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katzenwelt

Leckerlis für Katzen: Wie viele sind in Ordnung?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Eine Frau reicht einer halblanghaarigen, hellen Katze mit dunkler Maske draußen im Herbstlaub ein Leckerli
Leckerlis aus der Hand stärken die Bindung – solange die Menge klein bleibt
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die Zehn-Prozent-Regel in Zahlen
  2. Wie viele Kalorien haben Leckerlis?
  3. Was ein gutes Leckerli ausmacht
  4. Selbst gemacht und vom Tisch
  5. Pasten, flüssige Snacks und Katzenmilch
  6. Leckerlis sinnvoll einsetzen
  7. Wenn die Katze nur noch Leckerlis will
  8. Leckerlis bei Übergewicht und Krankheit
  9. Häufige Fragen

Leckerlis sind für Katzen in Ordnung, solange sie höchstens zehn Prozent der täglichen Energie liefern. Das empfiehlt der Weltverband der Kleintierärzte WSAVA. Bei einer erwachsenen Katze mit 4 kg sind das nur etwa 20 Kilokalorien am Tag – oft schon ein paar Stück eines handelsüblichen Snacks. Was die Katze als Leckerli bekommt, sollte von ihrer normalen Futtermenge abgezogen werden.

Die Zehn-Prozent-Regel in Zahlen

Die WSAVA hat in ihrem Merkblatt zum Füttern von Leckerlis eine Tabelle veröffentlicht, wie viele Kilokalorien aus Leckerlis eine gesunde, normalgewichtige Katze höchstens bekommen sollte:

Körpergewichthöchstens aus Leckerlis pro Tag
3 kgetwa 20 kcal
4 kgetwa 22 kcal
5 kgetwa 25 kcal
6 kgetwa 26 kcal

Für kastrierte Wohnungskatzen, die weniger Energie brauchen, liegt der Wert eher etwas darunter. Den Tagesbedarf Ihrer Katze können Sie mit Wie viel Futter braucht eine Katze? oder dem Futterrechner ermitteln.

Wie schnell das Budget erschöpft ist, zeigen Werte für Lebensmittel aus demselben WSAVA-Merkblatt: 28 g gegartes, mageres Hähnchenbrustfilet liefern etwa 47 kcal, 28 g Cheddar sogar rund 120 kcal. Ein Stück Käse in Daumengröße deckt damit mehr als die Tagesration an Leckerlis.

Wie viele Kalorien haben Leckerlis?

Das steht oft nicht auf der Packung. Manche Hersteller geben den Energiegehalt je 100 g oder je Stück an; fehlt die Angabe, fragen Sie beim Hersteller nach, wie es auch die WSAVA empfiehlt. Kleine Knusperkissen liefern meist nur wenige Kilokalorien pro Stück, aber kaum jemand gibt nur eines. Cremige Snacks aus der Tube oder dem Beutel, Katzenmilch und getrocknete Fleischstreifen sind oft gehaltvoller, als sie aussehen.

Was ein gutes Leckerli ausmacht

  • Klein und leicht zu kauen, damit sich die Katze nicht verschluckt.
  • Viel tierisches Eiweiß, wenig Zucker und Füllstoffe.
  • Wenig Kalorien pro Stück, damit mehrere Belohnungen am Tag möglich sind.
  • Eine bekannte Eiweißquelle bei Katzen mit Futtermittelunverträglichkeit.

Die meisten Leckerlis sind Ergänzungsfuttermittel: Sie liefern nicht alle Nährstoffe und sollen nur einen kleinen Teil der Ration ausmachen. Das einfachste Leckerli ohne Extrakalorien ist ein Teil des normalen Trockenfutters, morgens von der Tagesmenge abgezweigt.

Selbst gemacht und vom Tisch

Kleine Stücke gegartes, ungewürztes Hähnchen- oder Putenfleisch sind ein beliebter Snack, siehe Dürfen Katzen Hähnchen essen?. Auch ein Teelöffel ungewürzter, gekochter Fisch ohne Gräten ist in Ordnung. Wurst, Schinken, Käse und Sahne dagegen sind salzig oder fett und nur in winzigen Mengen und selten vertretbar. Knochen, gekocht oder roh, können splittern und Verletzungen verursachen; auch davor warnt die WSAVA.

Tabu sind alle Speisen mit Zwiebeln, Knoblauch oder Lauch, außerdem Schokolade und Kakao, Trauben und Rosinen, Alkohol, Koffein und das Süßungsmittel Xylit. Viele erwachsene Katzen vertragen Milch schlecht und bekommen davon Durchfall. Die vollständige Liste steht unter Giftige Lebensmittel für Katzen. Hat Ihre Katze etwas Giftiges gefressen, rufen Sie sofort die Tierarztpraxis an und lösen Sie kein Erbrechen aus.

