Wie viel Futter braucht eine Katze?

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Eine erwachsene, kastrierte Wohnungskatze mit 4 kg Körpergewicht braucht nach den Leitlinien der FEDIAF rund 190 Kilokalorien am Tag, eine aktive Katze gleichen Gewichts etwa 250. Für die Wohnungskatze entspricht das je nach Futter ungefähr 170 bis 270 g Nassfutter oder 45 bis 55 g Trockenfutter. Weil der Energiegehalt der Futtersorten stark schwankt, rechnen Sie am besten über die Kalorien. Mit dem Futterrechner geht das in einer Minute.
Warum Gramm allein nichts sagen
„Wie viel Gramm Futter braucht eine Katze?“ lässt sich pauschal nicht beantworten. 100 g Nassfutter liefern je nach Rezeptur etwa 70 bis 110 kcal, 100 g Trockenfutter etwa 350 bis 420 kcal. Zwischen zwei Nassfuttern kann der Unterschied bei gleicher Menge also fast die Hälfte betragen. Die Fütterungsempfehlung auf der Packung ist deshalb ein guter erster Anhaltspunkt – aber sie ist für eine Durchschnittskatze gerechnet, nicht für Ihre. Warum Trockenfutter so leicht überfüttert wird, lesen Sie unter Nassfutter oder Trockenfutter?.
Die Rechnung nach FEDIAF
Die FEDIAF, der europäische Heimtierfutterverband, gibt in ihren Nährstoff-Leitlinien (Anhang Energie, Tabelle VII-9) den durchschnittlichen Energiebedarf erwachsener Katzen an. Sie übernimmt dabei die Werte des US-amerikanischen National Research Council (NRC 2006). Gerechnet wird nicht mit dem Körpergewicht selbst, sondern mit dem sogenannten metabolischen Körpergewicht: dem Gewicht in Kilogramm hoch 0,67. Der Grund: Der Energieverbrauch steigt langsamer als das Gewicht. Eine 6-kg-Katze braucht nicht doppelt so viel wie eine 3-kg-Katze, sondern nur etwa 60 Prozent mehr.
- Metabolisches Körpergewicht berechnen. Körpergewicht in kg hoch 0,67. Bei 4 kg sind das rund 2,53.
- Mit dem Faktor malnehmen. Für aktive Katzen 100 kcal, für kastrierte und/oder Wohnungskatzen 75 kcal. Bei 4 kg und Wohnungshaltung: 2,53 × 75 = rund 190 kcal am Tag.
- In Futter umrechnen. Tagesbedarf geteilt durch den Energiegehalt je 100 g, mal 100. Bei einem Nassfutter mit 85 kcal je 100 g: 190 ÷ 85 × 100 = rund 225 g am Tag.
| Gewicht (Idealgewicht) | kastriert / Wohnung (75 kcal × kg0,67) | aktiv (100 kcal × kg0,67) |
| 3 kg | rund 155 kcal | rund 210 kcal |
| 3,5 kg | rund 175 kcal | rund 230 kcal |
| 4 kg | rund 190 kcal | rund 255 kcal |
| 4,5 kg | rund 205 kcal | rund 275 kcal |
| 5 kg | rund 220 kcal | rund 295 kcal |
| 6 kg | rund 250 kcal | rund 330 kcal |
Kastriert, Wohnung oder Freigang: welcher Faktor passt?
Der Faktor 100 gilt nach der FEDIAF für normal aktive, schlanke erwachsene Katzen – etwa einen unkastrierten Freigänger, der viel draußen unterwegs ist. Für kastrierte Katzen und Wohnungskatzen schätzt die FEDIAF den durchschnittlichen Bedarf auf 75 kcal je kg hoch 0,67 und gibt dafür eine Spanne von 52 bis 75 an. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass viele schlanke Katzen weniger Energie brauchen, als die Formel ergibt.
Für die Praxis heißt das: Die meisten Hauskatzen sind kastriert, und viele leben ganz oder überwiegend in der Wohnung. Für sie ist 75 der sinnvolle Startwert, bei sehr ruhigen Katzen eher weniger. Nach der Kastration sinkt der Energiebedarf spürbar, während der Appetit oft steigt; wer die Futtermenge dann nicht anpasst, hat nach einigen Monaten eine dicke Katze.
Die FEDIAF betont außerdem, dass der Bedarf von Tier zu Tier stark schwankt – je nach Alter, Rasse, Fell, Temperament, Gesundheit und Umgebung. Jede Formel liefert nur den Durchschnitt einer Gruppe. Der Faktor ist also kein Urteil über Ihre Katze, sondern ein Anfang.
Kitten, trächtige und säugende Katzen
Wachsende Katzen brauchen im Verhältnis zu ihrem Gewicht viel mehr Energie. Die FEDIAF (Tabelle VII-10) nennt als Richtwert ein Vielfaches des Erhaltungsbedarfs: bis zum Alter von 4 Monaten das 2- bis 2,5-Fache, von 4 bis 9 Monaten das 1,75- bis 2-Fache und von 9 bis 12 Monaten das 1,5-Fache. Kitten wiegt man am besten wöchentlich; solange sie gleichmäßig zunehmen und schlank bleiben, stimmt die Menge. Mehr dazu unter Kittenfutter.
