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katzenwelt

Dürfen Katzen Schokolade essen?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Zerbrochene Tafeln dunkler, heller und Nuss-Schokolade liegen durcheinander
Je dunkler die Schokolade, desto mehr Theobromin enthält sie
Inhalt8 Abschnitte
  1. Warum Schokolade für Katzen giftig ist
  2. Warum Katzen seltener Schokolade fressen als Hunde
  3. Wie viel Schokolade gefährlich ist
  4. Anzeichen einer Schokoladenvergiftung
  5. Was tun, wenn die Katze Schokolade gefressen hat?
  6. Wo Kakao überall drinsteckt
  7. Bessere Alternativen
  8. Häufige Fragen

Nein, Katzen dürfen keine Schokolade essen. Kakao enthält Theobromin und Koffein, zwei Stoffe, die Herz und Nervensystem überreizen und in größeren Mengen tödlich sein können. Je dunkler die Schokolade, desto gefährlicher: Ein Stück Zartbitterschokolade oder ein Löffel Kakaopulver ist für eine Katze weit bedenklicher als ein Stück Vollmilchschokolade.

Erlaubt?Nein, in keiner Form
Giftige StoffeTheobromin und Koffein (Methylxanthine)
Am gefährlichstenKakaopulver, Backschokolade, Zartbitter
Anzeichenmeist nach 6–12 Stunden: Erbrechen, Unruhe, Herzrasen, Zittern, Krämpfe
Im NotfallSofort Tierarzt anrufen, Verpackung mitnehmen, kein Erbrechen auslösen

Warum Schokolade für Katzen giftig ist

Theobromin und Koffein gehören zu den Methylxanthinen. Sie blockieren im Körper Rezeptoren, die normalerweise bremsend wirken, und treiben so Herz, Muskeln und Gehirn an. Beim Menschen sorgt das für einen kleinen Wachmacher. Hunde bauen Theobromin aber viel langsamer ab als Menschen, der Stoff bleibt lange im Blut; für Katzen wird Ähnliches angenommen. Das Ergebnis reicht von Unruhe und Erbrechen bis zu Herzrhythmusstörungen und Krampfanfällen.

Schokolade ist außerdem fett und zuckerreich. Das Fett kann ein bis drei Tage später eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen – eine Gefahr, die auch weiße Schokolade mit sich bringt, obwohl sie kaum Theobromin enthält.

Warum Katzen seltener Schokolade fressen als Hunde

Katzen können Süßes nicht schmecken: Das Gen für einen Teil ihres Süß-Rezeptors ist bei ihnen stillgelegt, ebenso bei Tiger und Gepard. Eine Praline reizt eine Katze also nicht wegen des Zuckers. Die meisten Vergiftungen betreffen deshalb Hunde, wie auch der Giftnotruf der amerikanischen Tierschutzorganisation ASPCA feststellt. Ganz sicher ist die Katze trotzdem nicht: Sahnige Füllungen, Butter im Kuchenteig, Kakao-Milchgetränke und Schokopudding riechen nach Fett und Milch – und das lockt.

Wie viel Schokolade gefährlich ist

Eine sichere Menge gibt es nicht, und wir nennen bewusst keine Grammzahl, ab der es „erst“ gefährlich wird: Solche Grenzwerte verleiten zum Abwarten, und für Katzen gibt es keine eigenen Messwerte – die bekannten Schwellen stammen überwiegend aus Fällen bei Hunden, und nichts spricht dafür, dass Katzen robuster sind. Katzen sind zudem viel leichter als die meisten Hunde; schon kleine Mengen ergeben je Kilogramm Körpergewicht eine hohe Dosis.

Wie viel Theobromin ein Produkt enthält, hängt vor allem vom Kakaoanteil ab. Nach Angaben des ASPCA-Giftnotrufs gilt, von gefährlich zu besonders gefährlich:

  • Weiße Schokolade enthält kaum Theobromin, ist aber sehr fett und kann Erbrechen, Durchfall und eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen.
  • Vollmilchschokolade enthält deutlich weniger Theobromin als dunkle Sorten – ungefährlich ist sie trotzdem nicht.
  • Zartbitterschokolade enthält etwa doppelt so viel wie Vollmilch.
  • Backschokolade und reines Kakaopulver sind am gefährlichsten: Schon ein Teelöffel Kakaopulver ist für eine Katze eine ernste Menge.

Für Sie heißt das: Hat Ihre Katze Schokolade oder Kakao gefressen – gleich welche Sorte, gleich wie wenig –, rufen Sie die Tierarztpraxis an. Sagen Sie dort, welche Sorte es war und wie viel ungefähr fehlt. Die Praxis entscheidet dann, ob und wie schnell Sie kommen müssen.