Pasten, flüssige Snacks und Katzenmilch

Cremige Snacks aus der Tube oder dem Portionsbeutel sind beliebt, weil fast jede Katze sie annimmt. Sie eignen sich gut, um Tabletten zu verstecken oder eine Katze beim Krallenschneiden abzulenken. Ein ganzer Beutel ist aber schnell ein beträchtlicher Teil des Leckerli-Budgets; teilen Sie ihn lieber auf mehrere Tage auf, sofern die Packung das zulässt, und bewahren Sie Angebrochenes im Kühlschrank auf.

Katzenmilch ist laktosereduziert und wird deshalb besser vertragen als Kuhmilch. Sie ist trotzdem kein Getränk, sondern ein Leckerli mit Kalorien. Das einzige Getränk, das eine Katze braucht, ist frisches Wasser. Getrocknete oder gefriergetrocknete Fleischstücke sind dagegen eine gute Wahl, wenn sie klein geschnitten werden: Sie bestehen oft nur aus einer Zutat und sind leicht zu dosieren.

Leckerlis sinnvoll einsetzen

Leckerlis sind mehr als Kalorien. Richtig eingesetzt, helfen sie im Alltag:

  1. Training. Mit Clicker und kleinen Belohnungen lernen Katzen, in die Transportbox zu gehen, auf den Namen zu hören oder die Krallen schneiden zu lassen.
  2. Tabletten. Viele Tabletten lassen sich in einem weichen Snack oder einer Paste verstecken. Ob das Medikament zerkleinert oder mit Futter gegeben werden darf, fragen Sie in der Tierarztpraxis.
  3. Beschäftigung. In Futterbällen oder Schnüffelteppichen versteckt, beschäftigen Leckerlis Wohnungskatzen eine Weile, siehe Intelligenzspielzeug für Katzen.
  4. Tierarztbesuch und Pflege. Eine Belohnung nach dem Bürsten oder dem Tierarzttermin macht die nächste Runde leichter.

Wenn die Katze nur noch Leckerlis will

Manche Katzen lassen ihr Futter stehen und warten auf den Snack. Wer dann nachgibt, bringt ihr genau das bei. Reduzieren Sie die Leckerlis schrittweise, geben Sie sie nur noch als Belohnung für etwas und nie anstelle einer Mahlzeit. Frisst die Katze ihr normales Futter auch dann nicht und verweigert über 24 Stunden die Nahrung, gehört sie zum Tierarzt – ein Futterstreik ist bei Katzen gefährlich, und hinter plötzlicher Mäkelei können auch Zahnschmerzen oder Übelkeit stecken.

Leckerlis bei Übergewicht und Krankheit

Übergewichtige Katzen müssen nicht ganz auf Leckerlis verzichten; das hilft ohnehin selten. Nehmen Sie stattdessen Trockenfutterbrocken aus der Diätration oder kalorienarme Snacks und rechnen Sie alles ein, siehe Übergewicht bei Katzen. Katzen mit Niereninsuffizienz, Harnsteinen, Diabetes, Schilddrüsen- oder Allergiediät bekommen Leckerlis nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt, weil viele Snacks die Wirkung der Diät zunichtemachen können. Für manche Diäten gibt es passende Snacks.

Unsere Empfehlung: Legen Sie morgens fest, wie viele Leckerlis es heute gibt, und ziehen Sie sie von der Futterration ab. Geben Sie sie als Belohnung, nicht aus Gewohnheit, und wechseln Sie ruhig zwischen gekauften Snacks, Trockenfutterbrocken und einem Stückchen gegartem Hähnchen ab.

Häufige Fragen

Darf meine Katze jeden Tag Leckerlis bekommen?

Ja, solange die Menge klein bleibt und in die Tagesration eingerechnet wird. Tägliche Leckerlis sind kein Problem, zusätzliche Kalorien schon.

Darf eine Katze Hundeleckerlis fressen?

Ein Stück ab und zu schadet einer gesunden Katze nicht. Hundesnacks sind aber auf Hunde abgestimmt, oft zu groß und nicht für den Nährstoffbedarf der Katze gedacht. Kauartikel für Hunde können für Katzen zu hart oder zu groß sein.

Meine Katze hat die Verpackung mitgefressen – ist das gefährlich?

Kleine Folienstücke werden oft mit dem Kot ausgeschieden. Beobachten Sie Ihre Katze genau. Erbricht sie wiederholt, frisst sie nicht mehr, wirkt der Bauch schmerzhaft oder setzt sie keinen Kot ab, muss sie sofort zum Tierarzt, weil ein Darmverschluss möglich ist.

Helfen Zahnpflege-Snacks?

Einige Kausnacks können Beläge etwas vermindern, ersetzen aber weder das Zähneputzen noch die Kontrolle beim Tierarzt. Rechnen Sie auch Zahnpflegesnacks in die tägliche Leckerli-Menge ein.