Kräuter und Gewürze für Katzen

Inhalt9 Abschnitte
- Warum Katzen ihr Futter nicht gewürzt brauchen
- Küchenkräuter im Überblick
- Giftige Kräuter und Gewürze
- Salz, Pfeffer, Chili und Zimt
- Ätherische Öle: für Katzen immer tabu
- Katzenminze, Baldrian und Katzengras
- Katze hat gewürztes Fleisch gefressen – was tun?
- So teilen Sie Essen richtig mit der Katze
- Häufige Fragen
Katzen brauchen keine Kräuter und keine Gewürze. Viele Küchenkräuter wie Basilikum, Rosmarin, Thymian oder Salbei sind für Katzen ungiftig, und ein angeknabbertes Blatt schadet nicht. Gefährlich sind dagegen alle Lauchgewächse wie Schnittlauch, Bärlauch sowie Zwiebel- und Knoblauchpulver, dazu Salz in größeren Mengen, scharfe Gewürze, Muskatnuss und ätherische Öle. Die Faustregel ist einfach: Was die Katze vom Menschenessen bekommt, bleibt ungewürzt.
Warum Katzen ihr Futter nicht gewürzt brauchen
Katzen sind Fleischfresser mit einem feinen Geruchssinn und einem ganz anderen Geschmack als wir. Was ihnen schmeckt, ist der Geruch von Fleisch und Fett – Kräuter und Gewürze bringen ihnen nichts und können sie sogar abschrecken. Ein vollwertiges Katzenfutter ist so zusammengesetzt, dass es alle nötigen Nährstoffe enthält; Kräuter liefern nichts, was dort fehlt. Wie sich der Bedarf zusammensetzt, lesen Sie unter Nährstoffbedarf der Katze.
Hinzu kommt der Stoffwechsel: Katzen können viele pflanzliche Stoffe, darunter Bestandteile ätherischer Öle, nur langsam abbauen, weil ihrer Leber ein Teil der Entgiftungsenzyme fehlt. Was für Menschen ein gesundes Würzkraut ist, kann für eine Katze in größerer Menge zu viel sein.
Küchenkräuter im Überblick
Die folgende Einordnung folgt der Pflanzendatenbank des Giftnotrufs der amerikanischen Tierschutzorganisation ASPCA. „Ungiftig“ heißt dort: keine Vergiftung zu erwarten. Größere Mengen jeder Pflanze können trotzdem Erbrechen auslösen, weil Katzen Pflanzenfasern kaum verdauen.
| Kraut | Einordnung für Katzen | Worauf achten |
| Basilikum, Rosmarin, Thymian, Salbei, Dill, Koriander, Zitronenmelisse, Fenchel | ungiftig | als Knabberei ungefährlich, aber kein Futter |
| Oregano, Minze, Estragon | leicht giftig | in größeren Mengen Erbrechen und Durchfall |
| Lorbeer | leicht giftig | Magenreizung; ganze Blätter können sich im Darm festsetzen |
| Kamille | leicht giftig | Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen |
| Petersilie | giftig in großen Mengen | Furocumarine machen die Haut lichtempfindlich |
| Lavendel | giftig | Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit; Lavendelöl besonders heikel |
| Schnittlauch, Bärlauch | giftig | Zerstörung der roten Blutkörperchen wie bei Zwiebeln |
Katzenminze (Nepeta cataria) führt die ASPCA übrigens ebenfalls als leicht giftig: Wer viel davon frisst, kann erbrechen oder Durchfall bekommen. Als Duftspielzeug ist sie für die meisten Katzen trotzdem unproblematisch – dazu unten mehr.

Giftige Kräuter und Gewürze
Schnittlauch, Bärlauch, Zwiebel- und Knoblauchpulver sind das größte Risiko in der Gewürzecke. Sie gehören zu den Lauchgewächsen und enthalten Schwefelverbindungen, die bei Katzen die roten Blutkörperchen zerstören. Getrocknet und als Pulver sind sie besonders konzentriert. Stecken können sie in Kräutersalz, Grillgewürz, Gyrosgewürz, Brühpulver und vielen Fertigmischungen. Ausführlich dazu: Zwiebeln und Knoblauch – warum sie für Katzen giftig sind.
Muskatnuss enthält Myristicin, das in größeren Mengen Unruhe, Herzrasen, Desorientierung und Bauchschmerzen auslösen kann. Eine Prise im Kartoffelbrei, von dem die Katze nascht, ist kein Notfall; eine angeknabberte ganze Nuss oder ein Löffel Pulver dagegen ein Grund, die Tierarztpraxis anzurufen.
Kakao, etwa in Gewürzmischungen für Chili oder Mole, enthält Theobromin – siehe Dürfen Katzen Schokolade essen?.
Salz, Pfeffer, Chili und Zimt
Salz ist in kleinen Mengen nicht giftig; Katzen brauchen Natrium, und ihr Futter enthält genug davon. Zu viel Salz macht starken Durst, Erbrechen und Durchfall, in schweren Fällen Zittern und Krämpfe. Gefährlich sind vor allem Salzteig, Streusalz, Knabbergebäck und sehr salzige Lebensmittel wie Schinken, Käse oder Brühwürfel. Katzen mit Nieren- oder Herzerkrankungen sollten gar nichts Gesalzenes bekommen.
Pfeffer, Chili, Paprika scharf und Curry reizen Maul, Magen und Darm. Das Ergebnis sind Speicheln, Erbrechen und Durchfall. Currymischungen enthalten oft zusätzlich Knoblauch- oder Zwiebelpulver.