Trächtige Katzen brauchen nach der FEDIAF etwa 140 kcal je kg hoch 0,67. In der Säugezeit steigt der Bedarf je nach Zahl der Kitten und Säugewoche auf ein Mehrfaches; viele Tierärzte raten dann dazu, das Futter frei zur Verfügung zu stellen.
Ältere Katzen
Im mittleren Alter sinkt der Energiebedarf vieler Katzen, weil sie ruhiger werden – die Jahre, in denen Übergewicht am häufigsten ist. Bei deutlich älteren Katzen kehrt sich das oft um: Sie verwerten Fett und Eiweiß schlechter und verlieren eher Gewicht. Eine alte Katze, die trotz unveränderter Menge abnimmt, sollte tierärztlich untersucht werden, denn dahinter können auch Schilddrüsenüberfunktion, Nierenerkrankungen oder Zahnprobleme stecken.
Vom Idealgewicht ausgehen, nicht vom aktuellen
Gerechnet wird immer mit dem Idealgewicht. Ob Ihre Katze es hat, zeigt der Body Condition Score, den auch die FEDIAF empfiehlt: Die Rippen sind bei leichtem Druck gut zu fühlen, aber nicht zu sehen, von oben ist eine Taille erkennbar, am Bauch hängt höchstens ein kleines Fettpolster. Die FEDIAF-Leitlinien nennen Zahlen aus Tierarztpraxen, nach denen etwa ein Drittel der erwachsenen Katzen übergewichtig oder fettleibig ist.
Wiegen Sie Ihre Katze einmal im Monat, am einfachsten auf der Personenwaage mit und ohne Katze auf dem Arm. Nimmt sie zu oder ab, ändern Sie die Menge in kleinen Schritten von etwa zehn Prozent und prüfen nach zwei bis vier Wochen erneut. Soll eine Katze abnehmen, legen Sie Zielgewicht und Tagesmenge mit dem Tierarzt fest; mehr als etwa ein bis zwei Prozent des Körpergewichts pro Woche sollten es nicht sein, und hungern darf eine Katze nie. Einzelheiten stehen unter Übergewicht bei Katzen.
Leckerlis und Mischfütterung einrechnen
Alles, was die Katze frisst, zählt: Leckerlis, Katzenmilch, ein Stück Hähnchen vom Teller. Leckerlis sollten höchstens zehn Prozent der Tagesenergie ausmachen, bei einer 4-kg-Wohnungskatze also etwa 19 kcal, siehe Leckerlis für Katzen. Bei Mischfütterung rechnen Sie erst die Kalorien des Nassfutters zusammen und füllen den Rest mit Trockenfutter auf. Wie Sie die Tagesmenge sinnvoll auf mehrere Mahlzeiten verteilen, erklärt Wie oft am Tag sollte man eine Katze füttern?.
Unsere Empfehlung: Beginnen Sie mit der Angabe auf der Packung oder dem Wert aus dem Futterrechner, wiegen Sie das Futter ab und kontrollieren Sie das Gewicht monatlich. Nach zwei bis drei Monaten kennen Sie die Menge, die Ihre Katze wirklich braucht – und die ist verlässlicher als jede Formel.
Häufige Fragen
Wie viel Futter braucht eine 5 kg schwere Katze?
Wenn 5 kg ihr Idealgewicht ist und sie kastriert in der Wohnung lebt, etwa 220 kcal am Tag, als aktiver Freigänger bis rund 295 kcal. Bei einem Nassfutter mit 85 kcal je 100 g sind das etwa 260 bis 350 g. Ist die Katze mit 5 kg zu dick, rechnen Sie mit dem Zielgewicht.
Brauchen große Rassen wie die Maine Coon mehr?
Absolut ja, im Verhältnis zum Gewicht nicht. Die Formel berücksichtigt das über das metabolische Körpergewicht. Große Rassen wachsen allerdings länger, oft bis ins zweite oder dritte Lebensjahr, und brauchen in dieser Zeit mehr als eine ausgewachsene Katze gleichen Gewichts.
Meine Katze bettelt ständig – bekommt sie zu wenig?
Nicht unbedingt. Viele Katzen betteln aus Gewohnheit oder Langeweile, besonders nach der Kastration. Solange das Gewicht stabil und die Figur schlank ist, stimmt die Menge. Mehrere kleine Mahlzeiten und Futterspielzeug helfen mehr als eine größere Portion. Frisst eine Katze plötzlich deutlich mehr und nimmt dabei ab, gehört sie zum Tierarzt.
Wie viel Trockenfutter am Tag ist richtig?
Bei einer kastrierten Wohnungskatze mit 4 kg und einem Trockenfutter mit 380 kcal je 100 g sind es etwa 50 g am Tag, als alleiniges Futter. Wiegen Sie die Menge mit der Küchenwaage ab; ein Messbecher ist dafür zu ungenau.



