort wird beispielsweise Zahnstein unter Narkose entfernt oder kaputte bzw. abgebrochene Zähne gerissen. Zusätzlich braucht es eine ausgewogene Ernährung, damit Zahnfleisch und Zähne gesund bleiben. Dabei spielt vor allem auch die Form, wie die Nahrung zur Verfügung gestellt wird eine Rolle. Wichtig ist, dass Katzen ihr Futter nicht nur über die Zunge aufnehmen, sondern dass aufwendigeres Futter, das gekaut werden muss, dabei ist. Dazu gehören beispielsweise größere Fleischstücke, die am besten roh verfüttert werden. Wer eine Fütterung mit rohem Fleisch ablehnt, kann größere Fleischstücke auch vorkochen und dann den Tieren im Ganzen zum Fressen geben.

Zähneputzen bei Katzen

Für das Katzengebiss gibt es zur Pflege geeignete Zahnpasten und Bürsten. Wichtig ist, dass Katzen diesen Vorgang bereits so früh wie möglich lernen. Wer Jungtieren bereits vorsichtig den Mund mit den Fingern öffnet, hat zudem den Vorteil, dass nicht nur die Zahnreinigung einfacher ist, sondern, dass Kontrollen beim Tierarzt stressfreier ablaufen.

Bei der Reinigung des Katzengebisses wird zuerst ein wenig der Pasta an das Tier verfüttert. Die Pasta ist für sie nicht gefährlich und hat keine Auswirkungen auf die Verdauung. Anschließend wird mit der Bürste begonnen die Außenseite der Zähne zu reinigen. Wie beim Menschen wird auch bei der Katze vom roten Zahnfleisch zu den weißen Zähnen geputzt. Nachdem die Außenseite gereinigt wurde, wird vorsichtig die Innenseite gereinigt. Hier ist es besonders wichtig den Gaumen nicht zu stark zu reizen, damit es für die Katze nicht zu unangenehm ist. Zum Abschluss können die Zähne noch mit einem antibakteriellen Gel bestrichen werden, wodurch entzündliche Bakterien weniger Chancen haben.

Können ausgefallene Zähne nachwachsen? – Hat sich das bestehende Gebiss einer erwachsenen Katze vollständig entwickelt und fehlt ein Zahn aus dem Erwachsenengebiss, ist dieser Verlust endgültig. Nach dem Erwachsenengebiss können sich keine neuen Zähne mehr bilden. Vereinzelt berichten Katzenbesitzer, dass erwachsene Katzen nach dem Verlust eines Zahnes einen neuen bekommen haben, wie im Bereich der Schneidezähne. Hierbei handelt es sich vermutlich aber noch um Milchzähne, die über Jahre nicht herausgefallen sind.

Soll bei Freigängern eine tägliche Zahnpflege gemacht werden? – Bei Freigängern, die generell Probleme mit dem Gebiss haben, sollte auf eine tägliche Reinigung mit einer für Katzen geeigneten Zahnpasta und Bürste nicht verzichtet werden. Eine tägliche Zahnreinigung ist aber auch bei Freigängern eine gute Vorsorge vor allem im Bezug auf Entzündungen. Zudem kann Mundgeruch begrenzt entgegen gewirkt werden.

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