Anzeichen einer Schokoladenvergiftung

Die ersten Anzeichen treten meist 6–12 Stunden nach dem Fressen auf, bei eingepackten Pralinen oder großen Mengen manchmal später:

  • Erbrechen, Durchfall, auffällig viel Durst
  • Unruhe, Hibbeligkeit, Hecheln
  • häufiges Wasserlassen
  • Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag
  • Muskelzittern, Taumeln
  • erhöhte Körpertemperatur
  • Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit

Weil Theobromin so langsam abgebaut wird, können die Beschwerden bis zu drei Tage anhalten. Krampfanfälle und Atemnot sind ein Notfall.

Was tun, wenn die Katze Schokolade gefressen hat?

  1. Tierarztpraxis oder Notdienst anrufen. Nennen Sie Sorte, ungefähre Menge, Uhrzeit und das Gewicht Ihrer Katze. Mit diesen Angaben kann die Praxis abschätzen, wie ernst es ist.
  2. Verpackung mitnehmen. Der Kakaoanteil steht bei dunkler Schokolade meist auf der Packung. Bei gemischten Pralinen rechnet man vorsichtshalber mit der dunkelsten Sorte.
  3. Kein Erbrechen auslösen. Salzwasser kann eine Salzvergiftung verursachen, Wasserstoffperoxid bei Katzen schwere Magenblutungen. Wenn Erbrechen sinnvoll ist, löst es der Tierarzt mit einem geeigneten Medikament aus.
  4. Behandlung zulassen. Der Tierarzt gibt meist Aktivkohle, oft mehrfach, weil Theobromin über die Galle wieder in den Darm gelangt. Infusionen helfen den Nieren, das Gift auszuscheiden; Herzrasen und Krämpfe werden medikamentös behandelt.

Mit schneller Behandlung erholen sich die meisten Tiere vollständig. Beim Hund gilt eine frühe Entgiftung als der wichtigste Faktor – bei der Katze ist das nicht anders.

Wo Kakao überall drinsteckt

Neben Tafelschokolade und Pralinen enthalten Kakao: Brownies, Schokokuchen, Kekse mit Schokostückchen, Muffins, Schokopudding, Schokoladeneis, Kakao-Getränke und Trinkschokolade, Nuss-Nougat-Creme, Schoko-Müsli, Backkakao und Kuvertüre. Im Garten kann Mulch aus Kakaoschalen liegen, der ebenfalls Theobromin enthält. Kaffee, Tee und Energydrinks liefern Koffein und wirken ähnlich – mehr dazu unter Was dürfen Katzen trinken?.

Gefährlich sind vor allem Ostern, Weihnachten und Geburtstage, wenn Süßes offen herumsteht und Schokoladenweihnachtsmänner in Reichweite hängen. Stellen Sie Naschereien in Schränke oder Dosen und räumen Sie Kuchenteller ab.

Bessere Alternativen

Katzen brauchen keine Süßigkeiten, sie schmecken sie nicht einmal. Belohnen Sie mit etwas, das eine Katze wirklich schätzt: einem Stück gekochtem Hähnchen, einem Leckerli für Katzen oder einer Runde mit der Futterangel. Wie viele Leckerlis am Tag in Ordnung sind, lesen Sie unter Leckerlis für Katzen. Welche anderen Lebensmittel tabu sind, zeigt der Überblick Giftige Lebensmittel für Katzen, und was stattdessen erlaubt ist, steht im Lebensmittel-Lexikon.

Häufige Fragen

Meine Katze hat an Schokolade geleckt – muss ich zum Tierarzt?

Ein paarmal Lecken an Vollmilchschokolade bringt nur sehr wenig Theobromin in die Katze und führt in der Regel nicht zu einer Vergiftung. Bei dunkler Schokolade, Kakaopulver oder wenn ein Stück fehlt, rufen Sie Ihre Tierarztpraxis an. Beobachten Sie die Katze in jedem Fall die nächsten 12 Stunden auf Erbrechen, Unruhe und Zittern.

Ist weiße Schokolade für Katzen ungefährlich?

Weiße Schokolade enthält fast kein Theobromin, ist aber sehr fett und zuckerreich. Das kann Erbrechen, Durchfall und eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen. Geben Sie sie Ihrer Katze nicht.

Dürfen Katzen Kakao oder Milch mit Kakao trinken?

Nein. Kakaopulver ist die theobrominreichste Form von allen, und Milch vertragen viele erwachsene Katzen ohnehin schlecht. Mehr dazu unter Dürfen Katzen Milch trinken?.

Wie lange nach dem Fressen zeigt sich eine Schokoladenvergiftung?

Meist nach 6–12 Stunden. Warten Sie aber nicht darauf: In den ersten ein bis zwei Stunden kann der Tierarzt einen Teil der Schokolade noch aus dem Magen holen, danach bleibt nur, die Beschwerden zu behandeln.