Dürfen Katzen Leber essen?

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Ja, Katzen dürfen Leber essen – in kleinen Mengen ist sie sogar ein wertvolles Futter. Weil Leber aber außergewöhnlich viel Vitamin A enthält, gilt: ein Teelöffel ein- bis zweimal pro Woche, nicht täglich und nie als Hauptmahlzeit. Wer zu viel und zu oft Leber füttert, riskiert über Monate eine Vitamin-A-Vergiftung.
| Erlaubt? | ja, in kleinen Mengen |
| Menge | etwa ein Teelöffel (rund 5 g), ein- bis zweimal pro Woche |
| Zubereitung | gegart, ungewürzt; Geflügel- oder Rinderleber |
| Achtung | Vitamin-A-Überschuss, rohe Schweine- und Wildschweinleber |
Warum Leber für Katzen wertvoll ist
In der Natur fressen Katzen ihre Beute ganz, also auch die Leber. Sie liefert fertiges Vitamin A, das Katzen anders als Hunde oder Menschen nicht aus Beta-Carotin bilden können, dazu B-Vitamine, Eisen, Kupfer und hochwertiges Eiweiß. Kaum eine Katze lehnt Leber ab – deshalb eignet sie sich gut als besonderes Leckerli oder, in winzigen Mengen, um das Futter schmackhafter zu machen.
Das Problem: zu viel Vitamin A
Vitamin A ist fettlöslich. Was die Katze nicht braucht, scheidet sie kaum aus, sondern speichert es in der eigenen Leber. Leber von Schlachttieren enthält so viel davon, dass schon wenige Gramm den Tagesbedarf einer Katze um ein Mehrfaches übersteigen. Schweine- und Putenleber gehören zu den Vitamin-A-reichsten Sorten, Hühner- und Rinderleber enthalten deutlich weniger, aber immer noch sehr viel.
Wird eine Katze über Monate überwiegend oder täglich mit Leber gefüttert, entsteht eine chronische Hypervitaminose A. Das MSD Veterinary Manual beschreibt sie vor allem bei Katzen, deren Futter hauptsächlich aus roher Leber bestand: Es bilden sich knöcherne Wucherungen an der Halswirbelsäule und an den Gelenken der Vorderbeine, die Wirbel können regelrecht verwachsen.
Typische Anzeichen:
- steifer Hals, die Katze dreht den Kopf ungern
- Lahmheit der Vorderbeine, Berührungsempfindlichkeit
- die Katze putzt sich nicht mehr, das Fell wird stumpf und struppig
- eine auffällige Sitzhaltung auf den Hinterbeinen, oft mit „Känguru-Haltung“ beschrieben
- Mattigkeit, Gewichtsverlust
Die Futterumstellung stoppt das Fortschreiten, bereits entstandene Knochenwucherungen bilden sich aber kaum zurück. Deshalb zählt die Vorbeugung. Bei Kätzchen kann zu viel Vitamin A außerdem das Knochenwachstum stören.
Wie viel Leber ist in Ordnung?
Eine offizielle Höchstmenge für Leber gibt es nicht. Als vorsichtiger Richtwert gilt für eine erwachsene Katze ein Teelöffel, also rund 5 g, ein- bis zweimal pro Woche. In ausgewogenen Rezepten für selbst gemachtes Futter macht Leber meist nur einen kleinen Anteil von rund fünf Prozent des Fleisches aus. Wichtig: Enthält das Fertigfutter bereits Leber oder bekommt die Katze Vitamin-Ergänzungen, sollte es bei gelegentlichen kleinen Stücken bleiben. Geben Sie keine zusätzlichen Vitamin-A-Präparate oder Lebertran ohne tierärztlichen Rat.
Roh oder gekocht?
Vitamin A übersteht das Kochen weitgehend – gegarte Leber ist also nicht „entschärft“, aber hygienisch sicherer. Rohe Geflügelleber kann Salmonellen und Campylobacter übertragen. Rohe Leber von Schwein oder Wildschwein ist tabu: Innereien von Schweinen gelten als Hauptquelle des Aujeszky-Virus, das bei Katzen immer tödlich verläuft, siehe Dürfen Katzen Schweinefleisch essen?.
Am einfachsten ist Hühner- oder Rinderleber, in wenig Wasser gekocht, bis sie innen nicht mehr rosa ist, ohne Salz und Gewürze. Abgekühlt und klein geschnitten lässt sie sich portionsweise einfrieren. Leber kann bei manchen Katzen weichen Kot auslösen – beginnen Sie mit einem kleinen Stück. Mehr zur Rohfütterung unter Dürfen Katzen rohes Fleisch essen?.
Leber und Lebererkrankungen
Viele Halter suchen nach Leber als Futter, wenn die Katze erhöhte Leberwerte, eine Fettleber oder einen Lebershunt hat. Leber als Futter hilft der kranken Leber aber nicht – im Gegenteil, der hohe Gehalt an Kupfer und Vitamin A kann die Situation belasten. Bei Lebererkrankungen gehört die Ernährung in tierärztliche Hände. Häufig wird ein Diätfuttermittel verordnet, das auf die jeweilige Erkrankung abgestimmt ist.
Wichtig bei jeder Lebererkrankung: Die Katze muss fressen. Frisst eine Katze länger als 24 Stunden nichts, droht eine hepatische Lipidose (Leberverfettung), besonders bei übergewichtigen Tieren. Das ist ein Grund für einen Tierarztbesuch am selben Tag, siehe Katze frisst nicht.
Unsere Empfehlung
Leber ist ein gesundes Extra, wenn sie ein Extra bleibt: ein Teelöffel gegarte Hühner- oder Rinderleber ein- bis zweimal pro Woche. Täglich Leber, Leber als Hauptfutter oder Leber zusätzlich zu Vitaminpräparaten sollten Sie vermeiden. Andere Fleischsorten und Innereien finden Sie in der Übersicht Fleisch und Wurst für Katzen.
Häufige Fragen
Darf meine Katze Leberwurst essen?
Nur ein winziges Stück und selten. Leberwurst enthält zwar weniger Vitamin A als reine Leber, dafür viel Fett, Salz und oft Zwiebeln. Alles Weitere unter Dürfen Katzen Leberwurst essen?.
Ist Hühnerleber besser als Rinderleber?
Beide sind gut geeignet. Hühnerleber ist weich und wird besonders gern gefressen, Rinderleber ist etwas fester. Beide enthalten viel Vitamin A, die Mengenregel gilt für beide.
Dürfen Kätzchen Leber essen?
In sehr kleinen Mengen ja. Kitten bekommen ein vollwertiges Aufzuchtfutter, das bereits alles Nötige enthält. Zusätzliche Leber sollte bei ihnen die Ausnahme bleiben, siehe Kittenfutter.
Meine Katze frisst nur noch Leber – was tun?
Stellen Sie über ein bis zwei Wochen um und mischen Sie immer weniger Leber unter das normale Futter. Lassen Sie die Katze dabei nie hungern. Hilfe bietet der Beitrag Mäkelige Katze.
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