Schilddrüsenüberfunktion Katze

Katze mit Schilddrüsenüberfunktion
Die Schilddrüsenüberfunktion muss zwingend durch den Tierarzt behandelt werden | Foto: stokkete / depositphotos.com

Die Schilddrüse spielt bei allen Säugetieren einen große Rolle beim Stoffwechsel. Funktioniert sie nicht richtig ist meist der gesamte Organismus davon betroffen. Das gilt natürlich auch für Katzen. Eine Schilddrüsenüberfunktion kommt insbesondere bei älteren Katzen relativ häufig vor. In den meisten Fällen ist ein gutartiger Tumor der Auslöser für diese Störung.

Wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert

Die Schilddrüse produziert wichtige Hormone, die auch bei Katzen das Wachstum des Organismus‘ und die Regulierung des Stoffwechsels beeinflussen. Über sie werden auch der Wärmehaushalt und die Sauerstoffversorgung der Katze zumindest mit reguliert.

Produziert die Schilddrüse zu viel Schilddrüsenhormone spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion. Konkret geht es dabei um die vermehrte Ausschüttung der Hormone Thyroxin und Trijodthyronin. Die „höhere Dosis“, die damit zwangsläufig an des Blut im Körper abgegeben wird, beeinflusst dann den gesamten Organismus.

Die übermäßige Hormonproduktion führt dazu, dass sich der Stoffwechsel der Körperzellen erhöht. Das wiederum hat zur Folge, dass sich auch der Energieverbrauch der Zellen stark ansteigt.

Um den daraus resultierenden erhöhten Energiebedarf zu decken, muss eine Katze mit Schilddrüsenüberfunktion deshalb deutlich mehr Futter zu sich nehmen. Irgendwann ist die Katze jedoch nicht mehr in der Lage, ihrem Körper genügend Energie zuzuführen. Es kommt dann meist zu einer gefährlichen Abmagerung des Tieres.

Ursache für die Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze ist in 98 Prozent aller Fälle ein Knoten, der sich im Inneren der Schilddrüse gebildet hat. Bei einem Knoten handelt es sich um einen gutartigen Tumor. In der Regel sind davon nur ältere Tiere ab dem zehnten Lebensjahr betroffen.

wichtigEine Schilddrüsenüberfunktion muss unbedingt behandelt werden, da es sonst zu ernsthaften Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzleiden kommen kann.

Die Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze erkennen

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann alleine ein Tierarzt diagnostizieren. Es gibt jedoch eine Reihe von Symptomen und Hinweisen, die auf die Überfunktion hindeuten. Beobachtet man diese an seiner Katze, sollte unbedingt baldmöglichst der Gang in die Tierarztpraxis erfolgen. Folgende Symptome sind deutliche Hinweise:

  • erhöhter Appetit
  • immer wieder auftretender Heißhunger
  • Abmagerung
  • struppiges Fell
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • deutlich vermehrter Harnabsatz
  • vermehrte Flüssigkeitsaufnahme
  • ängstlicher, verstörter Gesichtsausdruck
  • auftretendes Zittern des Körpers
  • beschleunigter Herzschlag
  • beschleunigte Atmung

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine Schilddrüsenüberfunktion immer auch mit einer Verhaltensänderung der Katze einher geht. So zeigen die Tiere sehr oft eine gesteigerte Unruhe. Diese führt dazu, dass sie rastlos und ziellos umherlaufen. Außerdem sind sie leicht erregbar und schreckhaft.

Schilddrüsenüberfunktion bei einer Katze
Eine Schilddrüsenüberfunktion wird ein lebenlang behandelt | Foto: stokkete / depositphotos.com

Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze

Die gute Nachricht vorab: Eine Schilddrüsenüberfunktion lässt sich bei Katzen sehr leicht und auch sehr erfolgreich behandeln.

Die schlechte Nachricht lautet allerdings: Die Medikamente für diese Behandlung muss sie ihr ganzes restliches Leben zu sich nehmen.

Der Tierarzt wird die Schilddrüsenüberfunktion durch einen Bluttest diagnostizieren.

Bei Tieren, die älter als 13 Jahre sind, ist es empfehlenswert in diesem Zusammenhang nicht nur der Werte der Schilddrüsenhormone zu überprüfen, sondern auch andere Parameter. Dadurch können nicht zuletzt mögliche weitere Erkrankungen festgestellt werden, die unter Umständen die Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion beeinflussen.