Zimt gilt als Pflanze laut ASPCA als ungiftig. Eine Prise Zimtpulver in der Nähe der Katze ist harmlos; eingeatmetes Pulver kann jedoch die Atemwege reizen, und Zimtöl gehört wie alle ätherischen Öle nicht an die Katze.
Ätherische Öle: für Katzen immer tabu
Konzentrierte Pflanzenöle – Teebaumöl, Eukalyptus, Pfefferminze, Lavendel, Zitrusöle, Zimtöl – sind für Katzen gefährlich, weil sie die Inhaltsstoffe kaum abbauen können. Schon das Ablecken vom Fell oder das Einatmen aus einem Diffusor kann Speicheln, Erbrechen, Zittern, Atemprobleme oder Leberschäden auslösen. Das gilt auch für „natürliche“ Flohmittel mit ätherischen Ölen. Tragen Sie solche Öle nie auf die Katze auf und benutzen Sie keine Duftlampen in Räumen, in denen sich die Katze aufhält. Mehr dazu unter Flohmittel für Katzen.
Katzenminze, Baldrian und Katzengras
Katzenminze, Baldrian und die Matatabi-Pflanze (Silberwein) sind keine Gewürze, sondern Duftpflanzen. Viele Katzen reagieren auf ihren Geruch mit Wälzen, Schnurren und Spiellaune. Als Füllung eines Spielzeugs sind sie unproblematisch; gefressen werden sollten sie nicht in größeren Mengen. Ein Teil der Katzen – oft ist von etwa einem Drittel die Rede – reagiert gar nicht auf Katzenminze; das ist angeboren und kein Grund zur Sorge.
Katzengras dient Katzen zum Knabbern und hilft manchen, Haarballen hochzuwürgen. Echtes Katzengras aus Hafer, Weizen oder Gerste ist unbedenklich – mehr dazu unter Katzengras. Ein Topf Katzengras lenkt die Katze oft auch von Ihren Küchenkräutern ab.
Katze hat gewürztes Fleisch gefressen – was tun?
Die Katze hat ein Stück vom Grillteller oder vom gewürzten Braten erwischt? Entscheidend ist, was drin war:
- Nur Salz und Pfeffer, kleine Menge: meist harmlos. Stellen Sie frisches Wasser hin und beobachten Sie die Katze; einmal Erbrechen oder weicher Kot kann vorkommen.
- Marinade, Soße, Gewürzmischung, Hackfleisch oder Wurst: Hier stecken oft Zwiebeln oder Knoblauch. Rufen Sie Ihre Tierarztpraxis an und nennen Sie die Zutaten, notfalls anhand von Rezept oder Verpackung.
- Größere Menge Muskat, Kakao, Salz oder etwas mit Alkohol: ebenfalls telefonisch klären.
- Kein Erbrechen auslösen. Salzwasser oder Wasserstoffperoxid sind für Katzen gefährlich.
Warnzeichen, bei denen Sie sofort in die Praxis fahren: wiederholtes Erbrechen, Zittern, Taumeln, Krämpfe, schwere Atmung oder starke Schwäche. Weitere Gifte in der Küche zeigt der Überblick Giftige Lebensmittel für Katzen.
So teilen Sie Essen richtig mit der Katze
Wer der Katze etwas vom eigenen Essen abgeben möchte, nimmt eine Portion zur Seite, bevor gewürzt wird: ein Stück gekochtes Hähnchen, etwas gegartes Rindfleisch, ein paar Gabeln gedünsteten Fisch. Auch Rührei ist möglich, wenn es ohne Salz, Pfeffer, Milch und Schnittlauch in einer beschichteten Pfanne ohne viel Fett gestockt wird. Mehr dazu unter Dürfen Katzen Eier essen?. Kochen Sie regelmäßig für Ihre Katze, lesen Sie zuerst Katzenfutter selber kochen, damit am Ende keine Nährstoffe fehlen.
Die Empfehlung: Kräutertöpfe mit Basilikum oder Thymian dürfen in der Küche stehen, Schnittlauch und Bärlauch kommen außer Reichweite, und alles, was die Katze vom Tisch bekommt, bleibt ungewürzt.
Häufige Fragen
Dürfen Katzen ungewürztes Rührei essen?
Ja, gelegentlich und in kleinen Mengen. Das Ei muss vollständig gegart sein und ohne Salz, Pfeffer, Schnittlauch und viel Fett zubereitet werden. Ein Esslöffel ab und zu ist ein Leckerli, keine Mahlzeit.
Ist Petersilie giftig für Katzen?
Die ASPCA führt Petersilie als giftig, weil sie Furocumarine enthält, die die Haut lichtempfindlich machen können. Dafür braucht es aber große Mengen. Ein paar angeknabberte Blätter sind unbedenklich; als regelmäßige Beigabe ist Petersilie trotzdem nicht sinnvoll.
Meine Katze frisst an meinem Basilikum – schlimm?
Nein. Basilikum gilt als ungiftig für Katzen. Knabbert sie sehr viel davon, kann sie erbrechen, weil Katzen Pflanzen schlecht verdauen. Ein eigener Topf Katzengras ist oft die beste Ablenkung.
Ist Kurkuma für Katzen gesund?
Dass Kurkuma Katzen hilft, ist nicht belegt. Das Gewürz färbt stark, kann den Magen reizen, und Mischungen wie Curry enthalten oft Knoblauch oder Zwiebel. Wer Nahrungsergänzung erwägt, bespricht das mit dem Tierarzt.
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