Die eigentliche Behandlung erfolgt in zwei Schritten. Zunächst einmal geht es darum, dass Tier zu stabilisieren. Ziel ist es dabei, möglichst schnell wieder die normalen Werte der Schilddrüsenhormone im Blut der Katze zu erreichen.

Dies geschieht durch die Verordnung eines speziell für die Schilddrüse der Katze entwickelten Medikamentes in Tablettenform. In der Regel muss dem Tier über drei Wochen hinweg täglich eine dieser Tabletten verabreicht werden.

Nach dieser Zeit sollte sich der Zustand tatsächlich stabilisiert haben und sich die Werte wieder in einem normalen Bereich befinden. Damit ist die Behandlung jedoch bei Weitem noch nicht abgeschlossen. An diese erste Akutbehandlung schließt sich vielmehr eine Langzeittherapie an. Auch hier spielt die Gabe eines Medikaments die zentrale Rolle. Es bewirkt, dass die Überproduktion von Hormonen in der Schilddrüse unterdrückt wird. Dazu muss es jedoch unbedingt täglich verabreicht werden.

Während der Langzeittherapie sollte regelmäßig der Tierarzt aufgesucht werden, um die tatsächlichen Werte überprüfen zu lassen.

Der regelmäßige Kontakt zum Tierarzt ist für eine erfolgreiche Therapie unerlässlich. Darüber hinaus bekommt man als Katzenhalter von ihm auch die richtigen Medikamente für Behandlung. Bewährt haben sich während der Langzeittherapie Tierarztbesuche im Abstand von drei Monaten.

Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze: Eine Heilung ist nicht möglich

Um es noch einmal deutlich zu machen: Eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen lässt sich extrem gut behandeln. Es kommt dabei auch nur sehr selten zu Nebenwirkungen.

Klar ist aber auch, eine Schilddrüsenüberfunktion lässt sich zumindest bislang nicht heilen. Die Katze und damit auch der Katzenbesitzer müssen mit der Erkrankung leben. Und das kann durchaus eine Herausforderung sein.

Viele Katzen verweigern die Einnahme der täglichen Tablette. Sie muss ihnen deshalb mehr oder weniger zwangsweise eingeführt werden.

Dies erreicht man am besten dadurch, dass mit Daume und Zeigefinder im hinteren Bereich der Schnauze die Kiefer auseinander gedrückt werden und die Tablette dann möglichst weit im Mund auf die Zunge gelegt wird. Für Katze und Mensch kann das durchaus stressig sein.

Problematisch ist mitunter auch die Regelmäßigkeit der Tablettengabe. Sie muss zwingend täglich erfolgen, sollen die Werte dauerhaft stabil bleiben. Hat man die Medikamentengabe einmal vergessen, darf anderntags auch gar keinen Fall die doppelte Dosis verabreicht werden. Es macht Sinn, den Tierarzt zu kontaktieren und sich von ihm eine Empfehlung zu holen, wie jetzt verfahren werden soll.

Schlussendlich können Folgeschäden eine Belastung darstellen. Eine mögliche Folge der Schilddrüsenüberfunktion kann eine Niereninsuffizienz bei der Katze sein. Dies wiederum ist eine sehr ernste Krankheit, die über kurz oder lang tödlich endet.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss der gutartige Tumor, der hinter der Schilddrüsenüberfunktion steckt, operiert werden?

Nein, da es sich ja um einen gutartigen Tumor handelt, geht von ihm auch keine Gefahr aus – abgesehen von der Überfunktion der Schilddrüse natürlich. Es reicht vollkommen aus, die Symptome der Überfunktion zu behandeln. Da davon hauptsächlich ältere Katzen betroffen sind, wäre eine Operation eine zu große Gefahr für die Tiere.

Kann auch ein bösartiger Tumor der Auslöser sein?

Ja. In etwa zwei Prozent aller Fälle ist das auch tatsächlich der Fall. Ein bösartiger Tumor muss natürlich unbedingt behandelt werden. Welche Behandlung dabei Sinn macht, kann alleine der Tierarzt entscheiden.

Gibt es Hausmittel zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion der Katze?

Nein, es gibt keine Hausmittel. Die Überfunktion der Schilddrüse muss immer durch die Gabe von vom Tierarzt verordneten Medikamenten behandelt werden.

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